Die Berichterstattung über Google in den deutschen Medien im Zeitverlauf


Magisterarbeit, 2014
132 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Die Entwicklung des Unternehmens Google
2.1.1. Die Suchmaschine Google
2.1.2. Das Geschäftsmodell von Google
2.1.3. Die Expansion von Google
2.2. Das Verhältnis von Google zu traditionellen Medien
2.2.1. Journalistische Recherche mit der Suchmaschine Google
2.2.2. Google als Vermittler von Rezipienten
2.2.3. Google als neuer Gatekeeper?
2.2.4. Google als wirtschaftlicher Konkurrent der traditionellen Medien
2.2.5. Zusammenfassung des Verhältnisses von Google zum Journalismus
2.3. Bisherige Forschung zur Berichterstattung über Google
2.4. Herleitung der Forschungsfragen

3. Untersuchungsanlage
3.1. Die empirische Methode der Inhaltsanalyse
3.2. Untersuchungsobjekte
3.3. Stichprobe
3.4. Operationalisierung und Kategorien
3.5. Reliabilitätstest

4. Ergebnisse
4.1. Die Menge der Berichterstattung über Google
4.2. Die Themen der Berichterstattung über Google
4.3. Die Bewertung von Google in der Berichterstattung
4.4. Nutzen oder Schaden sowie Chancen oder Risiken durch Google in der Berichterstattung
4.5. Erfolge, Misserfolge und Zukunftsprognosen für Google in der Berichterstattung
4.6. Der Zusammenhang zwischen den Themen und der Darstellung von Google in der Berichterstattung
4.7. Die Personalisierung von Google in der Berichterstattung
4.8. Die Produkte von Google in der Berichterstattung
4.9. Medienunterschiede in der Berichterstattung über Google

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis:

Abbildung 1: Die Menge der Berichterstattung über Google in allen drei Medien zusammen

Abbildung 2: Die Menge der Berichterstattung über Google nach Medien getrennt

Abbildung 3: Die Themenbereiche in der Berichterstattung über Google ab 2004 im Zeitverlauf

Tabelle 1: Die Menge der Berichterstattung über Google nach Medien getrennt

Tabelle 2: Die Themenbereiche in der Berichterstattung über Google insgesamt

Tabelle 3: Die häufigsten Themen in der Berichterstattung über Google

Tabelle 4: Die Themenbereiche in der Berichterstattung über Google in den Anfangsjahren (2000-2003)

Tabelle 5: Die häufigsten Themen in der Berichterstattung über Google pro Jahr ab 2004

Tabelle 6: Die Bewertung von Google in der Berichterstattung insgesamt

Tabelle 7: Die Bewertung von Google in der Berichterstattung ab 2004 im Zeitverlauf (gruppiert)

Tabelle 8: Die Bewertung von Google in der Berichterstattung in den Jahren ab 2010

Tabelle 9: Nutzen oder Schaden durch Google in der Berichterstattung insgesamt

Tabelle 10: Chancen oder Risiken durch Google in der Berichterstattung insgesamt

Tabelle 11: Nutzen oder Schaden durch Google in der Berichterstattung im Zeitverlauf

Tabelle 12: Chancen oder Risiken durch Google in der Berichterstattung im Zeitverlauf (gruppiert)

Tabelle 13: Erfolge oder Misserfolge von Google in der Berichterstattung insgesamt

Tabelle 14: Erfolge und Misserfolge von Google in der Berichterstattung ab dem Jahr 2004 im Zeitverlauf

Tabelle 15: Erfolge und Misserfolge von Google in der Berichterstattung ab dem Jahr 2004 im Zeitverlauf (gruppiert)

Tabelle 16: Zukunftsprognosen zu Google in der Berichterstattung insgesamt

Tabelle 17: Die Bewertung von Google in der Berichterstattung nach Themenbereich

Tabelle 18: Die Bewertung von Google in der Berichterstattung bei einzelnen Themen

Tabelle 19: Nutzen oder Schaden durch Google in der Berichterstattung nach Themenbereich

Tabelle 20: Chancen und Risiken durch Google in der Berichterstattung nach Themenbereich

Tabelle 21: Chancen oder Risiken durch Google in der Berichterstattung bei einzelnen Themen

Tabelle 22: Erfolge oder Misserfolge für Google in der Berichterstattung nach Themenbereichen

Tabelle 23: Erfolge von Google in der Berichterstattung bei einzelnen Themen

Tabelle 24: Misserfolge von Google in der Berichterstattung bei einzelnen Themen

Tabelle 25: Zukunftsprognosen für Google in der Berichterstattung nach Themenbereichen

Tabelle 26: Die meistgenannten Google-Akteure in der Berichterstattung

Tabelle 27: Äußerungen zu Google in der Berichterstattung nach Personengruppen

Tabelle 28: Die am häufigsten thematisierten Google-Produkte in der Berichterstattung

Tabelle 29: Die am häufigsten bewerteten Google-Produkte in der Berichterstattung

Tabelle 30: Anteil der Artikel nach Ressort in den verschiedenen Medien

Tabelle 31: Die Themenbereiche in der Berichterstattung über Google in den verschiedenen Medien

Tabelle 32: Die Bewertung von Google in den verschiedenen Medien

Tabelle 33: Erfolge und Misserfolge von Google in den verschiedenen Medien

1. Einleitung

„Google ist super.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel aus der Zeitung Die Welt vom 8. Oktober 2001, in dem es um das Besucherwachstum und die Qualität der Suchmaschine geht.[1] Zwölfeinhalb Jahre später, am 16. April 2014, veröffentlicht die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen offenen Brief von Mathias Döpfner, dem Vorsitzenden der Axel Springer AG, zu der auch Die Welt gehört, an Eric Schmidt, den Vorsitzenden von Google. Darin bekennt der Verleger: „Wir haben Angst vor Google.“[2] Was ist in der Zeit zwischen diesen beiden Artikeln geschehen?

Zum einen: Google hat sich von einer Internetsuchmaschine, die von zwei Informatikstudenten an der kalifornischen Stanford-Universität erdacht wurde, zu einem Unternehmen entwickelt, dass weltweit über 50.000 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von 60 Milliarden US-Dollar im Jahr generiert.[3] Der Aufstieg von Google wurde ermöglicht durch die massenhafte Verbreitung des Internets als neue Kommunikationstechnologie. Google hat dabei mit seiner Suchmaschine das Auffinden von Informationen im Internet einfach, schnell und komfortabel gemacht und ist aus dem Alltag der meisten Menschen (insbesondere auch von Journalisten) nicht mehr wegzudenken. Außerdem hat das Unternehmen zahlreiche weitere Produkte und Angebote eingeführt und ist damit in immer neue Geschäftsbereiche expandiert, wobei die Finanzierung von Google stets durch die Einnahmen aus Onlinewerbeanzeigen gesichert wurde.[4]

Zum anderen: Für die traditionellen Medien[5] hat sich das Internet als Herausforderung erwiesen. Viele Menschen rezipieren Nachrichten online, allerdings ist die Finanzierung von Onlinenachrichtenseiten bisher problematisch. Gleichzeitig sind die Auflagen und Werbeinnahmen von Printmedien in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich zurückgegangen.[6] Wie Qualitätsjournalismus in Zukunft finanziert werden soll, ist eine Frage, über die viel diskutiert wird und für die bisher noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.[7]

Für die Medien ist Google insofern einerseits von Interesse, weil sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren zu einem der größten und einflussreichsten Konzerne der Welt entwickelt hat. Andererseits sind die Medien von dieser Entwicklung selbst nicht unberührt geblieben. Gerade vor diesem Hintergrund erscheint es interessant, wie die traditionellen Medien den Aufstieg von Google begleitet und darüber berichtet haben. In dieser Arbeit soll deshalb die Berichterstattung über Google in den deutschen Medien im Zeitverlauf untersucht werden.

Dabei stellen sich zahlreiche Fragen: Über Welche Themen wird in Bezug auf Google berichtet? Wie wird Google in der Berichterstattung bewertet? Wie gestaltet sich die Darstellung von Nutzen oder Schaden, Chancen oder Risiken, Erfolgen oder Misserfolgen von Google? Wie haben sich die Zusammensetzung der Themen und die Darstellung von Google im Laufe der Zeit entwickelt? Welche Personen kommen in der Berichterstattung über Google zu Wort? Welche Produkte von Google werden thematisiert? Gibt es Unterschiede in der Berichterstattung über Google zwischen verschiedenen Medien?

Doch bevor die Berichterstattung auf diese Fragen hin untersucht wird, soll zunächst ein Überblick über die Entwicklung des Unternehmens Google gegeben werden. Im Anschluss wird das Verhältnis von Google zu den traditionellen Medien und zum Journalismus näher betrachtet. Dabei werden insbesondere die Rollen von Google untersucht, in denen das Unternehmen für Journalisten von Bedeutung sein kann. Dazu zählen die Rollen als Rechercheinstrument, als Vermittler von Rezipienten, als funktionales Äquivalent im Gatekeeping-Prozess und als wirtschaftlicher Konkurrent auf dem Werbemarkt. Danach werden bisherige Forschungsergebnisse zur Berichterstattung über das Internet und über Google präsentiert, und die Forschungsfragen für die Untersuchung der Berichterstattung über Google werden hergeleitet.

Im methodischen Teil wird dann beschrieben, wie das Untersuchungsinstrument der Inhaltsanalyse in dieser Arbeit auf die Berichterstattung über Google in den deutschen Medien angewendet wird. Anschließend werden die Ergebnisse der durchgeführten Inhaltsanalyse dargelegt, mit denen die Forschungsfragen beantwortet werden sollen. Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Inhaltsanalyse zusammengefasst, interpretiert und eingeordnet.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Die Entwicklung des Unternehmens Google

2.1.1. Die Suchmaschine Google

Das Unternehmen Google Inc. wurde am 4. September 1998 gegründet und hat seinen Sitz in Mountain View, Kalifornien. Die beiden Gründer, Larry Page und Sergey Brin, studierten zuvor an der Stanford University und entwickelten dort die Suchtechnologie, auf der die gleichnamige Suchmaschine basiert. Von den damals vorherrschenden Internetsuchmaschinen wie AltaVista unterschied sich Google durch den sogenannten PageRank-Algorithmus, der bei der Sortierung von Suchergebnissen die Hyperlinks zwischen Internetseiten berücksichtigt.[8] Außerdem war die Google-Webseite im Gegensatz zu vielen konkurrierenden Suchangeboten und Portalen aus dieser Zeit äußerst minimalistisch aufgebaut: Sie bestand hauptsächlich aus dem Firmenlogo, einem Suchfenster und zwei Buttons auf weißem Hintergrund.[9]

Die beiden Google-Gründer Page und Brin gaben kein Geld für Werbung und Marketing aus, sondern vertrauten darauf, dass sich die Qualität der Suchmaschine herumsprechen und somit durchsetzen würde. Diese Strategie erwies sich als erfolgreich. Nachdem die Suchmaschine im September 1998 online ging, erlangte sie in den USA durch Mund-zu-Mund-Propaganda schnell wachsende Bekanntheit und die Nutzerzahlen stiegen im Jahr 1999 rasant.[10]

Im Mai 2000 startete die deutschsprachige Version der Google-Suchmaschine.[11] Bereits Ende 2001 war Deutsch die weltweit am zweithäufigsten benutzte Sprache für Suchanfragen bei Google (hinter Englisch). Zu diesem Zeitpunkt eröffnete das Unternehmen auch seine erste Deutschlandniederlassung in Hamburg.[12] Im Jahr 2004 nahm der Duden schließlich das Verb „googeln“ als Synonym für das Suchen im Internet in die 23. Auflage des Wörterbuchs auf.[13] Seit Jahren liegt der Marktanteil von Google bei den Suchmaschinen in Deutschland bei gut 90 %. Im Mai 2014 liefen laut Daten des Marktforschungsunternehmens ComScore sogar 94 % der Suchanfragen auf Desktop-PCs sowie 98 % der Suchanfragen auf mobilen Geräten wie Smartphones in Deutschland über Google. Damit ist der Marktanteil von Google in Deutschland sogar noch höher als in den USA, wo er derzeit bei etwa 75 % (Desktop-PCs) bzw. 89 % (mobile Geräte) liegt.[14]

Der hohe Marktanteil von Google in Deutschland liegt (und lag vor allem in den Anfangsjahren) allerdings nicht an einer geringen Angebotsvielfalt, sondern daran, dass die meisten Nutzer nur eine Suchmaschine verwenden und dabei Google am meisten vertrauen.[15] Eine Befragung aus dem Jahr 2003 ergab, dass Google-Nutzer die Suchmaschine vor allem benutzen, weil sie einfach zu bedienen, schnell und übersichtlich ist.[16] Aufgrund der minimalistisch gestalteten Suchseite und der Qualität der Suchergebnisse erlangte die Google-Suchmaschine ein positives und sympathisches Image.[17]

