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Die Lebenswelt der türkischen Muslime in Graz

Title: Die Lebenswelt der türkischen Muslime in Graz

Research Paper (postgraduate) , 2003 , 39 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Thomas Tripold (Author), F. Spendlingwimmer (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen des Forschungspraktikums „multikulturelle Lebenswelten in Graz“, beschäftigten wir uns mit der Lebenswelt von muslimischen Türken. Im Zentrum des Interesses stehen die Religion des Islams und die damit verbundenen Lebensweisen von gläubigen Muslimen.
Vorweg sollen hier einige Fragen angeführt werden, die wir in dieser Arbeit beantworten wollen.
- Welche Bedeutung spielen generell die Religion und die Moschee als Institution für türkische Migranten?
- Wie kommen Muslime mit ihrer Religion in einer westlichen (christlich geprägten) Gesellschaft zurecht, deren Grundprinzipien freiheitlich und säkular sind?
- Welche Schwierigkeiten tauchen auf, wenn ein Muslim mit der westlichen Kultur und Gesellschaft in Berührung kommt?
- Schließt sich die ethnische Gruppe bewusst von der Bevölkerung des Gastlandes ab, weil durch das Vorhandensein sozialer Netzwerke überhaupt keine Notwendigkeit besteht, mit den ansässigen Menschen Kontakt aufzunehmen? Welche Elemente führen zur sozialen Schließung, und wie wirkt sich diese auf Lebens- und Verhaltensweisen von türkischen Männern und Frauen aus?

Der Wunsch, Antworten auf diese Fragen zu finden, hat die Autoren motiviert, tiefer in die Lebenswelt türkischer Muslime einzutauchen. Wie wir feststellen mussten, war dies nicht immer leicht, da die Religion des Islams bei türkischen Migranten ein sensibles Thema darstellt – nicht zuletzt durch die negative Darstellung in den Medien. Letztendlich konnten wir dann doch einen guten Kontakt zum Feld aufbauen.
Im ersten Teil unserer Arbeit wollen wir anhand einiger theoretischer Überlegungen einen geeigneten Rahmen für unseren Forschungsbereich schaffen. Danach werden einige Studien über Türken in Deutschland und Österreich vorgestellt, die für unser Themengebiet wichtige Vorinformationen liefern. Im empirischen Teil werden die Ergebnisse von qualitativen Interviews mit muslimischen Männern, sowie einer kleinen Fragebogenerhebung unter türkischen Berufsschülern dargestellt und interpretiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TheoretischerBezugsrahmen

Identitätskonstruktionen – Ein Überblick zur Identitätsforschung

Akkulturation – Assimilation und ethnische Kolonienbildung

Zur Funktion der Bildung von ethnischen Kolonien

Zur Funktion der Religion für die Identitätsbildung

Stand der Forschung

Methoden und Durchführung der Feldforschung

Empirischer Ergebnisteil

Lebenswelt von Türken der ersten Generation in Graz

Lebenssituation und Sozialkontakte von türkischen Muslimen in Graz

Muslimische Türken und die Familie

Religiöse Pflichten von türkischen Muslimen

Das Gebet

Das Almosengeben

Das Fasten

Die Pilgerfahrt

Die Bedeutung des Islam – ein Resümee

Fragebogenuntersuchung

Durchführung der Fragebogenuntersuchung

Probleme der Validität des Fragebogens

Ergebnisse der Befragung

Religiosität der Jugendlichen

Freizeitverhalten der türkischen Jugendlichen

Wollen die türkischen Jugendlichen wieder in die Türkei zurückkehren

Zusammenfassende Darstellung der Fragebogenuntersuchung

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswelt muslimischer Türken in Graz mit einem Fokus auf deren religiöse Praktiken und die damit verbundene Identitätskonstruktion in einer westlich geprägten Gesellschaft. Ziel ist es, zu analysieren, wie Religion als identitätsstiftendes Merkmal in einem fremden kulturellen Umfeld wirkt und welche sozialen Strategien sowie Spannungsfelder sich hierbei für die Migranten der ersten Generation ergeben.

  • Bedeutung der Religion und Moschee für türkische Migranten in Graz.
  • Auseinandersetzung mit Identitätskonstruktionen und Akkulturation im Gastland.
  • Rolle traditioneller Familienstrukturen und Erziehungsfragen.
  • Empirische Untersuchung der Religiosität und Freizeitgestaltung türkischer Jugendlicher.

Auszug aus dem Buch

a. Identitätskonstruktionen – Ein Überblick zur Identitätsforschung

Im Hinblick auf die folgenden Kapitel, die sich konkreter mit ethnischen Identitäten beschäftigen, soll hier nun kurz auf die allgemeine Thematik der Identitätsforschung eingegangen werden.

