Die Zielsetzung dieser Ausarbeitung ist es, im Verlauf der vergangenen zwei Amtsperioden von 2000–2008 und der dritten, gegenwärtigen Periode, aufzuzeigen, wie und mit welchen Mitteln Putin die unabhängigen Medien unter seine Kontrolle bringt.
Dabei liegt der Fokus zunächst auf den großen landesweiten Fernsehsendern, gefolgt von den regionalen TV-Stationen, den Digital- und Printmedien sowie schlussendlich dem Internet. Allerdings soll in einem kleinen Abschnitt auch nicht der massive Ausbau der russischen Propaganda Sender, wie etwa RT vernachlässigt werden, welche mittlerweile nicht nur das Fernsehen erreicht haben, sondern auch die städtischen Radiosender im Ausland – gesteuert aus dem Herzen Russlands – hier in Deutschland. Die eingehend erwähnten Kapitel werden nach der Klärung medientheoretischer Begrifflichkeiten chronologisch abgearbeitet, um in der Schlussbetrachtung die Frage zu beantworten, inwieweit und mit welchen Folgen sich die Medienlandschaft Russlands seit des Amtsantrittes Wladimir Putins verändert hat.
„Rede- und Pressefreiheit bedeuten in erster Linie Recht und Kritik. Niemand hat jemals das Lob der Regierung verboten."
Dieses Schlusswort vom sowjetischen Dichter Wladimir Bukowski vor dem Stadtgericht Moskau, kurz vor seiner Verurteilung wegen der Teilnahme an einer Protestbewegung im Jahre 1967, ist bis heute in seiner Aktualität unverändert. Die jüngsten Entwicklungen, auf der im März vergangenen Jahres von Russland annektierten Krim, geben Hinweise darauf, dass auch hier die Angliederung im Bereich der Pressefreiheit bereits vollzogen wird. Die kritischen Journalisten der ehemals ukrainischen Halbinsel sehen sich nun des massiven Drucks Seitens der russischen Administration ausgesetzt, während bestimmte Radiosender gar nicht erst zur Ausschreibung der Sendefrequenzen in Moskau zugelassen werden. Die systematische Einschränkung von Medienöffentlichkeit – und damit auch der Pressefreiheit der russischen Journalisten unter Wladimir Putin, ist folglich auch in der Gegenwart eine der größten Herausforderungen, der sich all jene entgegengesetzt sehen, welche für unabhängige und kritische Berichterstattung stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie: Mediale Öffentlichkeit und Funktion der Massenmedien
3. Fallbeispiele: Die Medienlandschaft unter Wladimir Putin
3.1 Die ersten zwei Amtsperioden W. Putins von 2000–2008
3.2 Dritte Amtsperiode W. Putins ab 7. Mai 2012 bis Gegenwart
4. Analyse: Methodische Vorgehensweise und die Kontrolle der unabhängigen Medien
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die systematische Einschränkung der Pressefreiheit in Russland unter Wladimir Putin, indem sie chronologisch aufzeigt, mit welchen staatlichen Mitteln unabhängige Medien marginalisiert oder unter Kontrolle gebracht wurden.
- Kontrollmechanismen gegenüber landesweiten Fernsehsendern und Printmedien
- Einflussnahme durch regierungsnahe Konzerne wie Gazprom
- Regulierung und Zensur des Internets sowie restriktive Gesetzgebung
- Rolle staatlicher Propagandasender im In- und Ausland
- Phänomen der Selbstzensur unter Journalisten
Auszug aus dem Buch
3. Fallbeispiele: Die Medienlandschaft unter Wladimir Putin
Seit dem Amtsantritt von Präsident Wladimir Putin findet eine systematische Einschränkung der Pressefreiheit statt. Nachdem die Regierung im Jahre 2003 die Kontrolle über die landesweiten Rundfunksender übernommen hat, findet eine Ausweitung der Marginalisierung über Rundfunk- und Printmedien, sowie letztlich dem Internet statt. Gegenwärtig sind nur noch wenige unabhängige Medien verblieben, wie etwa einige Zeitungen (vor allem mit ausländischem Kapitalanteil) und primär das schwer überschaubare Internet, welches jedoch alsbald auch zum Ziel der Kontrolle werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der Pressefreiheit in Russland und formuliert das Ziel, die Instrumente der staatlichen Medienkontrolle seit dem Jahr 2000 zu analysieren.
2. Theorie: Mediale Öffentlichkeit und Funktion der Massenmedien: Das Kapitel erläutert die gesellschaftliche Bedeutung von Massenmedien sowie deren politische und soziale Funktionen in Demokratien.
3. Fallbeispiele: Die Medienlandschaft unter Wladimir Putin: Hier werden die historischen Phasen der staatlichen Eingriffe in die Medienlandschaft, von den ersten Amtsperioden bis zur Gegenwart, nachgezeichnet.
4. Analyse: Methodische Vorgehensweise und die Kontrolle der unabhängigen Medien: Dieses Kapitel vertieft die Untersuchung der Methoden, mit denen der russische Staat die wirtschaftliche und redaktionelle Unabhängigkeit von Medien systematisch untergräbt.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die negativen Auswirkungen der staatlichen Medienpolitik auf die demokratische Entwicklung Russlands zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Pressefreiheit, Medienlandschaft, Wladimir Putin, Russland, Medienkontrolle, Zensur, Propaganda, Internetzensur, Gazprom, Journalismus, Selbstzensur, politische Kommunikation, Staatseigentum, Informationssicherheit, Transformationsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der russischen Medienlandschaft unter der Regierung von Wladimir Putin und zeigt auf, wie staatliche Eingriffe die Pressefreiheit in Russland systematisch eingeschränkt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Verstaatlichung kritischer Medien, die ökonomische Gängelung von Journalisten, die Kontrolle des Internets durch neue Gesetze sowie die Ausbreitung staatlicher Propagandastrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, nachzuweisen, mit welchen spezifischen Mitteln – von rechtlichen Reglementierungen bis zur Übernahme durch Staatskonzerne – der russische Staat unabhängige Berichterstattung marginalisiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse historischer Ereignisse und Entwicklungen, um die Methodik der staatlichen Einflussnahme auf die Medienlandschaft systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Medienfunktionen sowie eine konkrete, chronologische Fallstudie, die die Medieneingriffe zwischen 2000 und 2015 untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Pressefreiheit, Medienkontrolle, Zensur, Russland, politische Propaganda und der Transformationsprozess der russischen Medienwelt.
Welche Rolle spielt der Gazprom-Konzern in diesem Kontext?
Gazprom fungiert als ein zentrales Instrument der Regierung, um durch den Aufkauf vormals privater, kritischer Medienkonzerne die Berichterstattung im Sinne des Kremls zu steuern.
Was besagt die Arbeit über das russische Internet?
Das Internet wird als ein vormals letzter Raum für freie Meinungsäußerung beschrieben, der jedoch durch zunehmende gesetzliche Reglementierungen und Überwachungstechnologien wie Deep Packet Inspection sukzessive unter staatliche Kontrolle gebracht wird.
Was versteht der Autor unter dem Phänomen der Selbstzensur?
Selbstzensur beschreibt das Verhalten von Journalisten, die aus Angst vor staatlichen Repressionen oder wirtschaftlichen Sanktionen von sich aus auf kritische Berichterstattung verzichten, um ihre berufliche Existenz zu sichern.
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- Daniel Schmäh (Author), 2015, Die Medienlandschaft in Putins Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310559