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Peter Singers Menschenbild und dessen Auswirkungen

Title: Peter Singers Menschenbild und dessen Auswirkungen

Term Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: André Langguth (Author)

Ethics
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Ausgehend von den stetig anhaltenden Diskussionen und Debatten über die Frage der Abtreibung von behinderten Embryonen bzw. der Euthanasie von schwerstbehinderten Menschen, möchte ich im Folgenden darlegen, wie ein vehementer Befürworter der Euthanasie argumentiert, bzw. wie er, Peter Singer, zu seinen radikalen Schlussfolgerungen gelangt und welche Folgen dies für Betroffene haben kann.
Durch meine Arbeit mit behinderten Menschen, deren Behinderungsgrad zum Teil sehr unterschiedlich ausgeprägt war, habe ich schwerst mehrfach behinderte Menschen kennen gelernt und mir des öfteren die unumgängliche Frage gestellt, ob dieses Leben wohl noch Lebenswert sei. Ich erinnere mich an dieses klein gewachsene, 12-jährige Mädchen, welches einen Wasserkopf (Hydrozephalus) hatte, der 1/3 ihrer Körpergröße einnahm. Sie ist seit der Geburt ans Bett gefesselt und keine weiteren Eigenschaften als schlafen, Essensaufnahme (Flüssignahrung) und weinen kann sie ihr Eigen nennen. Schwer zu sagen wie sie sich fühlt bzw. wie viel sie von ihrer Umwelt überhaupt wahrnimmt. Wie würde sie wohl antworten, könnte man sie fragen, ob dieses Leben für sie lebenswert sei? Wir wissen es nicht und werden es auch nie erfahren. Doch wir sollten uns darüber Gedanken machen, ob ein solches Dasein mit allen Mitteln der Technik unterstützt werden soll, oder ob man es der Natur überlassen sollte zu urteilen.
Für Peter Singer, „australischer Wissenschaftler und Cheftheoretiker der sogenannten “Neuen Euthanasie““ (vgl. Internet I) gibt es dahingehend keine Zweifel oder offene Fragen. Sein Urteil steht fest!

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person Peter Singer

3. Präferenzutilitarismus, was ist das?

3.1. Utilitarismus

3.2. Präferenzutilitarismus

4. Das Menschenbild des Peter Singer

5. Die Argumentationsfolge des Peter Singer und die daraus resultierenden

Konsequenzen für Betroffene

6. Stellungnahme der Lebenshilfe zu Peter Singer

7. Eigene Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich kritisch mit den ethischen Thesen des Philosophen Peter Singer auseinander, insbesondere mit seinem Menschenbild und der daraus abgeleiteten Forderung nach Euthanasie bei schwerstbehinderten Menschen. Ziel ist es, die philosophische Grundlage seines Präferenzutilitarismus aufzuzeigen und die weitreichenden Konsequenzen für betroffene Menschen zu hinterfragen.

  • Biografischer Hintergrund und fachliche Schwerpunkte von Peter Singer
  • Einführung in die Grundlagen des Utilitarismus und Präferenzutilitarismus
  • Analyse des Menschenbildes: Differenzierung zwischen biologischem Lebewesen und Person
  • Diskussion der Euthanasie-Argumentation und der sogenannten Kosten-Nutzen-Rechnung
  • Gegenpositionierung der Bundesvereinigung Lebenshilfe
  • Ethische Reflexion aus heilpädagogischer Sicht

Auszug aus dem Buch

Die Argumentationsfolge des Peter Singer und die daraus resultierenden Konsequenzen für Betroffene

„Jedes Mitglied der Spezies homo sapiens muß [sic] über menschliche Gene verfügen, nicht aber über die für Menschen typischen Eigenschaften.“ (vgl. Lohner, A.: 2000, S. 26) In diese Kategorie fallen für Singer unter anderem Langzeitkomapatienten, die zwar die menschlichen Gene in sich tragen, das heißt biologisch Menschen sind, aber nicht mehr über die für Menschen typischen Eigenschaften (Indikatoren) verfügen. Singer würde diesen Komapatienten den Anspruch auf Leben, wie ihn eine Person hat, entsagen. Selbiges gilt für ihn auch in Bezug auf stark behinderte Menschen, Alzheimerpatienten, Föten usw.

