Diese Vorlesungsunterlage zum Fach Projektcontrolling im Hauptstudium beginnt mit einem Überblick zu Projekten und Projektcontrolling. Anschließend folgt die Steuerung der Projekte durch Projektmanagement sowie die Aufbauorganisation mit Grundformen und interner Projektaufbauorganisation. Die Projektplanung gliedert sich in Phasenkonzept mit Exkurs Projektmanagement im Sinne des Simultaneous Engeneering, Ablauf- und Terminplanung mit Projektstrukturplan, Aktivitätenliste, Netzplan und Balkendiagramm, Kapazitätsplanung, Kostenplanung, Qualitätsplanung, Projektdokumentation und Berichtswesen.
Der auf die Planung folgende Abschnitt beschäftigt sich mit der Projektkontrolle und -steuerung inklusive Abweichungsanalysen. Die Methoden und Verfahren im Projektmanagement beziehen sich auf die Situations-Analyse, Prognose, Problemlösung und Entscheidung. Das Kapitel "Menschenführung im Betrieb" behandelt neben Motivationsmodellen die Gruppe im Betrieb, Führungsstile, Managementprinzipien und -systeme sowie den situativen Ansatz der Führungsgestaltung.
Am Ende der Vorlesungsunterlage ist eine Aufgabe über den hier behandelten Stoff mit Lösungsvorschlägen angehängt.
Inhaltsverzeichnis
1 Zur Einführung
2 Projekte
2.1 Definition
2.2 Projektarten
2.3 Projektorganisation
2.4 Projektmanagement
2.5 Projektprozess
2.5.1 Projektvorbereitung
2.5.2 Projektdesign
2.5.3 Projektplanung
2.5.4 Projektauslösung
2.5.5 Projektdurchführung
2.5.6 Projektabschluss
3 Projektcontrolling
3.1 Aufgaben des Controlling
3.2 Dimensionen des Controlling
3.3 Koordinations- und Abwicklungsebene
4 Steuerung der Projekte durch Projektmanagement
4.1 Projektmanagement
4.1.1 Notwendigkeit eines Projektmanagements
4.1.2 Gefahren bei der Einführung eines Projektmanagements
4.2 Allgemeine Aufgaben des Projektmanagements
4.2.1 Erstellen einer klaren Projektbeschreibung
4.2.2 Welche Projekte passen zu der Unternehmensstrategie
4.2.3 Strategische Ausrichtung von Ressourcen
4.2.4 Zielgerichtete Koordinierung von Projekten
4.2.5 Transparenz über Aktivitäten und Kosten
4.2.6 Frühzeitiges Erkennen von Risiken
4.3 Der Einsatz von EDV im Projektmanagement
5 Aufbauorganisation
5.1 Grundformen der Aufbauorganisation
5.1.1 Linienorganisation
5.1.2 Stab-Linien-Organisation
5.1.3 Autonome Projekte
5.1.4 Matrix-Organisation
5.2 Interne Projektaufbauorganisation
5.2.1 Projektgruppe und Projektleiter
5.2.2 Anforderungen und Aufgaben eines Projektleiters
6 Projektplanung
6.1 Das Phasenkonzept
6.1.1 Phasenweises Vorgehen versus pragmatisches Vorgehen
6.1.2 Definition und Merkmale der Projektphase
6.1.3 Anforderungen an Phasenkonzepte
6.1.4 Meilensteine im Phasenmodell
6.1.5 Kostenanfall und -beeinflussung in den einzelnen Projektphasen
6.1.5.1 Investitionsprojekte
6.1.5.2 Forschungs- und Entwicklungsprojekte
6.1.5.3 Organisations- / DV-Projekte
6.1.6 Exkurs: Projektmanagement im Sinne des Simultaneous Engineering
6.1.6.1 Definition: Simultaneous Engineering
6.1.6.2 Leitsätze des Simultaneous Engineering:
6.1.6.3 Parallelisieren
6.1.6.4 Standardisieren
6.1.6.5 Integration im Produktentstehungsprozess
6.1.6.6 Aufbauorganisation und Projektmanagement
6.1.6.7 Mitarbeiter
6.2 Ablauf- und Terminplanung
6.2.1 Projektstrukturplan (PSP)
6.2.1.1 Aufbaustrukturen des Projektstrukturplans
6.2.1.2 Codierung des Projektstrukturplans
6.2.2 Aktivitätenliste
6.2.3 Netzplantechnik
6.2.3.1 Vorgangs-Beziehungen
6.2.3.2 Terminplanung
6.2.3.3 Netzplanarten
6.2.3.4 Erstellung eines Netzplans
6.2.3.5 Meilensteine
