Die PISA - Studien haben zu einer „Evaluationsflut“ des deutsche n Schulsystems geführt und zu einer daraus resultierenden Unmenge an Konzepten für eine Verbesserung des schulischen Unterrichts. In einer Presseerklärung der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) vom 04.Dezember 2001 heißt es unter der Frage PISA - was nun?’: „Lernen hat nichts mit Stoffhuberei und Leistungsdruck zu tun. Neugier und Spaß am Lernen lassen sich nicht verordnen. Sie entstehen durch Problemstellungen mit Bezug zur Lebenswirklichkeit der Lerner , durch eigeninitiatives, Entdeckendes Lernen“ Die neuen Unterrichtskonzepte sind eine Reaktion auf die unbefriedigende traditionelle Form der Unterrichtsführung. Der Lehrkanon muss sich vor der Individualität des Menschen und seiner Notwendigkeit zum autonomen Handeln erklären. Unreflektiertem Pauken und Reproduktion soll durch selbsttätiges Lernen entgegengewirkt werden, um auf diese Weise die Behaltensleistung und die Selbständigkeit des einzelnen zu fördern und nachhaltig zu sichern. Die Produktion didaktischer Innovationen als Wege, um diese Ziele zu erreichen, lässt kaum Grenzen erkennen. Es wurden unzählige Unterrichtkonzepte entwickelt, die auf die geforderte Mündigkeit des Schülers reagieren und das eigenständige Lernen in den Mittelpunkt stellen sollen. Aus der Konzeptvielfalt wurde eines herausgegriffen, das unter verschiedenen Namen vorherrscht. Gemeint ist das Entdeckende Lernen, welches häufig auch als entdecken lassendes Lernen oder Nacherfindung unter Führung bezeichnet wird. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt is t, wie aktuell ist die Idee des Entdeckenden Lernens überhaupt?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Entdeckendes Lernen aus historischer Betrachtung
- Johann Friedrich Herbarts Theorie des Unterrichts
- Planmäßigkeit und Organisation
- Anknüpfung an Erfahrung und Umgang
- Bildung eines vielseitigen Interesses
- Bildung des Gedankenkreises
- Vertiefung und Besinnung
- Klarheit
- Assoziation
- System
- Methode
- Autonomie
- Zusammenfassung
- Johann Friedrich Herbarts Theorie des Unterrichts
- Die Prinzipien Entdeckenden Lernens aus gegenwärtiger Betrachtung
- Entdeckendes Lernen nach Bruner et all.
- Planung und Organisation
- Einbeziehung von Erfahrungen
- Individualität und Kreativität
- Der sokratische Dialog
- Problemlösefähigkeit
- Entwicklung eines kognitiven Repräsentationssystems
- Fragestellung/Problem/Konflikt
- Hypothesengenerierung
- Falsifikation
- Transfer
- Zusammenfassung
- Entdeckendes Lernen nach Bruner et all.
- Vergleich und Schlussbetrachtung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Entdeckenden Lernens und dessen Bedeutung für die Pädagogik. Sie analysiert die historische Entwicklung des Konzepts und untersucht, inwieweit die Prinzipien des Entdeckenden Lernens bereits in der Theorie des Unterrichts von Johann Friedrich Herbart zu finden sind. Ziel der Arbeit ist es, die Aktualität des Konzepts zu beleuchten und dessen Einfluss auf die moderne Pädagogik zu verdeutlichen.
- Historische Entwicklung des Entdeckenden Lernens
- Herbarts Theorie des Unterrichts im Kontext des Entdeckenden Lernens
- Die Prinzipien des Entdeckenden Lernens nach Bruner et all.
- Vergleich und Analyse der verschiedenen Ansätze
- Bedeutung und Relevanz des Entdeckenden Lernens für die heutige Pädagogik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die aktuelle Situation der Pädagogik und die Bedeutung des Entdeckenden Lernens in diesem Kontext dar. Sie führt in die Thematik ein und erklärt die Intention der Arbeit. Kapitel 2 beleuchtet die historische Entwicklung des Entdeckenden Lernens, wobei der Fokus auf Johann Friedrich Herbarts Theorie des Unterrichts liegt. In diesem Kapitel wird untersucht, ob Herbarts Theorie bereits Ansätze des Entdeckenden Lernens enthält. Kapitel 3 befasst sich mit den Prinzipien des Entdeckenden Lernens aus gegenwärtiger Sicht, insbesondere unter Bezugnahme auf die Arbeiten von Bruner et al. In diesem Kapitel werden die zentralen Prinzipien des Entdeckenden Lernens erläutert und analysiert. Das letzte Kapitel (Kapitel 4) widmet sich einem Vergleich der historischen und gegenwärtigen Ansätze des Entdeckenden Lernens und zieht Schlussfolgerungen für die heutige Pädagogik.
Schlüsselwörter
Entdeckendes Lernen, Herbart, Bruner, Unterrichtstheorie, Pädagogik, Selbsttätigkeit, Individualität, Kreativität, Problemlösefähigkeit, Transfer, Bildung, Erziehung, Zucht.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Konzept des Entdeckenden Lernens?
Entdeckendes Lernen ist ein Unterrichtskonzept, bei dem der Schüler nicht nur passiv Stoff aufnimmt, sondern durch eigenständiges Problemlösen und Forschen Wissen generiert. Es fördert die Selbstständigkeit und die Behaltensleistung durch den Bezug zur Lebenswirklichkeit.
Welche Rolle spielt Johann Friedrich Herbart in dieser Analyse?
Die Arbeit untersucht Herbarts Theorie des Unterrichts aus historischer Sicht. Es wird analysiert, inwieweit seine Konzepte von Klarheit, Assoziation, System und Methode bereits frühe Ansätze des Entdeckenden Lernens enthielten.
Was sind die zentralen Prinzipien des Entdeckenden Lernens nach Bruner?
Nach Bruner stehen die Hypothesengenerierung, die Problemlösefähigkeit, die Kreativität und der Transfer von Wissen im Mittelpunkt. Ein kognitives Repräsentationssystem hilft dem Lernenden dabei, Informationen aktiv zu verarbeiten.
Warum wurde das Thema nach den PISA-Studien wieder aktuell?
Die PISA-Studien führten zu einer Kritik am traditionellen „Pauken“. Um die Qualität des deutschen Schulsystems zu verbessern, wurden Konzepte gefordert, die Neugier und Spaß am Lernen durch Praxisbezug fördern.
Was ist der Unterschied zwischen Entdeckendem Lernen und „Nacherfindung unter Führung“?
Es handelt sich oft um synonym verwendete Begriffe. „Nacherfindung unter Führung“ betont dabei stärker die Rolle des Lehrers, der den Prozess so strukturiert, dass der Schüler zu den gewünschten Erkenntnissen gelangt.
Welche Bedeutung hat die Individualität beim Entdeckenden Lernen?
Das Konzept reagiert auf die Individualität des Menschen und die Notwendigkeit zum autonomen Handeln. Jeder Lerner soll seinen eigenen Weg zur Lösung eines Problems finden können.
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- Corinna Uhlmann (Author), 2004, Der Ansatz entdeckenden Lernens in historischer und gegenwärtiger Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30600