Der Begriff Identität und dessen Nutzung, welche heute schon fast inflationäre Züge angenommen hat, ist in der Moderne gerade durch seine vielschichtige Bedeutung relevant. So wird die Suche nach Identität als krisenhafte Herausforderung an das Subjekt verstanden und die Frage nach dem „Wer bin ich?“ hat sich in einer individualisierten, pluralisierten und globalisierten Welt dramatisch verändert. Wenn nun weiters von Identität die Rede ist, soll bedacht werden, das es sich bei deren Bildung um eine subjektiven Konstruktionsprozess handelt, der auf wechselseitige soziale Anerkennung angewiesen ist. Von Hegel über Erikson bis Mead wird mit dem Konzept der Identitätskonstruktion auf das menschliche Grundbedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit verwiesen. Menschen oder Gruppen können „wirklich Schaden nehmen, eine wirkliche Deformation erleiden, wenn die Umgebung oder die Gesellschaft ein einschränkendes, herabwürdigendes oder verächtliches Bild ihrer selbst zurück spiegelt. Nichtanerkennung oder Verkennung kann Leiden verursachen, kann eine Form von Unterdrückung sein, kann den anderen in ein falsches, deformiertes Dasein einschließen“ (Taylor 1993, 13f, zitiert nach Keupp). Gruppen oder Individuen, die von Anerkennungskonflikten besonders betroffen sind, weil sie auf Grund bestimmter Eigenschaften von der definierten Dominanzkultur als minderwertig stigmatisiert werden (z.B. wegen ethnischer Zugehörigkeit, religiöser oder ideologischer Bekenntnisse), haben es besonders schwer, eine gelungene Identität zu bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Autoren führen in das Thema der multikulturellen Lebenswelten in Graz ein und definieren zentrale Forschungsfragen zur Bedeutung von Religion und Identität für türkische Migranten.

TheoretischerBezugsrahmen: Dieses Kapitel erläutert Konzepte der Identitätskonstruktion, Akkulturation sowie die Funktion von ethnischen Kolonien und Religion bei der Identitätsbildung von Emigranten.

Stand der Forschung: Es erfolgt eine Übersicht relevanter Studien aus dem deutschsprachigen Raum zur Religiosität und Lebenswelt islamischer Migranten.

Methoden und Durchführung der Feldforschung: Die Autoren beschreiben ihre methodische Vorgehensweise, bestehend aus teilnehmender Beobachtung, Experteninterviews und einer quantitativen Fragebogenuntersuchung.

Lebenswelt von Türken der ersten Generation in Graz: Dieser Abschnitt analysiert anhand qualitativer Interviews die Lebenspraxis, Sozialkontakte und religiöse Pflichten der Zielgruppe sowie den familiären Kontext.

Fragebogenuntersuchung: Hier werden die Ergebnisse der Befragung von Jugendlichen im Polytechnischen Lehrgang ausgewertet, insbesondere hinsichtlich Religiosität, Freizeitverhalten und Rückkehrwunsch.

Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass Religion für die erste Generation identitätsstabilisierend wirkt und kein Hindernis für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben darstellt.

Schlüsselwörter

Islam, Migration, Identitätsforschung, Akkulturation, ethnische Kolonien, Religiosität, Lebenswelt, soziale Integration, muslimische Türken, Diaspora, Familienstruktur, Rollenverteilung, Identitätsbildung, Migrationsforschung, Graz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenswelt und den religiösen Praktiken türkischer Muslime der ersten Generation in Graz und untersucht deren Identitätsfindung in einem säkularen, westlichen Umfeld.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Studie ab?

Die zentralen Felder sind die Identitätskonstruktion von Migranten, die Funktion religiöser Pflichten (wie das Gebet oder das Fasten), der Einfluss familiärer Strukturen sowie die Herausforderungen der Akkulturation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie muslimische Migranten ihre Identität zwischen den Werten ihrer Herkunftskultur und denen des Gastlandes aushandeln und welche Rolle der Islam dabei als stabilisierender Faktor einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um einen methodischen Mix aus qualitativer Forschung (leitfadengestützte Interviews mit Männern und Experten) sowie einer quantitativen Fragebogenuntersuchung unter türkischen Berufsschülern.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Identität und Akkulturation sowie einen umfangreichen empirischen Ergebnisteil, der sowohl Fallbeispiele einzelner Migranten als auch statistische Daten zur Lebenssituation präsentiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Migration, Islam, Diaspora, Akkulturation, Identitätskonstruktion und soziale Kontrolle innerhalb ethnischer Netzwerke.

Warum spielt die Moschee in dieser Studie eine so wichtige Rolle?

Die Moschee wird als zentraler Anlaufpunkt identifiziert, der neben der religiösen Ausübung als Ort der sozialen Vernetzung, der gegenseitigen Unterstützung und der Identitätsbestätigung für die türkische Gemeinschaft fungiert.

Welche spezifische Schlussfolgerung ziehen die Autoren zur Integration?

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ein Festhalten an religiösen Werten und Traditionen nicht zwangsläufig mit einer mangelnden Integration gleichzusetzen ist, sondern vielmehr als eine hilfreiche Strategie für den Umgang mit den Herausforderungen der Diaspora verstanden werden kann.

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Details

Title
Die Lebenswelt der türkischen Muslime in Graz
College
University of Graz  (Soziologie)
Course
Forschungspraktikum 2002/03
Grade
sehr gut
Authors
Thomas Tripold (Author), F. Spendlingwimmer (Author)
Publication Year
2003
Pages
39
Catalog Number
V31433
ISBN (eBook)
9783638324458
Language
German
Tags
Lebenswelt Muslime Graz Forschungspraktikum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Tripold (Author), F. Spendlingwimmer (Author), 2003, Die Lebenswelt der türkischen Muslime in Graz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31433
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