William Hogarths Schönheitsbegriff. Kopie der Figura Serpentinata oder bedeutende Weiterentwicklung?


Hausarbeit, 2015

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Ein Versuch der Festsetzung des Schönheitsbegriffes nach William Hogarths Analysis of Beauty 1.1 Der Künstler und sein Werk 1.2 Die Linie der Schönheit und Grazie

2. Hogarths Verwicklungen mit der manieristischen Figura Serpentinata - Das

Titelblatt zur „Analysis of Beauty“

Schlussbemerkung

Abbildungen

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Einleitung

Ob im alten Ägypten, im antiken Griechenland, im Mittelalter oder heute - die Suche nach der wahren Schönheit ist so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder suchten Philosophen, Wissenschaftler oder Künstler nach den Gesetzen des Schönen, sowohl in der Natur als auch in der Kunst. Vor etwas über 250 Jahren wagte auch der englische Maler und Grafiker William Hogarth einen erneuten Versuch, sich dem Gegenstand verständlich zu nähern - mit seiner Analyse der Sch ö nheit. Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Arbeit insbesondere mit der von Hogarth konzipierten Line of Beauty and Grace. Diese soll in den Kontext seiner Zeit sowie in Bezug zur manieristischen Figura Serpentinata gesetzt werden. Ziel der Untersuchung soll sein, in einem Vergleich mit dieser ähnlichen, figürlichen Konzeption von Schönheit - beide Prinzipien unterliegen u.a. einer schlangen- förmigen Linie - aufzuzeigen, inwieweit Hogarth mit seiner Theorie auf das manieristische Figurenideal Bezug nimmt. Hierbei stützt sich die Arbeit auf die These, dass seine Linie der Sch ö nheit und Grazie nicht nur eine bloße Kopie von bereits Bekanntem ist, so wie es ihm seine Kritiker vielfach unterstellten, sondern er vielmehr eine für seine Zeit bedeutende Weiterentwicklung nicht nur der S-förmigen Linie an sich, sondern allgemein im Feld der Schönheitstheorien vornahm. Die Verbindung zum Manierismus sowie die Herausstellung seiner neuartigen Ansichten im Vergleich zu den bisherigen Konzeptionen der Schlangenlinie wurden in der Literatur bislang nur wenig untersucht, wohingegen der Bereich der Linientheorien und -theoretiker bereits ausführlich in verschiedenen Werken thematisiert wurde, unter anderem auch in den zahlreichen Rezeptionen von Hogarths Analyse der Sch ö nheit.

Die Basis für die folgende Auseinandersetzung bildet in erster Linie das Buch von William Hogarth selbst mit den Anmerkungen von Peter Bexte. Biografische Hinter- gründe wurden dem Werk von Wilhelm Gloede William Hogarth. Ein Zeitkritiker aus dem England des 18. Jahrhunderts entnommen. Als weitere Grundlagen waren u.a.

Werner Hofmanns Die Sch ö nheit ist eine Linie sowie Jochen Bedenks Verwick- lungen. William Hogarth und die deutsche Literatur des 18. Jahrhunderts von Bedeutung.

Das erste Kapitel dient der Auseinandersetzung mit dem Künstler selbst. Nach einer Darstellung seiner Beweggründe soll eine kurze Einführung in sein Leben und Schaffen sowie eine kurze Zusammenfassung seines Werkes Analysis of Beauty vorgenommen werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Erläuterung seiner Theorie der Linie der Sch ö nheit und Grazie, um anschließend im zweiten Kapitel den Zusammen- hang zwischen dieser Linie und dem manieristischen Figurenideal der Figura Serpentinata herausarbeiten zu können. Die abschließende Schlussfolgerung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit im Hinblick auf die untersuchte These zusammen und stellt die besondere Bedeutung des Werkes heraus.