„Da ein Fötus sich nicht selbstbewußt [sic] als distinktes Wesen erfaßt [sic], ist er im Sinne der Definition Singers keine Person. Das aber hat für Singer zur Folge, daß [sic] er kein prinzipielles und unanfechtbares Recht auf Leben hat. „Ich schlage daher vor“, so Singer, „dem Leben eines Fötus keinen größeren Wert zuzubilligen als dem Leben eines nichtmenschlichen Lebewesens auf einer ähnlichen Stufe der Rationalität, des Selbstbewußtseins [sic], der Wahrnehmungsfähigkeit, der Sensibilität etc. Da kein Fötus eine Person ist hat kein Fötus denselben Anspruch auf Leben wie eine Person.“ Nach diesem Maßstab für Personalität ist ebenfalls das Neugeborene keine Person und hat folglich kein prinzipielles Recht auf Leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik um Euthanasie bei behinderten Menschen und Einführung in die Fragestellung zur ethischen Vertretbarkeit von Peter Singers Thesen.

2. Zur Person Peter Singer: Kurzbiografie und Vorstellung der akademischen Schwerpunkte des australischen Philosophen.

3. Präferenzutilitarismus, was ist das?: Definition und historische Herleitung des utilitaristischen Nützlichkeitsprinzips sowie Spezifizierung des Präferenzutilitarismus.

4. Das Menschenbild des Peter Singer: Untersuchung der Unterscheidung zwischen dem biologischen Lebewesen und der Person anhand spezifischer Indikatoren.

5. Die Argumentationsfolge des Peter Singer und die daraus resultierenden Konsequenzen für Betroffene: Erörterung der ethischen Konsequenzen, die sich aus Singers Forderungen für Komapatienten, Föten und behinderte Menschen ergeben.

6. Stellungnahme der Lebenshilfe zu Peter Singer: Wiedergabe der offiziellen Gegenposition der Bundesvereinigung Lebenshilfe zur Euthanasie-Diskussion.

7. Eigene Stellungnahme: Persönliche Reflektion des Autors aus der Perspektive eines angehenden Heilpädagogen zur Relevanz und den ethischen Gefahren von Singers Argumentation.

Schlüsselwörter

Peter Singer, Präferenzutilitarismus, Euthanasie, Menschenbild, Personalität, Heilpädagogik, Lebensrecht, Utilitarismus, Ethik, Behindertenpädagogik, Lebenshilfe, Moral, Kosten-Nutzen-Rechnung, Anthropologie, Bioethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethischen Thesen des Philosophen Peter Singer, insbesondere dessen Verständnis von „Personsein“ und die daraus resultierenden radikalen Forderungen zur Euthanasie bei schwerstbehinderten Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die philosophische Anthropologie, den Utilitarismus, ethische Grundsatzfragen der Bioethik sowie die heilpädagogische Sicht auf das Lebensrecht behinderter Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Singers Argumentationslogik transparent zu machen und aufzuzeigen, welche Konsequenzen sein Menschenbild für den Schutz vulnerabler Gruppen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit ethischen Grundlagentexten sowie offiziellen Stellungnahmen von Behindertenverbänden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erläutert die Theorie des Präferenzutilitarismus, differenziert Singers Menschenbild (biologisches Lebewesen vs. Person) und diskutiert die moralische Rechtfertigung von Euthanasie durch die Anwendung einer Kosten-Nutzen-Rechnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Präferenzutilitarismus, Menschenwürde, Lebensrecht, Personalität und ethische Kontroverse charakterisiert.

Warum unterscheidet Singer zwischen einem "Mensch" und einer "Person"?

Für Singer ist die biologische Spezieszugehörigkeit nicht ausreichend für einen besonderen Schutzstatus. Eine "Person" benötigt bestimmte kognitive Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und Zukunftsperspektiven, über die beispielsweise Säuglinge oder schwerstbehinderte Menschen nach seiner Auffassung nicht verfügen.

Welche Haltung nimmt die Lebenshilfe gegenüber den Thesen ein?

Die Lebenshilfe lehnt Singers Thesen strikt ab. Sie sieht im "Recht auf Leben" ein unantastbares Prinzip und wertet die Forderungen zur Tötung behinderter Menschen als menschenverachtendes Gedankengut.

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Details

Title
Peter Singers Menschenbild und dessen Auswirkungen
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Course
Philosophisch-anthropologische, ethische und erkenntnistheoretische Grundlagen
Grade
1,3
Author
André Langguth (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V30689
ISBN (eBook)
9783638318921
ISBN (Book)
9783638772051
Language
German
Tags
Peter Singers Menschenbild Auswirkungen Philosophisch-anthropologische Grundlagen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Langguth (Author), 2003, Peter Singers Menschenbild und dessen Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30689
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