Unternehmen, die eine Internationalisierung der Geschäftsprozesse erwägen, stehen im Rahmen des Marketing vor einer Abfolge von „Analyse-, Planung- und Kontrollproblemen“, welche die Tätigkeit des internationalen Marketing charakterisieren. Wohlmöglich entscheiden sich Unternehmen prinzipiell in dem Fall für eine internationale Geschäftstätigkeit, wenn diese potentielle Wettbewerbsvorteile aufweisen.
Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg zahlreicher Unternehmen sind die „internationalen Absatz- und Beschaffungsmöglichkeiten“, sowie die „internationalen Finanz- und Produktionsalternativen“. Die Internationalisierung erzielt mit ansteigenden Exportraten und alternativen Auslandsaktivitäten ebenfalls eine zunehmende Bedeutung für bislang ausschließlich national engagierte Unternehmen.
Anlass für die internationale Handelsbeziehungen bzw. Eintritte in neue Märkte stellen insbesondere das Marktwachstumsstreben (In- und Ausland), anwachsende Marktsättigung im Binnenmarkt (Inland), Marktattraktivität sowie die Gewinn- und Chancenpotenzial im Ausland. Diese zukünftigen Erwartungshaltungen sind bei der Entscheidung von hoher Relevanz. Allerdings sind bei Eintritten von bislang noch nicht vertretenen Märkten zugleich diverse Unsicherheiten und Hindernisse erkenntlich. Der Unternehmenserfolg bzw. Umsatz ist überwiegend von den wirtschaftlichen, politischen sowie auch dem sozialen Wachstum in anderen Ländern angewiesen. Besonders abhängig sind diese von den Entwicklungen in den entscheidenden Beschaffungs- und Absatzmärkten. Speziell sind Einzelhandelsunternehmen in der ganzen Welt mit den Bereichen der Beschaffung und dem Absatz vertraut.
Den Ausgangspunkt in der Phase der „strategischen Planung der Internationalisierung“ bildet zunächst die „Entwicklung des strategischen Geschäftsfelds“. Darauf aufbauend werden die „Marktselektions- bzw. Marktsegmentierungsstrategien“ durchgeführt, um geeignete Zielmärkte zu analysieren und zu bestimmen. In dieser Arbeit wurde der Zielmarkt Türkei ausgewählt, welches zu den Schwellenländern bzw. Emerging Markets gehört. Somit konzentriert sich die vorliegende Arbeit im Internationalisierungsprozess auf die sog. „Markteintrittsstrategie“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen: Internationalisierungsstrategie
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Entwicklung
2.3 Theorieansätze zur Erklärung für die Wahl von Markteintrittsformen
2.3.1 Uppsala-Modell
2.3.2 Transaktionskostentheorie
2.3.3 Eklektisches Paradigma
2.4 Markteintrittsformen
2.4.1 Filialisierung
2.4.2 Akquisition
2.4.3 Joint Venture
2.4.4 Franchising
2.5 Timing des Markteintritts
3 Zielmarkt : Türkei
3.1 Kurzer Überblick über die wirtschaftliche Lage
3.2 Wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland
3.3 Marktattraktivität
4 Analysen der Markteintritte ausgewählter deutscher Handelsketten in der Türkei
4.1 Schuhhandel - Deichmann
4.2 Drogeriehandel - Rossmann
4.3 Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen - Tchibo
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Internationalisierungsstrategien ausgewählter deutscher Handelsunternehmen beim Markteintritt in die Türkei, um zu analysieren, welche Markteintrittsformen und Zeitpunkte gewählt wurden und inwiefern diese mit theoretischen Erklärungsansätzen korrelieren.
- Analyse theoretischer Grundlagen der internationalen Markteintrittsstrategien
- Untersuchung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Marktattraktivität der Türkei
- Vergleich der Markteintrittsformen wie Filialisierung, Akquisition und Joint Venture
- Analyse der Markteintritte der Unternehmen Deichmann, Rossmann und Tchibo als Praxisbeispiele
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Uppsala-Modell
Das Uppsala-Modell, auch als Lerntheorie bezeichnet, gehört zu den verhaltensorientierten Erklärungsansätzen. In diesem Ansatz werden die Entscheidungen über Auslandsmarktbearbeitungen von einzelnen Personen, wie z. B. Managern oder Kapitelgebern getroffen.
