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Merkmale, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels. Ein Vergleich unterschiedlicher Forschungsmeinungen

Title: Merkmale, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels. Ein Vergleich unterschiedlicher Forschungsmeinungen

Presentation (Elaboration) , 2012 , 11 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Vorliegende Arbeit vergleicht ausgewählte Forschungsmeinungen zu Merkmalen, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels. Berücksichtigt werden Ansichten aus den Bereichen der Entwicklungspsychologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft.

Bei der Beschäftigung mit dem Thema „Das kindliche Spiel“ fiel mir die große Vielfalt an Material, Ansichten, Theorien und Erkenntnissen diesbezüglich auf. Einerseits scheint dieses Thema eher stiefmütterlich in der Wissenschaft behandelt, so schreiben es jedenfalls einige derer, die sich damit beschäftigten, andererseits überraschte mich die Fülle an unterschiedlichen Disziplinen, die sich dem annahmen.

Das kindliche Spiel ist etwas, das man schwer greifen kann, welches, um es verstehen zu können, ein kindliches Gemüt verlangt und das doch so einfach erscheint. Viele Generationen beschäftigt dieses Phänomen nun schon und noch ist kein einheitlicher Weg gefunden.

Genau aus diesem Grund erschien es mir als nahezu unmöglich, ja geradewegs vermessen, eine Arbeit über das kindliche Spiel in Form eines Überblicks zu schreiben. Dieser Fülle an Informationen und all denen, die sich damit beschäftigten könnte man damit nicht gerecht werden. Somit entschied ich mich, einen Ausschnitt dessen zu geben, was ich bei meiner Recherche fand.

Dabei behandele ich drei zentrale Probleme dieses Feldes: Merkmale, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels, bei denen ich die teilweise sehr unterschiedlichen Ansichten von jeweils einem oder zwei Wissenschaftlern aus den Bereichen Entwicklungspsychologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Ausschnitten erläutere. Dies mündet nicht in einen Vergleich, kann und soll aber beim Lesen dazu und zur weiteren lohnenswerten Beschäftigung mit dem Thema „Das kindliche Spiel“ anregen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Merkmale des kindlichen Spiels

1.1 Roger Caillois (1913 – 1978)

1.2 Hans Scheuerl (1919 – 2004)

2. Spielformen nach Rolf Oerter (1931)

3. Funktionen des Spiels

3.1 Johann Christoph Friedrich Guts Muths (1759 – 1839)

3.2 Karl Groos (1861 – 1946)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über das kindliche Spiel auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, einen fundierten Überblick über zentrale Merkmale, differenzierte Spielformen und wesentliche Funktionen des Spiels zu geben, indem ausgewählte Theorien aus der Entwicklungspsychologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft einander gegenübergestellt werden.

  • Merkmale und Definitionen des kindlichen Spiels nach Caillois und Scheuerl
  • Klassifizierung von Spielformen in der kindlichen Entwicklung nach Rolf Oerter
  • Pädagogische und entwicklungspsychologische Funktionen des Spiels
  • Vergleichende Analyse der Ansätze von Guts Muths und Karl Groos
  • Bedeutung der kindlichen Eigenständigkeit und Phantasie im Spiel

