Prüfungsangst in der Schule. Pädagogische Unterstützung durch Lehrpersonen


Ausarbeitung, 2013

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Was ist Angst

Wie entsteht Prüfungsangst
Misserfolgsbefürchtungen
Einstellung zur Prüfung

Symptome und Folgen der Prüfungsangst
Symptome
Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit

Was tun gegen Prüfungsangst
Schaffung spezieller Lernbedingungen
Pädagogische Unterstützungsansätze

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Angst ist eine Empfindung, welche jeder Mensch kennt. Ob es die Angst vor Spinnen, die Angst vor der Dunkelheit oder die Angst um den Arbeitsplatz ist, immer wieder begegnet sie uns in unserem Alltag. Nicht anders ist es damit in der Schule. Schüler fürchten sich vor ihren Mitschülern, ihren Lehrern und insbesondere vor schriftlichen oder mündlichen Prüfungen und den mit ihnen verbundenen Noten. Im Allgemeinen erleichtert Angst „durch Bereitstellung von Energie, Situationen zu bewältigen, in denen man sich nicht oder noch nicht sicher fühlt – sei es wegen drohender Gefahren oder weil es an den erforderlichen Kompetenzen mangelt“(Litzcke 2003, S. 2). Doch gelingt dies nicht immer, sodass einen die Angst, dem Sprichwort folgend, regelrecht lähmen kann – körperlich, aber auch geistig. Gerade im Zusammenhang mit Prüfungen verhindert die sogenannte Prüfungsangst, dass der Prüfling sein gesamtes Potenzial abrufen kann und bringt ihn somit um den Lohn für seine Mühen. „Menschen mit Prüfungsangst verkaufen sich unter Wert"(Litzcke 2003, S. 1).

Da die Prüfungen im Schulalltag eine gewichtige Rolle einnehmen und in Form von Zensuren den Grundstein für die weiteren Laufbahnen von Schülerinnen und Schülern bilden, stellt die Prüfungsangst ein großes Problem dar. Ein schlichtes Entfallen lassen der Prüfungen, um so deren Druck und der Prüfungsangst zu entgehen wäre jedoch voreilig, denn „Prüfungen dienen der Sicherung des Leistungsprinzips, und wer Prüfungen abschaffen will, muss sich fragen lassen, was er an ihre Stelle zu setzen beabsichtigt"(Litzcke 2003, S. 1). Dieser Ansatz wurde schon häufig in Angriff genommen, sodass einige Alternativen zur vorherrschenden Form der Prüfung ausgearbeitet werden konnten. Doch blieb die Prüfung bis jetzt unerlässlich, um, wie Litzcke schon formulierte, das Leistungsprinzip, welches uns aus den Standeszwängen erlöste und einen der Grundpfeiler unserer Gesellschaft bildet, zu gewährleisten.

Deshalb soll in dieser Arbeit der Fokus auf der Prüfungsangst selbst und dem Umgang mit ihr durch Lehrpersonen liegen. Wie können Lehrpersonen ihren Schülerinnen und Schülern helfen der Prüfungsangst zu begegnen und diese durch ihr eigenes Verhalten vorbeugen? Was sind die Symptome, anhand derer eine Lehrperson eine vorliegende Prüfungsangst erkennen kann?

Dabei muss allerdings eines stets bedacht werden: „Angst ist ein Signal- und Hinweisreiz, absolute Angstfreiheit kann daher kein Ziel sein.“(Litzcke 2003, S. 2)

Was ist Angst

Um diese Fragen beantworten zu können, muss zunächst jedoch der Begriff der Angst spezifiziert werden. Denn Angst ist zwar jedem Menschen bekannt und es wird auch oft darüber gesprochen, doch bleiben die Ausführungen im Alltag schwammig und unpräzise.

Die im Moment verspürte Angst in einer bestimmten Situation kann man nach Litzcke von einer sogenannten Angstbereitschaft unterscheiden, welche jeder Mensch besitzt(vgl. Litzcke 2003). Diese Angstbereitschaft ist nach Litzcke „als Art und Weise zu verstehen, wie ein Mensch auf neue, unbekannte Reize reagiert“(Litzcke 2003, S. 2). Solche Reaktionen können zwischen Alarmreaktionen wie der umgangssprachlich gemeinten Angst einerseits und einem unter Umständen „sogar lustvolle[n] Untersuchen des neuen Reizes"(Litzcke 2003, S. 2)liegen und sich unterschiedlichst gestalten. Als Eigenschaft ist die Angstbereitschaft einer Person allerdings nicht als konstant zu betrachten, sondern hängt von einigen Umwelteinflüssen ab. So kann sich die Angstbereitschaft einer Person zum Beispiel durch traumatische Erlebnisse bedeutend verändern. Aber auch der Umgang von wichtigen Bezugspersonen mit eigenen und fremden Ängsten können die Angstbereitschaft einer Person, gerade im Kindesalter, entscheidend beeinflussen(vgl. Litzcke 2003). So prägen Gelassenheit oder Unsicherheit der Bezugspersonen im Umgang mit neuem das spätere Verhalten des Kindes stark(vgl. Litzcke 2003). „Neben dispositionellen Faktoren können Konditionierungsprozesse und Traumatisierungen für pathologisches Angstgeschehen verantwortlich sein“(Jeck 2003, S. 392).

