Banks go green. Nachhaltige Unternehmensführung als Herausforderung für das Bankencontrolling


Bachelorarbeit, 2013
81 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Abgrenzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen nachhaltiger Unternehmensführung
2.1 Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzeptes im Überblick
2.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.2.1 Ökologische Nachhaltigkeit
2.2.2 Ökonomische Nachhaltigkeit
2.2.3 Soziale Nachhaltigkeit
2.3 Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene
2.3.1 Abgrenzung und Definition relevanter Begriffe
2.3.2 Anforderungen an unternehmerische Nachhaltigkeit

3. Banks go green: Stellenwert und Bedeutung von Nachhaltigkeit für Kredi- tinstitute
3.1 Gründe für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsanforderungen im Bankengeschäft
3.2 Analyse der wesentlichen Handlungsbereiche
3.2.1 Strategie
3.2.2 Umwelt- und Klimaschutz
3.2.3 Produkte und Dienstleistungen
3.2.4 Mitarbeiter
3.2.5 Gesellschaft
3.2.6 Stakeholder

4. Nachhaltige Unternehmensführung als Herausforderung für das Bankencon- trolling
4.1 Rolle des Controllings bei der Steuerung der unternehmerischen Nach- haltigkeitsleistung
4.2 Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Bankencontrolling
4.3 Komponenten eines nachhaltigkeitsorientierten Bankencontrollings
4.3.1 Öko-Controlling
4.3.2 Sozio-Controlling
4.3.3 Synthese zum Nachhaltigkeitscontrolling
4.3.4 Nachhaltigkeitsberichterstattung

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Nachhaltigkeit als dreidimensionales Konzept

Abbildung 2: Bestandteile der unternehmerischen Nachhaltigkeit

Abbildung 3: Umsetzung von Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene

Abbildung 4: Klassischer vs. ökonomischer Triple-Bottom-Line-Ansatz

Abbildung 5: Integrativer Nachhaltigkeitsansatz der Kreditinstitute

Abbildung 6: Stakeholdergruppen einer Bank

Abbildung 7: Integration von Nachhaltigkeit in das Controllingsystem der Kredit- institute

Abbildung 8: Öko-Kontenrahmen - Aufbau

Abbildung 9: Formen sozialer Indikatoren

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Auszug aus dem Nachhaltigkeitsprogramm der DZ Bank

Tabelle 2: Reduzierung der CO2-Ausstoßes der Commerzbank

Tabelle 3: Mögliche Posten der Öko-Bilanz von Banken

Tabelle 4: Elemente der Sozialbilanz nach dem AKSP-Modell

Tabelle 5: Instrumente des Nachhaltigkeitscontrollings

Tabelle 6: Einsatz der Sustainability Balanced Scorecard in Banken

Tabelle 7: Struktur der GRI - Anzahl der Indikatoren pro Themenbereich

Kurzfassung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Thema der nachhaltigen Entwicklung gehört zu den sogenannten „MegaTrends“ des 21. Jahrhunderts. Von nachhaltigkeitszertifizierten Produkten im Vertrieb bis zu grünen IT-Konzepten, hat Nachhaltigkeit die Wirtschaft erfasst. Eine nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensführung wird als eine wichtige Voraussetzung zur langfristigen Existenzsicherung angesehen. In den letzten Jahren rückte für Banken die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bei der Gestaltung der Wirtschaft immer mehr in den Vordergrund. Viele Kreditinstitute haben deshalb unternehmerisch nachhaltiges Handeln in ihrem Leitbild verankert. Jedoch bereitet die Umsetzung einer nachhaltigen Strategie in die Praxis zahlreiche Schwierigkeiten. Die Unterstützung des Managements bei der Realisierung dieser Vorgabe wird vom Controlling übernommen. Das Controlling soll die notwendigen Informationen für qualifizierte Entscheidungen aufbereiten. Diese Abschlussarbeit widmet sich den zentralen Herausforderungen einer nachhaltigkeitsorientierten Unternehmensführung von Banken, der Analyse der wesentlichen Bereiche sowie wichtigsten Controlling-Ansätze. Ziel ist es, erforderliche Komponenten eines nachhaltigkeitskonformen Bankencontrollings herauszuarbeiten, um relevante Managemententscheidungen hinsichtlich unternehmerischer Nachhaltigkeitszielsetzungen zu untermauern.

Abstract

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

The issue of sustainable development is one of the so called “mega trends” of the 21st century. From sustainability-certified products in the distribution field to green IT concepts, sustainability has gripped the economy. Sustainable corporate management is considered to be an important prerequisite for long-term existence security. In the last few years, the question dealing with social responsibility of banks while shaping the economy has become more and more important. Due to this, many credit institutions have anchored sustainable economic activities in their mission statements. However, implementing sustainable strategies into practice is difficult. As controlling provides support for management in realizing these goals, it should edit the information needed for qualified decision making. This bachelor thesis deals with the main challenges of sustainable corporate management of banks, an analysis of the significant application fields and the most important controlling approaches. The purpose is to find the essential components of bank controlling which are sustainability conform, in order to support relevant management decisions concerned with entrepreneurial sustainability objectives.

