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Sterben und Rituale - Braucht die Gesellschaft Sterberituale?

Title: Sterben und Rituale - Braucht die Gesellschaft Sterberituale?

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Neef Gerd (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

[...] Ich möchte in meiner Hausarbeit dem Gedanken nachgehen, wie ein
Individuum von Mensch mit seiner Trauer und seinem Schmerz umgeht,
welche Rituale er sich schafft, um mit dem Mysterium des Sterbens umgehen
zu können. Dabei ist es mir wichtig, beide rituelle Formen zu beleuchten.
Zum einen die Handlungen der Sterbenden selber und zum anderen die
Formen der Hinterbliebenen sich mit dem Sterben eines Angehörigen
auseinander zu setzen und deren Trauerbewältigung. Dass die Sehnsucht der
Hinterbliebenen sich ein Ritual zu schaffen, um die Trauer zu bewältigen sehr
groß ist, sieht man an den unterschiedlichsten Formen. Man braucht nur
einmal die beiden Stichpunkte – Trauer & Ritual - bei einer
Internetsuchmaschine einzugeben und man bekommt eine Fülle von Homepages, die alle, mal mehr und mal weniger, sich mit diesem Thema
auseinandersetzen. So gibt es verschiedene Erinnerungsorte für
Hinterbliebene, für Fans von „berühmten Persönlichkeiten“ oder auch für
Frauchen & Herrchen der verstorbenen Tiere.
Auch andere Formen von symbolischen Handlungen begegnen einem
unweigerlich. Ich denke da an eine Autofahrt über schöne Alleestrassen
vorbei an den Kreuzen der verunfallten Verkehrsteilnehmer, die mit Blumen
versehen aufmerksam machen sollen, welche Trauer an diesem Punkt in die
Öffentlichkeit hineingetragen wird und die als Ort für die Hinterbliebenen der
Verstorbenen dienen, eine Art Verbindung schaffen mit dem Toten. Durch
das niederlegen von Blumen wird somit eine rituelle Handlung ausgeführt,
die den Angehörigen und Freunden helfen, mit dem Ereignis eines so
tragischen Unfalles fertig zu werden. Die Blumen sind in den meisten Fällen
eine Art Ritual. Freude noch einmal denen bringen, die nicht mehr auf der
Erde weilen. Blumen auch als Zeichen des Lebens. Wobei man als Toter
nichts mehr von den Blumen hat. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Sterben

2.1. Wissenschaftliche Definition

2.2. Verhaltensweisen gegenüber dem Sterben - fünf Phasen

3. Wissenschaftliche Definition von Ritual

3.1. Wozu dienen Rituale?

3.2. Wem dient das Ritual?

3.2.1. Interviews

4. Sterben in Deutschland

4.1. Rituale vor, während und nach dem Sterben

5. Umgang mit dem Sterben in anderen Kulturen bzw. Religionen

5.1. griechische Mythologie

5.2. Suruahà – Volk des Giftes

5.3. Mexiko (große Party)

5.4. Tod im Islam

5.5. Tod im Buddhismus

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sterberitualen in der modernen Gesellschaft und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob derartige Rituale für ein würdevolles Sterben und die Trauerbewältigung notwendig sind. Dabei wird analysiert, wie das Individuum mit dem Mysterium des Sterbens umgeht und welche rituellen Handlungen sowohl von Sterbenden als auch von Hinterbliebenen genutzt werden, um Schmerz und Abschied zu verarbeiten.

  • Psychologische Phasen des Sterbeprozesses nach Elisabeth Kübler-Ross
  • Die Funktion und Notwendigkeit von Ritualen bei der Trauerbewältigung
  • Empirische Einblicke in die Hospizarbeit durch Experteninterviews
  • Kulturelle und religiöse Unterschiede im Umgang mit dem Tod
  • Die Entfremdung vom Sterben in der modernen Leistungsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2. Wem dient das Ritual?

Da mein Schwager in der ehrenamtlichen Hospizarbeit tätig ist, war es für mich nahe liegend, mit ihm ein Interview zu führen um einen Einblick in die Tätigkeit des Hospizdienstes und den professionelleren Umgang mit dem Sterben zu gewinnen. Interessant fand ich auch ein Interview mit der Leiterin des ambulanten Hospizdienstes Potsdam zu führen und Unterschiede oder Gemeinsamkeiten im Umgang mit dem Tod zu ergründen. Welche Rituale haben die Sterbebegleiter für sich selbst? Welche Rituale ergründen sie gemeinsam mit dem Sterbenden und mit den Angehörigen?