Zwar ließe sich die Suchmaschine ohne zeitlichen und finanziellen Aufwand jederzeit wechseln, allerdings ist die Suchmaschinennutzung stark habitualisiert. Solange man von den Suchergebnissen nicht mehrfach enttäuscht wird, besteht kein Anlass zum Wechseln.[18] Ein weiterer Grund dafür, warum Google den hohen Marktanteil seiner Suchmaschine bis heute verteidigen konnte und nicht von einer neueren Suchmaschine abgelöst wurde, ist auch, dass die Markteintrittshürde für neue Suchmaschinen ziemlich hoch ist. Eine Suchmaschine zu entwickeln und zu betreiben verlangt hohe Investitionen für Hardware, Software und sonstige technische Infrastruktur.[19]

2.1.2. Das Geschäftsmodell von Google

Bis zum Oktober 2000 hatte die Suchmaschine Google kein Geschäftsmodell und finanzierte sich über die Investitionen von Risikokapitelgebern.[20] Dann startete der Konzern das Programm AdWords und stieg damit ins Onlineanzeigengeschäft ein. Über AdWords können Unternehmen Anzeigen schalten, wenn ein bestimmter Suchbegriff eingegeben wird. Die Anzeigen in Textform mit Link zur Internetseite des Unternehmens werden räumlich getrennt von den regulären Suchergebnissen angezeigt. Der Preis der Anzeige wird über eine automatisiert ablaufende Auktion bestimmt.[21] Der Vorteil dieser suchspezifischen, kontextsensitiven Werbung ist, dass diejenigen, die die Anzeige sehen, sowieso gerade auf der Suche nach Informationen sind (etwa weil etwas kaufen wollen) und die Anzeige unter Umständen nicht als störend, sondern als nützlich empfinden.[22] Somit stellt die Internetsuche per Suchmaschine ein passendes Umfeld für Werbung dar.[23]

Bereits im Jahr 2003 machte Google einen Umsatz von knapp einer Milliarde US-Dollar, wovon 95 % aus dem AdWords-Programm stammten. Im selben Jahr wurde zusätzlich das Programm AdSense eingeführt, mit dem Internetseitenbetreiber über Google auf ihren eigenen Seiten Anzeigen schalten können, die semantisch dem Inhalt der Seite angepasst werden.[24] Auch hierbei war das Ziel, die Werbeanzeigen möglichst nützlich zu gestalten. Im Jahr 2005 stammten 44 % von Googles Werbeumsätzen aus den AdSense-Anzeigen.[25] Mit den beiden Werbediensten AdWords und AdSense beherrscht Google bis heute einen großen Teil des Internetanzeigenmarkts.

Ein Erfolgsfaktor des Unternehmens ist dabei, dass die einzelnen Nutzer die Werbung, mit der Google Geld verdient, nicht besonders stark wahrnehmen. Wie der Wirtschaftsjournalist Ken Auletta es ausdrückt: „Advertising may produce 97 percent of Google's revenue, but to a user it doesn't feel that way.”[26] Dementsprechend herrschte einer Befragung in Deutschland aus dem Jahr 2003 zufolge weitgehend Unwissen darüber, wie Google mit seiner Suchmaschine Geld verdient.[27] Auch fünf Jahre später wussten bei einer Umfrage nur 40 % der 240 Befragten, dass Werbung die Haupteinnahmequelle von Google ist.[28]

Am 18. August 2004 ging das Unternehmen Google an die Börse. Der Startpreis für eine Aktie lag bei 85 US-Dollar.[29] Am 18. Oktober 2013 knackte der Aktienkurs nach jahrelangem Wachstum schließlich die Marke von tausend US-Dollar.[30] Auch Umsatz und Gewinn der Google Inc. stiegen über die Jahre kontinuierlich, im Jahr 2013 machte das Unternehmen knapp 13 Milliarden US-Dollar Gewinn bei einem Umsatz von knapp 60 Milliarden US-Dollar.[31]

Damit Googles Geschäftsmodell der Suchwortvermarktung funktioniert, ist die Suchmaschine auf möglichst hohe Nutzerzahlen angewiesen.[32] Dazu ist es wiederum notwendig, dass die Nutzer mit den Suchergebnissen zufrieden sind und der Suchmaschine vertrauen. Die Google-Angestellte Annette Kroeber-Riel bezeichnet das Vertrauen der Nutzer daher als Grundlage des Unternehmens Google.[33] Als übergeordnetes Ziel gibt der Konzern die Nutzerzufriedenheit aus. So lautet der erste der „Zehn Grundsätze“, mit denen Google selbst seine Unternehmensphilosophie beschreibt: „Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst.“[34] Zu dieser Selbstdarstellung als am Allgemeinwohl interessiertes Unternehmen passt auch das inoffizielle Firmenmotto von Google: „Don‘t be evil!“ (deutsch: „Sei nicht böse!“).[35] Inwieweit dieser selbstauferlegte Imperativ der Realität entspricht beziehungsweise ob dies für ein multinationales börsennotiertes Unternehmen überhaupt möglich ist, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Es kann allerdings festgehalten werden, dass sich Google nach innen wie nach außen als Unternehmen präsentiert, welches sich ethisch richtigem Handeln verpflichtet fühlt.

2.1.3. Die Expansion von Google

Dass die Ambitionen der Google-Gründer außerdem weit über die Programmierung einer Suchmaschine hinausgehen, zeigt sich an einer Selbstbeschreibung: „Das Ziel von Google ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nutzbar zu machen.“[36] Dementsprechend werden ab dem Jahr 2002 rund um die Suchmaschine zahlreiche weitere Angebote und Produkte eingeführt. Im September 2002 geht in den USA der Nachrichtenaggregator Google News online.[37] In Deutschland startet das Angebot im Juli 2003.[38] Die deutsche Version von Google News greift auf 700 deutschsprachige Onlinenachrichtenquellen zu, sortiert Artikel nach Themen und bringt diese in eine Rangfolge, sodass eine ständig aktualisierte Übersicht der Nachrichtenlage entsteht. Die Nachrichtenselektion und -platzierung, die bei traditionellen Medien von Journalisten übernommen wird, wird dabei von Algorithmen erledigt.[39]

Im Dezember 2003 beginnt Google, für sein Projekt Google Print (später umbenannt in Google Books) Bücher einzuscannen, um Ausschnitte davon online verfügbar zu machen.[40] Auch in den folgenden Jahren gibt es zahlreiche neue Produkte: Im April 2004 startet der E-Mail-Dienst Gmail, im Jahr 2005 die Onlinekartendienste Google Maps und Google Earth.[41] Ergänzt wird Google Maps in den USA ab Mai 2007 noch durch Google Street View, bei dem abfotografierte Straßenzüge aus zahlreichen Städten online veröffentlicht werden.[42] Im Oktober 2006 kauft Google für 1,65 Milliarden US-Dollar das Videoportal YouTube.[43] Im November 2007 steigt Google mit dem Smartphone-Betriebssystem Android in den Markt des mobilen Internets ein, der bis dahin von der Firma Apple dominiert wurde.[44] Der Internetbrowser Chrome stellt dagegen im September 2008 einen Angriff auf das Softwareunternehmen Microsoft dar.[45] Ende Juni 2011 stellt Google sein soziales Netzwerk Google+ vor.[46] Seit dem Jahr 2012 entwickelt Google zudem die Datenbrille Google Glass, eine Art im Sichtfeld getragener Miniaturcomputer mit integrierter Digitalkamera.[47] Dass es sich bei dieser Aufzählung an neuen Angeboten und Produkten nur um eine Auswahl der Aktivitäten von Google in verschiedenen Geschäftsbereichen handelt, unterstreicht den Expansionswillen des Unternehmens.

Auch wenn Google den Suchmaschinenmarkt und den damit verbundenen Markt der Suchwortanzeigen in Deutschland und großen Teilen der westlichen Welt weiterhin dominiert, so haben sich für das Unternehmen durch die Vorstöße in immer weitere Geschäftsbereiche auch neue Konkurrenten entwickelt. Etablierte Computer- und Internetunternehmen wie Microsoft, Yahoo und Apple zählen genauso dazu wie erst in den 2000er Jahren gegründete Firmen wie das soziale Netzwerk Facebook oder der Microbloggingdienst Twitter.[48] Jedes Angebot, das die Aufmerksamkeit von zahlreichen Nutzern im Internet auf sich zieht, ist potentiell eine Konkurrenz zu Google.

Das Führungspersonal des Unternehmens Google ist bei all den Veränderungen in den vergangenen gut 15 Jahren recht konstant geblieben. Als Unterstützung für die beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin wurde Eric Schmidt im August 2001 zum Geschäftsführer (Chief Executive Officer) von Google ernannt, seitdem leiten die drei den Konzern gemeinsam als „Triumvirat“.[49] Die Gesamtzahl der Angestellten stieg im Laufe der Jahre enorm an, derzeit arbeiten weltweit etwa 52.000 Menschen für Google (Stand: 30.06.14).[50] Einige einst wichtige Google-Mitarbeiter haben das Unternehmen inzwischen allerdings verlassen, etwa Marissa Mayer, die zum Suchmaschinenkonkurrenten Yahoo wechselte, oder Sheryl Sandburg, die mittlerweile für Facebook arbeitet.[51]

2.2. Das Verhältnis von Google zu traditionellen Medien

Auf den ersten Blick mag das Unternehmen Google und seine Suchmaschine wenig mit traditionellen Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen oder auch Onlinenachrichtenseiten zu tun haben. Doch wenn man genauer hinschaut, lassen sich einige Gemeinsamkeiten zwischen Google und den Medien erkennen. So wurden in der wissenschaftlichen Untersuchung von Suchmaschinen auch Fragestellungen aufgegriffen, die bereits in der Journalismusforschung eine Rolle spielten.

Die Frage nach einer möglichen Vermischung von Suchergebnissen und Werbung und einer dadurch entstehenden Beeinflussung von Suchmaschinen entspricht etwa im Journalismus der Trennungsnorm zwischen dem redaktionellen Teil und Werbung sowie dem Verhältnis von Journalismus und Public Relations. Als Analogie zu den Sortierkriterien von Suchmaschinen kann außerdem die Nachrichtenauswahl bei traditionellen Medien dienen.[52] Wenn man davon ausgeht, dass Suchmaschinen als Zugang zu Informationen im Internet eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, können an sie zudem ähnliche Erwartungen und Forderungen gestellt werden wie an traditionelle Medien, auch wenn Suchmaschinen im Gegensatz zu diesen auf computerbasierte Algorithmen zurückgreifen.[53]

Auch bei den jeweiligen Geschäftsmodellen gibt es Ähnlichkeiten zwischen Google und den traditionellen Medien. Die Haupteinnahmequelle der Google-Suchmaschine sind seit dem Jahr 2000 die neben und über den Suchergebnissen platzierten Werbeanzeigen. Google verkauft sozusagen die Aufmerksamkeit seiner Nutzer an werbetreibende Unternehmen und finanziert sich damit. Diese Art der Finanzierung eines kostenlos nutzbaren Angebots ähnelt dem Geschäftsmodell von Privatfernsehen und Radio.[54] Und auch Zeitungen und Zeitschriften generieren einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen mit Werbeanzeigen. Deswegen ist es für die Google-Suchmaschine wie für traditionelle Medien (sofern sich diese über Anzeigen finanzieren) gleichermaßen wichtig, von möglichst vielen Menschen genutzt beziehungsweise rezipiert zu werden, um für Werbekunden attraktiv zu sein. Bei der Kennzeichnung von bezahlten Werbeanzeigen gehen Google und die traditionellen Medien ebenfalls ähnlich vor: Google kennzeichnet bezahlte Links als Anzeige und setzt diese räumlich von den regulären Suchergebnissen ab. Das entspricht dem Trennungsgebot von bezahlter Werbung und redaktionellem Teil im Presserecht.[55]

Aufgrund des ähnlichen Geschäftsmodells betrachtet van Couvering Google sogar als Medienunternehmen.[56] Sie sieht Suchmaschinen im Internet als „large industrial players“ und vergleicht diese mit Fernsehsendern und Hollywoodstudios.[57] Auf den Unterschied, dass Google – zumindest bis zur Übernahme des Videoportals YouTube im Oktober 2006 – keine eigenen Inhalte bereitstellt, sondern die Rolle eines Vermittlers übernimmt, geht sie dabei jedoch nicht ein.