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 hat sich das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung als weithin akzeptierte gesellschaftliche Zielvorstellung etabliert und gilt als Leitbild nationaler und internationaler Politik.1 Jedoch betrifft die Herausforderung, eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen, nicht nur den Staat. Im Zuge der weltweiten Nachhaltigkeitsdebatte hat sich der Druck auf Unternehmen, nachhaltig zu handeln, spürbar verstärkt. „Die Globalisierung veränderte die Weltwirtschaft, sodass heute die Rollen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr so klar getrennt werden können. Unternehmen müssen daher zunehmend übergreifende Verantwortung für das gesellschaftliche Wohl auf regionaler und globaler Ebene übernehmen.“2 Dies betrifft besonders die Bankunternehmen, da Finanzinstitute in der Gesellschaft eine wichtige Multiplikatorenrolle einnehmen. Ihr Bekenntnis zum nachhaltigen Handeln dient als Signalwirkung für andere wirtschaftliche Akteure. Verantwortungsvolle Unternehmensführung stellt derzeit einen wichtigen Aspekt in der Branche dar. Durch die Gewährung und Verwaltung finanzieller Mittel haben Banken einen großen Einfluss auf die Gestaltung der Wirtschaft und somit auch die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung. Voraussetzung dafür ist es, vielseitige Nachhaltigkeitsanforderung im Kerngeschäft zu berücksichtigen.3 Infolgedessen sind Kreditinstitute damit konfrontiert, passende Unternehmensstrategien zu entwickeln, die eine zielgerichtete Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten ermöglichen.

Eine geeignete Nachhaltigkeitsstrategie zu entwerfen und diese systematisch umzusetzen, bedeutet eine erhebliche Herausforderung für das Management, da die Erfahrungen auf diesem Gebiet noch eher gering sind. Das Management benötigt eine umfassende Unterstützung bei der Steuerung sowie Beurteilung der Nachhaltigkeitsleistung.4 Da die wesentliche Aufgabe des Controllings in der proaktiven Unterstützung der Entscheidungsfindung des Managements liegt, stellt sich die Frage, ob das Controlling die Aufgabe der koordinierten Steuerung der Nachhaltigkeitsaspekte übernehmen sollte. Dabei sollen die vom Controlling aufbereiteten Informationen dem Management die Möglichkeit geben, ökologische und soziale Zielsetzungen aus der ökonomischen Perspektive zu beurteilen.

Zielsetzung dieser Arbeit ist vor diesem Hintergrund, die wesentlichen Aspekte nachhaltigkeitsorientierter Unternehmensführung von Banken zu untersuchen, und erforderliche Komponenten für ein nachhaltigkeitskonformes Bankencontrolling herauszuarbeiten, um die Nachhaltigkeitsanforderungen erfolgreich bewältigen zu können.

1.2 Abgrenzung der Arbeit

Innerhalb des Finanzsektors stellen neben den Aufsichtsorganen und Verbänden die Finanzintermediäre wesentliche Institutionen dar. Finanzintermediären können in Kreditinstitute (Geschäftsbanken und Zentralbank) und Versicherungsunternehmen (Erstversicherungen, gemischte Versicherungen und Rückversicherungen) unterteilt werden. Bei den Geschäftsbanken werden insbesondere Universalbanken und Spezialinstitute unterschieden.5 Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf den Universalbanken, die sowohl das Einlagen- und Kreditgeschäft als auch das gesamte Wertpapiergeschäft betreiben.6 Ferner werden in dieser Ausarbeitung nur Banken mit einer langfristig ausgerichteten Gewinnorientierung in Betracht gezogen. Auf Alternativbanken wie GLS Gemeinschaftsbank, Umweltbank, EthikBank oder Tridos Bank, wird nicht eingegangen, da sie eine beschränkte Dienstleistungspalette anbieten, deren Geschäftsvolumen begrenzt ist und nicht immer eine Gewinnorienteirung vorliegt.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die in Kapitel 1.1 erläuterte Fragestellung wird in drei Kapiteln untersucht. Im zweiten Kapitel werden die Grundlagen nachhaltiger Unternehmensführung dargelegt. Sinn dieser Darlegung ist das Auspannen eines ersten Problemkontextes: Was unterscheidet das Konzept nachhaltiger Entwicklung von den umweltorientierten Ansätzen? Warum sind Nachhaltigkeitsaspekte für Unterneh- men relevant? Dazu wird auf die Entwicklungsgeschichte des Nachhaltigkeits- konzeptes mit wichtigsten Meilensteinen eingegangen und die Dimensionen der Nachhaltigkeit näher betrachtet. In Anknüpfung daran wird das Konzept nachhaltiger Entwicklung auf die Unternehmensebene übertragen. Hierzu werden Grundbegriffe, die im Kontext nachhaltiger Unternehmensführung verwendet werden, voneinander abgegrenzt und erläutert. Anschließend werden die Anforderungen für unternehmerische Nachhaltigkeit ausführlich dargestellt.

