Körperbezogenes Kontrollverhalten - auch Body Checking genannt - ist ein weit verbreitetes Phänomen und stellt eine behaviorale Manifestation eines negativen Körperbildes dar. Diese Studie befasst sich mit den Auswirkungen von induziertem Body Checking bei nicht-klinischen Frauen. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Body Checking auf das Körperbild und die Stimmung zu untersuchen, sowie einen möglichen moderierenden Effekt der spezifischen Essstörungspathologie und der Körperzufriedenheit zu überprüfen. Dabei inspizierten 40 Frauen sowohl ihre negativ als auch ihre positiv bewerteten Körperareale anhand verschiedener Body Checking-Varianten.
Den Ergebnissen zufolge scheint Body Checking insbesondere einen Einfluss auf das Körperbild zu haben. Allerdings scheinen Essstörungspathologie und Körperzufriedenheit als Moderatoren bezüglich des Body Checking-Einflusses bei nicht-klinischen Frauen eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Abstract
Einleitung
Methoden
Stichprobe
Messinstrumente
Spiegelbedingung
Kontrollbedingung
Versuchsablauf
Statistische Analysen
Ergebnisse
Diskussion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss von experimentell induziertem "Body Checking" auf das Körperbild und die Stimmung bei nicht-klinischen Frauen. Ziel der Studie ist es, die kurzfristigen Auswirkungen der Betrachtung persönlich positiv oder negativ bewerteter Körperareale zu analysieren und mögliche moderierende Effekte der individuellen Essstörungspathologie sowie der allgemeinen Körperzufriedenheit zu identifizieren.
- Phänomenologie und Ausprägung von "Body Checking"-Verhalten
- Experimentelle Untersuchung von Spiegel-Expositionsbedingungen
- Zusammenhang zwischen Körperbetrachtung, Körperbild und Stimmung
- Moderatoranalyse: Einfluss von Essstörungspathologie und Körperzufriedenheit
Auszug aus dem Buch
Einleitung
Körperbezogenes Kontrollverhalten – auch als „Body Checking“ bezeichnet – ist ein weit verbreitetes Phänomen, das besonders häufig unter jungen Frauen auftritt (Farrell, Shafran & Fairburn, 2004; Haase, Mountford & Waller, 2011) und zudem ein häufiges Merkmal von Essstörungen darstellt (Fairburn, Shafran & Cooper, 1999). Es beinhaltet eine kritische, meist ritualisierte Überprüfung des eigenen Körpers in Bezug auf Form, Figur und Gewicht und äußert sich beispielsweise durch häufiges Betrachten des eigenen Spiegelbildes, regelmäßiges Wiegen sowie das Abmessen oder Abtasten von Körperteilen (Shafran, Fairburn, Robinson & Lask, 2004).
Auch das Einholen von Rückversicherung bei anderen Personen über die eigene Figur sowie der Vergleich der eigenen Figur mit der von anderen Personen stellen Formen des Body Checkings dar (Rosen, 1997; Shafran et al., 2004; Vocks, Moswald & Legenbauer, 2008). Die am häufigsten verwendete Methode ist dabei das Betrachten des eigenen Körpers im Spiegel (Kachani, Brasiliano, Cordás & Hochgraf, 2012; Kraus, Lindenberg, Zeeck, Kosfelder & Vocks, 2015), wenngleich meist nicht nur eine, sondern verschiedene Methoden angewendet werden, um die eigene Figur und das Gewicht zu überprüfen (Shafran et al., 2004).
Studienergebnisse legen zudem einen positiven Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Body Checkings und einer Überbewertung von Figur und Gewicht nahe (Fairburn, Cooper & Shafran, 2003; Grilo et al., 2005; Reas, White & Grilo, 2006; Shafran et al., 2004). Ferner scheint sich das Body Checking häufig auf Körperbereiche zu beziehen, mit denen die betreffende Person unzufrieden ist, und ist demzufolge auch als eine behaviorale Manifestation eines negativen Körperbildes anzusehen (Vocks & Legenbauer, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Phänomen "Body Checking" ein, definiert dessen Formen und ordnet es in den theoretischen Kontext von Essstörungen und Körperbildstörungen ein.
Methoden: Hier werden die Auswahl der Stichprobe von 40 nicht-klinischen Frauen, die verwendeten Messinstrumente (EDE-Q-2, BESAA, BISS, PANAS-X) sowie das experimentelle Design einschließlich der Spiegel- und Kontrollbedingungen detailliert beschrieben.
Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, wobei der Fokus auf den Haupt- und Interaktionseffekten bezüglich Körperbild und Stimmung unter Berücksichtigung der Moderatorvariablen liegt.
Diskussion: Diese Sektion bewertet die Ergebnisse im Lichte der Hypothesen, diskutiert die theoretische Bedeutung sowie die methodischen Einschränkungen der Studie und gibt einen Ausblick auf künftige Forschung.
Schlüsselwörter
Body Checking, Spiegelexposition, Essstörungen, Körperbild, Stimmung, Körperzufriedenheit, Essstörungspathologie, State-Körperbild, Negativer Affekt, Kognitiv-behaviorale Modelle, Verhaltensanalyse, Nicht-klinische Stichprobe, Selbstwahrnehmung, Psychometrie, Körperbezogenes Kontrollverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von experimentell induziertem "Body Checking" (körperbezogenes Kontrollverhalten) auf das Körperbild und die Stimmung bei gesunden Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Spiegel-Exposition auf das subjektive Körpererleben, die Rolle von Essstörungspathologie als Moderator und der Zusammenhang mit negativen sowie positiven Emotionen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die experimentelle Untersuchung, ob die gezielte Betrachtung von positiv oder negativ bewerteten Körperarealen kurzfristige Veränderungen im Körperbild oder der Stimmung bei nicht-klinischen Frauen bewirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein experimentelles Design mit Messwiederholung angewandt, bei dem Probandinnen verschiedene Spiegelbedingungen (positiv/negativ) sowie eine Kontrollbedingung durchlaufen haben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung der Stichprobe, die Erläuterung der psychometrischen Messinstrumente und die statistische Auswertung der 2x3x2-Varianzanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Body Checking, Spiegelexposition, Essstörungen, Körperbild, Stimmung und psychologische Moderatoranalyse.
Wie wirkt sich "Body Checking" auf das Körperbild aus?
Die Studie zeigt eine signifikante Verschlechterung des Körperbildes nach der Spiegelexposition, wobei dieser Effekt nach der Betrachtung negativ bewerteter Areale besonders ausgeprägt war.
Beeinflusst "Body Checking" auch die Stimmung?
Nach der Induktion konnte keine generelle Veränderung der Stimmung festgestellt werden, allerdings zeigte sich bei Frauen mit höherer Essstörungspathologie ein Anstieg negativer Emotionen.
Warum spielt die Essstörungspathologie eine Rolle?
Sie fungiert als Moderator, da Frauen mit höherer Essstörungspathologie grundlegend empfindlicher auf die Selbstbetrachtung reagieren und ein negativeres Körperbild berichten.
- Arbeit zitieren
- Katharina Jenner (Autor:in), 2015, Der Blick in den Spiegel. Der Einfluss von "Body Checking" auf das Körperbild und die Stimmung bei Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310316