3D-Druck-Konzepte in der Buchbranche. Zukunftschancen einer innovativen Technologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
19 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 3D-Druck

3 Geschäftsmodell- und Geschäftsprozess

4 3D-Kunstbücher
4.1 Beschreibung
4.2 Konzept

5 Taktile Bilderbücher
5.1 Beschreibung
5.2 Konzept

6 Deluxe-Editionen
6.1 Beschreibung
6.2 Konzept

7 Schluss

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450, ist Johan- nes Gutenberg in der Tat ein Meilenstein bezüglich Reproduktionstechniken ge- lungen. Nur mit Hilfe der schnellen Vervielfältigung, hat sich das Medium Buch derart verbreiten, und der Welt seinen bedeutenden Stempel aufdrucken können. Für die langsame, aber dennoch stetige Alphabetisierung der Bevölkerung, und die Entstehung der Massenmedien (allen voran der Zeitung) beispielsweise, ist zweifelsohne der Buchdruck verantwortlich gewesen. Ohne diese bahnbrechende Erfindung hätte die Geschichte mit Sicherheit einen anderen Verlauf genommen, da das Buch bis in die Neuzeit hinein als Kommunikationskanal für die Verbrei- tung diverser Ideologien fungiert hat (z. B. das Manifest der Kommunistischen Partei als Standardwerk für den Kommunismus). Viele können sich zunächst nicht viel unter 3D-Druck vorstellen, aber eben dieser knüpft letzten Endes direkt an den Grundgedanken der raschen Reproduktion des Buchdrucks an, weshalb der Begriff des „Drucks“ hierbei lediglich analog verwendet wird. Doch welche sinn- vollen 3D-Druck-Konzepte könnte es für den Buchmarkt geben, wenn es sich doch gar nicht um eine neue Form klassischer Drucktechnik handelt?

Der Beantwortung dieser Frage wird unter anderem dadurch nachgegangen, in- dem wissenschaftliche Literatur aus den Bereichen Maschinenbau und Wirtschaft herangezogen wurde - so z. B. Integriertes Gesch ä ftsmodell: Anwendung des St. Galler Management-Konzepts im Gesch ä ftsmodellkontext. Es werden hauptsäch- lich verschiedene 3D-Druck-Konzepte für den Buchmarkt, bezogen auf ihre Ge- schäftsmodelle- und -prozesse untersucht. Hierzu wurden sowohl bereits beste- hende, als auch neue Konzepte aufgegriffen, die einen ästhetischen Zweck erfül- len, oder einen praktischen Nutzen aufweisen können. Das Thema für diese Haus- arbeit wurde gewählt, weil es durch seine Aktualität den Zahn der Zeit trifft und unterschiedliche Disziplinen kombiniert - qua buchwissenschaftliche, wirtschaft- liche und technische Aspekte. Des Weiteren besteht ein großes Interesse daran, die Zukunftschancen des 3D-Drucks für die Buchbranche zu analysieren, was zu- gleich das übergeordnete Ziel dieser Arbeit ist. Im Folgenden wird aber erst ein- mal definiert, was es mit den Begriffen „3D-Druck“, „Geschäftsmodell“ und „Ge- schäftsprozess“ auf sich hat.

2 3D-Druck

Bei 3D-Druck handelt es sich um ein generatives Fertigungsverfahren von Charles W. Hull, das seinen Ursprung bereits in den frühen 1980er Jahren hat (vgl. Horsch, Florian: 3D-Druck für alle: Der Do-it-yourself-Guide, München 2013, S. 30). Weitere gebräuchliche Termini für den 3D-Druck sind Rapid Prototyping (oder Manufacturing) und Additive Fertigung (vgl. Fastermann, Petra: 3D-Dru- cken: Wie die generative Fertigungstechnik funktioniert, Berlin/Heidelberg 2014,