Im dritten Kapitel wird nachhaltige Unternehmensführung aus der Perspektive eines Bankunternehmens charakterisiert. Dafür soll zunächst auf die Gründe für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsanforderungen im Bankengeschäft eingegangen werden. Darauf aufbauend werden anhand eines integrativen Nachhaltigkeitsansatzes für Kreditinstitute die zentralen Bestanteile bzw. Handlungsbereiche einer nachhaltigen Unternehmensstrategie umfassend geschildert. Der Fragestellung folgend soll damit dargestellt werden, ob und in welchem Ausmaß Nachhaltigkeitsanforderungen bei Kreditinstituten berücksichtigt werden und wie diese in der Unternehmensstrategie verankert sind.

Nachdem die Bedeutung der Nachhaltigkeitsfragen für Kreditinstitute erörtert wurde sowie die wesentlichen Bestandteile einer nachhaltigkeitsorientierten Strategie untersucht wurden, soll im vierten Kapitel die Umsetzung des Nachhaltigkeitsleitbildes im Rahmen des Bankencontrollings dargelegt werden. Hierzu wird die Rolle des Controllings bei der Steuerung der unternehmerischen Nachhaltigkeitsleistung verdeutlicht und die Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in das Bankencontrolling genauer betrachtet. Von diesen Erkenntnissen ausgehend werden erforderliche Komponenten eines nachhaltigkeitskonformen Bankencontrollings erarbeitet. Aufgrund der Vielfältigkeit der nachhaltigkeitsorientierten Methoden und Instrumente werden dabei nur die wesentlichen Controlling-Ansätze explizit betrachtet.

Die Arbeit schließt mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick. Dabei werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt sowie die weiterführenden Forschungsfragen formuliert.

2. Grundlagen nachhaltiger Unternehmensführung

Nachhaltigkeit hat sich in den letzten 15 Jahren zu einem Trend in der gesellschaftlichen Entwicklung herausgebildet. Mittlerweile gibt es kaum ein Unternehmen, das sich nicht mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt und sich nicht zum Ziel der Nachhaltigkeit bekennt. „Jedes Handeln muss nachhaltig sein, jede „gute“ politische Entscheidung muss eine nachhaltige Wirkung erzielen und jede „gute“ Innovation sollte einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.“7 Ökologische, ethische und soziale Probleme sind heute fester Bestandteil des öffentlichen Diskurses. Themenstellungen wie: schonender Umgang mit Ressourcen und soziale sowie ökonomische Stabilität werden im Rahmen der Öffentlichkeitsdebatte diskutiert und unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ zusammengefasst. Aber nicht nur die allgemeine Öffentlichkeit ist inzwischen sensibilisiert, sondern auch Stakeholder erkennen die Relevanz der Nachhaltigkeitsaspekte für die Unternehmensführung.8

Beginnend mit der Begriffsdefinition wird in diesem Kapitel der Entstehungsweg des Nachhaltigkeitskonzeptes mit wesentlichen Meilensteinen kurz nachgezeichnet und die Dimensionen der Nachhaltigkeit dargelegt. Anschließend werden die relevanten Begriffe im Kontext nachhaltiger Unternehmensführung sowie die zentralen Aspekte unternehmerischer Nachhaltigkeit näher erläutert.

2.1 Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzeptes im Überblick

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde ursprünglich im Kontext der Forstwirtschaft verwendet und erlebte seine erste Blüte im 18. Jahrhundert. Nachhaltigkeit stand dafür, dem Wald nicht mehr Holz zu entnehmen als nachwächst, um den Bestand langfristig zu sichern.9 1987 wurde der Begriff im Bericht der Vereinten Nationen „Our common future“ aufgegriffen und auf die globale Ebene übertragen. Dort wird eine nachhaltige Entwicklung als „eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden“10 definiert. Diese Definition wurde von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) vorgeschlagen und ist auch als „Brundtland-Definition“11 bekannt. Der Brundtland-Bericht war das Re- sultat einer zweijährigen Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit und diente als wichtige Grundlage für die 1992 in Rio de Janeiro abgehaltene UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED). Im Zuge des Weltgipfels wurden diverse Aktivitäten beschlossen, die zur weiteren Verbreitung des Nachhaltigkeitsbegriffs beitrugen. Als Ergebnis der Konferenz wurden sechs Dokumente von mehr als 150 Staaten unterzeichnet: zwei internationale Abkommen, zwei Grundsatzerklärungen sowie die Rio-Deklaration und die Agenda 21.12 Die RioDeklaration bestand aus 27 Grundsätzen, die das Verständnis und Verhalten der Staaten untereinander und der Staaten zu ihren Bürgern regeln sollten. Der achte Grundsatz spiegelt dabei die Kernaussage der Deklaration wider, indem er einen Wandel zu einer nachhaltigen Form des Wirtschaftens von den Unterzeichnerstaaten fordert: „Um eine nachhaltige Entwicklung und eine bessere Lebensqualität für alle Menschen zu erreichen, sollten die Länder nicht tragfähige Strukturen in Produktion und Verbrauch vermindern und ausmerzen.“13 Die Agenda 21 ist ein umfangreiches Aktionsprogramm, das detaillierte Handlungsaufträge an alle Staaten beschreibt, um einer weiteren Verschlechterung der Situation des Menschen und der Umwelt entgegenzuwirken und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen. Dabei umfasst das Programm sowohl ökologische, als auch soziale und ökonomische Aspekte. Zur Koordination der Maßnahmen und Überwachung der Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 21 und anderer UN-Konventionen im Bereich Umwelt und Entwicklung wurde eine Commission of Sustainable Development (CSD) gegründet.14