Insgesamt erscheint es für die Betrachtung des Verhältnisses von Google zu traditionellen Medien trotz eines ähnlichen Geschäftsmodells nicht besonders hilfreich, Google selbst als Medienunternehmen anzusehen, weil dadurch die offensichtlichen Unterschiede zwischen den traditionellen Medien und Google (Produktion von Inhalten vs. Vermittlung von Inhalten) unterschlagen werden. Die Entwicklung von Google mit seiner Suchmaschine sowie zahlreichen weiteren Produkten und Angeboten und die Dominanz des Unternehmens auf dem Onlineanzeigenmarkt hat allerdings auf mehreren Ebenen Auswirkungen auf den Journalismus.

In den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Bereiche, in denen Google für die traditionellen Medien und den Journalismus von Bedeutung ist, näher untersucht.

2.2.1. Journalistische Recherche mit der Suchmaschine Google

Wenn es um die Benutzung von Suchmaschinen und insbesondere von Google geht, kann man die Journalisten in Deutschland als „early adopter“ bezeichnen. Bereits im Jahr 2000 schätzten deutsche Journalisten in einer Umfrage Suchmaschinen (zusammen mit den damals noch verbreiteten Webkatalogen) als die wichtigsten Internetseiten für ihre Arbeit ein. 81 % der 645 befragten Journalisten bewerteten Suchmaschinen als sehr wichtig.[58] In einer Befragung von Deutschschweizer Medienschaffenden bestätigte sich, dass Suchmaschinen für Journalisten zusammen mit E-Mails das wichtigste Angebot im Internet sind. Im Jahr 2002 schätzen 94 % der befragten Journalisten Suchmaschinen als wichtig oder sehr wichtig ein, 2005 waren es sogar 97 %.[59] Etwa vier Fünftel (79 %) der befragten Journalisten gaben 2002 an, als Suchmaschine hauptsächlich Google zu benutzen. Bis zum Jahr 2005 konnte Google seinen Marktanteil unter den Journalisten der Umfrage zufolge noch weiter erhöhen, zu diesem Zeitpunkt gaben fast alle befragten Journalisten an, hauptsächlich Google zu benutzen (97 %).[60]

An dieser Situation änderte sich auch in den folgenden Jahren nichts: Im Jahr 2009 bezeichneten 98 % der befragten Journalisten Suchmaschinen als wichtig beziehungsweise sehr wichtig, und praktisch alle Befragten nutzten hauptsächlich Google (99,8 %), während Alternativen noch weiter an Bedeutung verloren.[61] Eine Untersuchung zur Recherche von deutschen Journalisten im Internet aus dem Jahr 2008 kam zu ähnlichen Ergebnissen. Google wurde auf die Frage nach dem wichtigsten Onlineangebot am häufigsten genannt (von 75 % der Befragten). Außerdem gaben 99 % der befragten Journalisten Google als die von ihnen am häufigsten genutzte Suchmaschine an.[62]

Die Frage, welche Auswirkungen die weit verbreitete Nutzung der Suchmaschine Google auf den Journalismus hat, wurde in den 2000er Jahren ausgiebig diskutiert, es war dabei von der „Googleisierung der Recherche“ die Rede.[63] Dem Journalisten Jochen Wegner zufolge definiert Google den Minimalstandard und oft auch den Maximalstandard journalistischer Recherche.[64] Die Suchmaschine wird von deutschen Journalisten als einfaches, zeitsparendes und komfortables Mittel zur Recherche im Internet angesehen. Der Einfluss der Suchmaschine auf die Qualität des Journalismus wird dabei in einer Befragung von Nachrichtenredaktionsleitern zu 90 % als positiv eingeschätzt.[65] Auch wenn Journalisten die Marktmacht von Google insgesamt kritisch sehen, beurteilen sie sie in Bezug auf ihre eigene Arbeit nicht als problematisch.[66]

Neben der allgemeinen Suchmaschine ist auch die spezielle Nachrichtensuchmaschine Google News ein von Journalisten häufig genutztes Angebot im Internet. Bei einer Umfrage gaben knapp vier Fünftel der befragten Journalisten an, Nachrichtensuchmaschinen zumindest gelegentlich zu nutzen.[67] Google News dient dabei vor allem zur Beobachtung der Nachrichtenlage und zur Einschätzung der Relevanz von Themen.[68] Daten darüber, inwiefern Journalisten beruflich oder privat andere Produkte und Angebote von Google nutzen (etwa Gmail, YouTube, Chrome-Browser, Android-Smartphones, Google+), liegen leider nicht vor.

In Bezug auf das Forschungsinteresse dieser Arbeit erscheint es insgesamt fraglich, ob die journalistische Benutzung von Google-Angeboten, allen voran der Suchmaschine, sich tatsächlich auf die Berichterstattung über das Unternehmen Google auswirkt. Zwar ist Google aus dem Alltag von Journalisten nicht mehr wegzudenken, aber das erscheint nicht als Hinderungsgrund für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Unternehmen. Für die Jahre 2000 bis 2003, bevor Google mit Gmail öffentlichkeitswirksam ein zweites Angebot einführte und an die Börse ging, kann man allerdings festhalten, dass Google aus der Perspektive von Journalisten wohl in erster Linie der Anbieter eines enorm nützlichen Recherchewerkzeugs gewesen sein dürfte. Die weiteren Auswirkungen der Entwicklung von Google auf den Journalismus wurden innerhalb der Medien wahrscheinlich erst später erkannt.[69]

2.2.2. Google als Vermittler von Rezipienten

Im Onlinejournalismus gehört Google noch aus einem anderen Grund zum Alltag der Journalisten: Suchmaschinen sind häufig ein Weg, auf dem Menschen im Internet zu Nachrichtenartikeln gelangen. So bezeichnet Jörg Sadrozinski von tagesschau.de Google als „Zugangsportal zu unseren Inhalten“[70] für viele Nutzer. Eine Studie in den USA aus dem Jahr 2011 ergab, dass 40 % der Seitenaufrufe auf 21 großen Onlinenachrichtenseiten durch externe Weiterleitungen zustande kamen, und davon wiederum durchschnittlich 30 % auf Google (die Suchmaschine sowie zu einem geringeren Teil Google News) zurückzuführen waren. Google war damit der größte einzelne Vermittler von Seitenaufrufen für diese Nachrichtenseiten.[71] Außerdem kam bei der Studie heraus, dass gut zwei Drittel der Nutzer von Google News einem Link zu einer Nachrichtenseite folgen.[72]

In Deutschland sieht es ähnlich aus: Einer Untersuchung des amerikanischen Marktforschungsunternehmens ComScore aus dem Jahr 2009 zufolge leite Google deutschen Nachrichtenseiten wie Bild.de, Spiegel Online, Sueddeutsche.de, Welt.de und Focus.de zwischen 43 und 55 % ihrer Gesamtnutzerschaft zu. Bei FAZ.net ist der Anteil mit 31 % etwas geringer. Auch in Deutschland spielt die allgemeine Suchmaschine dabei eine deutlich größere Rolle als die Nachrichtensuchmaschine Google News, da erstere wesentlich häufig genutzt wird.[73] In den folgenden Jahren ist die Bedeutung von Google als Vermittler von Rezipienten durch den Aufstieg des Sozialen Netzwerk Facebook zwar leicht zurückgegangen, aber auch im Jahr 2011 blieb Google mit Abstand der wichtigste Leserlieferant für deutsche Nachrichtenseiten.[74]

Somit kann die Platzierung bei Google auch über den finanziellen Erfolg von Nachrichtenseiten mitentscheiden, denn je mehr Seitenausrufe eine Nachrichtenseite hat, umso mehr kann sie mit Anzeigen verdienen. Onlinenachrichtenangebote können also von Google profitieren, allerdings führt diese Situation auch zu einer Abhängigkeit. Onlinemedien setzen deshalb auf Suchmaschinenoptimierung, um auf den Ergebnisseiten von Google möglichst weit vorne aufzutauchen. Dazu gehören auch umstrittene Vorgehensweisen wie das Wiederveröffentlichen von Artikeln mit minimalen Änderungen (Republishing), damit diese von Suchmaschinen als aktuell eingestuft werden.[75] Einer Umfrage unter gut 200 Entscheidern in deutschen Zeitungsverlagen aus dem Jahr 2009 zufolge hatten knapp zwei Drittel (63 %) ihr Internetangebot für Suchmaschinen optimiert, 21 % planten dies.[76]

Dabei wird Rolle von Google als Rezipientenvermittler von Seiten zahlreicher Medienunternehmen kritisch gesehen. Zwar könnte man anhand der hier dargestellten Erhebungen argumentieren, dass Google den Medien nützt, indem die allgemeine Suchmaschine sowie die Nachrichtensuchmaschine Google News den Onlinenachrichtenseiten Rezipienten zuführt, allerdings behaupten Verleger, dass Google ihnen damit stattdessen Schaden zufüge. In der „Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“, welche im Juni 2009 vom Axel Springer Verlag, der Bauer Media Group, der Ganske Verlagsgruppe, Gruner + Jahr, dem Spiegel Verlag sowie dem Zeit Verlag unterzeichnet wurde, greifen die Verlage Nachrichtensuchmaschinen implizit scharf an: „Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen. Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus.“[77] Insgesamt haben 166 europäische Verlage die „Hamburger Erklärung“ unterzeichnet.[78] In einem Gastbeitrag für die FAZ spricht der Verleger Hurbert Burda sogar davon, dass der Journalismus im Internet durch Suchmaschinen „schleichend enteignet“ werde.[79]

Das Interesse der Verleger ist dabei nicht etwa, dass ihre Verlagsinhalte nicht mehr bei Google News oder der Google-Suchmaschine auftauchen. Dafür könnten sie ohne Probleme selbst sorgen: Für die Verlage besteht die technische Möglichkeit, ihre Seiten von der Indexierung durch (Nachrichten-)Suchmaschinen auszuschließen.[80] Stattdessen möchten sie weiterhin von Google gefunden werden, allerdings wollen sie darüber hinaus auch an den Umsätzen der Suchmaschine beteiligt werden. So sagt etwa der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, „[e]ine faire Beteiligung an den Umsätzen derjenigen, die unsere Inhalte vermarkten“,[81] sei ein Ziel der „Hamburger Erklärung“.

Die wirtschaftlichen Interessenkonflikte zwischen Google und den Medien werden in Kapitel 2.2.4. näher betrachtet. Im Hinblick auf die Rolle von Google als Vermittler von Rezipienten kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass zahlreiche Medienvertreter in den vergangenen Jahren unzufrieden mit ihrem Verhältnis zu der Suchmaschine geworden sind. Es erscheint denkbar, dass sich diese Unzufriedenheit auch in der Berichterstattung über Google abbildet.

2.2.3. Google als neuer Gatekeeper?

In der wissenschaftlichen Literatur über Suchmaschinen sowie in journalistischen Aufarbeitungen des Themas wird häufig die Behauptung aufgestellt, bei Suchmaschinen und insbesondere bei Google handele es sich um einen „Gatekeeper“.[82] Teilweise ist in diesem Zusammenhang auch von der Suchmaschine Google als „neuem Gatekeeper“ die Rede, der eine Rolle übernimmt, die zuvor die traditionellen Medien innehatten.[83] Der Begriff wird jedoch meist nicht definiert oder zumindest näher erläutert; ein implizites Verständnis, was damit gemeint ist, scheint von den betreffenden Autoren vorausgesetzt zu werden.

Der Begriff „Gatekeeper“ (deutsch: „Torwächter“) wurde von Kurt Lewin geprägt, der damit beschrieb, wie eine Kette von Selektionsentscheidungen von bestimmten Personen (eben jenen Gatekeepern) die Ernährung von Familien beeinflusst.[84] David Manning White übertrug das Konzept mit seiner Studie „The ‚Gate Keeper’. A Case Study in the Selection of News“ anschließend auf die Entscheidungen von Journalisten bei der Nachrichtenauswahl und führte es somit in die Kommunikationswissenschaft ein.[85] Als Gatekeeper können Journalisten darüber entscheiden, über welche Ereignisse in den Medien berichtet wird und über welche nicht.