S. 11), wobei die faktische Gleichsetzung mit Rapid Prototyping bis heute umstrit- ten ist - beispielsweise hinsichtlich der Höhe der Kosten, Größe der Maschinen, Usability etc. (vgl. Fastermann 2014, S. 23 f). Dies soll hier jedoch nicht disku- tiert werden, weshalb im weiteren Verlauf schlicht der geläufige Begriff „3D- Druck“ verwendet wird. Mit dieser neuartigen Produktionstechnik lassen sich schnell und kostengünstig Modelle, Muster, Prototypen, Werkzeuge und Endpro- dukte herstellen. Ein wasserdichtes 3D-CAD-Volumenmodell, wie in Abbildung 1-1 dargestellt, dient hierbei als Grundlage für die spätere „Druckform“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispiel f ü r ein 3D-CAD-Volumenmodell, Quelle: Fastermann, Petra: 3D-Druck/Rapid Prototyping: Eine Zukunftstechnologie - kompakt erkl ä rt, Berlin/Heidelberg 2012, S. 5.

Nun wird schnell klar, dass 3D-Druck mit konventionellen Druckverfahren nicht mehr viel gemeinsam hat, selbst wenn man hier die Analogie zur klassischen Druckform herstellt. Das Modell wird nach seiner Erstellung zunächst als ein Dreiecksflächennetz in das gängige STL-Format exportiert. Eine Reparatursoft- ware überprüft die Datei danach auf Fehler, da ansonsten nicht gedruckt werden kann - beispielsweise ist eine Vertauschung von Maßangaben wie Zoll und Milli- meter, oder der Innen- und Außenseiten des Modells durch mangelhafte CAD- Software möglich. Hiermit ist die Druckvorbereitung abgeschlossen und es kann mit dem eigentlichen Druckvorgang begonnen werden, indem die STL-Datei vom 3D-Drucker eingelesen wird. Das verwendete Material für den Druck ist grund- sätzlich frei wählbar (z. B. flüssiger Kunststoff), allerdings hängt dies von der Art des 3D-Druckers selbst ab. In jedem Fall wird das Modell durch den Drucker in einzelne Schichten zerlegt, die anschließend nach und nach „ausgedruckt“ wer- den. Dieser druckt nicht nur das Modell selbst aus, sondern auch etwaiges Stütz- material, welches der Stabilisierung dient - es kann nach dem Druckvorgang pro- blemlos entfernt werden (vgl. Fastermann 2014, S. 11-19).

So wie es bei allen digitalen Gütern üblich ist, stellt sich auch bei 3D-CAD- Modellen die dringende Frage nach dem Urheberrecht. Fastermann (2014, S.89) zieht hier, durch die Verwendung des Begriffs „Napsterisierung“, folgerichtig den Vergleich mit der Musikindustrie, wo spätestens seit der Etablierung des MP3- Formats, Daten schnell und einfach von Produktpiraten rücksichtslos hin- und herkopiert werden - ein anderes Beispiel dazu wäre die Computerspielindustrie. Normalerweise benötigt man zur Vervielfältigung von künstlerischen Werken die Erlaubnis des Künstlers. Nichtsdestotrotz ist das Nachahmen eines bereits existie- renden 3D-Modells zulässig, weil der Gesetzgeber dies als ein neues ansieht. Be- sonders Unternehmen arbeiten deshalb schon jetzt an Lösungen für die Zukunft, so sollen z. B. Code- oder Streaming-Systeme das Problem der Produktpiraterie beseitigen (vgl. Fastermann 2014, S. 89-92).

[...]

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Details

Titel
3D-Druck-Konzepte in der Buchbranche. Zukunftschancen einer innovativen Technologie
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Buchwissenschaft)
Veranstaltung
E-Publishing - Publishing Innovation in a Digital World
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V309252
ISBN (eBook)
9783668075016
ISBN (Buch)
9783668075023
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Quellenbelege im Text
Schlagworte
buchbranche, zukunftschancen, technologie
Arbeit zitieren
David Kraus (Autor), 2015, 3D-Druck-Konzepte in der Buchbranche. Zukunftschancen einer innovativen Technologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309252

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