In dieser Ausarbeitung geht es um die Theorie und Geschichte des gegliederten Schulwesens in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Restaurationsperiode nach dem Zweiten Weltkrieg sowie um die Schulbildung in der SBZ/DDR.
Es wird der Frage nachgegangen, ob es nach dem Zweiten Weltkrieg die Möglichkeit für einen schul- und bildungspolitischen Neubeginn gab, wer in welcher Form an Entscheidungen beteiligt war und welche Positionen repräsentiert wurden (vgl. Wilhelmi, 1979, S.21).
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Der Begriff Reformpädagogik
3 Die Restauration des Schulwesens in der Bundesrepublik von 1945 bis 1965
4 SBZ/ DDR: Schule zwischen sozialer Öffnung und ideologischer Steuerung 1948/49 - 1959
5 Kritik an dem Bildungssystem
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theorie und Geschichte des gegliederten Schulwesens in Deutschland nach 1945, wobei ein besonderer Fokus auf die Restaurationsphase in der Bundesrepublik und die parallele Entwicklung der Schulbildung in der SBZ/DDR gelegt wird. Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern nach dem Zweiten Weltkrieg ein echter bildungspolitischer Neubeginn möglich war und welche Akteure sowie politischen Kräfte diesen Prozess maßgeblich beeinflussten.
- Analyse der Restaurationsperiode des deutschen Schulwesens nach 1945.
- Vergleich der bildungspolitischen Entwicklungen in den Besatzungszonen und der späteren Bundesrepublik.
- Untersuchung des Schulsystems in der SBZ/DDR unter dem Einfluss der SMAD und SED.
- Bewertung des Konzepts der "Einheitsschule" als bildungspolitischer Kampfbegriff und Realität.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem dreigliedrigen Schulsystem und aktuellen Reformmodellen.
Auszug aus dem Buch
1 Einführung
In dieser Ausarbeitung geht es um die Theorie und Geschichte des gegliederten Schulwesens in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Restaurationsperiode nach dem zweiten Weltkrieg sowie um die Schulbildung in der SBZ/DDR. Es wird der Frage nachgegangen, ob es nach dem zweiten Weltkrieg 1945 die Möglichkeit für einen schul- und bildungspolitischen Neubeginn gab, wer in welcher Form an Entscheidungen integriert war und welche Positionen repräsentiert wurden (vgl. Wilhelmi, 1979, S.21).
Warum beschäftigen wir uns heute mit der Zeit der Besatzungsherrschaft und den dort getroffenen schulpolitischen Entscheidungen? Es gibt drei nennenswerte Gründe dafür: Zum einen ist heute wie damals im schulpolitischem Zusammenhang die strittige Anordnung der Ruf nach der Gesamtschule. Häufige Vorschriften in den Länderverfassungen schreiben das dreigliedrige Schulwesen fest. Wenn man heute eine Neuordnung ausrichten will, so findet man die Kräfte und Argumente, die nach 1945 wirkten.
Außerdem wurde nach 1945 versucht ein Einheitsschulsystem zu errichten, weshalb man heute wissen sollte welche Kräfte und Meinungen die Reformen nach 1945 nicht gestatteten, sodass man beurteilen kann, mit welchen reformbedeutenden Kräften man heute Vertraut sein muss. Zum anderen wurde nach 1945 in der damaligen sowjetisch besetzten Zone binnen kurzem ein Einheitsschulsystem durchgesetzt, was mittlerweile die Einheits- oder Gesamtschule mit der Vorstellung der "sozialistischen Gleichmacherei" aufweist (vgl. Lange-Quassowski, 1979, S.71).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung umreißt die historische Fragestellung nach den Möglichkeiten eines bildungspolitischen Neubeginns nach 1945 und begründet die Relevanz der historischen Untersuchung für aktuelle bildungspolitische Debatten.
2 Der Begriff Reformpädagogik: Dieses Kapitel definiert den Ursprung und die zentralen Anliegen der Reformpädagogik, insbesondere die Zentrierung des Kindes und die Abkehr von autoritären Schulstrukturen.
3 Die Restauration des Schulwesens in der Bundesrepublik von 1945 bis 1965: Hier wird der Prozess der Wiederherstellung des traditionellen, dreigliedrigen Schulsystems in den Westzonen beschrieben, der trotz verschiedener Reforminitiativen der Besatzungsmächte erfolgte.
4 SBZ/ DDR: Schule zwischen sozialer Öffnung und ideologischer Steuerung 1948/49 - 1959: Das Kapitel beleuchtet den Aufbau des Einheitsschulsystems in der sowjetischen Besatzungszone und die zunehmende ideologische Ausrichtung der Bildung unter der SED.
5 Kritik an dem Bildungssystem: Der abschließende Teil fasst die Kritik am selektiven deutschen Schulwesen zusammen und diskutiert Lösungsansätze wie die Gemeinschaftsschule oder die Verlängerung der Grundschulzeit.
Schlüsselwörter
Bildungspolitik, Schulwesen, Reformpädagogik, Restauration, SBZ, DDR, Einheitsschule, Dreigliedrigkeit, Entnazifizierung, Allierte Besatzungsmächte, Demokratisierung, Gesamtschule, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, Ideologische Steuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des deutschen Schulwesens in der Nachkriegszeit, insbesondere mit dem Spannungsfeld zwischen Reformbemühungen und der Rückkehr zu traditionellen Strukturen in Ost und West.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Theorie der Reformpädagogik, die bildungspolitischen Entscheidungen der alliierten Besatzungsmächte, den Aufbau sozialistischer Bildung in der SBZ/DDR und die aktuelle Kritik am gegliederten Schulsystem.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, warum nach 1945 ein potenzieller bildungspolitischer Neubeginn scheiterte und stattdessen eine Restauration des überkommenen Schulwesens in Deutschland stattfand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine bildungshistorische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und historischer Dokumente basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Schulsysteme nach dem Zweiten Weltkrieg, die Rolle der Besatzungsmächte, die Einführung der Einheitsschule in der DDR sowie die Kritik an Selektivität und sozialer Herkunft im heutigen Schulwesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Bildungspolitik, Restauration, Einheitsschule, Dreigliedrigkeit, Entnazifizierung und Schulentwicklung.
Warum wurde in der SBZ/DDR ein Einheitsschulsystem forciert?
Dies diente einerseits der Entnazifizierung und Umstrukturierung der Gesellschaft, andererseits der ideologischen Festigung und Ausbildung im Sinne des Marxismus-Leninismus.
Welche Rolle spielte das Potsdamer Abkommen für die Schulreform?
Das Abkommen forderte die Entfernung nazistischer und militaristischer Lehren, ließ jedoch bei der konkreten Umsetzung und den pädagogischen Konzepten viel Spielraum für die unterschiedlichen Vorstellungen der Besatzungsmächte.
Wie begründet die Arbeit das Scheitern von Reformansätzen nach 1945 in Westdeutschland?
Das Scheitern wird auf die Stabilisierung traditioneller Schulformen, die Zersplitterung der Reformkräfte und ideologische Vorbehalte gegenüber sozialistischen oder als "gleichmacherisch" empfundenen Ansätzen zurückgeführt.
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- Anonym (Author), 2015, Das deutsche Schulsystem zwischen Restauration, sozialer Öffnung und ideologischer Steuerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309855