[...] Bette spricht hier das Neuerkunden des Körpers an, was auf ein Entdecken
oder auch Wiederentdecken von Besonderheiten des menschlichen Körpers
hinweist und er spricht von exclusiver Technik, was auf einen zweiten wichtigen
Aspekt unserer Zeit hindeutet: auf die bis fast zur Perfektion getriebene immer
fortschreitende Entwicklung von hochtechnologisierten Maschinen, die den
Menschen, besonders in seiner Arbeitswelt, entlasten sollen und können.
Genau hier liegt aber auch die Gefahr, denn diese besagte Technik ist soweit
entwickelt, daß es für den Menschen fast kritisch wird, hierzu aber näheres im
weiteren Verlauf dieser Arbeit.
In den eben angesprochenen beiden Punkten liegt im wesentlichen die
Problematik begründet der wir heute ausgesetzt sind, wenn es um die
Betrachtung des menschlichen Körpers bzw. des Körperbildes in der Moderne
geht.
Diese Belegarbeit mit dem Titel „Aspekte des Körperbildes seit der Moderne“
beschäftigt sich also mit der Frage, welche Besonderheiten zu beobachten sind,
wenn man das Verhältnis der Gesellschaft, seit Beginn des Industriezeitalters
und die darin beinhaltete zunehmende Weiterentwicklung in allen
Lebensbereichen, in Bezug auf den menschlichen Körper und dessen
Thematisierung und Behandlung innerhalb dieser Gesellschaft näher
betrachtet.
Die Formulierung „seit der Moderne“ wird verwendet, da es hier um die
Betrachtung eines Prozesses geht, welcher in der Moderne begann, aber
immer noch andauert, das heißt, die beobachteten Phänomene befinden sich
noch in der Entwicklung und sind nicht abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. historisch – soziologische Einordnung: Moderne - Postmoderne
3. Zur Geschichte des Begriffs Körper
4. Bedeutung des Körpers als soziologischer Untersuchungsgegenstand
5. Aspekte des Körperbildes seit der Moderne
5.1 Körperdistanzierung
5.2 Körperaufwertung
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und dem menschlichen Körper seit Beginn des Industriezeitalters. Dabei wird analysiert, wie moderne gesellschaftliche Entwicklungen einerseits zu einer Entfremdung und Marginalisierung des Körpers führen, während gleichzeitig ein gegenläufiger Trend zur Aufwertung des Körpers als Medium für Individualisierung und Selbstvergewisserung beobachtet werden kann.
- Historische und soziologische Einordnung der Moderne und Postmoderne
- Begriffsgeschichte und Etymologie von "Körper" und "Leib"
- Soziologische Bedeutung des Körpers als Untersuchungsgegenstand
- Prozess der Körperdistanzierung in modernen Industriegesellschaften
- Phänomene der Körperaufwertung und Inszenierung des Natürlichen
Auszug aus dem Buch
Bedeutung des Körpers als soziologischer Untersuchungsgegenstand
Beschäftigt man sich mit den verschiedenen Perspektiven auf den menschlichen Körper ist es zunächst wichtig zu klären, weshalb eine nähere Betrachtung des Körperbildes bzw. des Körpers allgemein aus sozialwissenschaftlicher Sicht interessant ist.
Zur Debatte steht unter diesem Blickwinkel nicht die physische Existenz des menschlichen Körpers als solches, sondern vielmehr seine Geschichte und die gegenwärtige Wirksamkeit „imaginierter Körperlichkeit“ in einer Gesellschaft (vgl. Wischermann, 2000, S. 7).
Fast alle wissenschaftlichen Ausrichtungen und Theorien kreisen in diesem Fall um Zugangsweisen, wie der Körperwahrnehmung, dem Körpererlebnis bzw. dem Körperbild oder Körpergefühl.
