Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kunst - Malerei

Porträts sind immer Porträts von Porträts: Francis Bacon: „Papst II“

Titel: Porträts sind immer Porträts von Porträts: Francis Bacon: „Papst II“

Seminararbeit , 2003 , 13 Seiten , Note: 2

Autor:in: Nicole Giese (Autor:in)

Kunst - Malerei
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Papst II“

Bildanalyse

Das Bild „Papst II“ malte der britische Maler Francis Bacon 1951. Es handelt sich um ein mit Öl auf Leinwand gemaltes Bild, das 1,98 x 1,37 m groß ist und in der Städtischen Kunsthalle Mannheim zu sehen ist. Der erste Eindruck ist, dass es sich hier um ein gemaltes Bild handelt, das in dunklen und monotonen Farben gehalten wurde. Bacon stellt eine männliche Person dar, die rechts von der Mittelachse auf einem Thron sitzt. Der Thron ist nur durch helle weiß-graue Umrisslinien dargestellt. Er hat an der Rückenlehne dunkelgelbe Ornamente und wurde vom Maler schräg nach rechts gerichtet. Die Person wendet sich en face dem Betrachter zu. Der Oberkörper und der Kopf sind relativ klar gemalt worden, allerdings sind der Unterkörper und die Beine nicht ausgearbeitet worden und nur schemenhaft zu erkennen. Auch die Arme wirken wie deformierte Stümpfe. Die Person trägt eine Mütze und einen Schultermantel, die in dunklen lila und violetten Tönen gehalten sind. Der hellste Punkt im Bild ist der Kragen des Umhangs, den Bacon in fast reinem Weiß darstellt. Dadurch wird der Blick des Betrachters auf das Gesicht der abgebildeten Person gelenkt. Die Person trägt eine Art Brille oder Zwicker, was aber nur durch schwache schwarze Linien angedeutet und daher schwer zu erkennen ist.

Das Auffälligste am Gesicht ist sicherlich der weit aufgerissene, zu einem Schrei geformte Mund. Da Bacon den Mund genau auf der waagerechten Mittelachse arrangiert hat, fällt er zusätzlich noch mehr auf. Die Person auf dem Thron befindet sich in einer Art transparentem „Käfig aus Linien, der losgelöst in einem dunklen Raum zu schweben scheint“1, also in einer Kombination von verschieden Linien, die eine Rahmung ergeben. Oben im Bild sind sehr schwache Linien zu erkennen, die ein Deckengewölbe darstellen. Sie erinnern an ein nicht alltägliches Gewölbe, etwa wie eines in einer Kirche. Die Farbgebung im Bild ist sehr monoton und dunkel. Auch benutzt Bacon eher kalte Farben. Es handelt sich dabei ausschließlich um Ausdrucksfarben, da man hier sicherlich nicht von Lokalfarben sprechen kann. Man betrachte nur einmal die violette Färbung des Gesichts. Die dargestellte Person hebt sich kaum vom Hintergrund ab. Es findet auch keine Lichtführung statt. Die Konstruktion des Raumes ergibt sich nur durch Hell-Dunkel- Kontraste und die geometrisch geformten Linien. Die Farbe scheint senkrecht und streifig herunter zu laufen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. „Papst II“

a) Bildanalyse

b) Bildinterpretation mit Hilfe des kunsthistorischen Zusammenhangs

2. Biographischer Zusammenhang

3. Frage nach der Bildgattung

4. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gemälde „Papst II“ des britischen Künstlers Francis Bacon unter besonderer Berücksichtigung kunsthistorischer Einflüsse und biographischer Hintergründe, um die komplexe Ikonographie des Werkes zu erschließen.

  • Formale Bildanalyse von Bacons „Papst II“
  • Rezeption und Transformation historischer Vorbilder (insb. Velázquez)
  • Der Einfluss von Fotografie und Film auf Bacons Bildfindung
  • Biographische Prägungen und deren Niederschlag im Werk
  • Diskussion des Porträtbegriffs im Kontext moderner Kunst

Auszug aus dem Buch

b) Bildinterpretation mit Hilfe des kunsthistorischen Zusammenhangs

Bacon benutzte drei verschiedene Motive, die er in seinem Bild „Papst II“ einzigartig zu verschmelzen wusste.