Shoemaker definiert Gatekeeping als „the process by which the billions of messages that are available in the world get cut down and transformed into the hundreds of messages that reach a given person on a given day”.[86] Dieser Prozess wird in der Gatekeeper-Forschung als Serie von Selektionsentscheidungen betrachtet, die von Personen oder Institutionen getroffen werden und die am Ende zu einem fertigen Medienprodukt führen.[87] Gatekeeper haben dadurch Einfluss auf das Bild der sozialen Realität, dass den Menschen über die Medien vermittelt wird.[88] Auswirkungen davon sind etwa Agenda-Setting-Effekte, also die Beeinflussung, welchen Themen innerhalb der Gesellschaft die größte Wichtigkeit zugeschrieben wird.[89]

Inwiefern verfügt die Suchmaschine Google also über die Eigenschaften eines Gatekeepers? Auch Suchmaschinen treffen Selektionsentscheidungen, wie Wolling in seinem Aufsatz „Suchmaschinen? – Selektiermaschinen!“ betont.[90] Durch die Rangfolge, in der sie die Links zu Internetseiten als Suchergebnisse präsentieren, entscheiden sie darüber, welche Informationen den Nutzern zugänglich sind.[91] Deshalb, so argumentiert Wolling, haben Suchmaschinen die Funktion von Gatekeepern im Internet.[92] Zumindest theoretisch könnten Nutzer zwar sämtliche Ergebnisseiten durchblättern, in der Praxis geschieht dies jedoch nicht – es kommt eher selten vor, dass Suchmaschinennutzer überhaupt mehr als die erste Ergebnisseite mit zehn Links betrachten.[93] Den hohen Marktanteil von Google sieht Wolling aus diesen Gründen als problematisch an.[94]

Neuberger spricht Google dagegen die Gatekeeper-Funktion ab, da die Suchmaschine im Gegensatz zu traditionellen Medien nicht darüber entscheidet, welche Inhalte veröffentlicht werden und welche nicht. Außerdem gebe es neben Suchmaschinen weitere Möglichkeiten zur Orientierung im Internet, der Zugang zu Informationen erfolgt dort dementsprechend nicht exklusiv über Google. Neuberger zufolge können Suchmaschinen die Aufmerksamkeit der Nutzer nur in begrenztem Maße lenken.[95]

Auch Röhle kritisiert das Konzept von Google als Gatekeeper. Er beklagt, dass in der Suchmaschinenforschung das Zustandekommen von Selektionsentscheidungen, die einen Gatekeeper auszeichnen, nicht weiter untersucht wurde. Darüber hinaus können Suchmaschinen dem Nutzer zwar Informationen vorenthalten, aber keine Agenda-Setting-Effekte ausüben, da sie dem Nutzer keine Themen vorgeben. Ein solches Themensetzungspotential ist Shoemaker zufolge jedoch kennzeichnend für Gatekeeper.[96]

Diesem Urteil schließt sich auch diese Arbeit an: Die Suchmaschine Google kann dem Nutzer allein von sich aus kein Bild von sozialer Realität vermitteln, da das Benutzen einer Suchmaschine ein aktiver Vorgang ist. Die Suchmaschine reagiert auf die Eingabe von Suchwörtern. Die Zuschreibung einer Gatekeeper-Funktion vernachlässigt diese Interaktion zwischen Nutzer und Suchmaschine. Wyss und Keel sprechen Google zwar in gewissen Situationen Agenda-Setting-Effekte zu – über den Umweg, dass Journalisten bei der Google-Recherche auf bestimmte Themen stoßen, die dann in den traditionellen Medien aufgegriffen werden[97] – aber dabei kann man wohl kaum von einer Gatekeeper-Rolle für Google sprechen. Die Selektions- und vor allem Publikationsentscheidung trifft in solchen Fällen schließlich immer noch der Journalist.

Das Konzept von Google als Gatekeeper erscheint höchstens nützlich, wenn ausschließlich die Selektionsentscheidungen durch die Algorithmen der Suchmaschine betrachtet werden, durch die bei einer Suchanfrage die sortierte Liste der Suchergebnisse zustande kommt. Die Selektionsentscheidungen von Suchmaschinen unterscheiden sich dabei auf den ersten Blick deutlich vom Prozess der Nachrichtenauswahl traditioneller Medien. Sie werden nicht von einzelnen Akteuren von Fall zu Fall getroffen, sondern von computerbasierten Algorithmen, die Internetseiten bewerten und sortieren.[98] Diese Algorithmen sind allerdings weder neutral noch objektiv, denn sie sind von Menschen zu einem bestimmten Zweck programmiert worden.[99] Man kann daher davon sprechen, dass Google „redaktionelle Entscheidungen“ trifft – auch wenn dies anders abläuft als in journalistischen Redaktionen.[100]

Da das erklärte Ziel von Google die Zufriedenheit seiner Nutzer ist, haben die Algorithmen der Suchmaschine den Auftrag, genau die Informationen zu präsentieren, die für den Nutzer im Moment der Suche relevant sind.[101] Auch die Medien sind naturgemäß an der Zufriedenheit der Rezipienten interessiert, sie haben darüber hinaus allerdings weitere Kriterien, die ihre Nachrichtenauswahl und -platzierung beeinflussen (zum Beispiel Nachrichtenwerte). Weil die Algorithmen der Suchmaschine ein Geschäftsgeheimnis von Google sind, wird immer wieder die fehlende Transparenz der Selektionsentscheidungen kritisiert,[102] allerdings ist festzuhalten, dass man als Rezipient im Normalfall auch keinen Einblick in die Selektionsentscheidungen von traditionellen Medien hat. Diese Analogien zwischen Nachrichtenauswahl und Suchalgorithmen sollten dabei jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Suchmaschinen und traditionelle Medien unterschiedliche gesellschaftliche Funktionen erfüllen.

Wenn Suchmaschinen nicht als Gatekeeper anzusehen sind, wie sieht es dann mit Nachrichtensuchmaschinen wie Google News aus? Die Startseite bietet schließlich eine algorithmisch sortierte Auflistung von Schlagzeilen, die an die Aufmachung einer eigenen Onlinenachrichtenseite erinnert.[103] Man muss als Nutzer also nicht erst aktiv suchen, um an Nachrichten und Informationen zu gelangen. Allerdings sind Nachrichtensuchmaschinen auf die bereits vorhandenen Nachrichten der traditionellen Medien angewiesen, sie können somit auch kein Thema auf die Agenda setzen, das nicht in den Medien vorkommt.

Dennoch stellt Google News einen Angriff auf das journalistische Selbstverständnis dar. Denn die Aufgaben, für die bei traditionellen Medien Redakteure zuständig sind – Nachrichten auswählen, gewichten und platzieren – werden bei der Nachrichtensuchmaschine von Algorithmen übernommen. Das wurde von Journalisten kritisiert, die in ihrer Darstellung von Google News häufig auf Fehler und Schwächen des Angebots hingewiesen haben und den Standpunkt vertreten, dass sie nicht von Computern ersetzt werden können.[104] Google News und die traditionellen Medien stehen außerdem für unterschiedliche normative Definitionen von Journalismus: Während traditionelle Medien ein geordnetes und für sich stehendes Produkt erstellen (die fertige Zeitung, die Nachrichtensendung, et cetera), geht es Google News um den Zugang zu verschiedenen Sichtweisen.[105] Den Nutzern kommt dabei eine aktivere Rolle zu als in der traditionellen Medienrezeption, denn sie können ihre individuelle Nachrichtenselektion über die Eingabe von Suchbegriffen steuern.[106]

Anstatt Nachrichtensuchmaschinen als Gatekeeper anzusehen, gehen Shoemaker und Vos deshalb davon aus, dass durch die von ihnen gebotene Interaktivität eher die Rezipienten selbst zu Gatekeepern werden. Diese können sich mittels Google News eine eigene personalisierte Nachrichtenseite zusammenstellen und somit die Nachrichtenauswahl und -gewichtung der traditionellen Medien umgehen.[107]

Damit haben Shoemaker und Vos gleichzeitig auch eine umfassendere Auswirkung des Internets auf den Journalismus angesprochen: Onlineangebote, etwa Plattformen für User-Generated-Content (zum Beispiel MySpace, YouTube), Blogs, soziale Netzwerke und auch Suchmaschinen, bieten eine Alternative zu den traditionellen Medien als frühere Gatekeeper. Obwohl Suchmaschinen also nicht als „neue Gatekeeper“ anzusehen sind, haben sie mit dafür gesorgt, dass traditionelle Medien weniger Einfluss darauf haben, welche Nachrichten die Rezipienten erreichen. Google stellt somit einen Angriff auf die Rolle der traditionellen Medien als Gatekeeper dar, ohne diese Rolle selbst einzunehmen.

2.2.4. Google als wirtschaftlicher Konkurrent der traditionellen Medien

Während Google in den vergangenen 15 Jahren die weltweite Marktführerschaft unter den Suchmaschinen erlangte und sich aufgrund seiner Rolle auf dem Onlineanzeigenmarkt zu einem wirtschaftlich enorm erfolgreichen Unternehmen entwickelte, hatten vor allem die Printmedien in dieser Zeit mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In Deutschland sank die Auflage der verkauften Tageszeitungen nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zwischen 1999 und 2013 von 29,1 Millionen auf 20,1 Millionen verkaufte Exemplare.[108] Das entspricht einem Auflagenverlust von knapp einem Drittel (31 %). Gleichzeitig halbierten sich zudem die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen: Im Jahr 1999 nahmen sie insgesamt 6,1 Milliarden Euro durch Werbung ein, im Jahr 2013 waren es 2,9 Milliarden.[109] Auch die Publikumszeitschriften in Deutschland verloren zwischen 1999 und 2013 deutlich an Auflage. Während die verkaufte Auflage im ersten Quartal 1999 der IVW zufolge 128,7 Millionen betrug, waren es im vierten Quartal 2013 104,5 Millionen[110] (ein Minus von 19 %). Die Werbeeinnahmen der Publikumszeitschriften gingen im gleichen Zeitraum ebenfalls zurück, von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 1998 auf 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2013[111] (ein Minus von 37 %).

Vergleicht man die Entwicklung der Marktanteile der verschiedenen Mediengattungen an den gesamten Werbeinvestitionen in Deutschland im Zeitverlauf, so ergibt sich nach Nielsen Media Research folgendes Bild: Während der Anteil der Investitionen in Fernsehwerbung zwischen 1998 und 2013 leicht anstieg, sodass er zuletzt bei 45 % lag, und die Radiowerbung ziemlich konstant bei einem Anteil von etwa 6 % blieb, fiel der Anteil der Printwerbung (Zeitungen und Zeitschriften) zwischen 1998 und 2013 von knapp 50 % auf 32 %. Der Anteilsverlust vollzog sich dabei größtenteils ab dem Jahr 2007. Dafür stieg ab dem Jahr 2002 der Anteil an Werbeinvestitionen bei Internetmedien (ohne die Ausgaben für Suchmaschinenmarketing, mit dem Google Geld verdient) von 0 % auf 12 % der gesamten Werbeinvestitionen im Jahr 2013.[112] Allerdings konnten die Umsätze, die traditionelle Zeitungen und Zeitschriften mit Werbeanzeigen auf ihren Onlinenachrichtenseiten im Internet erzielten, die Verluste in den gedruckten Medien in den vergangenen Jahren nicht annähernd kompensieren. Was die Anzeigenerlöse und die Auflagenentwicklung in Deutschland angeht, kann man also mit Recht von einer „Printkrise“ sprechen.[113]

Als Reaktion auf die verschlechterte wirtschaftliche Situation werfen einige deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverleger Google vor, eine Bedrohung für den Journalismus zu sein und das Geschäftsmodell des Onlinejournalismus zu sabotieren. Dass Google mit Werbung im Internet deutlich mehr Geld verdient als die traditionellen Medienunternehmen mit ihren Onlinenachrichtenseiten, obwohl der Suchmaschinenkonzern keine eigenen Inhalte produziert, wird von Verlegern immer wieder als Ungerechtigkeit kritisiert.[114] Ab dem Jahr 2009 kamen schließlich Forderungen nach einem Leistungsschutzrecht auf, durch das Google (sowie zunächst auch andere Suchmaschinenanbieter und Nachrichtenaggregatoren) verpflichtet werden sollte, für die gewerbliche Nutzung von kurzen Textausschnitten von Nachrichtenartikeln (sogenannten „Snippets“) Geld an die entsprechenden Medienunternehmen zu bezahlen.[115] Die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger wurde nach der Bundestagswahl 2009 auch als Ziel in den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien CDU, CSU und FDP aufgenommen.[116]

Um die Einführung des Leistungsschutzrechts gab es im Jahr 2012 eine kontroverse Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern.[117] Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen aus den vergangenen Jahren sprechen sich gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger aus. Dewenter und Haucap sowie Stühmeier vertreten den Standpunkt, dass ein solches Gesetz nicht sinnvoll ist, da es aus ökonomischer beziehungsweise ordnungspolitischer Sicht mehr Schaden anrichtet als Nutzen schafft.[118] Darüber hinaus bemängeln Dewenter und Haucap, dass es fraglich ist, ob Medienunternehmen überhaupt von einem Leistungsschutzrecht profitieren würden, da gerade kleinere Verlage keine besonders gute Verhandlungsposition haben, um von Google Abgaben für die Nutzung von Textausschnitten zu verlangen.[119]

Dennoch wurde das Leistungsschutzrecht für Presseverleger am 1. März 2013 im Bundestag verabschiedet und trat am 1. August 2013 in Kraft. Allerdings änderte der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags den Gesetzesentwurf Ende Februar 2013 in entscheidenden Punkten: „[E]inzelne Wörter und kleinste Textausschnitte“ sollen demnach von Suchmaschinen und Nachrichtenaggretatoren weiterhin genutzt werden dürfen, ohne den Verlagen dafür eine Gebühr bezahlen zu müssen.[120] Unklar blieb, wie lang solche „kleinsten Textausschnitte“ maximal sein dürfen. Die von den Verlegern erhoffte Wirkung des Gesetzes blieb jedenfalls aus. Bis August 2014 ist kein Fall bekannt, in dem Google für die Nutzung von Textausschnitten Abgaben an einen Verlag bezahlte.