Zur Realisierung der herausgearbeiteten Nachhaltigkeitsziele wurde eine Reihe von Folgeaktivitäten vereinbart. Im sogenannten Rio-Nachfolgeprozess fanden 1997 die „Rio+5“-Konferenz in New York und 2002 der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg statt. In der „United Nations Millennium Declaration“ vom September 2000 wurden strategische Ziele für das kommende Jahrhundert (sog. Millenniumziele), bezogen auf globale Entwicklungs- probleme, formuliert. Parallel dazu wurden die in Rio de Janeiro verabschiede- ten Konventionen durch Nachfolgekonferenzen konkretisiert. Beispielsweise wurde die Klimarahmenkonvention 1997 auf der Klimakonferenz in Kyoto durch eine Regulierung für die CO2-Emissionen ergänzt (Kyoto-Protokoll). Das nächste wichtige Ereignis in der Nachhaltigkeitsentwicklung war die Rio+20Konferenz, die 2012 wieder in Rio de Janeiro gehalten wurde. Die zentralen Fragestellungen der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (UNCSD) waren die Stärkung des politischen Bekenntnisses zur nachhaltigen Entwicklung, die Bewertung der bisherigen Fortschritte sowie der Beschluss weiterer Maßnahmen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Als kommende Meilensteine in der Umsetzung und Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitskonzeptes kann man das Jahr 2015, in dem die Millenniumziele erreicht werden sollen, und das Jahr 2017 (Rio+25), für das eine weltweite Bilanzierung bisheriger Fortschritte vorgesehen ist, bezeichnen.15

Trotz der weltweiten Akzeptanz der Nachhaltigkeitsforderungen, bestehen Schwierigkeiten bei deren Implementierung. Der Begriff der Nachhaltigkeit ist relativ abstrakt und dient lediglich als ein generelles Leitbild, ohne dass sich daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten lassen könnten.16 Es bleiben weite Spielräume für verschiedenste inhaltliche Auslegungen, so dass bis heute mögliche Interpretationen des Nachhaltigkeitskonzeptes diskutiert werden. Diese strukturelle Offenheit des Nachhaltigkeitsbegriffes beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken. Auf der einen Seite kann eine zu weit gefasste Definition zu Kontroversen führen, welche die Umsetzung weiter erschweren und das Konzept zu einer „Leerformel“ oder einem politischen Schlagwort entwickeln werden. Auf der anderen Seite eröffnet die inhaltliche Offenheit des Nachhaltigkeitsbegriffs „einen breiten und anhaltenden gesellschaftlichen Diskurs über anzustrebende Ziele und Wege zu deren Erreichung“.17 So lassen sich aus der Nachhaltigkeitsdiskussion für soziale und ökonomische Aspekte nicht nur quantitative sondern auch qualitative Zielsetzungen ableiten.18

2.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit

Zahlreiche Konferenzen sowie weitgehende Diskussionen und Debatten zeigen, dass nachhaltige Entwicklung eine Vielfalt von Themenfeldern umfasst. Bereits seit 1992 beschränkt sich der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht nur auf die ökologische Perspektive, sondern beinhaltet auch die weiteren Dimensionen - ökonomische und soziale. Später wurden die ökologischen, sozialen und ökonomischen Bestandteile der Nachhaltigkeit zu einer Einheit, dem sogenannten „DreiSäulen-Modell“ zusammengefasst. Heute dient das Modell als wichtige Grundlage des Nachhaltigkeitskonzeptes und schließt alle Themenfelder der Nachhaltigkeitsaktivitäten ein.19 Die Darstellung des Drei-Säulen-Modells ist jedoch umstritten. Aufgrund komplexer Vernetzungen und Wechselwirkungen zwischen den drei Teilsystemen „Ökologie“, „Ökonomie“ und „Soziales“ ist die sachliche Trennung der Dimensionen nur zum Teil möglich. In der Darstellung mit den drei nebeneinander stehenden Säulen kommen diese Interdependenzen jedoch nicht zum Ausdruck. Zum Beispiel kann das Missmanagement einer der Dimensionen zu einem Zusammenbruch der anderen Teilsysteme führen. Daraus folgt, dass die Säulen nicht voneinander abgespalten, sondern stets in Verbindung betrachtet werden sollen. Die Darstellung der Dimensionen in Form eines Dreiecks (vgl. Abbildung 1) soll diese Wechselwirkungen sowie die Gleichberechtigung der drei Teilsysteme symbolisieren.20