Das wichtigste Vorbild ist sicherlich das Porträt „Innozenz X.“ von Velázquez. (Bildanalyse2;3;4;5)

Diego Rodriguez Velázquez war ein spanischer Maler, der 1599 in Sevilla geboren wurde und 1660 in Madrid starb, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, nachdem er 1623 dorthin berufen wurde. Er war auch Hofmaler und Kammerherr bei König Philipp IV..

Bei seiner zweiten Reise nach Rom entstand 1650 das 1,40 x 1,20 m große Bildnis von Papst Innozenz X. mit Öl auf Leinwand. Heute hängt es in der Galleria Doria-Pamphili in Rom. Der Papst genehmigte Velázquez für seine Skizzen nur wenige Stunden, bei denen er selbst Modell saß. (Biographie6)

Es handelt sich um ein in Rottönen gehaltenes Einzelporträt und ist eine naturalistische Darstellung des 75jährigen Papstes, der als Giovanni Battista Pamphili geboren und 1644 zum Papst ernannt wurde. Es zeichnet sich außerdem, ganz im Gegenteil zu Bacons Werk, durch eine hohe Stofflichkeit und Detailgenauigkeit aus. Bei Bacon findet man nur „schemenhafte Unschärfe und Deformierung“ 1 der Person.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Papst II“: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte formale Bildanalyse des Werks sowie eine erste kunsthistorische Einordnung der Motive und Kompositionselemente.

2. Biographischer Zusammenhang: Der Abschnitt beleuchtet Bacons Lebenslauf, seine prägenden Erfahrungen und die psychologische Bedeutung seiner Auseinandersetzung mit dem Vatikan und dem Bild des „Übervaters“.

3. Frage nach der Bildgattung: Hier wird anhand theoretischer Definitionen hinterfragt, inwiefern Bacons Werk noch klassisch als Porträt zu bezeichnen ist oder ob es eine neue Form der Abbildung darstellt.

4. Nachwort: Die Autorin resümiert ihre Herangehensweise und plädiert für eine methodische Kombination aus formaler Analyse und biographischer Betrachtung.

Schlüsselwörter

Francis Bacon, Papst II, Diego Velázquez, Bildanalyse, Kunstgeschichte, Porträt, Glaskäfig, Panzerkreuzer Potemkin, Schrei, Biographischer Zusammenhang, Ikonographie, Abstraktion, Bildgattung, Moderne Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das 1951 entstandene Gemälde „Papst II“ von Francis Bacon und untersucht, wie der Künstler durch die Transformation historischer Vorbilder und persönlicher Obsessionen eine eigene Bildsprache entwickelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Bildanalyse, der Untersuchung kunsthistorischer Referenzen (wie Velázquez) sowie der Bedeutung biographischer Einflüsse und der Rolle der Fotografie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine interdisziplinäre Herangehensweise – bestehend aus Bildanalyse und biographischer Einordnung – zu verstehen, warum Bacon das Motiv des Papstes gewählt hat und wie sich dieses von traditionellen Porträts abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische kunsthistorische Werkanalyse, ergänzt durch die Einbeziehung biographischer Dokumente und kunsttheoretischer Reflexionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine visuelle Analyse des Bildes, den kunsthistorischen Vergleich mit Velázquez' „Innozenz X.“ und eine Untersuchung des Begriffs „Porträt“ im 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Francis Bacon, Papst II, Bildanalyse, Ikonographie, Fotografie, Biographischer Zusammenhang und Moderne Kunst.

Welche Rolle spielt der „Glaskäfig“ in Bacons Werk laut dem Text?

Der Käfig dient laut Bacon primär dazu, die Figur hervorzuheben und zu verdichten; er ist jedoch kein realer Raum, sondern ein abstraktes Raumgerüst aus Linien.

Wie beeinflusste der Film „Panzerkreuzer Potemkin“ das Bild?

Der Schrei der Kinderschwester im Film faszinierte Bacon nachhaltig und beeinflusste die Gestaltung des schreienden Mundes in seinen Papst-Bildern maßgeblich.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Porträts sind immer Porträts von Porträts: Francis Bacon: „Papst II“
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Kunstgeschichtliches Seminar)
Note
2
Autor
Nicole Giese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V31165
ISBN (eBook)
9783638322485
ISBN (Buch)
9783638831369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Porträts Francis Bacon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Giese (Autor:in), 2003, Porträts sind immer Porträts von Porträts: Francis Bacon: „Papst II“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31165
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum