Mediation als Mittel zur Konfliktlösung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

8 Seiten, Note: unbenotet


Leseprobe

Inhalt

1 Einstieg in die Thematik Konfliktlösung / Mediation
1.1 Definition des Begriffs Konfliktlösung
1.2 Was ist Mediation?

2 Anwendungsbereiche der Mediation

3 Besondere Merkmale der Mediation
3.1 Die Rolle des Mediators
3.2 Die sieben Stufen des Prozesses
3.3 Grundlegende Methoden

4 Gewaltfreie Kommunikation (GfK)
4.1 Allgemeines
4.2 Beispiel für lebensentfremdende Kommunikation
4.3 Beispiel für Gewaltfreie Kommunikation
4.4 Fazit: Gewaltfreie Kommunikation als Mittel der Mediation

Quellenangabe

1. Einstieg in das Thema Konfliktlösung / Mediation

Im Zusammenhang dieser Darstellung sind lediglich die Konflikte von Relevanz, die zwischen mindes-tens zwei Personen stattfinden und als soziale Konflikte bzw. interpersonale Konflikte bezeichnet werden können. Intrapersonale Konflikte, finden dagegen innerhalb einer Person statt, werden hier keine größere Beachtung finden und auch nicht in der folgenden Definition miteinbezogen werden (vgl. Beck/Schwarz 1995:34).

1.1 Definition des Begriffs Konfliktlösung:

Das Wort Konfliktlösung besteht aus zwei Teilen: Konflikt und Lösung. Konflikt ist aus dem Lateini-schen Wort ‚confligere’ abzuleiten, was soviel bedeutet wie (etwas) laut aufeinander- gegeneinander-schlagen (vgl. aaO:21). Somit impliziert das Wort in seiner Wurzel den Zündstoff und die Explosivität, die einem Konflikt innewohnen. Diese sind, je nach Art des Konfliktes, von unterschiedlicher Intensität und können durchaus im Verborgenen bleiben.

Soziale Konflikte sind Spannungssituationen zwischen mindestens zwei Parteien, die miteinander in Be-ziehung (Interaktion) treten. Die Spannung beruht auf scheinbaren oder realen Unvereinbarkeiten im Den-ken, Wahrnehmen, Fühlen, Wollen und/oder Handeln. Im Konfliktfall empfindet wenigstens eine Seite die andere als Beeinträchtigung ihrer eigenen Interessen (vgl. aaO:22f).

Der zweite Teil des festzulegenden Begriffs ist Lösung. Lösung impliziert drei verschiedene Bedeutungs-kategorien:

1. Ergebnis, Resultat
2. Übereinstimmung, Einigung, Einvernehmen
3. Auflösung, Beilegung, Beendigung.

Im Zusammenhang mit dem Wort Konflikt, bedeutet dies, dass eine (erfolgreiche) Konfliktlösung erfolgt, wenn die Spannungen zwischen den gegnerischen Parteien zu einer Auflösung/Beendigung gelangen (Konfliktauflösung). Damit es zu dieser Auflösung kommen kann, muss zuvor jedoch erst ein Ergebnis (Lösung) gefunden werden, welches beiden Parteien ermöglicht, ihre persönlichen Interessen weiterhin in vollem oder in eingeschränktem, aber als akzeptabel empfundenem Maße, weiterhin wahrnehmen zu kön-nen. Dieses Ergebnis bedarf der Zustimmung beider Parteien.

Es muss also eine Übereinstimmung, ein gegenseitiges Einvernehmen gegeben sein. Diese Übereinstim-mung kann durch einen Kompromiss erfolgen. Das bedeutet, dass jede Partei sich bereit erklärt, ihre Ansprüche auf ein bestimmtes Maß zu reduzieren um eine Überschneidung mit den Interessen der ande-ren Partei zu vermeiden.

Eine andere Möglichkeit ist, dass eine Übereinstimmung dadurch erfolgt, dass eine völlig neue Lösungs-möglichkeit erkannt wird, die beiden Parteien volle Ausübung ihrer Interessen ermöglicht, ohne in Über-schneidung mit den Interessen der anderen zu kommen.

1.2 Was ist Mediation

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet Vermittlung. Zwei Streitparteien setzen sich mit ei-nem sog. Mediator (Vermittler) zusammen. Der Mediator muss beiden Parteien gegenüber neutral einge-stellt sein. Seine/Ihre Aufgabe ist es, den Konfliktparteien zu helfen, eine für beide Seiten zufriedenstel-lende Einigung / Lösung in ihrer Streitsache zu finden. In der Fachsprache der Mediation wird diese als Win-Win-Lösung bezeichnet. Darunter versteht man eine Einigung, die sich für beide Seiten gewinnbrin-gend auswirkt (vgl. Seidel Stephan 1998: II 3.c).