Abbildung 1: Nachhaltigkeit als dreidimensionales Konzept

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wilkens, S. (2007), S. 6

Die Konzeption des sog. „magischen“ Dreiecks21, mit einer gleichberechtigten und gleichwertigen Berücksichtigung aller Nachhaltigkeitsdimensionen dominiert in der Wissenschaft und Politik im deutschsprachigen Raum. Auf internationaler Ebene ist diese Betrachtung jedoch nicht unumstritten: Es werden Fragen zur Gewichtung der Dimensionen sowie zu Beziehungen zwischen den Dimensionen gestellt. Beispielsweise gibt es Überlegungen, der Ökologie eine übergeordnete Rolle einzuräumen, da die Umwelt die Grundlage jedes Lebens und Wirtschaftens ist. Bei der Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele soll allerdings nicht auf ökonomische und soziale Bezüge verzichtet werden. Ein weiterer Ansatz zur Darstellung des Nachhaltigkeitskonzeptes sieht vor, den drei Dimensionen noch eine weitere „kulturelle“ oder „institutionelle“ Dimension zur Seite zu stellen.22 In dieser Arbeit wird das dreidimensionale Modell des Konzeptes, welches die überwiegende Sichtweise in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion in Deutschland darstellt, zugrunde gelegt.

2.2.1 Ökologische Nachhaltigkeit

Gestiegene Bedürfnisse der Menschen, insbesondere seit der Industrialisierung, haben weltweit zu Beschädigungen der Ökosysteme geführt. Der Abbau von Rohstoffen, die Veränderungen großräumiger natürlicher Strukturen, die kritische Belastung von Schutzgütern (wie Atmosphäre) und andere zivilisatorische Eingriffe verändern zunehmend das System „Erde“ in seinem Charakter.23 Um den im Brundtland-Bericht beschriebenen Grundsätzen der Intragenerationsgerechtigkeit und Intergenerationsgerechtigkeit nachzukommen, fordert die ökologische Nachhaltigkeit: „die Belastbarkeit der Ökosysteme nicht zu überschreiten, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und die Gesundheit des Menschen zu schützen. Damit ist der schonende Umgang mit Ressourcen ebenso erfasst, wie der verantwortliche Umgang mit globalen und lokalen Senken, die räumliche Verteilung von Stoffen in der Umwelt und die möglichen humantoxischen und ökotoxischen Folgen, die auf anthropogene Risiken zurückgehen.“24 Um die Zielsetzungen einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung (annähernd) zu erfüllen, bedarf es der Umsetzung geeigneter Strategien. Dabei sind zwei sich gegenseitig ergänzende Strategieoptionen am meisten verbreitet:

„Effizienzstrategie“ und „Suffizienzstrategie“.

Die Effizienzstrategie setzt eine stofflich-energetische Effizienz voraus, d. h. um ein hohes Wohlfahrtsniveau und ökologische Nachhaltigkeit miteinander zu vereinbaren, soll die Beanspruchung der natürlichen Umwelt durch eine effiziente Nutzung von Rohstoffen, Energie und Flächen verringert werden. Auf Basis dieser erhöhten Ressourcenproduktivität soll die gleiche Wirtschaftsleistung mit deutlich geringerem Einsatz von Rohstoffen und Energie erbracht werden. Weiterhin soll durch den technischen Fortschritt das Nutzenpotenzial nicht erneuerbarer Ressourcen gefördert werden.25 Problematisch an dieser Strategie ist, dass die erreichten Effizienzgewinne aufgrund des quantitativen Bevölkerungswachstums und gesteigerter Nutzung materieller Gebrauchsgüter aufgezehrt werden könnten.26

Die Suffizienzstrategie zielt auf eine absolute Reduktion der Ressourcenverbräuche und Emissionen durch einen nachhaltigen Konsum ab. Durch veränderte Lebensstile, Konsumverhalten und Produktionsmuster soll die Nachfrage nach material- und energieintensiven Gütern und Dienstleistungen reduziert werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Strategie ist bislang jedoch gering. Des Weiteren wird die Realisierung einer konsequenten Suffizienzstrategie kritisch gesehen, da die weitgehende Änderung der Konsumstruktur durch Selbstbegrenzung und Genügsamkeit den wirtschaftspolitischen Wachstumsinteressen entgegensteht.27