1. Ein Versuch der Festsetzung des Schönheitsbegriffes nach William Hogarths Analysis of Beauty

„ Obgleich Sch ö nheit von allen gesehen und anerkannt wird, so … (kam man) nach den vielen fruchtlosen Versuchen, dem wahren Grund ihres Daseins nachzusp ü ren … zu der allgemeinen Auffassung, dass der Gegenstand eine Angelegenheit von zu hoher und feiner Natur sei, um irgendeine wahre oder verst ä ndliche Er ö rterung zu gestatten. “ 1 - Mit diesen Worten führt Hogarth in sein Werk „Analyse der Schönheit“ ein und beschreibt zugleich den Leitgedanken, der ihn 1753 dazu veranlasste, statt dem Pinsel eine Schreibfeder zur Hand zu nehmen.2 Auch der Untertitel des Werkes - „ die schwankenden Begriffe von dem Geschmack festzusetzen “ - spiegelt das Vorhaben Hogarths wider. So wagte er mit seiner kunsttheoretischen Schrift den Versuch, einige seit langem anerkannte und vollkommen feststehende Ansichten zu bestreiten, gar umzustoßen und dem Verständnis von Geschmack und Schönheit einer gewissen Regelhaftigkeit zu unterziehen.3 Mit diesem Versuch reiht er sich in die Gruppe von Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern, die seit Jahrhunderten versuchen, den Begriff der William Hogarth: Analyse der Schönheit, Dresden: Verlag der Kunst 1995, S. 11.

Hogarth ist im eigentlichen Sinne nicht der alleinige Verfasser seines Werkes. Vielmehr unterstützen ihn mehrere befreundete Schriftsteller, die die Aufzeichnungen Hogarths zusammenfügten und jeweils mit ihren eigenen Vorstellungen korrigierten. Daher wird dem Werk teils ein nicht flüssiger Schreibstil vorgeworfen. Vgl. hierzu. Peter Bexte: „Die Schönheit der Analyse“, in: Gerti Fietzek/Michael Glasmeier (Hg.), William Hogarth. Analyse der Schönheit, Dresden: Verlag der Kunst 1995, S. 217.

Schönheit zu definieren.4 So verweist Hogarth in seinem Vorwort mehrfach auf Werke verschiedener alter und zeitgenössischer Schriftsteller und Künstler, die sich, stets mit dem Festhalten an antiken Lehren, bereits mit dieser Thematik aus- einandergesetzt haben. Statt jedoch beständig nur von den Wirkungen der Schönheit zu sprechen, so wie es seine Vorgänger taten, welche laut Hogarth dadurch nie den eigentlichen Gegenstand begreifen konnten, möchte er mit seinem Werk vielmehr die Ursachen der Schönheit untersuchen - und dies in einer verständlichen Sprache und empirischen Vorgehensweise. So wollte er den Begriff der Schönheit erstmals auch einer Gruppe von Menschen abseits des Gelehrtenstuhls zugänglich machen.5 Dass er nach Erscheinen seines Werkes von seinen Kritikern mit dem Vorwurf, eben auch nur bereits Bekanntes aufzugreifen, kritisiert wurde6, macht es so interessant, diese Anschuldigung im Folgenden genauer zu untersuchen.

1.1 Der Künstler und sein Werk

William Hogarth (1697-1764) wird als Sohn eines Ladenbesitzers, Schulmeisters und zeitweiligen Verlegers in London geboren. Seine Jugend war stets von finanziellen Nöten und dem Gefängnisaufenthalt seines Vaters geprägt. Nach einer nicht beendeten Ausbildung bei einem Silberschmied im Jahr 1720, machte er sich daraufhin als Kupferstecher selbständig. So veröffentlichte er im Laufe seines Lebens immer wieder Kupferstiche und Gemälde, die er teilweise in Serien aus bis zu sechs aufeinander aufbauenden Bildern fertigte, in denen er vor allem die Missstände der englischen Gesellschaft anprangerte. Seinen ersten finanziellen Erfolg erlangte er 1732 mit ‚A Harlot’s Progress’, einer Grafikreihe über das glücklose Leben einer Prostituierten. Elf Jahre später veröffentlichte er dann seine bekannteste Gemäldeserie ‚Marriage à la mode' – eine Satire über die Geldheirat in der Oberklasse. Da diese Themen, ebenso wie die in den Werken veranschaulichten moralischen Ansichten für Grafiken damals völlig neu waren, führte dies zur Entwicklung eines neuen Genres und dem Ausdruck der sogenannten ‚Moral Subjects‘. Ebenso verfügte Hogarth Zeit seines Lebens über einen ausgesprochenen Geschäftssinn. Aufgrund dessen, dass seine Grafiken vielfach kopiert wurden, setzte er sich leidenschaftlich für ein Copyright Gesetz ein, dass daraufhin im Jahr 1735 unter dem sogenannten ‚Hogarths Act‘ oder ‚Engravers' Copyright Act‘ im britischen Parlament verabschiedet wurde.7

