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Exekutive Funktionen und Alter. Erfassung exekutiver Funktionen durch zwei neuropsychologische Tests

Title: Exekutive Funktionen und Alter. Erfassung exekutiver Funktionen durch zwei neuropsychologische Tests

Diploma Thesis , 2014 , 81 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Claudia Blesl (Author)

Medicine - Neurology, Psychiatry, Addiction
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Summary Excerpt Details

Exekutive Funktionen sind für das Alltagsleben jedes Menschen von Bedeutung. Defizite im Bereich der exekutiven Funktionen können u. a. durch Störungen des abstrakten Denkens und der planerischen Fähigkeiten zu Beeinträchtigungen im täglichen Leben führen. Das Ziel der vorliegenden Studie war, herauszufinden, ob es in Bezug auf exekutive Funktionen altersabhängige Unterschiede gibt.

60 gesunde ProbandInnen zweier altersunterschiedlicher Gruppen (18–30 Jahre (n = 30) bzw. 50–80 Jahre (n = 30)) wurden mit zwei neuropsychologischen Testverfahren für exekutive Funktionen auf kognitive Alterseffekte getestet. Die beiden verwendeten Testbatterien waren: der „Turm-von-London (TL-D)“-Test und der „BADS – Behavioural Assessment of the Dysexecutive Syndrome“-Test.

Es zeigten sich sowohl beim TL-D- als auch beim BADS-Test signifikante Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen. Die ProbandInnen der älteren Gruppe erzielten bei den komplexen Problemlösebeispielen des TL-D-Tests signifikant schlechtere Ergebnisse (5-Zug-Beispiele (p = 0,008), 6-Zug-Beispiele (p = 0,034)) als die jüngere Vergleichsgruppe. Beim BADS-Test war der durchschnittlich erreichte Gesamtprofilwert der älteren Gruppe signifikant niedriger (p = 0,004) als der der jüngeren ProbandInnen. Auch bei einem Subtest des BADS-Tests, der die Fähigkeit der Strategieentwicklung prüft, bestand ein signifikanter Unterschied (p = 0,006) zu Gunsten der jüngeren Testpersonen.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es bei gesunden Menschen zu kognitiven Alterseffekten im Bereich der exekutiven Funktionen kommt. Diese Effekte sind vor allem bei komplexen Aufgaben, die die menschliche Planungsfähigkeit überprüfen, ersichtlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Exekutive Funktionen

1.1.1 Begriffsdefinition

1.1.2 Subkomponenten der exekutiven Funktionen

1.1.3 Anatomie des Frontallappens

1.1.4 Theoretische Modelle exekutiver Funktionen

1.1.5 Das dysexekutive Syndrom

1.2 Kognitive Alterseffekte

1.2.1 Definition Kognition und kognitive Psychologie

1.2.2 Kognitives Altern

1.2.3 Kognitives Altern und exekutive Funktionen

2 Zielsetzung und Studienhypothese

3 ProbandInnen und Methoden

3.1 Studienaufbau

3.1.1 Einschlusskriterien

3.1.2 Ausschlusskriterien

3.1.3 ProbandInnen

3.2 Untersuchungsmethoden der Studie

3.2.1 Turm von London (TL-D) – Deutsche Version des Tower of London (ToL)

3.2.2 Behavioural Assessment of the Dysexecutive Syndrome (BADS)

4 Ergebnisse – Resultate

4.1 Ergebnisse der Stichprobenbeschreibung

4.2 Ergebnisse des „Turm von London“ (TL-D)

4.2.1 Klassifikation der TL-D Testergebnisse

4.2.2 Anzahl der gelösten Züge

4.2.3 Durchschnittliche Bearbeitungszeiten

4.2.4 Anzahl der Pausen

4.3 Ergebnisse des „Behavioural Assessment of the Dysexecutive Syndrome“ (BADS)

4.3.1 Klassifikation der BADS-Testergebnisse

4.3.2 Profilwerte

4.4 Ergebnisse des Dysexecutive Questionnaire (DEX-Selbstbeurteilungs-Fragebogen)

4.5 Korrelationen der Gruppe der 18- bis 30-Jährigen

4.5.1 Turm von London

4.5.2 BADS-Test

4.6 Korrelationen der älteren Altersgruppe

4.6.1 Turm von London

4.6.2 BADS-Test

4.7 Korrelationen zwischen der DEX-Summe und des BADS-Tests beider Altersgruppen

5 Diskussion

5.1 Diskussion der ToL-Ergebnisse

5.2 Diskussion der BADS-Ergebnisse

5.3 Diskussion der DEX-Beurteilungen

5.4 Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Alterns auf exekutive Funktionen bei gesunden Erwachsenen. Dabei wird analysiert, ob altersabhängige Unterschiede in der frontalen Verarbeitung bestehen und ob mögliche kognitive Defizite spezifischen exekutiven Funktionen zugeordnet werden können.