2.2.2 Ökonomische Nachhaltigkeit

Im Vordergrund ökonomischer Nachhaltigkeit steht die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Ein wichtiger Unterschied zur klassischen volkswirtschaftlichen Sichtweise ist dabei, dass die Bedürfnisbefriedigung eine langfristige Orientierung darstellt und auf die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Lebensqualität im Zeitverlauf abzielt.28 Diese Zielsetzung führt dazu, dass die ökono- mische Nachhaltigkeit sich stets im Konflikt zur ökologischen Dimension befin- det. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob „nachhaltige Entwicklung mit unbegrenztem quantitativen Wachstum verträglich ist oder ob stattdessen ein Verzicht auf Wachstum oder eine Umsteuerung auf „qualitatives“ Wachstum erforderlich sei.“29

In den von der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages formulierten Regeln für eine ökonomisch nachhaltige Entwicklung wird betont, dass Wirtschaften nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Befriedigung gegenwärtiger und zukünftiger menschlicher Bedürfnisse verstanden werden soll. Die Kommission unterstreicht die Bedeutung von funktionsfähigem Markt und Wettbewerb im Rahmen der ökonomischen Nachhaltigkeit, gleichzeitig weist sie auf die Wichtigkeit einer langfristigen Orientierung sowie Anpassung an zukünftige Erfordernisse hin: „Die ökonomische Dimension, verstanden als durch Menschen gesetzte Rahmenordnung, kennt ökonomische Ziele wie statische oder dynamische Effizienz nicht als Selbstzweck, da hinter diesen Zielen immer soziale und ökologische Ziele stehen, die unter dem Begriff des Gemeinwohls subsumiert werden können.“30 Aus den Regeln der Enquete-Kommission ergibt sich, dass die Wohlstandserhöhung unter Einbeziehung von ökologischen und sozialen Aspekten erfolgen soll. Wie weit und mit welchen Folgen eine Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Umweltverbrauch möglich ist, gehört zu den offenen Fragen der Nachhaltigkeitsdebatte.31

2.2.3 Soziale Nachhaltigkeit

Aufgrund der Wechselbeziehungen zwischen den drei Nachhaltigkeitsdimensionen, ist die Betrachtung von gesellschaftlichen Fragen nur in Verbindung mit den anderen beiden Dimensionen möglich. Beispielsweise ist die Bekämpfung von Armut oder die Erhöhung der sozialen Gerechtigkeit nur auf Basis einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung möglich. Anderseits ist die ökonomische Nachhaltigkeit nur im Einklang mit den ökologischen und sozialen Zielen möglich. Die Enquete-Kommission definiert die soziale Dimension der Nachhaltigkeit wie folgt: „Für eine nachhaltig zukunftsverträgliche Entwicklung ist die Schaffung einer solidarischen Gesellschaft, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und ökologische Verantwortung gewährleistet, unerlässliche Voraussetzung.“32 „Die gerechte Verteilung sogenannter sozialer Grundgüter und ihre Weiterentwicklung für und die Weitergabe an zukünftige Generationen“33 sind die wichtigsten Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit. Zu den Grundgütern gehören sowohl individuelle Güter wie z. B. Gesundheit, Grundversorgung mit Lebensmitteln und Kleidung sowie elementare politische Rechte, als auch soziale Ressourcen wie Toleranz, Solidarität, Integrationsfähigkeit, Gemeinwohlorientierung, Rechts- und Gerechtigkeitssinn.34

In ihrem Abschlussbericht definiert die Enquete-Kommission bereits 1994 zentrale Schutz- und Gestaltungsziele im Rahmen der sozialen Nachhaltigkeit. Die vorrangige Stellung wird dem Ziel „Sicherung der menschlichen Gesundheit“ eingeräumt. Dabei wird die Gesundheitsdefinition der World Health Organization (WHO) zugrunde gelegt, nach der Gesundheit neben der Abwesenheit physischer und psychischer Erkrankungen auch das physische und soziale Wohlbefinden eines Menschen beinhaltet.35 Die zweite Zielebene „Sicherung der sozialen Stabilität“ ist für eine ausreichende Verteilungsgerechtigkeit sowie Chancengleichheit verantwortlich, welche möglichst große Handlungsspielräume für die Verwirklichung einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung eröffnen. Die letzte Zielebene „Sicherung der Entwicklungs- und Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft“ umfasst Ziele wie die gesellschaftliche Fähigkeit zu kultureller und sozialer Vielfalt und die Förderung des sozialen Zusammenhalts.36