Für das Konkurrenzverhältnis von Google und den traditionellen Medien stellt sich über die gesetzliche Regelung hinaus folgende Frage: Verdient Google tatsächlich an den Inhalten der Onlinenachrichtenseiten, ohne dass diese davon profitieren? Einer Studie des Marktforschungsunternehmens The Reach Group aus dem Jahr 2012 zufolge kann diese Behauptung nicht aufrechterhalten werden. „Es ist nicht einfach, Zahlen zu finden, die zeigen, dass momentan eine große Ungerechtigkeit gegenüber Presseverlegern im Google.de-Index passiert“,[121] heißt es im Fazit der Untersuchung. Denn den überwältigenden Teil seines Geschäfts macht Google ohne die Nutzung von Inhalten der Presseverleger. Bei einer Analyse von 1,5 Milliarden Suchergebnissen in Deutschland zeigte sich, dass nur 8 % der Ergebnisse auf der hauptsächlich genutzten ersten Suchergebnisseite von deutschen Nachrichtenangeboten stammen. Zudem wird nur 1 % der AdWords-Werbung auf Suchergebnisseiten angezeigt, auf denen Verlagsinhalte mindestens die Hälfte der Ergebnisse ausmachen.[122] Für Google sind Medieninhalte insofern nicht so wichtig, da sie nur einen kleinen Teil der Suchergebnisse ausmachen. Die Medien brauchen also Google, um im Internet gefunden zu werden, aber Google braucht die Medien für sein Geschäftsmodell der Suchwortvermarktung nicht unbedingt.

Außerdem ist die Nachrichtensuchmaschine Google News für Google keine eigene Erlösquelle, sondern vielmehr ein Mittel zur Kundenbindung.[123] Durch die Ergänzung der allgemeinen Suchmaschine um die anzeigenfreie Nachrichtensuchmaschine Google News gibt das Unternehmen seinen Nutzern die Möglichkeit, nach aktuellen Nachrichten zu suchen, und erhöht damit seinen Nutzen. Doch Google macht mit dem Angebot Google News keinen Gewinn – es ist ein Verlustgeschäft, das durch die enormen Umsätze der allgemeinen Suchmaschine durch das AdWords-Programm querfinanziert wird.[124] Daran zeigt sich insofern ein allgemeineres Problem: Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet nur schwierig Geld verdienen, das gilt für traditionelle Medien genauso wie für Google News.

Journalistische Angebote haben im Internet neue Wettbewerber im Kampf um Aufmerksamkeit: Blogs, soziale Netzwerke wie Facebook, Videoportale wie YouTube – sowie eben Suchmaschinen, die oftmals die Einstiegsseiten sind, wenn man sich im Internet informieren will. Während die Notwendigkeit von langfristiger Bindung an bestimmte Medienangebote (zum Beispiel durch Abonnements von Tageszeitungen) dabei zurückgeht, herrscht eine starke Bindung an die Suchmaschine Google, von der diese profitiert.[125] Während sich das Geschäftsmodell der Suchwortvermarktung von Google außerdem als äußerst erfolgreich erwiesen hat, gibt es für Onlinejournalismus bisher noch kein funktionierendes Geschäftsmodell.

Neuberger sieht Suchmaschinen als Mitverursacher der Abwanderung von Werbekunden ins Internet, und somit als Konkurrent für Medienunternehmen auf dem Werbemarkt.[126] In einer Befragung von Journalisten aus dem Jahr 2007 zeigt sich, dass diese die Lage ähnlich einschätzen. 59 % der Befragten stimmten der Aussage „Suchmaschinen wie Google werden künftig auf dem Werbemarkt zu einer starken Konkurrenz für Presse und Rundfunk werden“ zu. Dagegen glaubten nur 2 %, dass Suchmaschinen Journalisten überflüssig machen.[127] Die Vertreter der traditionellen Medien haben also erkannt, dass Google inzwischen nicht mehr nur ein praktisches Rechercheinstrument ist, sondern sich auch zu einem wirtschaftlich starken Unternehmen entwickelt hat, das den Onlineanzeigenmarkt beherrscht und damit zu einem Konkurrenten geworden ist.

Die Forderungen, die sich daraus für einige Presseverleger ergeben und von diesen auch lautstark geäußert werden, erscheinen allerdings nicht unbedingt haltbar. So wirft Goldman den Medien bei ihrer Kritik an Google Heuchelei vor, weil sie der „redaktionellen Freiheit“ von Google misstrauen, obwohl sie selbst jahrelang von ihrer eigenen redaktionellen Freiheit profitiert und lokale Monopole gebildet haben. Wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Suchmaschinen sei es schwer, zwischen berechtigten Diskussionen und dem finanziellen Eigeninteresse der Beteiligten zu unterscheiden.[128] Auch wenn Google auf dem Werbemarkt zu einem Konkurrenten der traditionellen Medien geworden ist, so ist es doch eine unzulässige Vereinfachung, das Unternehmen für die verschlechterte wirtschaftliche Situation der Printmedien verantwortlich zu machen.

2.2.5. Zusammenfassung des Verhältnisses von Google zum Journalismus

Wie die bisherigen Kapitel dieser Arbeit gezeigt haben, spielt Google für den Journalismus auf vier verschiedene Arten eine Rolle:

1. als Rechercheinstrument
2. als Vermittler von Rezipienten
3. als funktionaler Konkurrent
4. als wirtschaftlicher Konkurrent

Bereits kurze Zeit nach der Entwicklung der Suchmaschine Google wurde diese von Journalisten für ihre Recherchearbeit eingesetzt und ist inzwischen wohl nicht mehr aus deren Arbeitsalltag wegzudenken. Google ist außerdem der Vermittler, über den ein großer Teil der Rezipienten im Internet auf Nachrichtenartikel stößt. Dabei ist Google kein Gatekeeper im kommunikationswissenschaftlichen Sinne, da die allgemeine Suchmaschine sowie die Nachrichtensuchmaschine Google News keine eigenen Inhalte veröffentlichen und somit auch kein Thema auf die Agenda setzen können. Darüber hinaus ist die Suchmaschinennutzung ein aktiverer Vorgang als die Rezeption traditioneller, abgeschlossener Medienprodukte wie Zeitungen und Nachrichtensendungen, da der Nutzer hierbei über die Eingabe von Suchbegriffen stärker selbst darüber entscheiden kann, nach welchen Informationen er sucht und welche Themen ihn interessieren.

Neuberger sieht das Verhältnis von Nachrichtensuchmaschinen wie Google News zu professionellem Journalismus daher als komplementär an. Die Ergebnisse einer Nutzerbefragung zeigen, dass journalistische Qualität von Nachrichtenangeboten im Internet erkannt und wertgeschätzt wird. Wenn sich Leute über das Weltgeschehen oder lokale Ereignisse informieren wollen, dann greifen diese dazu auf journalistische Angebote zurück und vertrauen diesen.[129] Auch wenn Suchmaschinen oftmals als Zugang zu Onlinenachrichtenseiten genutzt werden, sind sie also kein funktionales Äquivalent von Journalismus – sie können ihn nicht ersetzen, sondern ergänzen ihn. Allerdings stellt Google auf dem Werbemarkt einen wirtschaftlichen Konkurrenten dar, weil sich das Unternehmen wie journalistische Angebote im Internet über Werbeanzeigen finanziert. Diese Rolle von Google hat zusammen mit anderen Entwicklungen im Internet dazu beigetragen, das finanzielle Fundament des (Print-)Journalismus ins Wanken zu bringen.[130]

Während die ersten beiden Funktionen von Google aus Sicht der Medien also eher positiv bewertet werden,[131] zeigen Punkt drei und vier, dass Google inzwischen teilweise auch als Bedrohung für traditionelle Medien angesehen wird. Dass das Verhältnis von Google und Journalisten ambivalent ist, zeigt auch eine Befragung in deutschen Zeitungsverlagen im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) aus dem Jahr 2009. Nur 9 % sehen Google als Partner und nur 14 % als Bedrohung für ihr Geschäft. Für die eindeutige Mehrheit (71 %) ist Google beides.[132]

Zusätzlich ist Google auch noch in einer weiteren Rolle wichtig für Journalisten: als Thema in der Berichterstattung. Nachdem das Verhältnis von Google und dem Journalismus auf den bisherigen vier Ebenen erläutert und analysiert wurde, widmet sich diese Arbeit deshalb im Folgenden nun der Berichterstattung über Google in den Medien.

2.3. Bisherige Forschung zur Berichterstattung über Google

Zum Zeitpunkt der Anfertigung dieser Arbeit gab es noch keine wissenschaftliche Untersuchung zur Darstellung von Google in den deutschen Medien. Allerdings gibt es mehrere Studien zu einem verwandten Themenbereich, der Berichterstattung in Deutschland über die Digitalisierung und das Internet.

Zwei Inhaltsanalysen kommen dabei zu dem Ergebnis, dass über das Internet als neue Kommunikationstechnologie in den deutschen Medien Mitte bis Ende der 1990er Jahre überwiegend positiv berichtet wurde. Einer Untersuchung des „Medien Tenor“ zufolge war das Internet in den Fernsehnachrichten und Printmedien (Tageszeitungen und Wochenzeitschriften) zwischen 1996 und 1999 ein beliebtes Thema, obwohl es zu dieser Zeit von einem Großteil der Bevölkerung noch nicht genutzt wurde. Zwar gab es auch eine skeptische Perspektive, bei der Risiken der neuen Technologie thematisiert wurden (etwa die Verbreitung von Pornographie oder die Nutzung für kriminelle Machenschaften), allerdings überwog insgesamt die euphorische Perspektive, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen in den Vordergrund stellte.[133] Auch Rösslers Studie zum Framing des Internets in der Berichterstattung von traditionellen Medien ergab, dass in deutschen Nachrichtenmagazinen zwischen 1995 und 1998 die euphorische sowie die wirtschaftlich optimistische Sichtweise am häufigsten vorkamen.[134]

Darauf aufbauend untersuchten Zeller et al., wie ausgewählte deutsche Printmedien in den Jahren 2003 und 2008 über das Thema Digitalisierung berichteten. Sie kommen insgesamt zu dem Ergebnis, dass digitale Technologien kaum in der Kritik stehen und ein eher positives Bilder der Digitalisierung gezeichnet wird.[135] Zwischen den beiden Untersuchungszeiträumen gibt es nur geringe Unterschiede, wobei die Berichterstattung im Jahr 2008 tendenziell etwas negativer, aber immer noch überwiegend positiv ist.[136] Allerdings ist die Bewertung der Digitalisierung themenabhängig. Wenn nicht der Unterhaltungsbereich, sondern politische Aspekte oder Fragen von Recht und Sicherheit im Mittelpunkt stehen, kommt es eher zu negativen Bewertungen.[137]

Aus den USA gibt es darüber hinaus einige wenige Untersuchungen der Berichterstattung über Google in den US-amerikanischen Medien. Shaker analysierte 59 Artikel über Google aus der New York Times zwischen November 2003 und November 2005 und fokussiert sich dabei hauptsächlich auf die behandelten Themen sowie die Bewertung von Google. 23 der untersuchten Artikel beschreiben die wirtschaftliche Situation von Google (Börsengang, Aktienkurs, Vergleich mit Konkurrenten), in 17 geht es bloß nebensächlich um Google, neun sind kurze Meldungen zu Google und die restlichen zehn erklären die Technologie beziehungsweise gehören einem anderen Typ an. Insgesamt erschienen 40 der Artikel im Wirtschaftsressort der Zeitung.