6.2.3.6 Vor- und Nachteile der Netzplantechnik
6.2.4 Balkendiagramm
6.3 Kapazitätsplanung
6.3.1 Bedarfsermittlung
6.3.2 Gegenüberstellung von Bedarf und Verfügbarkeit
6.3.3 Kapazitätsabgleich
6.4 Kostenplanung
6.4.1 Kostenschätzmethoden
6.4.1.1 Expertenmeinungen
6.4.1.2 Top-down-Planung
6.4.1.3 Bottom-up-Planung
6.4.2 Kalkulationsarten
6.4.2.1 Die Vor- und Angebotskalkulation
6.4.2.2 Die mitlaufende Kalkulation
6.4.2.3 Die Nachkalkulation
6.4.3 Projektvorfeld
6.4.4 Detaillierte Kostenplanung
6.4.4.1 Projektgesamtkosten
6.4.4.2 Zeitlicher Kostenverlauf
6.5 Qualitätsplanung
6.6 Die Projektdokumentation
6.7 Das Berichtswesen
7 Projektkontrolle und –steuerung
7.1 Ist-Daten-Ermittlung und Soll-/Ist-Vergleich
7.2 Bedeutung der Kostenanalyse
7.3 Abweichungsanalyse
7.3.1 Bedeutungsanalyse
7.3.2 Bedeutungsbeurteilung
7.3.3 Mögliche Abweichungsursachen
7.3.4 Maßnahmenentscheidung
8 Methoden und Verfahren im Projektmanagement
8.1 Situationsanalyse
8.1.1 Portfolio
8.1.2 Erfahrungs-Kurven-Konzept
8.1.3 Lebenszyklus-Konzept
8.1.4 ABC-Analyse
8.1.5 SWOT – Analyse
8.2 Prognose
8.2.1 Panel-Befragung
8.2.2 Delphi – Methode
8.3 Problemlösung
8.3.1 Brainstorming
8.3.2 Methode 635
8.4 Entscheidung
8.4.1 Nutzwertanalyse
8.4.2 Wirtschaftlichkeitsrechnung
9 Menschenführung im Betrieb
9.1 Der Mensch im Betrieb
9.1.1 Der Mensch als Produktionsfaktor
9.1.2 Was ist Motivation?
9.1.3 Die Anreiz-Beitrags-Theorie von Simon
9.1.4 Die Theorie der Leistungsmotivation
9.1.5 Die Maslow’sche Bedürfnispyramide
9.1.6 Herzbergs Motivatoren
9.1.7 Die Instrumentalitätstheorie von Vroom und Porter/Lawler
9.2 Die Gruppe im Betrieb
9.2.1 Die Kommunikation in der Gruppe
9.2.2 Konflikte in der Gruppe
9.3 Führungsstile
9.4 Managementprinzipien und -systeme
9.5 Der situative Ansatz der Führungsgestaltung
10 Projektabschluss und Fazit
11 Aufgabe
11.1 Problemanalyse
11.2 Projektdefinition
11.3 Projektmanagement
11.4 Projektplanung
11.5 Allgemeine Fragen zur Finanz-, Kosten-, Kapazitäts- und Qualitätsplanung
11.6 Menschenführung im Betrieb
12 Lösungen zur Aufgabe
12.1 Problemanalyse
12.2 Projektdefinition
12.3 Projektmanagement
12.4 Projektplanung
12.5 Allgemeine Fragen zur Finanz-, Kosten-, Kapazitäts- und Qualitätsplanung
12.6 Menschenführung im Betrieb
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, fundierte Kenntnisse im Bereich des Projektcontrollings zu vermitteln, wobei der Fokus insbesondere auf der strategischen und operativen Steuerung von Projekten sowie der Integration von Projektmanagement und Unternehmensführung liegt. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie durch den Einsatz systematischer Methoden eine effiziente Projektsteuerung, Ressourcenallokation und Zielerreichung in einem komplexen Umfeld sichergestellt werden kann.
- Grundlagen des Projektmanagements und der Aufbauorganisation
- Methoden der Projektplanung (Phasenmodelle, Netzplantechnik, Kostenplanung)
- Dimensionen des Projektcontrollings und Abweichungsanalysen
- Instrumente zur Entscheidungsfindung und Problemlösung
- Psychologische Aspekte der Menschenführung im Betrieb
Auszug aus dem Buch
4.2.6 Frühzeitiges Erkennen von Risiken
In vielen Unternehmen wird risikobehafteten Vorhaben zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Während das gesamte Management in entlosen Sitzungen über das nächste Jahresbudget diskutiert, wird die Entscheidung über den Bau eines neuen Lagers mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro in wenigen Stunden getroffen.
Das Projektmanagement muss die Tragweite von Entscheidungen mit entsprechenden Daten aufzeigen. Dafür ist eine Risikoanalyse erforderlich, die man in folgenden Schritten durchführt:
1. Risiko bestimmen
Um Risiken zu erkennen, ist es sehr hilfreich, wenn man auf Erfahrungen aus früheren Projekten zurückgreifen kann. Aus diesem Grund ist eine systematische Sicherung der Projekterfahrungen wichtig. Am besten legt man eigene Checklisten der wichtigsten Risikofaktoren an. Die folgende Aufstellung enthält einige Fragen aus einer solchen Checkliste:
Technische Risiken
Sind alle Komponenten technisch kompatibel?
Besitzen wir die notwendigen Ausrüstungen?
Haben wie bereits Erfahrungen mit der Entwicklungsumgebung?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zur Einführung: Einführung in die Thematik des Projektcontrollings und Überblick über die Gliederung der Vorlesungsunterlage.
2 Projekte: Definition des Projektbegriffs, Darstellung verschiedener Projektarten und Erläuterung der notwendigen Projektorganisation.
3 Projektcontrolling: Analyse der Aufgaben des Controllings, der verschiedenen Dimensionen und der Koordinations- und Abwicklungsebenen innerhalb eines Projekts.
4 Steuerung der Projekte durch Projektmanagement: Vertiefende Betrachtung der Notwendigkeit von Projektmanagement, der allgemeinen Aufgaben sowie des Einsatzes von EDV-Systemen.
5 Aufbauorganisation: Diskussion der Grundformen der Aufbauorganisation und der spezifischen Anforderungen an die interne Projektaufbauorganisation.
6 Projektplanung: Detaillierte Beschreibung der Phasenplanung, der Ablauf- und Terminplanung, Kapazitätsplanung, Kostenplanung sowie der Projektdokumentation.
7 Projektkontrolle und –steuerung: Prozess der Ist-Daten-Ermittlung, des Soll-Ist-Vergleichs und der Durchführung von Abweichungsanalysen als Basis für Gegensteuerungsmaßnahmen.
8 Methoden und Verfahren im Projektmanagement: Vorstellung von Instrumenten zur Situationsanalyse, Prognose, Problemlösung und Entscheidungsfindung.
9 Menschenführung im Betrieb: Auseinandersetzung mit Motivationsmodellen, Gruppenverhalten, Führungsstilen und Managementprinzipien.
10 Projektabschluss und Fazit: Darstellung der Bedeutung eines systematischen Projektabschlusses und der kritischen Erfolgsfaktoren für die Einführung von Projektmanagement.
Schlüsselwörter
Projektcontrolling, Projektmanagement, Aufbauorganisation, Projektplanung, Projektsteuerung, Netzplantechnik, Risikomanagement, Kostenplanung, Nutzwertanalyse, Motivation, Führung, Entscheidungstheorie, Qualitätsmanagement, Simultaneous Engineering, Multiprojekt-Planung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und praktischen Grundlagen des Projektcontrollings und des Projektmanagements, eingebettet in den Kontext der modernen Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Projektplanung, die Steuerung durch Projektmanagement, die Methoden des Controllings sowie Aspekte der Mitarbeiterführung in Projekten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Methoden und Werkzeuge bereitzustellen, um Projekte effizient zu planen, zu überwachen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen, wobei insbesondere die Kosten- und Terminsteuerung im Fokus stehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden verschiedene betriebswirtschaftliche Instrumente wie die Nutzwertanalyse, die Portfolio-Analyse, die Netzplantechnik sowie diverse Motivations- und Führungstheorien vorgestellt und auf ihre praktische Anwendbarkeit in Projekten geprüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Steuerung, Aufbauorganisation, detaillierte Projektplanung (Ablauf-, Kapazitäts- und Kostenplanung), Methoden der Projektabwicklung sowie Menschenführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Projektcontrolling, Projektmanagement, Planungsmethoden, Risikomanagement, Erfolgsfaktoren und Führungsstile charakterisiert.
Wie geht das Dokument mit dem "Mehr-Projekt-Fall" um?
Das Dokument schlägt eine Multiprojektplanung vor, bei der Projekte hinsichtlich ihrer Kapazitätsinanspruchnahme synchronisiert werden, entweder durch Zusammenführung in einem Gesamtplan oder durch Anwendung von Prioritätenregeln.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der "Qualität" bei?
Qualität wird als eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Projekterfolg angesehen; sie bezieht sich sowohl auf die Ergebnisse als auch auf die Prozesse und ist eng mit der Kostenentwicklung verknüpft.
- Arbeit zitieren
- Tom Zengel (Autor:in), Tom Zengel (Autor:in), Anne Bernitt (Autor:in), Heiko Jonas (Autor:in), Silvia Bade (Autor:in), Thomas Gerhardt (Autor:in), Daniela Linder (Autor:in), Frank Willems (Autor:in), 2003, Projektcontrolling. Projektmanagement, Kontrolle, Steuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30526