Das besondere Augenmerk liegt bei dieser Arbeit auf der Personalpolitik der Firma Krupp, sowie dem Verhältnis von Krupp zum Nationalsozialismus. Es soll analysiert werden mit welcher Absicht und in welchem Ausmaß dort Arbeitskräfte zwangsverpflichtet wurden und wie die Unternehmensführung zu den rassistischen Ideologien dieser Zeit stand.
Am Anfang der Arbeit wird eine kurze Übersicht darüber gegeben, wie die Wirtschaft in der NS-Zeit funktionierte, welche Pläne die NSDAP für die Zukunft und welche Auswirkungen dies auf die Landwirtschaft, die Industrie und auf die Wirtschaftslage mit dem Ausland hatte. Im dritten Kapitel wird versucht zu ergründen, was man allgemein unter der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus versteht. Der Hauptteil beschäftigt sich speziell mit dem Werdegang und dem Verhalten von Krupp auf die gegebenen Rahmenbedingungen in der NS-Zeit. War Zwangsarbeit nun eine traurige Begleiterscheinung des Nationalsozialismus, wodurch es für Krupp keine andere Möglichkeit gab die Produktion aufrecht zu erhalten, oder war es doch ein rentabler Weg die Produktivität unter günstigen Faktorkosten effizienter zu gestalten? Das Fazit soll diese Frage noch einmal aufgreifen, soweit möglich beantworten und so das Thema abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Wirtschaft in der NS-Zeit
3. Ziele und Vorstellungen der NSDAP
4. Die Firma Krupp
5. Die Haltung der Firma Krupp zur NSDAP
6. Rahmenbedingungen der unfreiwilligen Arbeiterschaft
7. Zwangsarbeit bei Krupp
8. Folgen für die Opfer und Täter während/ nach der NS-Zeit
9. Schlussbetrachtung
10. Quellennachweis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Personalpolitik und die geschäftliche Verflechtung der Firma Krupp mit dem Nationalsozialismus, mit besonderem Fokus auf den Einsatz von Zwangsarbeitern sowie die Rolle des Unternehmens als Nutznießer der rassistischen Ideologie des Regimes.
- Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der NS-Zeit
- Ideologische Ziele und Machtkonsolidierung der NSDAP
- Unternehmenshistorie und Anpassungsstrategien der Firma Krupp
- Systematik und Bedingungen der Zwangsarbeit
- Juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung nach 1945
Auszug aus dem Buch
7. Zwangsarbeit bei Krupp
Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte Krupp, wie auch alle anderen großen deutschen Unternehmen, Zwangsarbeiter. Aufgrund der stetigen Fluktuation ist eine Gesamtzahl nicht zu ermitteln, der höchste Personalstand an Kriegsgefangenen und ausländischen Zivil- bzw. Zwangsarbeitern zu einem Stichtag lag am 1. Januar 1943 bei ungefähr 25.000. Im Frühsommer 1944, forderte die Friedrich Krupp AG, nachdem keine Kriegsgefangenen und ausländischen Zivilarbeiter mehr zur Verfügung standen, die Zuteilung von 2000 männlichen KZ-Häftlingen zur Arbeit an. Dem wurde im Juni entsprochen, aber statt dessen wurden der Firma jüdische Frauen zugesagt, die man zuvor, meist aus Ungarn, in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert hatte. Von einer Krupp-Delegation aus Personalverwaltung und Betriebsführung wurden daraufhin 500 rund zwanzigjährige junge Frauen ausgewählt. Zusätzlich wählte man noch 20 sogenannte Funktionshäftlinge aus. Alle Frauen wurden im August in das KZ-Außenlager Humboldtstraße des KZ Buchenwald in Essen-Fulerum verbracht (offiziell: SS-Arbeitskommando Fried. Krupp, Essen). Die Arbeitskräfte wurden in verschiedenen Krupp-Betrieben eingesetzt21. SS-Männer zur Bewachung waren ausdrücklich erwünscht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert das Erkenntnisinteresse an der Personalpolitik der Firma Krupp und deren Verhältnis zum Nationalsozialismus.
2. Die Wirtschaft in der NS-Zeit: Analyse der deutschen Wirtschaftsstruktur vor und während des Nationalsozialismus unter Berücksichtigung von Weltwirtschaftskrise und Autarkiebestrebungen.
3. Ziele und Vorstellungen der NSDAP: Darstellung der propagandistischen Ziele der NSDAP und der ideologischen Ausrichtung Hitlers zur Erlangung einer autarken Kriegswirtschaft.
4. Die Firma Krupp: Geschichtlicher Abriss der Familiendynastie Krupp von den Anfängen bis zur Fusion mit Thyssen.
5. Die Haltung der Firma Krupp zur NSDAP: Untersuchung der engen Kooperation zwischen der Unternehmensführung und dem NS-Regime zur Sicherung betrieblicher Vorteile.
6. Rahmenbedingungen der unfreiwilligen Arbeiterschaft: Beschreibung der Methoden der Zwangsarbeit und der katastrophalen Lebensumstände der verschleppten Zivilarbeiter.
7. Zwangsarbeit bei Krupp: Konkrete Analyse der Anforderung und des Einsatzes von KZ-Häftlingen in Krupp-Betrieben zur Aufrechterhaltung der Produktion.
8. Folgen für die Opfer und Täter während/ nach der NS-Zeit: Betrachtung der strafrechtlichen Konsequenzen für die Krupp-Führung und des Leids der Betroffenen.
9. Schlussbetrachtung: Resümee über das Versagen der Unternehmen und der deutschen Gesellschaft, die das NS-Regime durch Mitläufertum stabilisierten.
10. Quellennachweis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Krupp, Nationalsozialismus, Zwangsarbeit, Rüstungsindustrie, NS-Wirtschaft, Zweiter Weltkrieg, Alfried Krupp, Autarkie, KZ-Häftlinge, Personalpolitik, Mitläufertum, Geschichte, Essen, Wirtschaftskrise, NS-Regime.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis der Firma Krupp zum Nationalsozialismus und die Rolle des Unternehmens bei der Nutzung von Zwangsarbeit zur Aufrechterhaltung der Industrieproduktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die NS-Wirtschaftspolitik, die Anpassung industrieller Führungseliten an totalitäre Regime sowie die menschenverachtenden Bedingungen der Zwangsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, inwieweit die Zwangsarbeit bei Krupp eine strategische ökonomische Entscheidung war und wie sich die Unternehmensführung in die nationalsozialistische Ideologie integrierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Zeitzeugenberichten sowie offiziellen Dokumenten der NS-Zeit basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen der Zwangsarbeit, die spezifischen Anforderungen der Firma Krupp an Arbeitskräfte aus Konzentrationslagern und die Folgen für Täter und Opfer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Krupp, Zwangsarbeit, Rüstungsindustrie, NS-Wirtschaft und Mitläufertum.
Wie reagierte die Firma Krupp auf das NS-Regime?
Die Firma passte sich dem Regime an, unterstützte es durch Rüstungsproduktion und finanzielle Zuwendungen und profitierte von Gesetzen wie der „Lex Krupp“, die den Familienbesitz sicherten.
Was geschah nach dem Krieg mit den Verantwortlichen bei Krupp?
Alfried Krupp wurde im Nürnberger Krupp-Prozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt, jedoch später begnadigt und vorzeitig entlassen.
- Quote paper
- Stephan Lasser (Author), 2014, Zwangsarbeit bei der Firma Krupp während des Nationalsozialismus. Personalpolitik und Verhältnis zur Ideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309924