Die Bewertung von Google ist dabei überwiegend positiv, der dominierende Narrativ stellt Google als innovatives und äußerst erfolgreiches Unternehmen dar. Von den insgesamt 101 Aussagen über Google stammen über die Hälfte (62) von Wirtschaftsakteuren und nur fünf von Google-Angestellten selbst. Shaker kritisiert, dass die Grundlage der positiven Berichterstattung über Google in den USA der wirtschaftliche Erfolg ist und die Bewertung nicht auf einer kritischen Auseinandersetzung mit den Aktivitäten des Unternehmens beruht. Das Vertrauen, das die Medien den Nutzern dadurch vermitteln, kann ungerechtfertigt sein. Zwar schaltet Google keine Werbung für sich in den Medien, aber dafür profitiert das Unternehmen von positiver Berichterstattung in den Medien.[138]

Hoofnagle widmete sich der Frage, wie sich Google in den Medien zum Thema Privatsphäre äußert. Dazu untersuchte er 463 Artikel im Wall Street Journal und der New York Times zwischen 1999 und 2008 mit insgesamt 193 Aussagen zur Privatsphäre (dabei kamen unter anderem 35 verschiedene Google-Angestellte zu Wort). Häufig waren die Aussagen beschwichtigend („Privacy is important“), vage und nannten keine konkreten Maßnahmen. Von Seiten der Medien oder anderer Akteure wurde Google in diesem Zusammenhang oft mit dem inoffiziellen Firmenmotto „Don’t be evil!“ konfrontiert. Daher kommt Hoofnagle zu dem Schluss, dass Google seine Rhetorik im Bezug auf Privatsphäre ändern sollte.[139]

Außerdem führte das Pew Research Center zwischen Juni 2009 und Juni 2010 eine Untersuchung der Technologieberichterstattung von 52 US-amerikanischen Nachrichtenmedien (Zeitungen, Fernsehen, Radio, Onlinenachrichtenseiten) durch und analysierte dabei insgesamt 437 Artikel und Beiträge.[140] In der betrachteten Stichprobe war Google hinter Apple das Technologieunternehmen, über das am zweithäufigsten berichtet wurde. In 11 % der untersuchten Artikel ging es um Google. Die Darstellung des Unternehmens war dabei überwiegend postitiv, in 25 % der Artikel ging es darum, dass Google das Finden von Inhalten im Internet erleichtert und in 20 % der Artikel wurden die Produkte von Google als überlegen und innovativ beschrieben.[141] Mit Bezug auf das inoffizielle Firmenmotto „Don’t be evil!“ wurde Google zudem in 17 % der Artikel als gutes Unternehmen dargestellt.[142]

Doch auch die negativen Seiten von Google wurden thematisiert, in 19 % der Artikel ging es darum, dass Google zu viele Informationen über seine Nutzer und damit zu viel Macht hat. Urheberrechtsverletzungen und Diebstahl von Inhalten wurden dagegen nur in 2 % der Artikel aufgegriffen.[143] 14 % der Artikel handelten von Google als Konkurrent für andere Unternehmen.[144] Für diese Arbeit ist insbesondere von Interesse, ob sich diese Ergebnisse von Inhaltsanalysen aus den USA mit der Berichterstattung in Deutschland decken und in welchen Bereichen es eventuell Unterschiede gibt.

Neben der wissenschaftlichen Forschung zur Berichterstattung über Google können außerdem auch Äußerungen von Journalisten selbst zu diesem Thema aussagekräftig sein. So beklagte sich der Spiegel-Online-Redakteur Christian Stöcker Ende 2010 in einem Artikel darüber, dass andauernd über Google berichtet werden müsse, weil das Unternehmen ständig für neue Nachrichten sorge.[145] Was die Berichterstattung über Google trotz des großen Interesses von Seiten der Medien allerdings erschweren kann, ist, dass das Unternehmen – wie Jörg Sadrozinski von tagesschau.de es ausdrückt – sich den Journalisten teilweise als „Black Box“ entgegenstellt: „undurchschaubar und stumm“.[146] Als Beispiele dafür nennt er mangelnde Bereitschaft zu Stellungnahmen sowie die Ablehnung von Interview-Anfragen und Drehgenehmigungen. Diese Geheimniskrämerei könne bei Journalisten Argwohn wecken.[147]

2.4. Herleitung der Forschungsfragen

Da bisher kaum empirisch belegte Erkenntnisse zur Berichterstattung über Google in Deutschland vorliegen, werden in dieser Arbeit keine Hypothesen aufgestellt. Stattdessen soll sich die inhaltsanalytische Untersuchung an neun Forschungsfragen orientieren. Diese werden im Folgenden erläutert und formuliert.

Noch bevor man die Berichterstattung über Google in Deutschland inhaltlich untersucht, erscheint es interessant, wie sich die Menge dieser Berichterstattung im Laufe der Zeit verändert hat. Da sich das Unternehmen Google in den gut 15 Jahren seit der Gründung durch zwei Studenten in einer Garage stark verändert hat und dabei massiv gewachsen ist (siehe Kapitel 2.1.), ist anzunehmen, dass auch die Berichterstattung deutlich zugenommen hat. Dazu würde auch die Aussage des Spiegel-Online-Journalisten Christian Stöcker aus dem Jahr 2010 passen, dass Google ständig in den Medien ist. Deshalb lautet die erste Forschungsfrage:

1. Wie hat sich die Menge der Berichterstattung über Google in den deutschen Medien im Laufe der Zeit verändert?

Zusätzlich ist von Interesse, im Zusammenhang mit welchen Themen Google in der Medienberichterstattung vertreten ist. Durch die Expansion in zahlreiche Geschäftsbereiche reichen die möglichen Themen von der Technologie der Suchmaschine über die wirtschaftliche Situation und die gesellschaftlichen sowie politischen Auswirkungen von Google bis hin zum Einfluss auf den Journalismus und kulturelle Phänomene. Darüber hinaus können bestimmte Ereignisse und Themen dafür sorgen, dass besonders viel über Google berichtet wird. Eine Veränderung der Themenstruktur im Laufe der Zeit erscheint daher ebenfalls plausibel. Deshalb lautet die zweite Forschungsfrage:

2. Über welche Themen wird im Zusammenhang mit Google berichtet und wie hat sich die Zusammensetzung der Themen im Laufe der Zeit verändert?

Wenn es um wirtschaftlich starke und gesellschaftlich einflussreiche Unternehmen geht, haben die Medien eine Kritik- und Kontrollfunktion, das heißt sie sollen die Handlungen dieser Unternehmen beurteilen und eventuelles Fehlverhalten aufdecken. Deshalb stellt sich die Frage, wie das Unternehmen Google in der Berichterstattung der deutschen Medien bewertet wird. Im Zusammenhang mit Google ist insbesondere denkbar, dass dabei das inoffizielle Firmenmotto „Don’t be evil!“ aufgegriffen wird, mit dem sich das Unternehmen selbst zu richtigem Handeln verpflichtet hat.

Es erscheint naheliegend, dass die Medien gerade in der Anfangszeit positiv über Google berichtet haben, da die Berichterstattung über Internetthemen in Deutschland Ende der 1990er Jahre generell eher positiv war (siehe Kapitel 2.3.) und die Suchmaschine des Unternehmens besonders für Journalisten nützlich ist (siehe Kapitel 2.2.1.). Aufgrund der wachsenden wirtschaftlichen Stärke und des gesellschaftlichen Einflusses des Unternehmens zeigten sich im Laufe der Jahre allerdings einige potentielle Kritikpunkte, die zu einer negativen Bewertungen führen können. Auch das wirtschaftliche Konkurrenzverhältnis zwischen Google und den traditionellen Medien (siehe Kapitel 2.2.4.) könnte sich auf die Beurteilung des Unternehmens in der Berichterstattung auswirken. Die dritte Forschungsfrage lautet also:

3. Wie wird Google in der Berichterstattung bewertet und wie hat sich die Bewertung von Google im Laufe der Zeit verändert?

In der Technologieberichterstattung, zu der man auch die Berichterstattung über Google zählen kann, geht es häufig darum, mit welchen Chancen und Risiken neue Technologien verbunden sind und für welche Nutzen und Schäden sie verantwortlich sind.[148] Menschen können von technologischen Innovationen profitieren, diese können aber auch negative Auswirkungen haben. Aufgrund des Nachrichtenfaktors „Negativität“ haben Schäden und Risiken dabei einen höheren Nachrichtenwert als Nutzen und Chancen, das heißt es wird generell eher über negative Ereignisse berichtet.[149] Außerdem hat sich im Allgemeinen gezeigt, dass die Medien eher über konkrete Schäden als über abstrakte Risiken berichten.[150]

Es stellt sich die Frage, ob dies auch für die Berichterstattung über Google gilt. Denn bedeutend erscheinen bei dem Unternehmen vor allem die Risiken, die durch die wachsende wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht des Konzerns entstehen (etwa der mögliche Missbrauch von privaten Daten der Nutzer). Dem Nutzen, den Google durch die kostenlose Bereitstellung von zahlreichen Angeboten und Produkten zweifellos schafft, stehen dagegen zumindest bisher keine deutlich sichtbaren und messbaren gesellschaftlichen beziehungsweise wirtschaftlichen Schäden gegenüber. Es ist darüber hinaus anzunehmen, dass sich die Thematisierung von Nutzen und Schaden sowie Chancen und Risiken auch auf die Bewertung von Google auswirkt. Daher lautet die vierte Forschungsfrage dieser Arbeit:

4. Wie wird über Nutzen oder Schaden sowie über Chancen oder Risiken durch Google berichtet?

Neben der Frage, ob Google mit seinem Vorgehen Anderen nutzt oder schadet, bietet sich auch noch eine andere Sichtweise auf Ereignisse mit Bezug zu Google an: Nämlich ob diese Google nutzen oder schaden, sprich ob sie einen Erfolg oder einen Misserfolg für das Unternehmen darstellen. Eine Besonderheit der Technologieberichterstattung ist außerdem ihr Zukunftsbezug.[151] Auf Google übertragen stellt sich damit die Frage, ob in der Berichterstattung Prognosen über die Zukunft des Unternehmens abgegeben werden und ob diese aus dessen Sicht positiv oder negativ ausfallen. Interessant ist darüber hinaus auch die Frage, inwieweit die Berichterstattung über Erfolge und Misserfolge von Google sowie die abgegebenen Zukunftsprognosen mit der tatsächlichen (wirtschaftlichen) Entwicklung des Unternehmens übereinstimmt. Die fünfte Forschungsfrage lautet somit:

[...]


[1] Vgl. Harrer, Wolfgang: Google wächst mit Rekordtempo. In: Die Welt, 08.10.2001. URL: http://www.welt.de/print-welt/article480062/Google-waechst-mit-Rekordtempo.html (Abruf: 20.08.14).

[2] Döpfner, Mathias: Warum wir Google fürchten. Offener Brief an Eric Schmidt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2014. URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/mathias-doepfner-warum-wir-google-fuerchten-12897463.html (Abruf: 20.08.14).

[3] Vgl. Google: 2013 Financial Tables. URL: http://investor.google.com/financial/2013/tables.html (Abruf: 20.08.14).

[4] Vgl. etwa Kaumanns, Ralf / Siegenheim, Veit: Von der Suchmaschine zum Werbekonzern. Googles Ambitionen für ein crossmediales Werbenetzwerk. In: Media Perspektiven, 2008 (1), S. 25–33.

[5] Als „traditionelle Medien“ werden in dieser Arbeit sämtliche journalistischen Produkte bezeichnet, die ihre Wurzeln in den Massenmedien des 20. Jahrhunderts haben. Dazu zählen neben Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen auch die Internetangebote dieser Medien, also etwa Onlinenachrichtenseiten wie Spiegel Online. Nicht dazugezählt werden Blogs von nicht bei Medien tätigen Personen, Internetseiten mit Fokus auf User-Generated-Content (z.B. Wikipedia, MySpace, YouTube) oder Plattformen für partizipativen Journalismus („Bürgerjournalismus“).

[6] Vgl. Möbus, Pamela / Heffler, Michael: Werbeeinnahmen: Printmedien in der Krise. Der Werbemarkt 2012. In: Media Perspektiven, 2013 (6), S. 310.

[7] So hat etwa Spiegel Online unter dem Titel „2020 – Die Zeitungsdebatte“ dazu aufgerufen, über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren, vgl.: http://www.spiegel.de/thema/2020_die_zeitungsdebatte (Abruf: 20.08.14).

[8] Vgl. Levy, Steven: In The Plex. How Google Thinks, Works, and Shapes Our Lives. New York: Simon & Schuster, 2011, S. 19-22.

[9] Die Google-Startseite aus dem November 1998 lässt sich mit der „Wayback Machine“ des Internet Archive betrachten. URL: https://web.archive.org/web/19981111183552/http://google.stanford.edu (Abruf: 20.08.14).