Missstände der englischen Gesellschaft anprangerte. Seinen ersten finanziellen Erfolg erlangte er 1732 mit ‚A Harlot’s Progress’, einer Grafikreihe über das glücklose Leben einer Prostituierten. Elf Jahre später veröffentlichte er dann seine bekannteste Gemäldeserie ‚Marriage à la mode' - eine Satire über die Geldheirat in der Ober- klasse. Da diese Themen, ebenso wie die in den Werken veranschaulichten moralischen Ansichten für Grafiken damals völlig neu waren, führte dies zur Entwicklung eines neuen Genres und dem Ausdruck der sogenannten ‚Moral Subjects‘. Ebenso verfügte Hogarth Zeit seines Lebens über einen ausgesprochenen Geschäftssinn. Aufgrund dessen, dass seine Grafiken vielfach kopiert wurden, setzte er sich leidenschaftlich für ein Copyright Gesetz ein, dass daraufhin im Jahr 1735 unter dem sogenannten ‚Hogarths Act‘ oder ‚Engravers' Copyright Act‘ im britischen Parlament verabschiedet wurde.7

Im Jahr 1753 veröffentlichte er dann seine erste und einzige kunsttheoretische Schrift - die Analyse der Sch ö nheit.8 Hogarth hat darin durch seine empirische Heran- gehensweise verschiedene Schönheitskriterien sowie Mal- und Wahrnehmungs- techniken entwickelt, die er in einer nicht immer logischen Reihenfolge kapitelweise aufzeigt.9 Seine untersuchten Prinzipien, u.a. über die Zweckmäßigkeit, Vielfalt, Gleichförmigkeit, Einfachheit, Verwicklung und Größe von Gegenständen verschie- denster Herkunft, wirken hierbei für ihn zur Hervorbringung von Schönheit zu- sammen, auch wenn sie sich teils wechselseitig einschränken oder berichtigen.10 Ein besonderer Schwerpunkt kommt dabei seinen Kapiteln ‚Von der Komposition mit der Wellenlinie‘ und vor allem ‚Von der Komposition mit der Schlangenlinie‘ zu, aus denen er seine Theorien über den ästhetischen Ausdruckswert von der Wellen- und Schlangenlinie11 entwickelte, die vielfach rezensiert12 und kritisiert wurden und daher im folgenden Kapitel näher betrachtet werden sollen.

1.2 Die Linie der Schönheit und Grazie

Zur Veranschaulichung und Demonstration seiner verschiedenen Thesen verweist Hogarth stets auf zwei Tafeln mit Illustrationen in gedruckter Form, die er dem Buch beigefügt hat. Für die Auseinandersetzung in dieser Arbeit soll jedoch nur die Tafel 1 (s. Abb. 2) berücksichtigt werden.

Als wolle Hogarth hier schon eine seiner Prinzipien in Vollendung präsentieren, nämlich die der Vielfalt bzw. Mannigfaltigkeit, zeigt die Tafel ein Durcheinander verschiedenster, chaotisch nummerierter Gegenstände und Formen, die auf den ersten Blick in keinem logischen Zusammenhang erscheinen. So finden sich u.a. antike Statuen neben anatomischen Zeichnungen, Serien aus Tischbeinen, Korsetts und Portraits neben skizzierten Pflanzenteilen. All diese kleinen Abbildungen zeigen einen Zustand der Formation und Deformation, eine für Hogarth erreichte oder verfehlte Idealposition von Schönheit.13

Der Ausgangspunkt für seine Theorie der Linie befindet sich im Zentrum der oberen Bilderleiste in der Figur 25 (s. Abb. 3). Hier entwickelt Hogarth aus der Kombination der Geraden und der Kurve die doppelt gewundene Gerade: Die Wellenlinie oder auch Linie der Sch ö nheit, wie er sie nennt. Sie ist das Ergebnis einer systematischen Kombinatorik, die ihrerseits in ein System der Variationen übergeht. So sind zur linken Seite sieben mehr oder weniger gestauchte S-Linien (Fig. 49) zu erkennen, die sich rechts in den Stuhlbeinen (Fig. 50) oder im unteren Teil der Tafel in den Korsetts wiederholen (s. Abb. 4). Für Hogarth sind jedoch nicht alle Variationen der Wellenlinie, der Stuhlbeine oder Korsetts im höchsten Maße schön. Obgleich jede Art von Wellenlinie eine Zierde ist, so bildet die eigentliche und einzig wahre Linie der Sch ö nheit für ihn nur die mittlere Linie bzw. das mittlere Objekt, jeweils versehen mit der Nummer vier. Verliert die Linie ihr Gleichgewicht durch eine zu starke oder schwache Krümmung erreicht sie stets nur einen schwerfälligen oder dürftigen Zustand.14

[...]


