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Der Einfluss amerikanischer Medien im Unabhängigkeitskrieg

Titel: Der Einfluss amerikanischer Medien im Unabhängigkeitskrieg

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thorsten Volberg (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeit der nordamerikanischen Kolonien vom englischen Mutterland ausgerufen wurde, war der Konflikt zwischen beiden Seiten bereits seit einem Jahr in einem Krieg eskaliert. Sieben Jahre später wurde die Trennung von Großbritannien im Friedensschluss von Paris formell vollzogen. Dieser bis dahin weltpolitisch einzigartige Schritt wurde von den Bevölkerungen in den Kolonien mit ähnlich enthusiastischen Freudenkundgebungen gefeiert, wie knapp eine Generation zuvor die Thronbesteigung des neuen Königs von England Georg III. im Jahre 1760.
Gemeinsam mit der britischen Armee hatte man damals den Weltmacht-Rivalen Frankreich besiegt und dem englischen Königreich zu neuem Ruhm und territorialer Ausdehnung verholfen. Man fühlte sich als ein fester Bestandteil des British Empire und die Idee einer unabhängigen Nation aus dem Verbund der Kolonien heraus war fernab jeder Vorstellung.
Wie konnte also die Identifikation der Kolonisten mit „ihrem“ König und dem britischen Empire innerhalb weniger Jahre in ein Negativ- und dann in ein Feindbild umschlagen? Welche Ereignisse und Entscheidungen riefen innerhalb der amerikanischen Administration, aber vor allem unter den Bewohnern der Kolonien, solche negativen Reaktionen gegenüber dem britischen Mutterland hervor? Ein Blick auf die politischen Entscheidungsprozesse und ihre Träger alleine reicht nicht aus, um dieses Phänomen der nationalen Entfremdung zu verdeutlichen. Denn angefangen bei der Forderung der politisch Verantwortlichen nach einer eigenen Steuererhebungskompetenz, über das generelle in-Frage-stellen der Verantwortlichkeit des englischen Parlaments, bis hin zur Erklärung der Unabhängigkeit von Großbritannien, wäre ohne die Unterstützung eines Großteils der Bevölkerung unmöglich gewesen. Ein klares Bild von der Gesellschaftsstruktur in den amerikanischen Kolonien ist daher notwendig, um gewisse Handlungen und Reaktionen in den Zeiten vor der Revolution und während des Krieges zu verstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftspolitische Lage des 18. Jahrhunderts

3. Britische Kolonialpolitik in Amerika

3.1. ‚Stamp Act’ 1765

3.2. ‚Boston massacre’ 1770

3.3. Gründung des ‚Continental Congress’ 1774

4. Die amerikanische Presse Mitte des 18. Jahrhunderts

4.1. Drucker und Verleger

4.2. Die Rolle der Post

4.3. Regierung und Zensur

4.4. Druckerzeugnisse

4.4.1. Flugblätter

4.4.2. Zeitungen

4.4.3. Pamphlete

4.4.3.1. ‚Common Sense’

5. Die amerikanische Gesellschaft während der Revolution

5.1. Die Spaltung der Bevölkerung

5.2. Die Entstehung einer amerikanischen Identität

6. Der Unabhängigkeitskrieg 1775 - 1783

6.1. Die Rolle der Miliz

6.2. Amerikanischer Widerstand während des Unabhängigkeitskrieges

6.2.1. Der Propagandakampf der Patrioten

6.2.2. Patriotische Verleger

6.2.3. Amerikanische Propaganda für die feindlichen Soldaten

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den entscheidenden Einfluss der amerikanischen Medien im Unabhängigkeitskrieg. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Presseerzeugnisse wie Zeitungen, Pamphlete und Flugblätter zur politischen Mobilisierung, zur Entstehung einer amerikanischen Identität und zur Steuerung der öffentlichen Meinung gegenüber der britischen Krone beitrugen.

  • Die Rolle der Presse als "popular engine" im revolutionären Prozess.
  • Wechselwirkung zwischen politischer Kommunikation und gesellschaftlicher Identitätsbildung.
  • Methoden der patriotischen Propaganda zur Mobilisierung der Bevölkerung.
  • Die Funktion der Presse bei der psychologischen Kriegsführung gegen britische Truppen.

Auszug aus dem Buch

4.4.3.1. ‚Common Sense’

Keines der für oder gegen die Verfassung geschriebenen Pamphlete erreichte nach Auflage und Wirkung den durchschlagenden Erfolg, den Thomas Paines’ „Common Sense“ 1776 gehabt hatte. Innerhalb weniger Monate erlebte dieses Werk zwölf Auflagen und es kursierten etwa 150.000 Exemplare in den Kolonien. Paine, erst zwei Jahre zuvor aus England eingewandert, griff den bis dahin weitgehend verschonten Georg III. in beispielloser Weise als tyrannischen „Pharao“ an. Doch weniger die persönlichen Attacken gegen den König als die radikale Ablehnung der monarchischen Staatsform hoben „Common Sense“ aus der Masse der Flugschriften heraus.