[10] Vgl. Auletta, Ken: Googled. The End of the World As We Know It. London: Virgin Books, 2010, S. 42.

[11] Vgl. Google: Google erobert den Globus – 10 weitere Sprachen. 09.05.2000. URL: http://googlepressde.blogspot.de/2000/05/google-erobert-den-globus-10-weitere.html (Abruf: 20.08.14).

[12] Vgl. Reppesgaard, Lars: Das Google-Imperium. 2., veränderte Auflage. Hamburg: Murmann, 2010, S. 84f.

[13] Vgl. Duden online: googeln. URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/googeln (Abruf: 20.08.14).

[14] Vgl. Schmidt, Holger: Googles Marktanteil in Deutschland: 94 Prozent. 19.05.2014. URL: http://netzoekonom.de/2014/05/19/googles-marktanteil-in-deutschland-94-prozent (Abruf: 20.08.14).

[15] Vgl. Neuberger, Christoph: Angebot und Nutzung von Internet-Suchmaschinen. Marktstrategien, Qualitätsaspekte, Regulierungsziele. In: Media Perspektiven, 2005 (1), S. 4.

[16] Vgl. Machill, Marcel / Neuberger, Christoph / Schweiger, Wolfgang / Wirth, Werner: Wegweiser im Netz. Qualität und Nutzung von Suchmaschinen. In: Machill, Marcel / Welp, Carsten (Hrsg.): Wegweiser im Netz. Qualität und Nutzung von Suchmaschinen. Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung, 2003, S. 177f.

[17] Vgl. ebd., S. 186-188.

[18] Vgl. Machill, Marcel / Beiler, Markus: Suchmaschinen als Vertrauensgüter. Internet-Gatekeeper für die Informationsgesellschaft? In: Klumpp, Dieter et al. (Hrsg.): Informationelles Vertrauen für die Informationsgesellschaft. Heidelberg: Springer, 2008a, S. 159f.

[19] Vgl. Machill, Marcel / Beiler, Markus / Zenker, Martin: Suchmaschinenforschung. Überblick und Systematisierung eines interdisziplinären Forschungsfeldes. In: Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines. Köln: Halem, 2007, S. 23.

[20] Vgl. Auletta (2010), S. 53-55.

[21] Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2008), S. 25.

[22] Vgl. van Couvering, Elizabeth: New Media? The Political Economy of Internet Search Engines. A paper presented to The Communication Technology Policy section 2004 Conference of the International Association of Media & Communications Researchers (IAMCR) Porto Alegre, Brazil, July 25-30, 2004, S. 14.

[23] Vgl. Bermejo, Fernando: Audience Manufacture in Historical Perspective. From Broadcasting to Google. In: New Media & Society, 11 (1 & 2), 2009, S. 146f.

[24] Vgl. Breunig, Christian: Online-Werbemarkt in Deutschland 2001 bis 2004. Internet bleibt für die Werbewirtschaft ein Ergänzungsmedium. In: Media Perspektiven, 2004 (8), S. 402.

[25] Vgl. van Couvering, Elizabeth: The Economy of Navigation. Search Engines, Search Optimisation and Search Results. In: Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines. Köln: Halem, 2007, S. 114.

[26] Auletta (2010), S. 353.

[27] Vgl. Machill et al. (2003), S. 188-192.

[28] Vgl. Gaulke, Martin: Suchmaschinenkompetenz. Was wissen wir wirklich über Suchmaschinen? Eine Untersuchung am Beispiel von Google. Masterarbeit an der Hochschule Pforzheim, 2008. URL: http://www.suchmaschinenkompetenz.de/SEO-Suchmaschinenkompetenz.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 89f.

[29] Vgl. Google: Google Inc. Prices Initial Public Offering Of Class A Common Stock. 18.08.2004. URL: http://investor.google.com/releases/2004/0818a.html (Abruf: 20.08.14).

[30] Vgl. Lindner, Roland: Eine Google-Aktie kostet mehr als 1000 Dollar. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2013. URL: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/sprudelnde-werbeeinnahmen-eine-google-aktie-kostet-mehr-als-1000-dollar-12624153.html (Abruf: 20.08.14).

[31] Vgl. Google (o.J.): 2013 Financial Tables.

[32] Vgl. van Couvering (2004), S. 7f.

[33] Vgl. Kroeber-Riel, Annette: Nutzertreue im Internet. Für Google eine Frage des Vertrauens. In: Essen, Karsten (Hrsg.): Vertrauen und das soziale Kapital unserer Gesellschaft. 30. Sinclair-Haus-Gespräch. Freiburg, Basel, Wien: Herder, 2011, S. 62.

[34] Google: Unsere zehn Grundsätze. URL: http://www.google.de/intl/de/about/company/philosophy (Abruf: 20.08.14).

[35] Vgl. Google: Code of Conduct. URL: http://investor.google.com/corporate/code-of-conduct.html (Abruf: 20.08.14).

[36] Google: Über Google. URL: http://www.google.de/intl/de/about (Abruf: 20.08.14).

[37] Vgl. Stross, Randall E.: Planet Google. One Company's Audacious Plan to Organize Everything We Know. New York: Free Press, 2009, S. 77f.

[38] Vgl. Google: Deutschsprachiges Nachrichtenangebot bei Google. 08.07.2003. URL: http://googlepressde.blogspot.de/2003/07/deutschsprachiges-nachrichtenangebot.html (Abruf: 20.08.14).

[39] Vgl. Levy (2011), S. 239.

[40] Vgl. ebd., S. 347-354.

[41] Deutschlandstart von Google Maps ist erst im April 2006, vgl. Google: Unternehmensgeschichte im Detail. URL: http://www.google.de/intl/de/about/company/history (Abruf: 20.08.14).

[42] Vgl. ebd. In Deutschland geht Google Street View erst im November 2010 online, vgl. Google: Mit Street View quer durch Deutschland: Google stellt die 20 größten Städte online. 18.11.2010. URL: http://googlepressde.blogspot.de/2010/11/mit-street-view-quer-durch-deutschland.html (Abruf: 20.08.14).

[43] Vgl. Google: Google To Acquire YouTube for $1.65 Billion in Stock. 09.10.2006. URL: http://googlepress.blogspot.de/2006/10/google-to-acquire-youtube-for-165_09.html (Abruf: 20.08.14).

[44] Vgl. Auletta (2010), S. 207f.

[45] Vgl. ebd., S. 264f.

[46] Vgl. Gundotra, Vic: Introducing the Google+ project: Real-life sharing, rethought for the web. In: Google Official Blog, 28.06.2011. URL: http://googleblog.blogspot.de/2011/06/introducing-google-project-real-life.html (Abruf: 20.08.14).

[47] Vgl. Smith, Chris: Google CEO Larry Page brings Project Glass prototype to London. In: tech radar, 22.05.2012. URL: http://www.techradar.com/news/world-of-tech/internet/google-ceo-larry-page-brings-project-glass-prototype-to-london-1081565 (Abruf: 20.08.14).

[48] Vgl. Goldman, Eric: Revisiting Search Engine Bias. In: William Mitchell Law Review, 38 (1), 2011, S. 97–101.

[49] Vgl. Auletta (2010), S. 67-70

[50] Vgl. Google: 2014 Financial Tables. URL: http://investor.google.com/financial/tables.html (Abruf: 20.08.14).

[51] Vgl. Levy (2011): S. 258f.

[52] Vgl. Machill at al. (2003), S. 97.

[53] Vgl. ebd., S. 441.

[54] Vgl. Bermejo (2009).

[55] Vgl. etwa § 10 im Pressegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen, zitiert nach: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=2250&bes_id=4493&aufgehoben=N&menu=1&sg= (Abruf: 20.08.14).

[56] Vgl. van Couvering (2004).

[57] Vgl. ebd., S. 3.

[58] Vgl. news aktuell: Media Studie 2000. Journalisten online. 2000. URL: http://www.presseportal.de/showbin.htx?id=12754&type=document&action=download&attname=ms2000-d.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 23.

[59] Vgl. Keel, Guido / Bernet, Marcel: Journalisten im Internet 2005. Eine Befragung von Deutschschweizer Medienschaffenden zum beruflichen Umgang mit dem Internet. 2005. URL: http://www.linguistik.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/linguistik/_Institute_und_Zentren/IAM/PDFS/Forschung/Projekte/Studie_Internet_2005.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 9.

[60] Vgl. ebd., S. 11.

[61] Vgl. Keel, Guido / Bernet, Marcel: Journalisten im Internet 2009. Eine repräsentative Befragung von Schweizer Medienschaffenden zum beruflichen Umgang mit dem Internet. 2009. URL: http://pd.zhaw.ch/publikation/upload/202327.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 13f.

[62] Vgl. Machill, Marcel / Beiler, Markus: Die Bedeutung des Internets für die journalistische Recherche. Multimethodenstudie zur Recherche von Journalisten bei Tageszeitung, Hörfunk, Fernsehen und Online. In: Media Perspektiven, 2008b (10), S. 527f.

[63] Vgl. ebd., S. 523f.

[64] Vgl. Wegner, Jochen: Die Googleisierung der Medien. In: Lehmann, Kai / Schetsche, Michael (Hrsg.): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens. Bielefeld: Transcript, 2005, S. 235.

[65] Vgl. Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie: „Googleisierung“ oder neue Quellen im Netz? Anbieterbefragung III: Journalistische Recherche im Internet. In: Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie (Hrsg.): Journalismus im Internet. Profession, Partizipation, Technisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009b, S. 320f.

[66] Vgl. Springer, Nina / Wolling, Jens: Recherchoogeln. Wie Zeitungsjournalisten das Internet für ihre Arbeit nutzen. In: Quandt, Thorsten / Schweiger, Wolfgang (Hrsg.): Journalismus Online – Partizipation oder Profession? Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008, S. 56.

[67] Vgl. Machill, Marcel / Beiler, Markus / Zenker, Martin: Journalistische Recherche im Internet. Bestandsaufnahme journalistischer Arbeitsweisen in Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen und Online. Berlin: Vistas (Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, 60), 2008, S. 319.

[68] Vgl. ebd., S. 291.

[69] Vgl. Auletta (2010), S. 104.

[70] Sadrozinski, Jörg: Suchmaschinen und öffentlich-rechtlicher Onlinejournalismus am Beispiel tagesschau.de. In: Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines. Köln: Halem, 2007, S. 171.

[71] Vgl. Olmstead, Kenny / Mitchell, Amy / Rosenstiel, Tom: Navigating News Online: Where People Go, How They Get There and What Lures Them Away. Pew Research Center's Project For Excellence In Journalism, 2011. URL: http://www.journalism.org/files/legacy/NIELSEN%20STUDY%20-%20Copy.pdf (Abruf: 20.08.14), S.7.

[72] Vgl. ebd., S. 22.

[73] Vgl. Schmidt, Holger: Google – die Spinne im Netz. In: Frankfurter Allgemeine Blogs, 05.10.2009. URL: http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2009/10/05/die-spinne-im-netz-1277 (Abruf: 20.08.14).

[74] Vgl. Schmidt, Holger: Trafficlieferanten der Medien: Facebook gewinnt, Google verliert. In: Frankfurter Allgemeine Blogs, 29.03.2011. URL: http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2011/03/29/trafficlieferanten-der-medien-facebook-gewinnt-google-verliert-2421 (Abruf: 20.08.14).

[75] Vgl. Schäfer, K. Antonia: Weit weit oben. In: journalist, 14.06.2012. URL: http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/suchmaschinenoptimierung-und-republishing-weit-weit-oben.html (Abruf: 20.08.14); Schäfer, K. Antonia: „Wir wären irre, wenn wir das nicht täten“. In: journalist, 07.03.2013. URL: http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/seo-wir-waeren-irre-wenn-wir-das-nicht-taeten.html (Abruf: 20.08.14).

[76] Vgl. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV): Kooperation oder Konfrontation – Wie müssen Verlage mit Google umgehen? 27.11.2009. URL: http://www.bdzv.de/aktuell/ pressemitteilungen/artikel/detail/kooperation_oder_konfrontation_wie_muessen_verlage_mit_google_umgehen (Abruf: 20.08.14).

[77] o.V.: Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums. 26.06.2009. URL: http://www.axelspringer.de/downloads/21/153453/Hamburger_Erklaerung.pdf (Abruf: 20.08.14).

[78] Vgl. Horizont.net: 166 Verlage unterzeichnen "Hamburger Erklärung". 09.07.2009. URL: http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/166-Verlage-unterzeichnen-Hamburger-Erklaerung_85569.html (Abruf: 20.08.14).