Auszug aus dem Buch

1.2 Hans Scheuerl (1919 – 2004)

Hans Scheuerl hat sich in seinem Hauptwerk „Das Spiel“ umfassend mit dem Wesen des Spiels beschäftigt. Für ihn „ist Spiel eine Bewegungsform von besonderer Ablaufgestalt, auf die man durch Tätigkeiten verschiedener Art zwar Einfluß [sic!] nimmt, die aber als ganze niemals in diesen Tätigkeiten aufgeht, sondern erst geglückt ist, wenn sie sich ihnen gegenüber verselbstständigt“ (Fritz, 1991, S. 77). Dies kann man gut an einem Beispiel verdeutlichen. Beim Spiel mit einem Kreisel muss das Kind den Spielgegenstand in Bewegung bringen, damit das Spiel beginnen kann. Der Reiz der Kreiselbewegungen entsteht jedoch erst, wenn sich diese unabhängig oder nur begrenzt beeinflussbar durch die Handlungen des Kindes entwickeln (vgl. ebd., S. 77). Dadurch entsteht „ein Bereich des Überraschenden und Unvorhersehbaren“ (ebd., S. 77), der es ermöglicht, dass sich das Kind dem Spiel mit dem Kreisel völlig hingibt und seine Außenwelt ausblenden kann.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann es zu echten Spielformen kommen, die Scheuerl anhand von fünf Merkmalen definiert. Eines davon beschreibt die Ungezwungenheit und Freiheit des Spiels und meint sowohl die Spielerscheinung (Ball o.Ä.), als auch die Spieler, die ihre Sinne auf das Spiel konzentrieren können müssen, um es genießen und sich ihm hingeben zu können. Ein weiteres Charakteristikum ist die Abgeschlossenheit der spielerischen Bewegung durch Regeln und Normen, materielle Grenzen und dem festgelegten Spielraum (vgl. ebd., S. 204). Bei Spielen, so Scheuerl, herrscht ein ständiger Wechsel, eine regelrechte Dramatik bezüglich des weiteren Spielverlaufs. Aus dieser Ambivalenz folgt auch die Konsequenz, dass der Ausgang von Spielen nur so lange offenbleibt, wie es sinnvoll ist (vgl. ebd., S. 205). Entscheidend für das Spiel ist nach Scheuerl der „Ewigkeitscharakter“ (Fritz, 1991, S. 78).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Merkmale des kindlichen Spiels: Dieses Kapitel erläutert die Definitionsansätze von Roger Caillois und Hans Scheuerl, wobei insbesondere die Aspekte der Freiheit, Regelhaftigkeit und zeitlichen Abgrenzung des Spiels beleuchtet werden.

2. Spielformen nach Rolf Oerter (1931): Hier wird das Entwicklungsstufenmodell nach Oerter vorgestellt, das verschiedene Spielarten wie das sensumotorische Spiel oder das Regelspiel in den Kontext der kindlichen Wachstumsphasen setzt.

3. Funktionen des Spiels: In diesem Kapitel werden die theoretischen Ansätze von Guts Muths und Karl Groos analysiert, die das Spiel als Instrument zur Erholung, Einübung und Überlebenssicherung innerhalb der kindlichen Entwicklung verstehen.

Schlüsselwörter

Kindliches Spiel, Spieltheorie, Entwicklungspsychologie, Erziehungswissenschaft, Roger Caillois, Hans Scheuerl, Rolf Oerter, Guts Muths, Karl Groos, Spielformen, Spielmerkmale, Sozialspiel, Als-ob-Spiel, Regelspiel, Kindesentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über das vielschichtige Phänomen des kindlichen Spiels und untersucht dieses aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den definitorischen Merkmalen des Spiels, einer Systematik verschiedener Spielformen und der Analyse der Funktionen des Spiels für Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung und Einordnung der Ansichten bedeutender Wissenschaftler, um ein besseres Verständnis für die Bedeutung und die Intensität des kindlichen Spiels zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, bei der Theorien aus der Entwicklungspsychologie, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Ausschnitten vorgestellt und diskutiert werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil gliedert sich in Merkmale (Caillois/Scheuerl), Spielformen (Oerter) und Funktionen (Guts Muths/Groos) des kindlichen Spiels.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Kindesentwicklung, Spieltheorie, Sozialkompetenz, Regelspiel, Symbolspiel sowie die genannten Theoretiker wie Oerter oder Caillois.

Wie unterscheidet Hans Scheuerl das Wesen des Spiels?

Scheuerl definiert das Spiel als eine spezifische Bewegungsform, die sich durch Freiheit, Abgeschlossenheit und eine besondere zeitliche Struktur ("zeitentrückte Gegenwärtigkeit") auszeichnet.

Was kritisiert der Autor an der modernen Sichtweise auf das Spiel?

Der Autor warnt davor, das kindliche Spiel durch Überpädagogisierung oder Medialisierung (Computer/Fernsehen) zu instrumentalisieren und damit die kindliche Phantasie und Eigenständigkeit zu zerstören.

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Details

Title
Merkmale, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels. Ein Vergleich unterschiedlicher Forschungsmeinungen
College
University of Rostock  (Pädagogische Psychologie)
Course
Entwicklungspsychologie
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V315871
ISBN (eBook)
9783668155022
ISBN (Book)
9783668155039
Language
German
Tags
Kind Spiel Entwicklung Entwicklungspsychologie Johann Christoph Friedrich Guts Muths Karl Groos Spielformen kindliches Spiel Rolf Oerter Hans Scheuerl Roger Caillois
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2012, Merkmale, Formen und Funktionen des kindlichen Spiels. Ein Vergleich unterschiedlicher Forschungsmeinungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315871
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