Das Tipi der indigenen Völker Nordamerikas. Bauweise, Bemalung und Funktion


Hausarbeit, 2015
14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tipi
2.1 Definition „Tipi“
2.2 Materialien
2.3 Herstellung der Cheyenne
2.4 Bemalungen der Blackfoot
2.5 Funktionen

5. Fazit und Seminarbezug

6. Literatur

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Das Tipi der indigenen Völker Nordamerikas“. Zunächst wird der Begriff „Tipi“ definiert und auf die Materialien eingegangen, die für den Aufbau eines Tipis notwendig sind. Danach werden die Herstellung und die Bemalungen näher erläutert, wobei hier wichtig zu klären ist, wie die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau geregelt ist. Da diese beiden Praktiken in vielen Stämmen unterschiedlich ausgeübt werden, wird bei der Herstellung des Tipis speziell der nordamerikanischen Volksstamm der Cheyenne betrachtet und bei den Bemalungen auf die Stammesgruppe der Blackfoot. Im letzten Punkt des Hauptteils geht es um die Funktionen des Tipis, bei denen ich zwischen sozialen und ökonomischen Funktionen unterscheide. Zum Abschluss der Hausarbeit werde ich ein Fazit geben und einen Themenbezug zum Seminar herstellen.

Neben den aufgehführten Werken in der Literaturliste nutze ich zur Darstellung der Materialien und Herstellung hauptsächlich drei Autoren, nämlich Stanley Campbell, der sich intensiv mit den Tipis der Cheyenne auseinandersetzte, Paul Goble mit seinem Werk über die „Nomadic Buffalo Hunters“ und das Ehepaar Gladys und Reginald Laubin, welches jahrelang Feldforschungen bei indigenen Kulturen durchführte und dort teilweise selbst in Tipis lebte. Für das Unterkapitel der Bemalungen zog ich die Lektüre „Tipibemalungen der Blackfoot: Zu Herkunft und Stil“ von Ted Brasser heran, die von Helmut Petersen übersetzt wurde. Mit den Bemalungen der Blackfoot befasste Ted J. Brasser sich jahrelang als Ethnologe am National Museum of Man, dem heutigen Canadian Museum of Civilization.

2. Tipi

2.1 Definition „Tipi“

Das Wort Tipi ist die Lakota-Bezeichnung für „Haus, Wohnung“ und ist zum Synonym für die Zelte der Plains-Stämme geworden. Die Bauweise ist fest und trotzdem einfach, wodurch ein schneller Auf- und Abbau ermöglicht wird (Vgl. Feest 2009: 27).

Das Tipi gilt als bewundernswertes Zuhause, umhüllt von einem Bezug, auf dem Menschen ihre Träume zeichneten und mit einer Rauchöffnung, durch die man in den Himmel blicken kann. Es gibt viele unterschiedlichen Namen für das Zelt der indigenen Völker. Das Wörterbuch der Webster bezeichnet es als „Tipi“ oder „Teepee“, die Blackfoot Stämme nennen es „niitoyis“ und die Kiowa sagen „do-heen“ (Goble 2007: 9).

2.2 Materialien

Pfähle

Die wichtigsten Bestandteile des Tipis sind die schwerfälligen und zahlreichen Pfähle, welche gleichzeitig die Stärke und Schönheit ausmachen. Bevorzugt werden Pfähle aus Zedernholz, da sie nicht vermodern oder zersplittern, allgemein wird jedoch auch Kiefer verwendet. Ihre Längen betragen ca. 15 bis 30 Fuß und die Dicke 2 bis 4 Inch. Die Anzahl und Längen sind abhängig von der Größe des Tipis, die von 10 bis 30 Fuß variieren kann. Für kleine Tipis werden ungefähr ein dutzend Pfähle benötigt, für große Tipis sogar 30 Pfähle oder mehr. Im allgemeinen kann man sagen, dass für einen Zeltumfang von 30 Inch je ein Pfahl benötigt wird. Je mehr Pfähle ein Zelt tragen, desto stabiler ist es (Vgl. Campbell: 685-686).

Bezüge

Die Tipi-Bezüge bestehen je nach geographischer Lage und Jahreszeit aus Büffel-, Hirsch-, oder Kuhhäuten. Für ein kleines Tipi mit einem Durchmesser von ca. 12 Fuß werden 8 bis 10 zusammengenähte Büffelhäute benötigt. Bei größeren Tipis mit einem Durchmesser von ca. 14 bis 16 braucht man 12 bis 14 Häute. Bei guter Pflege kann ein Zelt aus Büffelhaut über mehrere Jahre halten. Die besten Häute bieten die im Sommer getöteten Büffel, da ihre Haut dünner, leichter und damit einfacher zu verarbeiten ist. Häute von Büffelkühen werden denen von Büffelbullen vorgezogen, da sie eine gleichmäßigere Dicke aufweisen (Vgl. Laubin 1977: 201).

Absteck-Pflöcke

Um das Tipi am Boden zu befestigen und standhaft zu machen, werden kleine Absteck-Pflöcke verwendet. Diese werden mit einem Seil aus Büffel- oder Bullenhaut mit dem Tipi verbunden. Für die Pflöcke können alle möglichen harten Holzsorten genutzt werden, Eschen sind jedoch am besten dafür geeignet. Sie sollen zu einer scharfen Spitze beschnitten werden, einen Durchmesser von Einem Inch und eine Länge von 18 Inch haben. Die Pflöcke sollten ebenfalls zugespitzt sein, einen Durchmesser von 1-3/4 Inch und eine Länge von 2 Fußeinheiten haben (Vgl. Goble 2007: 18).

Lining (Auskleidung)

Da die Tipi-Bezüge Häute meist nicht den gesamten Bereich des Zeltes hinunter zum Boden bedecken können, befindet sich im Innenraum des Zeltes ein sogenanntes „Lining“, die Tipi-Auskleidung (Vgl. Laubin 1977: 55).

Die Auskleidung, die vorzugsweise aus Tierhäuten gemacht wird, sollte aus leichtgewichtigem Material bestehen, aber dennoch wasserdicht sein. Sie ist in Stücken mit einem Seil an die verschiedenen Pfähle gebunden, sodass sie ungefähr bis auf Schulterhöhe den Bereich des Tipi-Bezugs abdeckt (Vgl. Goble 2007: 37).

2.3 Herstellung der Cheyenne

Das Tipi wird üblicherweise im Frühjahr als Vorbereitung auf die sommerlichen Feierlichkeiten und Stammestreffen aufgebaut (Vgl. Campbell, Stanley 1915: 687).

Für die Beschaffung der Materialien sind die Männer zuständig, sie fällen die Bäume und jagen die Büffel. Die Frauen hingegen gerben die Felle, nähen sie zusammen und sind für den Aufbau der Tipis und deren Innenraum verantwortlich (Vgl. Meyer 2005: 16).

[...]

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Details

Titel
Das Tipi der indigenen Völker Nordamerikas. Bauweise, Bemalung und Funktion
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V312572
ISBN (eBook)
9783668117730
ISBN (Buch)
9783668117747
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tipi, indigene Völker, Nordamerika, Indianer, Blackfoot, Cheyenne, Ethnologie
Arbeit zitieren
René Fenzlein (Autor), 2015, Das Tipi der indigenen Völker Nordamerikas. Bauweise, Bemalung und Funktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312572

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