[79] Vgl. Burda, Hubert: Wir werden schleichend enteignet. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2009. URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/journalismus-im-internet-wir-werden-schleichend-enteignet-1813147.html (Abruf: 20.08.14).

[80] Vgl. Cohen, Josh: Working with News Publishers. In: Google Europe Blog, 15.07.2009. URL: http://googlepolicyeurope.blogspot.de/2009/07/working-with-news-publishers.html (Abruf: 20.08.14).

[81] Zitiert nach Axel Springer AG: Internationale Verlage unterzeichnen „Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums“. 09.07.2009. URL: http://www.axelspringer.de/presse/Internationale-Verlage-unterzeichnen-Hamburger-Erklaerung-zum-Schutz-des-geistigen-Eigentums_887946.html (Abruf: 20.08.14).

[82] Vgl. etwa Wolling, Jens: Suchmaschinen – Gatekeeper im Internet. In: Medienwissenschaft Schweiz, 2002 (2), S. 15; Machill et al. (2003), S. 18; Schulz, Wolfgang / Held, Thorsten / Laudien, Arne: Suchmaschinen als Gatekeeper in der öffentlichen Kommunikation. Rechtliche Anforderungen an Zugangsoffenheit und Transparenz bei Suchmaschinen im WWW. Berlin: Vistas, 2005 (Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, 49).

[83] Vgl. Machill, Marcel / Lewandowski, Dirk / Karzauninkat, Stefan: Journalistische Aktualität im Internet. Ein Experiment mit den "News-Suchfunktionen" von Suchmaschinen. In: Machill, Marcel / Schneider, Norbert (Hrsg.): Suchmaschinen. Neue Herausforderungen für die Medienpolitik. Berlin: Vistas, 2005 (Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, 50), S. 112.

[84] Vgl. Shoemaker, Pamela J.: Gatekeeping. Newbury Park: Sage Publications, 1991 (Communication Concepts, 3), S. 5-8.

[85] Vgl. White, David Manning: The ‚Gate Keeper’. A Case Study in the Selection of News. In: Journalism Quarterly, 27, 1950, S. 383-390.

[86] Shoemaker (1991), S. 1.

[87] Vgl. ebd., S. 1-4.

[88] Vgl. ebd., S. 27.

[89] Vgl. ebd., S. 31.

[90] Vgl. Wolling, Jens: Suchmaschinen? – Selektiermaschinen! In: Krömker, Heidi / Klimsa, Paul (Hrsg.): Handbuch Medienproduktion. Produktion von Film, Fernsehen, Hörfunk, Print, Internet, Mobilfunk und Musik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, S. 529–537.

[91] Vgl. ebd., S. 530f.

[92] Vgl. Wolling (2002), S. 15.

[93] Vgl. Machill et al. (2003), S. 255f.

[94] Vgl. Wolling (2005), S. 533.

[95] Vgl. Neuberger (2005), S. 5.

[96] Vgl. Röhle, Theo: Machtkonzepte in der Suchmaschinenforschung. In: Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines. Köln: Halem, 2007, S. 131-133.

[97] Vgl. Wyss, Vinzenz / Keel, Guido: Google als Trojanisches Pferd? Konsequenzen der Internet-Recherche von Journalisten für die journalistische Qualität. In: Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen – The Power of Search Engines. Köln: Halem, 2007, S. 145.

[98] Vgl. Granka, Laura A.: The Politics of Search. A Decade Retrospective. In: The Information Society, 26 (5), 2010, S. 365.

[99] Vgl. Goldman, Eric: Search Engine Bias and the Demise of Search Engine Utopianism. In: Yale Journal of Law and Technology, 2006 (8), S. 112.

[100] Vgl. ebd., S. 115; sowie Leisegang, Daniel: Das Google-Imperium. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, 53 (2), 2008, S. 104.

[101] Vgl. Google (o.J.): Unsere zehn Grundsätze.

[102] Vgl. etwa Machill et al. (2003), S. 28.

[103] Vgl. Google News. URL: http://news.google.de (Abruf: 20.08.14).

[104] Vgl. Carlson, Matt: Order Versus Access. News Search Engines and the Challenge to Traditional Journalistic Roles. In: Media, Culture & Society, 29 (6), 2007, S. 1021–1024.

[105] Vgl. ebd., S. 1014f.

[106] Vgl. ebd., S. 1025.

[107] Vgl. Shoemaker, Pamela J. / Vos, Tim P.: Gatekeeping Theory. New York: Routledge, 2009, S. 6.

[108] Vgl. IVW: Pressemeldung – IVW-Quartal 1/1999. 26.04.1999. URL: http://www.ivw.eu/ index.php?menuid=52&reporeid=25 (Abruf: 20.08.14); IVW: Pressemitteilung – IVW-Quartal 4/2013. 21.01.2014 URL: http://www.ivw.eu/index.php?menuid=52&reporeid=349 (Abruf: 20.08.14).

[109] Vgl. Röper, Horst: Zeitungsmarkt 2014: Erneut Höchstwert bei Pressekonzentration. Daten zur Konzentration der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland im I. Quartal 2014. In: Media Perspektiven, 2014 (5), S. 255.

[110] Vgl. IVW (1999); IVW (2014).

[111] Vgl. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV): Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten. Auszug aus dem Jahrbuch „Zeitungen 2012/13“. 2013. URL: http://www.bdzv.de/fileadmin/ bdzv_hauptseite/markttrends_daten/wirtschaftliche_lage/2012/assets/ZahlenDaten_2012.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 11; Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft: Nettowerbeeinnahmen der Medien 2013. URL: http://www.zaw.de/index.php?menuid=119&reporeid=833 (Abruf: 20.08.14).

[112] Vgl. Möbus, Pamela / Heffler, Michael: Fernsehwerbung dominiert den Werbemarkt. Der Werbemarkt 2013. In: Media Perspektiven, 2014 (6), S. 314-316.

[113] Vgl. Möbus / Heffler (2013), S. 310.

[114] Vgl. etwa Lischka, Konrad: Feindbild Suchmaschine: Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz. In: Spiegel Online, 22.07.2009. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/feindbild-suchmaschine-sie-schimpfen-auf-google-und-meinen-das-netz-a-637021.html (Abruf: 20.08.14); oder Burda (2009).

[115] Vgl. Stühmeier, Torben: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Eine ordnungspolitische Analyse. 12. Auflage. Düsseldorf: Düsseldorf Institute for Competition Economics, 2011 (DICE Ordnungspolitische Perspektiven, 12), S. 1.

[116] Vgl. o.V.: Wachstum. Bildung. Zusammenhalt. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP. 2009b. URL: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Ministerium/ koalitionsvertrag.pdf?__blob=publicationFile (Abruf: 20.08.14), S. 104.

[117] Zur Übersicht siehe: Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL). URL: http://www.leistungsschutzrecht.info (Abruf: 20.08.14).

[118] Vgl. Dewenter, Ralf / Haucap, Justus (2013): Ökonomische Auswirkungen der Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseinhalte im Internet (Leistungsschutzrecht für Presseverleger). Gutachten im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI). Düsseldorf: Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE ordnungspolitische Perspektiven, 36), S. viif; Stühmeier (2011), S. 16f.

[119] Vgl. Dewenter / Haucap (2013), S. 26.

[120] Vgl. Deutscher Bundestag: Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung. Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes. 27.02.2013. URL: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712534.pdf (Abruf: 20.08.14), S. 1.

[121] The Reach Group: Presseverleger und Google. Zahlen zum Leistungsschutzrecht, August 2012. URL: http://www.popularity-reference.de/download/11543 (Abruf: 20.08.14), S. 7.

[122] Vgl. ebd., S. 2.

[123] Vgl. Machill / Lewandowski / Karzauninkat (2005), S. 156f.

[124] Vgl. Auletta (2010), S. 101.

[125] Vgl. Schweiger, Wolfgang (2004): Was haben Suchmaschinen mit Massenmedien zu tun? Medienstrukturen, Publikumsverhalten und Informationsfreiheit. In: Medienheft (22), S. 41.

[126] Vgl. Neuberger, Christoph: Internet, Journalismus und Öffentlichkeit. Analyse des Medienumbruchs. In: Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie (Hrsg.): Journalismus im Internet. Profession, Partizipation, Technisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009, S. 75f.

[127] Vgl. Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie: Profession, Partizipation, Technik. Anbieterbefragung II: Internetjournalismus im Beziehungsgeflecht. In: Neuberger, Christoph / Nuernbergk, Christian / Rischke, Melanie (Hrsg.): Journalismus im Internet. Profession, Partizipation, Technisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009a, S. 272f.

[128] Vgl. Goldman (2011), S. 108f.

[129] Vgl. Neuberger, Christoph (2013): Competition or Complementarity? Journalism, Social Network Sites, and News Search Engines. In: Nienstedt, Heinz-Werner / Russ-Mohl, Stephan / Wilczek, Bartosz (Hrsg.): Journalism and Media Convergence. Berlin, Boston: De Gruyter, S. 121-124.

[130] Vgl. ebd., S. 127f.

[131] Bei der Kritik der Medienvertreter an der Abhängigkeit von Google als Vermittler von Rezipienten geht es eher um wirtschaftliche Aspekte, deshalb wird die zweite Rolle hier als positiv aufgefasst.

[132] Vgl. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) (2009).

[133] Vgl. Medien Tenor: Wie die „alten“ Medien das Internet sehen. Trends in der Berichterstattung über neue Kommunikationstechnologien 1996-1999. In: Medien Tenor, 2000 (92), S. 44f.

[134] Vgl. Rössler, Patrick: Between Online Heaven and Cyberhell. The Framing of 'the Internet' by Traditional Media Coverage in Germany. In: New Media & Society, 2001 (3), S. 56-64.

[135] Vgl. Zeller, Frauke / Wolling, Jens / Porten-Cheé, Pablo: Framing 0/1. Wie die Medien über die „Digitalisierung der Gesellschaft“ berichten. In: Medien & Kommunikationswissenschaft, 58 (4), 2010, S. 503.

[136] Vgl. ebd., S. 515f.

[137] Vgl. ebd., S. 520.

[138] Vgl. Shaker, Lee: In Google We Trust. Information Integrity in the Digital Age. In: First Monday, 11 (4), 2006. URL: http://journals.uic.edu/ojs/index.php/fm/article/view/1320/1240 (Abruf: 20.08.14).

[139] Vgl. Hoofnagle, Chris Jay: Beyond Google and Evil. How Policy Makers, Journalists and Consumers Should Talk Differently about Google and Privacy. In: First Monday, 14 (4), 2009. URL: http://journals.uic.edu/ojs/index.php/fm/article/view/2326/2156 (Abruf: 20.08.14).

[140] Vgl. Pew Research Center: When Technology Makes Headlines: The Media’s Double Vision about the Digital Age. Pew Research Center's Project For Excellence In Journalism. 2010. URL: http://www.journalism.org/files/legacy/When%20Technology%20Makes%20HeadlinesFINAL.pdf (Abruf: 20.08.14).

[141] Vgl. ebd., S. 2f.

[142] Vgl. ebd., S. 30.

[143] Vgl. ebd., S. 11.

[144] Vgl. ebd., S. 30.

[145] Vgl. Stöcker, Christian: Nachrichtendominanz: Kein Tag ohne Google. In: Spiegel Online, 24.12.2010. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nachrichtendominanz-kein-tag-ohne-google-a-735978.html (Abruf: 20.08.14).

[146] Sadrozinski (2007), S. 181.

[147] Vgl. ebd., S. 181.

[148] Vgl. Dahinden, Urs / Schanne, Michael: Wissenschafts- und Risikokommunikation. In: Dahinden, Urs / Süss, Daniel (Hrsg.): Medienrealitäten. Konstanz: UVK, 2009, S. 75-77.

[149] Vgl. Galtung, Johan / Ruge, Mari Holmboe: The Structure of Foreign News. The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crisis in Four Norwegian Newspapers. In: Journal of Peace Research, 2, 1965, S. 68f.

[150] Vgl. Singer, Eleanor / Endreny, Phyllis: Reporting Hazards. Their Benefits and Costs. In: Journal of Communication, 37 (3), 1987, S. 14.

[151] Vgl. Dahinden / Schanne (2009), S. 73.

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Details

Titel
Die Berichterstattung über Google in den deutschen Medien im Zeitverlauf
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Publizistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
132
Katalognummer
V310306
ISBN (eBook)
9783668087996
ISBN (Buch)
9783668088009
Dateigröße
837 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
inkl. 24 Seiten Anhang
Schlagworte
Google, Inhaltsanalyse
Arbeit zitieren
Jonas Trautner (Autor), 2014, Die Berichterstattung über Google in den deutschen Medien im Zeitverlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310306

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