Neben der Zielsetzungsformulierung der Enquete-Kommission wurden später weitere Konkretisierungsvorschläge der sozialen Nachhaltigkeitsaspekte diskutiert. Nach Steimle wurden abhängig vom Kontext und der subjektiven Einschätzung des Autors verschiedene Problemstellungen genannt, jedoch wurde bisher kein analytisches Konzept zur detaillierten Untersuchung und Beschreibung der sozialen Nachhaltigkeitsdimension herausgearbeitet.37

2.3 Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene

Die Zielesetzungen einer nachhaltigen Entwicklung können nicht allein durch staatliche Politik erreicht werden. Die Erzielung von Nachhaltigkeit ist vielmehr „ein Prozess, der nur durch das gemeinsame Handeln aller gesellschaftlichen Gruppen vorangetrieben werden kann.“38 Während der Staat für die allgemeinen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Entwicklung verantwortlich ist, hängt die erfolgreiche Umsetzung des Leitbildes von der Einbeziehung der übrigen gesellschaftlichen Akteure ab.39

In diesem Zusammenhang fällt den Unternehmen eine Mitverantwortung bei der Verwirklichung des Nachhaltigkeitskonzeptes zu.40 Als Hersteller von Gütern und Dienstleistungen beeinflussen sie mit ihren Entscheidungen direkt die Realisierung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Ansprüchen der Nachhaltigkeit. Die Bedeutung wird in unterschiedlicher Weise sowohl international tätigen Konzernen als auch national agierenden (kleinen und mittelständischen) Unternehmen (KMU) zugeschrieben.41 Gerade in Deutschland spielen die KMU eine zentrale Rolle in der Wirtschaftsstruktur und damit auch in der Realisierung der Nachhaltigkeitsziele: Bezogen auf die Gesamtzahl aller Unternehmen beschäftigen sie 70-80 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und Auszubildenden.42 Die Beeinflussung einer nachhaltigen Entwicklung durch Unternehmen geht jedoch weit über die rein ökonomische Interpretation hinaus: Durch Einsatz von Werbung sowie Gremien- und Lobbyarbeit erzielen Unternehmen eine starke indirekte Wirkung auf die Umsetzung des Nachhaltigkeitsleitbildes in der Gesellschaft.43

Diese erweiterte Bedeutung von Unternehmen im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzeptes zeigt, dass ihre Rolle bei der Realisierung der Nachhaltigkeitszielforderungen ambivalent ist. Durch die Beanspruchung natürlicher Ressourcen oder die Nichteinhaltung sozialer Standards bei den Arbeitsbedingungen sind sie einerseits Problemverursacher. Andererseits tragen sie mit ihren ökonomi- schen, ökologischen und sozialen Innovationen dem gesellschaftlichen Fort- schritt und somit nachhaltiger Entwicklung bei.44 Wie Unternehmen ihren Beitrag zur Realisierung des gesellschaftspolitischen Nachhaltigkeitsleitbildes leisten können und welche Anforderungen dabei gestellt werden, wird im Folgenden näher beleuchtet.

2.3.1 Abgrenzung und Definition relevanter Begriffe

Bevor man sich den Anforderungen an unternehmerische Nachhaltigkeit widmet, ist es sinnvoll eine Abgrenzung der synonym verwendeten Termini vorzunehmen. Die gestiegene Bedeutung von Unternehmensverantwortung hat zu einer verwirrenden Begriffsvielfalt geführt, die in einem engen Zusammenhang zum Begriff „Nachhaltigkeit“ steht, sich jedoch auf unterschiedliche Teilaspekte fokussiert. Dabei sind folgende Begriffe „Corporate Social Responsibilty“ (CSR), „Corporate Sustainability“ (CS) und „Corporate Citizenship“ (CC) von besonderem Interesse.

Corporate Sustainability wird in der Literatur oft synonym zum Begriff „nachhaltige Entwicklung“ oder „Sustainable Development“ (SD) eingesetzt. Bei genauerer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Sichtweisen handelt. Einerseits bezieht sich der Begriff der CS auf Aktivitäten, die eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und kann in diesem Kontext den Begriff der SD ersetzen. Andererseits wird CS als nachhaltiges Wirtschaften bzw. nachhaltige Unternehmensführung verstanden und wird als „Integration von Geschäftsstrategien, welche heute die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Stakeholder befriedigen, bei gleichzeitiger Erhaltung menschlicher sowie natürlicher Ressourcen, die in der Zukunft benötigt werden“45 definiert. Im Weiteren wird eine zweite Definition - Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in der Unternehmensstrategie - verwendet.

Die Umsetzung der CS bedarf einer Konkretisierung der Ziele und Anforderungen. Hierzu wurde ein Ansatz zur Implementierung von Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene - der CSR-Ansatz - erarbeitet. Der Begriff der CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln und wurde von der Europäischen Kommission als Ergebnis eines jahrelangen Dialogs zwischen relevanten Interessengruppen wie Unternehmen, Umweltorganisationen und Sozialverbände geprägt. Demnach wird CSR als „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit Stakeholdern zu integrieren“ beschrieben.46 Dabei wird CSR nicht als rechtlich verbindliche Vorgabe, sondern als freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen, „auf eine bessere Gesellschaft und eine saubere Umwelt hinzuwirken“47 verstanden.