1 Vgl. Hogarth: Analyse der Schönheit, S. 11f.

2 Hogarth ist im eigentlichen Sinne nicht der alleinige Verfasser seines Werkes. Vielmehr unterstützen ihn mehrere befreundete Schriftsteller, die die Aufzeichnungen Hogarths zusammenfügten und jeweils mit ihren eigenen Vorstellungen korrigierten. Daher wird dem Werk teils ein nicht flüssiger Schreibstil vorgeworfen. Vgl. hierzu. Peter Bexte: „Die Schönheit der Analyse“, in: Gerti Fietzek/Michael Glasmeier (Hg.), William Hogarth. Analyse der Schönheit, Dresden: Verlag der Kunst 1995, S. 217.

3 Vgl. Hogarth: Analyse der Schönheit, S. 11f.

4 Der positiv besetzte Begriff der Schönheit ist seit der Antike eines der meist untersuchten Themen, der in der neuzeitlichen Philosophie vor allem in der Disziplin der Ästhetik behandelt wird. Aufgrund des Umfangs der Arbeit kann daher keine umfassende Betrachtung des Begriffs vorgenommen werden. Auch Hogarth definiert Schönheit nicht in einem einzigen Satz, sondern zeigt vielmehr das Zusammenwirken verschiedener Faktoren, die teils im Laufe der Arbeit noch näher beschrieben werden, zur Hervorbringung von Schönheit auf. 1 Im Bereich der Schönheitstheorien wird jedoch vermehrt auf Platon, Baumgarten und Kant verwiesen. So basierte bei Platon und den jüngeren Pythagoreern des 5. Jhs. Schönheit auf Proportionen und Maßen. Als Erfinder des Begriffs der Ästhetik und somit besonders bedeutend für die philosophische Erklärung von Schönheit ist Alexander Gottlieb Baumgarten mit seiner „Aesthetica“, in der er Schönheit nicht mehr als Eigenschaft von Gegenständen, sondern als Urteil des Verstandes definiert. Ebenso bedeutend in der Schönheitstheorie ist Immanuel Kant, der in seiner „Kritik der Urteilskraft“, Schönheit als ästhetisches Geschmacksurteil eines subjektiven Wohlgefallens festsetzt. Weitere philosophische Texte zur Schönheit sind nachzulesen in Michael Hauskeller: Was das Schöne sei. Klassische Texte von Platon bis Adorno, München: dtv 1994.; Gerhard Blum: Zum Begriff des Schönen in Kants und Schillers ästhetischen Schriften, Fulda: VfA Verlag freier Autoren 1988; Wilhelm Amann: Die stille Arbeit des Geschmacks. Die Kategorie des Geschmacks in der Ästhetik Schillers und in den Debatten der Aufklärung, Würzburg: Königshausen & Neumann 1999; Christian Hermann Weisse: System der Ästhetik als Wissenschaft von der Idee der Schönheit, Band 1 & 2, Hildesheim: Georg Olms 1966.

5 Vgl. Hogarth: Analyse der Schönheit, S. 12f.

6 Vgl. Bexte: Schönheit der Analyse, S. 218.

7 Vgl. Wilhelm Gloede: William Hogarth. Ein Zeitkritiker aus dem England des 18. Jahrhunderts, Weimar: Graphik-Verlag Dr. Heinrich Mock 1949, S. 16ff.; Vgl. Kat.: William Hogarth 1697-1764. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. in der Staatlichen Kunsthalle Berlin, 28.6.-10.8.1980 (Hg. Berthold Hinz, Hartmut Krug), Berlin 1980, S. 10f.; Georg Piltz: Klassiker der Karikatur. William Hogarth, Berlin: Eulenspiegel Verlag 1983, S. 8.