Sicher gibt es die unterschiedlichsten Aspekte, die in einer diesbezüglichen soziologischen Untersuchung berücksichtigt werden könnten. An dieser Stelle soll stellvertretend eine Thematik spezifischer, auf Grund ihrer Relevanz für das Thema dieses Beleges, erläutert werden und beispielhaft aufzeigen, welche Phänomene in Bezug auf den menschlichen Körper soziologisch untersucht werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der wachsenden Bedeutung und gleichzeitigen wissenschaftlichen Analyse des menschlichen Körpers in der modernen Gesellschaft.
2. historisch – soziologische Einordnung: Moderne - Postmoderne: Analyse der Epochenmerkmale der Moderne und der Übergang zur komplexen, pluralistischen Postmoderne.
3. Zur Geschichte des Begriffs Körper: Detaillierte Untersuchung der Etymologie und der semantischen Unterschiede zwischen den Begriffen Körper und Leib.
4. Bedeutung des Körpers als soziologischer Untersuchungsgegenstand: Darlegung, warum der Körper aus sozialwissenschaftlicher Perspektive als historisch wandelbares Konstrukt betrachtet werden muss.
5. Aspekte des Körperbildes seit der Moderne: Untersuchung der paradoxen, parallel verlaufenden Prozesse von Körperverdrängung und Körperaufwertung.
5.1 Körperdistanzierung: Analyse der Tendenz zur Entkörperlichung durch Technisierung, Medialisierung und gesellschaftliche Rationalisierungsprozesse.
5.2 Körperaufwertung: Diskussion der Wiederkehr des Körpers als Ort der Selbstinszenierung, Gesundheit und individuellen Lebensgestaltung.
6. Zusammenfassung: Resümee über die gewonnenen Erkenntnisse zur ambivalenten Rolle des Körpers in der modernen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Moderne, Postmoderne, Körper, Leib, Körperdistanzierung, Körperaufwertung, Körperboom, soziologischer Untersuchungsgegenstand, Entkörperlichung, Industrialisierung, Individualisierung, Körperbild, Körpergefühl, Körpererfahrung, Gesellschaftsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Körperbildes seit Beginn der Moderne bis in die Postmoderne und untersucht das wechselvolle Verhältnis zwischen Mensch, Körper und Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte sind die historischen und soziologischen Rahmenbedingungen der Moderne, die begriffliche Abgrenzung von Körper und Leib sowie die gegensätzlichen Trends der Körperdistanzierung und Körperaufwertung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Paradoxie moderner Gesellschaften aufzuzeigen, in denen der menschliche Körper durch technische Entwicklungen einerseits an Bedeutung verliert, andererseits aber als Medium für Selbstausdruck und Identitätsstiftung neu entdeckt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretisch-soziologische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, insbesondere unter Bezugnahme auf die Arbeiten von Karl-Heinrich Bette zur Semantik moderner Körperlichkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der geschichtliche Kontext und die soziologische Relevanz des Körpers erarbeitet. Daran schließt sich eine detaillierte Analyse der Prozesse an, durch die der Körper sowohl entfremdet als auch neu aufgewertet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Moderne, Körperdistanzierung, Körperaufwertung, Körperboom, Entkörperlichung und Individualisierung charakterisiert.
Was bedeutet "Körperdistanzierung" konkret?
Der Begriff beschreibt den Prozess, in dem durch den Einsatz von Technik, Medien und formalisierten gesellschaftlichen Strukturen die Notwendigkeit der direkten körperlichen Anwesenheit und Ausdruckskraft für die alltägliche Kommunikation und Arbeit abnimmt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Körper" und "Leib"?
Der Begriff "Körper" wird primär auf die stofflich-materielle Dimension bezogen, während "Leib" für den Menschen als beseelt-lebendige Einheit steht, wobei die Arbeit feststellt, dass der Begriff "Körper" in der Moderne zunehmend die Dominanz über den Begriff "Leib" erlangt hat.
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- Romy Kleine (Autor), 2004, Aspekte des Menschenbildes seit der Moderne, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31455