Der Einsatz von Planspielen an Schulen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Unterricht ist für viele Schüler/innen zu einseitig und zu theoretisch, so dass diese den Spaß am Lernen verlieren. Das Planspiel kann dieses Problem lösen, da die Schüler in einer offenen Lernsituation einen neuen Bereich des menschlichen Miteinanders kennenlernen und sich somit die Welt spielerisch aneignen. Jeder einzelne wird zum handelnden Subjekt und erobert sich die Welt selbst. Somit ist das Planspiel eine gute Ergänzung zum alltäglichen Frontalunterricht.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Planspiel als Methode im Politikunterricht. Es stellt sich die Frage, ob Planspiele im Politikunterricht geeignet sind und in wie weit diese Methode zum Kompetenzerwerb der Schüler beitragen kann. In dem ersten Abschnitt soll geklärt werden, was eine Methode im Allgemeinen ist. Weiterhin werden die theoretischen Aspekte des Planspiels und dessen Einsatzmöglichkeiten erläutert. Bei der Beschäftigung mit der Literatur über das Planspiel, fällt auf, dass es oftmals ein großes Durcheinander in der Verwendung der Bezeichnungen für diese Methode gibt. Planspiele, Rollenspiel und Fallstudien werden häufig synonym verwendet. Deshalb soll es ebenfalls Anliegen dieser Arbeit sein, eine klare Definition mit nachvollziehbaren Kennzeichen für Planspiele herauszuarbeiten. In einem weiteren Schritt sollen die einzelnen Phasen dieser Methode vorgestellt und beschrieben werden. Somit werden auch die Regeln aufgezeigt, die Grundvoraussetzung für jedes Spiel sind. Um die Planspielmethode sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können, ist es wichtig, dass man sich der Vorteile, aber auch der Nachteile der Methode bewusst wird.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den methodischen Einsatz des Planspiels im Politikunterricht. Es soll aufgezeigt werden, wie die Schüler einen einfachen Zugang zur Politik bekommen können und welche Kompetenzen dadurch gefördert werden. Anschließend folgt eine Beurteilung über die Eignung der Methode für den Politikunterricht, anhand des Lehrplans für die Sekundarstufe I. Darauf folgt ein eigens ausgedachtes Planspiel, das sowohl im Politikunterricht, wie auch im Religionsunterricht eingesetzt werden kann. Der Konflikt ist so gewählt, dass auch die Möglichkeit eines fächerübergreifenden Planspieles besteht. Zum Schluss wird aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Methoden?
3. Das Planspiel
3.1 Definition und Ursprung
3.2 Anwendungsgebiete / Einsatzmöglichkeiten
3.3 Abgrenzung zu anderen Methoden
3.3. Planspiel, Rollenspiel, Fallstudie
3.4 Phasen
3.5 Vorteile und Nachteile
4. Methodischer Einsatz des Planspiels im Politikunterricht
4.1 Das Planspiel im Politikunterricht
4.1.1 Ziele
4.1.2 Kompetenzerwerb durch Planspiele
4.2 Eignung des Planspiels als Methode für den Politikunterricht
4.3 Eigene Unterrichtsidee
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung des Planspiels als methodisches Instrument im Politikunterricht, um Schülern durch eine aktive, handlungsorientierte Auseinandersetzung mit politischen Konflikten den Kompetenzerwerb zu erleichtern und das Interesse an politischen Prozessen zu fördern.
- Theoretische Grundlagen und Abgrenzung des Planspiels gegenüber anderen Simulationsmethoden.
- Detaillierte Analyse der methodischen Phasen eines Planspiels.
- Untersuchung des Nutzens und der Herausforderungen beim Einsatz im schulischen Kontext.
- Konzeption einer praxisnahen Unterrichtsidee für einen fächerübergreifenden Ansatz.
