Diese Arbeit will mit einer Fallstudie über den Nigerianischen Bürgerkrieg (1966-1970) einen Beitrag zum Konzept der "neuen Kriege" leisten.
Immer mehr stehen reguläre Armeen vor der Herausforderung, Strategien gegen irreguläre Streitkräfte zu entwickeln, um die Kriegsführung gegen Guerilla-Kämpfer, Partisanen oder Terroristen erfolgreich zu gestalten – so lautet zumindest eine These des Konzeptes der „neuen Kriege“, das zur Jahrtausendwende endgültigen Einzug in die wissenschaftliche Debatte erhielt. Im gleichen Zeitraum haben beispielweise Deutschland oder die USA zahlreiche sicherheitspolitische Umstrukturierungen vorgenommen, wobei insbesondere die Problematik der asymmetrischen Kriege bei diesen Überlegungen eine übergeordnete Rolle einnahm.
Der Nigerianische Bürgerkrieg ist bisher trotz zahlreicher Publikationen im Zusammenhang mit den „neuen“ Thesen kaum erforscht. Daher erfolgte eine offene Auswahl, welche die Thesen von vornherein weder komplett bestätigte noch widerlegte. Auf den zahlreichen Pro- und Contra-Argumenten für bzw. gegen die Bezeichnung „neue Kriege“ liegt dabei nicht das Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit, wenngleich an prägnanten Stellen auf bestehende Kontroversen kurz eingegangen wird.
Vielmehr erscheint es zunächst aufgrund der breiten wissenschaftlichen Diskussion, in der viele neue Aspekte hinzugekommen und viele alte in Vergessenheit geraten sind, notwendig in einem ersten Schritt die ursprünglichen Kennzeichen zu erarbeiten, um eine Operationalisierung der „neuen“ Thesen zu ermöglichen. Daher werden die zentralen Werke von KALDOR (2000) und MÜNKLER (2002) dekonstruiert und auf der nächsten Stufe konzeptualisiert, um im abschließenden Kapitel eine fundierte historische Analyse anhand des Fallbeispiels zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kaldors und Münklers zentrale Thesen
- Konzeptualisierung der Thesen von Kaldor und Münkler
- Fallstudie am Beispiel des Nigerianischen Bürgerkrieges
- Entstaatlichung und Privatisierung der Gewaltakteure
- Asymmetrische Kriegsführung
- Enthemmung der Gewalt
- Kommerzialisierung und ökonomische Gewaltmotive
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Konzept der „neuen Kriege“ anhand des Fallbeispiels des Nigerianischen Bürgerkrieges (1966-1970). Sie setzt sich zum Ziel, die Thesen von Mary Kaldor und Herfried Münkler, zwei zentralen Vertretern des Konzepts, zu analysieren und auf ihre Anwendbarkeit in diesem konkreten Konflikt zu überprüfen.
- Entstaatlichung und Privatisierung der Gewalt
- Asymmetrische Kriegsführung
- Enthemmung der Gewalt
- Kommerzialisierung und ökonomische Gewaltmotive
- Die Rolle des Nigerianischen Bürgerkrieges im Kontext der „neuen Kriege“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Konzept der „neuen Kriege“ ein und skizziert die zentrale These der Entstaatlichung der Gewalt. Kapitel 2 beleuchtet die zentralen Thesen von Kaldor und Münkler, die eine Abgrenzung von früheren Kriegskonzeptionen anstreben. Kapitel 3 konzeptualisiert die Thesen von Kaldor und Münkler und bereitet sie für die anschließende Fallstudie vor. Kapitel 4 widmet sich der Fallstudie des Nigerianischen Bürgerkrieges, wobei die Entstaatlichung und Privatisierung der Gewaltakteure, asymmetrische Kriegsführung, Enthemmung der Gewalt sowie Kommerzialisierung und ökonomische Gewaltmotive analysiert werden.
Schlüsselwörter
„Neue Kriege“, Entstaatlichung, Privatisierung der Gewalt, Asymmetrische Kriegsführung, Enthemmung der Gewalt, Kommerzialisierung, Ökonomische Gewaltmotive, Nigerianischer Bürgerkrieg, Fallstudie, Mary Kaldor, Herfried Münkler.
- Arbeit zitieren
- Christian Wölfelschneider (Autor:in), 2013, Das Konzept der neuen Kriege. Eine kritische Betrachtung des nigerianischen Bürgerkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308577