8 Die Entstehungsgeschichte des Werkes beginnt acht Jahre zuvor mit dem Gemälde „The Painter and his Pug“ (s. Abb. 1) aus dem Jahr 1745. Das Selbstportrait zeigt, wie der Name es vermuten lässt, den 48-jährigen Künstler selbst mit seinem geliebten Mops Trump. Das Besondere an diesem Bild ist jedoch nicht die Darstellung des Selbstbildnisses im Bild, sondern die Malerpalette in der linken unteren Ecke. Auf dieser erhebt sich eine dreidimensionale Schlangenlinie über der Aufschrift The Line of Beauty and Grace. In einer Kupferstichversion von 1749 fügte Hogarth unter der Linie noch sieben abgestufte Farbtupfer hinzu und versprach so seinen Lesern nicht nur die Entwicklung einer Formen-, sondern auch Farbenlehre. Ganz im Geiste des Rokoko mit seiner geschwungenen und gewundenen Linienführung, sollte die Linie der Sch ö nheit und Grazie zum zentralen Stück seiner Kunsttheorie werden. Vgl. hierzu Friedmar Apel: „Verfolgung einer Schlangenlinie. William Hogarth über Schönheit“, in: FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung (19/1996), http://www.faz.net/aktuell/ feuilleton/buecher/rezension-sachbuch-verfolgung-einer-schlangenlinie-11308133.html (Stand: 24.10. 2014).

9 Die Kapitel tragen u.a. die Titel: ‚Von der Zweckmäßigkeit‘, ‚Von der Vielfalt‘, ‚Von der Gleichförmigkeit, Regelmäßigkeit oder Symmetrie‘, ‚Von der Einfachheit oder Deutlichkeit‘ und ‚Von den Linien‘. Auf die einzelnen Kapitel und deren Inhalt kann aufgrund des begrenzten Umfangs der Arbeit nicht näher eingegangen werden. Der Fokus liegt daher auf ausgewählten Theorien Hogarths, die für das Verständnis der untersuchten These entscheidend sind und im weiteren Verlauf an geeigneter Stelle betrachtet werden sollen.

10 Vgl. Hogarth: Analyse der Schönheit, S. 45.

11 Mit seiner ästhetischen Theorie der Linie reiht er sich in die Gruppe der Linientheoretiker vor und nach ihm ein wie bspw. Dürer und Klee, die ebenfalls den besonderen Ausdruckswert der Schlangenlinie herausstellten. Siehe hierzu Albrecht Dürer: Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt, in Linien, Ebenen unnd gantzen corporen, Nürnberg: Hieronymus Andreae 1525 und Paul Klee: Pädagogisches Skizzenbuch, Mainz: Kupferberg 1965.

12 Seine Theorien zur Wellen- und Schlangenlinie erlangten durch die zeitnahe Übersetzung des Werkes durch Mylius im Jahr 1754 im europäischen Raum sehr schnell besondere Aufmerksamkeit. So wurden sie u.a. von Lessing, Herder, Schiller, Winckelmann und Goethe in ihren Werken thematisiert und von Schiller zur Linie der Freiheit degradiert. Siehe hierzu Jochen Bedenk: Verwicklungen. William Hogarth und die deutsche Literatur des 18. Jahrhunderts. Lessing, Herder, Schiller, Jean Paul, Würzburg: Königshausen & Neumann 2004; Janina Knab: Ästhetik der Anmut. Studien zur Schönheit der Bewegung im 18. Jahrhundert, Frankfurt am Main: Peter Lang 1996.

13 Vgl. Werner Hofmann: Die Schönheit ist eine Linie, München: Beck 2014, S. 9.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
William Hogarths Schönheitsbegriff. Kopie der Figura Serpentinata oder bedeutende Weiterentwicklung?
Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Veranstaltung
Ästhetik- und Designtheorie
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V314141
ISBN (eBook)
9783668132443
ISBN (Buch)
9783668132450
Dateigröße
3495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
William, Hogarth, Line of Beauty and Grace, Linie der Schönheit und Grazie, Figura Serpentinata, Analysis of Beauty, William Hogarth
Arbeit zitieren
Hannah Jentzsch (Autor), 2015, William Hogarths Schönheitsbegriff. Kopie der Figura Serpentinata oder bedeutende Weiterentwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314141

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