In der Anlehnung an die Theorien von Cyert/March (1963), Aharoni (1966) und Penrose (1966) entwickelten JOHANSON und VAHLNE (1977) das Uppsala Modell an der schwedischen Universität von Uppsala. Das Modell bezieht sich auf die Ausdehnung der Internationalisierungsaktivitäten von Unternehmen und wie sie diese schrittweise durchzulaufen haben. Der Hauptgedanke ist dabei stufenweise Erfahrungen und Kenntnisse über Auslandsmärkte zu erwerben. Denn eine der wichtigsten Hindernisse bei der Entwicklung der Internationalisierung sei die fehlende Marktkenntnis.
Im Folgenden werden die zwei grundlegenden „Internationalisierungsmuster“ des Uppsala-Modells dargelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Internationalisierung für Handelsunternehmen und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Internationalisierungsstrategie: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Internationalisierung erörtert und bedeutende theoretische Ansätze zur Markteintrittsformwahl, wie das Uppsala-Modell, die Transaktionskostentheorie und das eklektische Paradigma, detailliert vorgestellt.
3 Zielmarkt : Türkei: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Türkei, ihre bilateralen Beziehungen zu Deutschland und bewertet die Attraktivität des türkischen Marktes für Investoren.
4 Analysen der Markteintritte ausgewählter deutscher Handelsketten in der Türkei: Hier erfolgt eine praktische Untersuchung der Internationalisierungsstrategien von Deichmann, Rossmann und Tchibo, wobei deren tatsächliche Markteintritte den theoretischen Modellen gegenübergestellt werden.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung deutscher Handelsunternehmen auf dem türkischen Markt.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Markteintrittsstrategie, Handelsunternehmen, Türkei, Filialisierung, Transaktionskostentheorie, Uppsala-Modell, Direktinvestition, Joint Venture, Markteintrittsformen, Deichmann, Rossmann, Tchibo, Wirtschaftsbeziehungen, Marktattraktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien, mit denen deutsche Handelsketten in den türkischen Markt eingetreten sind und welche Faktoren diese Entscheidungen beeinflusst haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsansätzen für den Markteintritt, der wirtschaftlichen Analyse des Zielmarktes Türkei und der Untersuchung spezifischer Fallbeispiele aus dem Einzelhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die gewählten Internationalisierungsstrategien der Unternehmen zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese mit wissenschaftlichen Modellen, wie der Transaktionskostentheorie oder dem Uppsala-Modell, übereinstimmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche zu den theoretischen Ansätzen und einer detaillierten Analyse von Fallbeispielen bekannter deutscher Handelsketten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Kapitel 2), die Analyse des türkischen Marktes (Kapitel 3) und die konkrete Untersuchung der Markteintritte von Deichmann, Rossmann und Tchibo (Kapitel 4).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Internationalisierungsstrategie, Türkei, Markteintrittsformen, Direktinvestitionen, Filialisierung und die spezifischen Handelsunternehmen Deichmann, Rossmann und Tchibo.
Warum spielt das "Timing" eine wichtige Rolle für den Markteintritt?
Der Zeitpunkt des Markteintritts ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, da er zwischen der Pionierrolle, die First-Mover-Vorteile sichern kann, und der Folgerstrategie, die aus Fehlern der Pioniere lernen kann, unterscheidet.
Welche Rolle spielt die Türkei als Investitionsstandort für deutsche Firmen?
Die Türkei wird durch ihr stabiles Wachstum, ihre junge und konsumfreudige Bevölkerung sowie ihre geografische Lage als ein attraktiver Wachstumsmarkt mit hohem Potenzial bewertet.
Warum haben sich die untersuchten Unternehmen oft für die Filialisierung entschieden?
Die Filialisierung bietet dem Unternehmen das höchste Kontroll- und Einflusspotenzial über die eigenen Geschäftsprozesse, was trotz hoher Investitionskosten für viele Handelsketten vorteilhaft ist.
- Quote paper
- Figen Piri (Author), 2015, Markteintritt von Handelsunternehmen. Analyse der Internationalisierungsstrategien deutscher Handelsketten im türkischen Markt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307443