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition und Ursprung
,,Planspiele sind komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessengegensätzen und hohem Entscheidungsdruck“. ( Massing 2006, S. 164 )
,,Die schon fast klassisch klingende Unterscheidung zwischen Spielen und Lernen wird durch das Planspiel aufgebrochen. Spielerisch wird die Umwelt entdeckt. Somit ist das Planspiel eine gute Ergänzung neben der Schule und kommt selten in Verdacht etwas “lehren“ zu wollen.“ ( von Fürstenberg 1993, S. 11 )
Die Urform des Planspiels ist das Kriegsspiel, das schon ab ca. 3000 v Chr. anzutreffen ist. Bis in das 20 Jahrhundert wurde das Planspiel im militärischen und betrieblichen Bereich eingesetzt, um die Ausbildung der Führungskräfte praxisorientiert und vielschichtig zu gestalten. Seit 1950 versuchen Schulpädagogen aus den USA die Methode des Planspiels in den Unterricht zu integrieren. Erst ab 1960 interessierten sich Pädagogen und Soziologen für den Einsatz von Methoden im Unterricht und versuchen die unterschiedlichen Simulationsmethoden voneinander abzugrenzen und diese in beruflichen und allgemeinbildenden Schulen einzusetzen. (vgl. Silkenbeumer. Datta 1975, S. 42)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Planspielen als handlungsorientierte Ergänzung zum theoretischen Frontalunterricht, um Schülern einen Zugang zu komplexen politischen Themen zu ermöglichen.
2. Was sind Methoden?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Methode als didaktische Struktur zur Organisation von Lernprozessen und erörtert deren Einfluss auf die Motivation und den Kompetenzaufbau der Lernenden.
3. Das Planspiel: Es werden Ursprung, Definition, Phasen sowie die Abgrenzung zu Rollenspielen und Fallstudien erarbeitet, um ein fundiertes Verständnis der Methode zu gewährleisten.
4. Methodischer Einsatz des Planspiels im Politikunterricht: Das Kapitel analysiert die spezifischen Ziele und den Kompetenzerwerb durch Planspiele und schließt mit einer konkreten, fächerübergreifenden Unterrichtsidee.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Planspiel trotz organisatorischer Anforderungen eine wertvolle, motivierende Methode darstellt, um demokratisches Bewusstsein und Schlüsselqualifikationen langfristig zu fördern.
Schlüsselwörter
Planspiel, Politikunterricht, Handlungsorientierung, Simulationsmethode, Kompetenzerwerb, Rollenspiel, Fallstudie, Politisches Lernen, Sozialkompetenz, Konfliktlösung, Didaktik, Schulpädagogik, Methodenvielfalt, Politik, Unterrichtsgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Planspiel als motivierende und sinnvolle Lehrmethode im Politikunterricht eingesetzt werden kann, um Schülern ein tieferes Verständnis für politische Prozesse zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und theoretische Einordnung des Planspiels, dessen methodische Umsetzung, die Abgrenzung zu ähnlichen Methoden sowie die praktische Anwendung im schulischen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie durch Planspiele das politische Selbstbewusstsein gestärkt, Interesse geweckt und zentrale Sach- sowie Methodenkompetenzen bei Schülern aufgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde zur Erstellung der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu didaktischen Methoden, ergänzt um die Entwicklung eines konkreten Unterrichtsbeispiels für die Sekundarstufe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen insbesondere die sieben Phasen eines Planspiels, dessen Vor- und Nachteile sowie die Eignung gemäß dem offiziellen Kernlehrplan detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Planspiel, handlungsorientierter Politikunterricht, Kompetenzerwerb, Simulation, demokratische Bildung und methodische Vielfalt.
Warum wird das Planspiel im Schulalltag bisher nur selten genutzt?
Laut der Arbeit liegt dies vor allem an fehlenden Spielvorlagen, geringer Erfahrung der Lehrkräfte mit dieser speziellen Methode sowie einem oft noch zu stark stofforientierten Verständnis von Lehren und Lernen.
Wie unterscheidet sich ein Planspiel von einem Rollenspiel?
Während im Rollenspiel die Interaktion und das soziale Verhalten in einer Situation im Fokus stehen, sind Planspiele komplexer, systemorientierter und zielgerichtet darauf ausgerichtet, Interessenkonflikte und politische Entscheidungsstrukturen zu simulieren.
Was beinhaltet die vom Autor vorgeschlagene Unterrichtsidee?
Die Unterrichtsidee thematisiert den kontroversen Bau einer großen Moschee in einem Kölner Stadtteil, um Schüler in einem fächerübergreifenden Setting (Politik/Religion) mit den verschiedenen Interessen von Anwohnern, Vereinen und Politikern zu konfrontieren.
- Arbeit zitieren
- Kathryn Metzner (Autor:in), 2012, Das Planspiel im Politikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311987