Rumination. Symptom von oder Risikofaktor für Depression?


Hausarbeit, 2015
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Definition von Rumination

4 Rumination – Symptom oder Risikofaktor?
4.1 Rumination als Symptom von Depression
4.2 Rumination als Risikofaktor: Die Response-Styles Theory
4.3 Empirische Befunde und Diskussion

5 Implikationen und Interventionsmöglichkeiten

6 Literaturverzeichnis

7 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

2 Einleitung

Potenzielle Risikofaktoren und Symptome depressiver Episoden, lassen sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche identifizieren. Einige Aspekte depressiver Störungen sind beispielsweise mit interpersonellen Problemen verbunden (Hammen & Watkins, 2008). Depressive zeigen oftmals Verhaltensweisen, die negative Reaktionen anderer Menschen hervorrufen, soziales Problemlösen beeinträchtigen und zwischenmenschliche Beziehungen erschweren (Hammen & Watkins, 2008). Daneben ist die depressive Symptomatik auch durch kognitive Auffälligkeiten geprägt, zum Beispiel eine verminderte Fähigkeit zur kognitiven Kontrolle und Inhibition (Joormann, 2009). Mit beiden Bereichen assoziiert ist das Phänomen der ruminativen Gedanken. Rumination, ein gedanklicher Stil „defined by the process of recurring thoughts and ideas“ (Joormann, 2009, S. 312), kann sowohl als kognitives Merkmal depressiver Symptomatik gewertet werden (Joormann, 2009) als auch zu Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen führen (Hammen & Watkins, 2008). Zwischen Rumination und Depression besteht eine nach Cohen (1988 in Bühner & Ziegeler, 2009) moderate bis große Korrelation von r = 0.46 (Muris, Roelofs, Rassin, Franken & Mayer, 2005; Olatunji, Naragon-Gainey & Wolitzky-Taylor, 2013). Dabei gibt dieser Zusammenhang keinen Aufschluss darüber, ob Rumination die Vulnerabilität eines Menschen für eine depressive Episode erhöht oder im Rahmen einer solchen Episode erst auftritt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, ob Rumination als Symptom von oder Risikofaktor für Depression einzuordnen ist.

3 Definition von Rumination

Ruminative Gedanken treten häufig im Rahmen depressiver Störungen auf (Teismann, Hanning, von Brachel & Willutzki, 2012). Einige Beispiele dieser Gedanken und ihrer jeweiligen Kennzeichen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Tabelle 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus den Beispielen hervor geht, sind ruminative Gedanken zumeist repetitiv, auf die eigene Person bezogen und haben depressive Symptome zum Inhalt. Diese Kennzeichen spiegeln sich in der Definition von Nolen-Hoeksema, Wisco und Lyubomirsky (2008) wider. Sie definieren Rumination als „a mode of responding to distress that involves repetitively and passively focusing on symptoms of distress and on the possible causes and consequences of these symptoms“ (Nolen-Hoeksema et al., 2008, S. 400). Rumination wird von den Autoren also als eine spezielle Reaktionsweise auf Belastungen oder gedrückte Stimmung beschrieben, indem über Symptome der Belastung, sowie über deren Ursachen und Konsequenzen nachgedacht wird. Obwohl diese Definition vielen Forschungsarbeiten zugrunde liegt, kritisieren Teisman et al. (2012) ihren Inhaltsfokus. Als „stärker prozessbezogene Ruminationsdefinition“ (Teisman et al., 2012, S. 4) schlagen sie jene von Matthews und Wells (2004) vor, welche Rumination als „repetitive thoughts generated by attempts to cope with self-discrepancy that are directed primarily toward processing the content of self-referent information and not toward immediate goal-directed action“ (S. 131f.) definieren. Tatsächlich scheint die Definition von Nolen-Hoeksema et al. (2008) zu implizieren, dass der gedankliche Inhalt bei Rumination eine Rolle spielt. Allerdings betonen die Autoren, dass weniger inhaltliche Aspekte, sondern der Prozess des Grübelns im Fokus steht. Im Gegensatz zu automatischen negativen Gedanken meint Rumination den „process of thinking perseveratively about one‘s feelings and problems rather than in terms of the specific content of thoughts“ (Nolen-Hoeksema et al., 2008, S. 400). Zum Verständnis des Grübelns ist es hilfreich, Rumination vom ähnlichen Konstrukt des Sich-Sorgens abzugrenzen (Teismann et al., 2012; Nolen-Hoeksema et al., 2008). Laut der American Psychiatric Association (2013) sind Sorgen ein diagnostisches Merkmal der Generalisierten Angststörung. Obwohl Rumination und Sorgen als Formen repetitiver, selbstbezogener Gedanken einige Merkmale (z.B. kognitive Inflexibilität) teilen und zudem miteinander korrelieren, lassen sich diese Konstrukte sowohl statistisch als auch durch einige Charakteristika voneinander unterscheiden (Muris et al., 2005; Nolen-Hoeksema et al., 2008). So beziehen sich Sorgen in erster Linie auf Ereignisse in der Zukunft, wobei Betroffene versuchen, potenzielle Gefahren zu antizipieren. Grübeln hingegen ist mehr auf die Gegenwart oder Vergangenheit ausgerichtet, wobei Betroffene versuchen, Ursache und Bedeutung von Ereignissen zu erfassen. Ein Unterscheidungskriterium ist also die unterschiedliche zeitliche Orientierung von Sorgen und Rumination (Nolen-Hoeksema et al., 2008; Teismann et al., 2012).

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Details

Titel
Rumination. Symptom von oder Risikofaktor für Depression?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Psychologie und Pädagogik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V305347
ISBN (eBook)
9783668045644
ISBN (Buch)
9783668045651
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Klinische Psychologie, Grübeln, Depression, Rumination, Risikofaktor
Arbeit zitieren
Sarah Mayr (Autor), 2015, Rumination. Symptom von oder Risikofaktor für Depression?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305347

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