Aus der Definition der CSR folgt, dass das Konzept primär eine strategische Ausrichtung besitzt und damit als eine wichtige Basis zur Erreichung der nachhaltigen Unternehmensziele betrachtet werden muss. Die Aufgabe der praktischen Umsetzung sowie Steuerung der CSR-Ziele wird auf der operativen Ebene vom Nachhaltigkeitsmanagement übernommen.48 Unter dem Nachhaltigkeitsmanagement versteht man dabei einen ganzheitlichen Ansatz, in dem „soziale und ökologische Aspekte systematisch mit ökonomischen Methoden gemanagt und in die konventionelle betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung intergiert werden.“49

Während CSR sich in der ersten Linie auf das Kerngeschäft des Unternehmens bezieht, welches Prozesse, Produkte, Standorte und Geschäftsfelder umfasst, bezeichnet CC das weitere, über das Kerngeschäft hinausgehendes Engagement eines Unternehmens. Mit anderen Worten ist CC Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen. Der Ansatz beinhaltet Corporate Giving (Spenden und Sponsoring), Corporate Volunteering (Förderung der ehrenamtlichen Engagements der Mitarbeiter) und Corporate Foundations (Unternehmensstiftungen).50 Damit ergibt sich die in der Abbildung 2 grafisch dargestellte Begriffssystematik der unternehmerischen Nachhaltigkeit.

[...]


1 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 21

2 Schneider, A./ Schmidpeter, R. (2012), S. 449

3 Vgl. Schneider, A./ Schmidpeter, R. (2012), S. 449

4 Vgl. Weber, J. et al. (2012), S. 9 f.

5 Vgl. Hesse, A. (2007), S. 13 f.

6 Vgl. Eilenberger, G. (2012), S. 32

7 Weber, J. et al. (2012), S. 13 f.

8 Vgl. ZfCM, Ausgabe 05/2011, S. 299

9 Vgl. WiSt, Ausgabe 09/2012, S. 458

10 WCED (1987), S. 25

11 Benannt nach der Vorsitzenden der Kommission, Gro Harlem Brundtland

12 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 40 f.

13 United Nations (1992), Principle 8

14 Vgl. United Nations (1992), o. S. bzw. Steimle, U. (2008), S. 41

15 Vgl. Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 26 ff. bzw. Steimle, U. (2008), S. 42 ff.

16 Vgl. Weber, J. et al. (2012), S. 14 f.

17 Steimle, U. (2008), S. 45

18 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 44 f.

19 Vgl. Ludwikowski, J. (2010), S. 13 f.

20 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 47 f.

21 Vgl. Enquete-Kommission (1994), S. 54

22 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 47 ff.

23 Vgl. Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 54

24 Enquete-Kommission (1998), S. 25

25 Vgl. Prammer, H. K. (2009), S. 61

26 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 53

27 Vgl. WiSt, Ausgabe 09/2012, S. 459

28 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 61

29 Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 58

30 Enquete-Kommission (1998), S. 27

31 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 61 ff.

32 Enquete-Kommission (1998), S. 27

33 Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 58

34 Vgl. Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 58

35 Vgl. WHO (1986), unter http://www.who.int

36 Vgl. Enquete-Kommission (1994), S. 494 f.

37 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 74 f.

38 Vgl. Rid, U. (2003), S. 23

39 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 87

40 Vgl. Bertelsmann Stiftung (2005), S. 16

41 Vgl. Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 182 f.

42 Vgl. IfM (2011), veröffentlicht unter http://www.ifm-bonn.org

43 Vgl. Grunwald, A./Kopfmüller, J. (2012), S. 182 f.

44 Vgl. Steimle, U. (2008), S. 88 f.

45 KMPG International (2011), S. 12

46 EU-Kommission (2001), S. 7

47 EU-Kommission (2001), S. 5

48 Vgl. Controller Magazin, Ausgabe 02/2011, S. 26 f.

49 Schaltegger, S. et. al. (2007), S. 10

50 Vgl. Ludwikowski, J. (2010), S. 12 f.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten

Details

Titel
Banks go green. Nachhaltige Unternehmensführung als Herausforderung für das Bankencontrolling
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
81
Katalognummer
V310565
ISBN (eBook)
9783668092389
ISBN (Buch)
9783668092396
Dateigröße
1565 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachhaltige Unternehmensführung, Nachhaltigkeitscontrolling, Bankencontrolling, Nachhaltigkeit
Arbeit zitieren
Dipl.-Ling. Olesya Kazantseva (Autor), 2013, Banks go green. Nachhaltige Unternehmensführung als Herausforderung für das Bankencontrolling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310565

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