Lifelong learning - Zur Bedeutung und Zukunft der Weiterbildung


Seminararbeit, 2000
12 Seiten, Note: Gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet lifelong learning?

3. Notwendigkeit des lifelong learning

4. Bedeutung der Fortbildung
4.1 Zweck der Fortbildung
4.2 Humankapital als meritorisches Gut
4.3 Humankapital als öffentliches Gut
4.4 Betriebliche Auswirkungen der Weiterbildung

5. Weiterbildung und Zukunft
5.1 Auf dem Weg zur Weiterbildungsgesellschaft
5.2 Tendenzen in der Zukunft
5.3 Schwerpunkte in der zukünftigen beruflichen Weiterbildung
5.4 Schlüssel- und Spezialqualifikationen

6. Zukünftige Methoden der Weiterbildung

7. Kritik an der Weiterbildung / Bedeutung von Abschlüssen

8. Exkurs: Weiterbildung in Europa und Österreich

Literatur- & Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Es ist schlimm genug,... daß man jetzt nichts mehr für sein ganzes Leben lernen kann. Unsere Vorfahren hielten sich an den Unterricht, den sie in ihrer Jugend empfangen; wir aber müssen jetzt alle fünf Jahre umlernen, wenn wir nicht ganz aus der Mode kommen wollen.“ (Goethe bei Geißler in Wittwer, 1990, S. 177)

Diese Aussage bringt eine Entwicklung zum Ausdruck, welche zwar schon zur Zeit Goethes im Ansatz existierte, aber gerade in der heutigen Zeit aufgrund neuer Technologien und vor allem in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird: die Notwendigkeit sich ein Leben lang weiterzubilden, um sich den rasant ändernden Lebens- und Arbeitsbedingungen anzupassen (vgl. Schneider / Dreer, 1999, Vorwort).

Da aber zu Goethes Zeiten das Leben noch viel gemächlicher war, und sich das Wissen nicht so explosionsartig von Augenblick zu Augenblick vermehrte wie es heute der Fall ist, wird die Bedeutung dieser an sich historischen Aussage für die heutige Zeit erkenntlich (vgl. Geißler in Wittwer, 1990, S. 177).

„In immer kürzeren Abständen muß neu gelernt werden. Nicht nur das Veraltete muß ersetzt werden, sondern auch das Neue durchs Neuere.“ (ebd., 1990, S. 177)

Folglich sind in den letzten Jahren fast alle industrialisierten Gesellschaften von den traditionellen Bildungsmethoden, die speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten waren, abgekommen und haben sich neuen, erwachsenenorientierten Bildungssystemen zugewandt.

Darin liegt auch der Grund, warum heute die Erwachsenenbildung häufig das zentrale Thema der Bildungspolitik darstellt (vgl. Bergmann, 1973, S.7).

Auch das althergebrachte und oft gepredigte Motto: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ hat an Bedeutung verloren und sich als ganz schön falsches Sprichwort herausgestellt. Die Annahme, Erwachsene könnten nichts Neues mehr dazulernen, ist als nicht zutreffend zu bezeichnen und endgültig aus unseren Köpfen zu verbannen. Ansonsten wäre ja das ganze Kapitel der Weiterbildung als absurd abzutun, da die Erwachsenen ja ohnehin nicht mehr lern- und aufnahmefähig sind (vgl. Kugemann, 1988, S.112).

2. Was bedeutet lifelong learning?

Lifelong learning (dt. lebenslanges Lernen) ist nur einer von vielen Ausdrücken, welche die permanente Weiterbildung im Erwachsenenalter bezeichnen und sich im Laufe des Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft in unterschiedlichsten Ländern durchgesetzt haben.