3.2.1. Interviews

Geführt mit Frau B. am 17. Mai 2004.

Brauchen eher Sterbende Rituale oder die Überlebenden?

Wir sind in erster Linie für die Sterbenden da. Sie brauchen in diesem schweren Abschnitt ihres Lebens Begleitung. Wenn man z.B. ein Kind erwartet gibt es Vorbereitungskurse, bei der letzten Phase eines Lebens sehen viele lange Zeit nicht ein, dass sie auch eine Vorbereitung brauchen. Aber sie brauchen auch eine Vorbereitung und nicht erst, wenn es fast zu spät ist. Rituale sind demnach wichtig. Wie man lebt, so stirbt man.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Sterben und Abschiednehmen in einer Gesellschaft, die das eigene Sterben zunehmend verleugnet.

2. Was ist Sterben: Definition des Sterbens als fortlaufender Vorgang sowie Erläuterung der fünf Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross.

3. Wissenschaftliche Definition von Ritual: Herleitung des Ritualbegriffs und Untersuchung der Frage, inwiefern rituelle Handlungen existenzielle Grundfragen des Miteinanders ordnen.

4. Sterben in Deutschland: Analyse der gesellschaftlichen Realität, in der Sterben häufig in anonymen klinischen Einrichtungen stattfindet, und der daraus resultierenden Bedeutung für den Abschied.

5. Umgang mit dem Sterben in anderen Kulturen bzw. Religionen: Kontrastreicher Überblick über internationale und religiöse Bestattungstraditionen im Vergleich zur abendländischen Kultur.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit von Sterberitualen und Appell zur Wiedereingliederung von Trauer in den öffentlichen Raum.

Schlüsselwörter

Sterben, Rituale, Trauerbewältigung, Hospizarbeit, Abschiedskultur, Vergänglichkeit, Lebensbegleitung, Bestattungsrituale, Tod, Sterbephasen, Friedwälder, Trauer, Hospiz, Sterbebegleiter, Gesellschaftliche Tabuisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Verdrängung des Sterbens und untersucht, welche Rolle rituelle Handlungen dabei spielen können, Sterbenden und Hinterbliebenen den Abschied zu erleichtern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die psychologische Begleitung Sterbender, die Funktion von Ritualen zur Strukturierung der Trauer sowie der kulturelle Vergleich des Umgangs mit dem Tod.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung ritueller Handlungen für die menschliche Trauerbewältigung zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie das Sterben wieder als natürlicher Teil des Lebens in die Gesellschaft integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt neben der Literaturrecherche und der Analyse bestehender Theorien zum Sterbeprozess auch qualitative Methoden in Form von Experteninterviews mit in der Hospizarbeit tätigen Personen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Sterbens und der Ritualistik, eine Bestandsaufnahme der Sterbekultur in Deutschland sowie eine interkulturelle Betrachtung der Trauerrituale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben Sterben und Ritualen insbesondere Trauerbewältigung, Hospizarbeit, Abschiedskultur sowie die öffentliche Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit.

Was unterscheidet die Hospizarbeit in Bezug auf Rituale von einem Krankenhaus?

Während Krankenhäuser primär auf Lebenserhaltung fokussiert sind und rituellen Handlungen oft wenig Raum bieten, zeichnet sich die Hospizarbeit durch eine ganzheitliche Begleitung aus, die den Sterbenden in seiner individuellen Spiritualität ernst nimmt und Raum für Abschiedsrituale schafft.

Welche Rolle spielt die Supervision für ehrenamtliche Mitarbeiter?

Die monatliche Supervision dient als essenzielles Ritual zur eigenen Trauerbewältigung der Mitarbeiter, um das Erlebte zu reflektieren, Stille zuzulassen und die eigene professionelle sowie emotionale Belastbarkeit zu wahren.

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Details

Title
Sterben und Rituale - Braucht die Gesellschaft Sterberituale?
College
University of Applied Sciences Potsdam  (FB Sozialpädagogik)
Course
Ethik und Ästhetik
Grade
2.0
Author
Neef Gerd (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V30546
ISBN (eBook)
9783638317870
Language
German
Tags
Sterben Rituale Braucht Gesellschaft Sterberituale Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Neef Gerd (Author), 2004, Sterben und Rituale - Braucht die Gesellschaft Sterberituale?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30546
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