2 Anwendungsbereiche der Mediation

Mediation kann in zahlreichen unterschiedlichen Feldern eingesetzt werden.

In privaten Streitigkeiten:

- Ehestreit, Scheidung, Sorgerecht,
- Nachbarschaftskonflikte, etc. ...

Im beruflichen / schulischen Sektor:

- Mobbing, Schwierigkeiten mit dem Vorgesetzten, Ärger unter Kollegen
- In Lehrer- Schüler Konflikten bzw. Schüler-Schüler Konflikten, etc. ...

Im wirtschaftlichen Sektor:

- Streitigkeiten zwischen Unternehmen / Geschäftspartnern
- Arbeitgeber- Arbeitnehmer Uneinigkeiten

In Umweltkonflikten:

Wenn z.B. der Bau eines Atomkraftwerks in der Nähe einer Stadt in Erwägung gezogen wird, werden vie-le verschiedene Interessensgruppen in dieser Angelegenheit involviert sein. Wirtschaftsinteressen treffen auf Interessen von Umweltschützern und Anwohnern. Wiederum werden Parteien und Politiker ihre ei-genen Positionen durchsetzen wollen.

Dies ist der wahrscheinlich aufwendigste und am kompliziertesten zu handhabende Bereich für Mediato-ren. In diesem Konfliktfeld ist die Ausrichtung der Mediation auf juristische Vorgehensweisen unerläss-lich. Die verschiedenen Konfliktparteien an einen Tisch zu bekommen und konstruktive Verhandlungen in Gang zu bringen, stellt in diesem Fall eine schwer zu erfüllende Aufgabe dar.

3 Besondere Merkmale der Mediation

3.1 Die Rolle des Mediators

Im Gegensatz zu Gerichtsverfahren, Schiedsgerichten und Schlichtungen, in denen Richter, Schiedsrich-ter und Schlichter Entscheidungsgewalt besitzen, darf der Mediator sich lediglich als „Brückenbauer“ ver-stehen. Dies bedeutet, dass er mögliche Entscheidungen weder aufzwingen noch aufzeigen darf. Die ge-samte Entscheidungsgewalt liegt bei dieser Methode der Konfliktlösung in den Händen der Streitparteien (vgl. Proksch 1998:20).

Dagegen wird der Ablauf des Prozesses sowie Verhaltensregeln und weitere Rahmenbedingungen durch den Mediator bestimmt.

3.2 Die sieben Stufen des Mediationsprozesses

Stufe 1 (Vorphase):

Der Mediator erklärt beiden Parteien wie der Mediationsprozess vollzogen wird, welche Grundregeln da-bei einzuhalten sind und wie seine Rolle als Vermittler zu verstehen ist. Den Beteiligten muss ein klares Bild über diese Methode vermittelt werden, damit sie entscheiden können, ob sie sich darauf einlassen wollen oder nicht. Mediation muss auf freiwilliger Basis aller Beteiligten geschehen. Diese Freiwilligkeit muss also grundlegend geklärt sein, bevor der Prozess beginnen kann.

Stufe 2:

Zu Beginn des Vermittlungsprozesses muss ein sicherer Rahmen für Gespräche geschaffen werden (z.B. neutrale Räumlichkeiten). Die Beteiligten müssen sich daher zur Einhaltung der vom Mediator vorgege-benen Gesprächsregeln bereit erklären. Desweiteren können sich die Beteiligten auf weitere Regeln eini-gen.

Stufe 3:

In dieser Phase werden alle wichtigen Informationen bezüglich des Konfliktes gesammelt.

Am Ende sollen folgende Punkte geklärt sein:

- Welche Szenen haben sich zwischen den Parteien bezüglich des Konfliktes bereits abgespielt? Was ist bisher passiert?
- Wie werden diese Tatsachen aus der Sicht des jeweiligen Betroffenen wahrgenommen?
- Worin genau liegen die Unstimmigkeiten/Streitpunkte der Parteien?

Stufe 4:

Nun werden die emotionalen Aspekte des Streites genauer betrachtet. Die Gefühle beider Seiten werden herausgearbeitet und transparent gemacht. Daraus lassen sich dann Wünsche und Interessen ableiten. Um

Missverständnisse zu vermeiden, wiederholt jede Partei die Kernaussagen der Gegenseite und vergewis-sert sich somit, ob sie alles richtig verstanden hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Mediation als Mittel zur Konfliktlösung
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Sozialmanagement
Note
unbenotet
Autor
Jahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V30669
ISBN (eBook)
9783638318730
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit beschäftigt sich im besonderen mit der Anwendung der "Gewaltfreien Kommunikation" in der Mediation.
Schlagworte
Mediation, Mittel, Konfliktlösung, Sozialmanagement
Arbeit zitieren
Willfried Werner (Autor), 2004, Mediation als Mittel zur Konfliktlösung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30669

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