Lediglich die Unabhängigkeit von Großbritannien könne laut Paine die politische Korruption und den moralischen Verfall nach englischem Vorbild noch verhindern. Er sah den eigentlichen Kampf im Aufbau einer gerechten republikanischen Ordnung gegen das System der Monarchie. „Wir haben es in unserer Hand, die Welt von neuem zu beginnen.“ Der phänomenale Erfolg dieser Flugschrift war nicht zuletzt dem Appell an die „religiös-nationalen Emotionen“ zu verdanken, die der Konflikt mit dem Mutterland in breiten Bevölkerungsschichten geweckt hatte. Gleichzeitig schien ein eigenständiges amerikanisches Nationalgefühl zumindest latent vorhanden zu sein. So schrieb Thomas Paine:

„I challenge the warmest advocate for reconciliation to show a single advantage that this continent can reap by being connected with Great Britain.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Ausgangslage des Konflikts zwischen den nordamerikanischen Kolonien und dem Mutterland sowie die Relevanz der Presse für die Entstehung nationaler Entfremdung.

2. Gesellschaftspolitische Lage des 18. Jahrhunderts: Beschreibt den tiefgreifenden Wandlungsprozess der amerikanischen Gesellschaft von einer ständischen hin zu einer repräsentativ-demokratischen Struktur.

3. Britische Kolonialpolitik in Amerika: Analysiert die Konfliktpunkte wie den Stamp Act und das Boston Massacre, die zur Radikalisierung und Entfremdung der Kolonisten beitrugen.

4. Die amerikanische Presse Mitte des 18. Jahrhunderts: Untersucht die Entwicklung der heterogenen Presselandschaft, die Rolle der Post sowie die Bedeutung von Druckmedien als Instrumente politischer Meinungsbildung.

5. Die amerikanische Gesellschaft während der Revolution: Behandelt die Spaltung der Bevölkerung in Patrioten und Loyalisten sowie die allmähliche Herausbildung einer eigenständigen amerikanischen Identität.

6. Der Unabhängigkeitskrieg 1775 - 1783: Analysiert den Einsatz von Propaganda und Medien im Krieg, insbesondere deren Rolle bei der Mobilisierung der Milizen und der psychologischen Einflussnahme auf feindliche Soldaten.

7. Fazit: Fasst zusammen, dass die Presse als zentrales staatenübergreifendes Kommunikationsmittel maßgeblich zum nationalen Zusammenhalt und zum Erfolg der amerikanischen Revolution beitrug.

8. Literaturverzeichnis: Listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Amerikanische Revolution, Unabhängigkeitskrieg, Presse, Propaganda, Flugblätter, Zeitungen, Pamphlete, Patriotismus, Identitätsbildung, Kolonialpolitik, öffentliche Meinung, George Washington, Thomas Paine, Journalismus, Freiheitskampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das koloniale Pressewesen den Prozess der Loslösung der nordamerikanischen Kolonien von Großbritannien beeinflusst und gesteuert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des amerikanischen Pressewesens, die Rolle der Propaganda bei der Mobilisierung der Bevölkerung und der Zusammenhang zwischen Medienberichterstattung und der Entstehung einer nationalen amerikanischen Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle die Presse bei der Lenkung der öffentlichen Meinung spielte und wie sie aktiv dazu beitrug, aus der Entfremdung zum Mutterland einen revolutionären Widerstand zu formen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Flugschriften, Zeitungsberichten und einschlägiger Fachliteratur zur amerikanischen Geschichte des 18. Jahrhunderts basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangslage (Kolonialpolitik), die technologischen und redaktionellen Bedingungen des frühen Pressewesens (Drucker, Post) sowie den spezifischen Einsatz von Propaganda während des Krieges, etwa zur Beeinflussung der Miliz und feindlicher Soldaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Amerikanische Revolution, Presse, Propaganda, Identitätsbildung und Kolonialpolitik.

Welche Rolle spielten die "Sons of Liberty" bei der Nachrichtenverbreitung?

Sie bildeten ein radikales Netzwerk, das über das "Journal of Occurences" gezielt negative Berichte über britische Soldaten verbreitete, um eine Rufmordkampagne zu führen und die Bevölkerung gegen die Besatzungsmacht aufzuwiegeln.

Warum war das Pamphlet "Common Sense" so erfolgreich?

Es erreichte eine enorme Breitenwirkung durch die direkte, radikale Ablehnung der Monarchie und die emotionale Ansprache der Leser, indem es die Unabhängigkeit als einzige logische und moralische Konsequenz darstellte.

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Details

Titel
Der Einfluss amerikanischer Medien im Unabhängigkeitskrieg
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Semiar - Anglo-Amerikanische Abteilung)
Veranstaltung
HS – „Promoting War“: Medien und Krieg in der amerikanischen Geschichte
Note
1,3
Autor
Thorsten Volberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V31310
ISBN (eBook)
9783638323574
ISBN (Buch)
9783638729116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss Medien Unabhängigkeitskrieg War“ Medien Krieg Geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thorsten Volberg (Autor:in), 2003, Der Einfluss amerikanischer Medien im Unabhängigkeitskrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31310
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Leseprobe aus  28  Seiten
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