„Der Begriff „permanente Bildung“ ist verhältnismäßig neu. Paul Lengrad spricht in seinem 1965 verfaßten UNESCO-Dokument davon, daß es sich um einen kaum mehr als zehn Jahre alten Terminus handle. Der Begriff taucht an verschiedenen Punkten der Welt unter verschiedenen Namen auf, die alle ungefähr das gleiche meinen: éducation permanente, continuos learning, lifelong education, lifelong integrated education continuing education.“ (Gschier, Erscheinungsjahr unbekannt, S. 4)

3. Notwendigkeit des lifelong learning

Die Notwendigkeit, sich ein Leben lang weiterzubilden, soll durch die unten angeführten Punkte verdeutlicht werden:

- „Das Wissen der Welt verdoppelt sich alle vier Jahre.“
- „Die Halbwertszeit des Wissens wird künftig – in nahezu allen Berufen – zwischen drei und vier Jahren liegen.“
- „Die Wettbewerbsvorteile durch Produkte können nur mehr in Monaten und nicht mehr in Jahren gemessen werden.“
- „Die Unternehmen müssen sich ständig um neue Geschäftsfelder umsehen.“
- „Erfolgreiche Unternehmen im Wettbewerb werden jene sein, deren Mitarbeiter sich als Subunternehmer verstehen, und die Fähigkeit haben, ständig neue Innovationen für Produkte, Prozesse und Märkte zu schaffen.“
- „Aus den genannten Gründen wird die ständige Lernbereitschaft zur conditio sine qua non.“1 (Schneider / Dreer, 1999, S. 1)

(1 unerlässlichen Voraussetzung, Duden, 1990, S. 154)

4. Bedeutung der Fortbildung

4.1 Zweck der Fortbildung

„Fortbildung soll die Qualifikationen der Arbeitnehmer/innen dem wirtschaftlichen Strukturwandel und dem technischen Fortschritt anpassen sowie berufliche Mobilität und beruflichen Aufstieg ermöglichen, um auf diese Weise sowohl zum Wirtschaftswachstum als auch komplementär zu einer konstruktiven Gesellschaftspolitik beitragen.“ (Michel-Schwartze, 1994, S. 160)

Von der obigen Aussage abgeleitet kann Bildung - erreicht durch Weiterbildung - auch als Humankapital bezeichnet werden. Dieses ist wiederum maßgeblich daran beteiligt, die Situation eines Unternehmens, z.B. durch qualifizierte, eigenständige Arbeitskräfte, im internationalen Wettbewerb, zu verbessern oder Kostensenkung bzw. Produktivitätssteigerung zu erwirken. Unternehmenserfolg kann daher heute und auch in Zukunft weitgehend mit Weiterbildung gleichgesetzt werden (vgl. Schneider / Dreer, 1999, S. 1).

4.2 Humankapital als meritorisches Gut

Dabei wird davon ausgegangen, dass ein gemeinsames Interesse aller Menschen an der Bildung besteht. So setzt z.B. das Funktionieren eines modernen demokratischen Staates ein bestimmtes Bildungsniveau seiner Bevölkerung voraus. Durch ein Mehr an Bildung gegenüber einem anderen Staat können sich dann bestimmte Vorteile und Vorsprünge für die Einwohner eines Landes ergeben, die wiederum im Interesse aller sind.

Wirtschaftswachstum kann daher generell nicht nur als Resultat aus Bevölkerungswachstum und Kapitalakkumulation betrachtet werden, da gerade das Humankapital Bildung eine entscheidende Größe in diesem System darstellt (vgl. ebd., 1999, S. 4).

4.3 Humankapital als öffentliches Gut

Aus betrieblicher Sicht stellt das Humankapital ein öffentliches Gut dar, von dessen Nutzung niemand ausgeschlossen werden kann. Jedes Unternehmen hat das Recht mehr oder weniger qualifiziertes Personal einzustellen, und dadurch ganz konkrete „Mengen“ an Humankapital Ressourcen in Anspruch zu nehmen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lifelong learning - Zur Bedeutung und Zukunft der Weiterbildung
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Organisation & Lernen)
Veranstaltung
Einführung in die Wirtschaftspädagogik
Note
Gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V31241
ISBN (eBook)
9783638323031
ISBN (Buch)
9783638901840
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Lifelong, Bedeutung, Zukunft, Weiterbildung, Einführung, Wirtschaftspädagogik
Arbeit zitieren
MMag. Thomas Schrott (Autor), 2000, Lifelong learning - Zur Bedeutung und Zukunft der Weiterbildung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31241

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