Angst als momentan verspürte Empfindung erleben wir als Stress, „da Angst ein Auseinanderklaffen von innerlichen oder äußeren Reizen einerseits und der Bewältigungsfähigkeit darstellt(Litzcke 2003, S. 2-3). Deshalb und zur besseren Trennung von dem Alltagsbegriff der Angst wird im Folgenden auf die Stressreaktionen eingegangen.

Unter Stress ist eine Reaktion auf sogenannte Stressoren zu verstehen, also „die Aktivierungsreaktion des Organismus auf Anforderungen und Bedrohungen“(Litzcke 2003, S. 4). Stressoren stellen dabei „alle Situationen, die als bedrohlich oder überfordernd erlebt werden"(Litzcke 2003, S. 4)dar, welche durch die Interaktion mit der Umwelt entstehen können. Der empfundene Stress ist dabei nicht unbedingt negativ zu sehen. „Jede körperliche und geistige Anstrengung benötigt ein Mindestmaß an (Stress)Energie“(Litzcke 2003, S. 6). Somit sind „Spitzenleistungen […] ohne kontrollierten Stress nicht möglich“(Litzcke 2003, S. 6).

Für den Schulkontext heißt das, dass Prüfungen stets ein gewisses Stresspotenzial aufweisen müssen, damit Schülerinnen und Schüler beste Leistungen erbringen können, denn die „richtige Stressdosis spornt an“(Litzcke 2003, S. 6). Doch muss darauf geachtet werden, dass dieses Stresspotenzial nicht zu hoch ist, da „das Übermaß schädigt und [..] zu Erkrankungen"(Litzcke 2003, S. 6)führen kann. Ideal wäre also ein für jeden Schüler im mittleren Bereich liegendes Stresspotenzial(vgl. Litzcke 2003). Doch ist dies sehr diffizil zu gestalten, da die subjektive Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler bezüglich der Stressdosis und der Bewältigungschancen darüber entscheidet, ob der empfundene „Stress negativ oder positiv wirkt“(Litzcke 2003, S. 5).

Wird der Stress als negativ empfunden äußert er sich schlussendlich in verschiedenen Ängsten. Es lassen sich "Existenzängste (körperliche Unversehrtheit als Bedürfnis) von Bewertungsängsten (Selbstwerterhaltung als Bedürfnis)" unterscheiden(Jeck 2003, S. 392). Allerdings sind beide als grundlegende Bedürfnisse des Menschen anzusehen.

Im schulischen Kontext treten jedoch in der Regel Bewertungsängste bedeutend öfter auf(Jeck 2003, S. 392). Es lassen sich zwei Grundtypen von Bewertungsängsten in diesem Zusammenhang feststellen: Leistungsangst und soziale Angst(Jeck 2003, S. 392).

Die soziale Angst äußert sich beispielsweise in „Verlegenheit, Scham, Publikumsangst und Schüchternheit“(Jeck 2003, S. 392). Diese „Angst vor Machtverlust, sozialer Zurückweisung oder Nichtanerkennung kann gegenüber der Klasse, vor Mitschülern oder Lehrern auftreten“(Jeck 2003, S. 392).

Dagegen äußert sich die Leistungsangst in „Prüfungsängstlichkeit, Besorgnis und Aufgeregtheit vor Leistungssituationen“(Jeck 2003, S. 392). Charakteristisch hierfür ist die „Angst vor Versagen oder davor, Fehler zu machen“(Jeck 2003, S. 392), welche in mündlichen oder schriftlichen Prüfungssituationen auftreten kann. Personen mit erhöhter Angstbereitschaft leiden insbesondere unter solchen Bewertungsängsten in Leistungssituationen verstärkt(Jeck 2003, S. 392).

[...]

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Details

Titel
Prüfungsangst in der Schule. Pädagogische Unterstützung durch Lehrpersonen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V307886
ISBN (eBook)
9783668060562
ISBN (Buch)
9783668060579
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulangst, Prüfungsangst, Angstprävention
Arbeit zitieren
Sebastian Sutor (Autor), 2013, Prüfungsangst in der Schule. Pädagogische Unterstützung durch Lehrpersonen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307886

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