  • Vergleich der exekutiven Leistungsfähigkeit zwischen zwei Alterskohorten (18–30 Jahre vs. 50–80 Jahre).
  • Einsatz neuropsychologischer Testverfahren („Turm von London“ und „BADS“).
  • Analyse der Planungsfähigkeit und des problemlösenden Denkens bei komplexen Aufgaben.
  • Untersuchung der Korrelation zwischen subjektiver Selbsteinschätzung und objektiven Testergebnissen.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Begriffsdefinition

Exekutive Funktionen stellen höhere kognitive Kontrollprozesse dar und werden vor allem in komplexen Situationen, wenn automatisiertes Handeln zur Ausführung von Aufgaben nicht mehr ausreicht, benötigt (1). Für den Begriff der exekutiven Funktionen liegt keine einheitliche und allgemeine Begriffsdefinition vor, obwohl sie schon seit Jahren ein gefragtes Forschungsgebiet der Neuropsychologie sind.

Laut Levine, Stuss und Milberg könnte die Beurteilung der exekutiven Funktionen die schwierigste Aufgabe der Neuropsychologie darstellen (2). Baddeley beschreibt die exekutiven Prozesse als die komplexesten Aspekte der menschlichen Kognition. Er gehe nicht davon aus, dass sie in der nahen Zukunft komplett verstanden werden können (3). Laut Lezak ermöglichen exekutive Funktionen das selbstständige und zielstrebige Handeln (4). Um ein Ziel zu erreichen, findet die flexible Koordination von verschiedenen Subprozessen untereinander statt (5).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vermittlung theoretischer Grundlagen zu exekutiven Funktionen, deren Subkomponenten, dem Frontallappen sowie kognitiven Alterseffekten.

2 Zielsetzung und Studienhypothese: Definition des Studienziels, bei gesunden Personen im höheren Alter kognitive Alterseffekte hinsichtlich ihrer Signifikanz und Zuweisung zu untersuchen.

3 ProbandInnen und Methoden: Beschreibung des Studienaufbaus, der Auswahlkriterien für die Teilnehmer sowie der eingesetzten Testverfahren (ToL, BADS, DEX).

4 Ergebnisse – Resultate: Darstellung der statistischen Ergebnisse bezüglich der Stichprobe sowie der Leistungen in den durchgeführten neuropsychologischen Tests inklusive Korrelationsanalysen.

5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf kognitive Alterseffekte, kritische Würdigung der Methodik und Ableitung von Schlussfolgerungen.

Schlüsselwörter

Exekutive Funktionen, Kognitives Altern, Turm von London, BADS, Neuropsychologie, Frontallappen, Planungsfähigkeit, Problemlösendes Denken, Dysexekutives Syndrom, Kognition, Altersunterschiede, DEX-Fragebogen, Arbeitsgedächtnis, Strategieentwicklung, Testpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob sich bei gesunden Menschen im höheren Alter exekutive Funktionen verändern und ob solche Veränderungen in standardisierten Tests nachweisbar sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Neuropsychologie der exekutiven Funktionen, den physiologischen Alterungsprozessen des Frontallappens sowie deren Auswirkungen auf die menschliche Planungs- und Problemlösekompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Ziel war es, zu ermitteln, ob signifikante Unterschiede zwischen jüngeren (18–30 Jahre) und älteren (50–80 Jahre) Erwachsenen bei der Bewältigung exekutiver Aufgaben bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Vergleichsstudie mit 60 Probanden durchgeführt, die neuropsychologische Testbatterien (Turm von London, BADS) absolvierten und ergänzend einen Selbstbeurteilungsfragebogen (DEX) ausfüllten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Neuroanatomie und kognitiver Modelle sowie in die detaillierte statistische Auswertung der Testergebnisse beider Altersgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Exekutive Funktionen, Kognitives Altern, Turm von London, BADS sowie das Dysexekutive Syndrom.

Zeigen sich in den Tests Unterschiede zwischen den Altersgruppen?

Ja, bei komplexeren Aufgaben, insbesondere beim „Turm von London“ und dem BADS-Subtest „Schlüsselsuche“, erzielten ältere Probanden signifikant schlechtere Ergebnisse als jüngere.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Selbsteinschätzung und Testleistung?

Die Studie ergab keinen signifikanten Zusammenhang; eine schlechtere Selbsteinschätzung im DEX-Fragebogen korrelierte nicht mit schlechteren Profilwerten in den objektiven Leistungstests.

Sind die gefundenen Defizite pathologisch?

Nein, die Ergebnisse deuten auf einen leichten, altersbedingten und nicht pathologischen Abbau der kognitiven Leistungen hin, der vor allem bei Aufgaben der Strategieentwicklung sichtbar wird.

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Details

Title
Exekutive Funktionen und Alter. Erfassung exekutiver Funktionen durch zwei neuropsychologische Tests
College
Medizinische Universität Graz  (Universitätsklinik für Psychiatrie)
Grade
1,0
Author
Claudia Blesl (Author)
Publication Year
2014
Pages
81
Catalog Number
V312420
ISBN (eBook)
9783656983965
ISBN (Book)
9783656983972
Language
German
Tags
altersabhängige unterschiede funktionen erfassung tests tl-d bads
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Blesl (Author), 2014, Exekutive Funktionen und Alter. Erfassung exekutiver Funktionen durch zwei neuropsychologische Tests, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312420
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