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Die Entwicklungspsychologie des Alters und Intelligenzentwicklung

Titel: Die Entwicklungspsychologie des Alters und Intelligenzentwicklung

Hausarbeit , 2011 , 13 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Nancy Staffeldt (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklungspsychologie befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung im Erleben und Verhalten eines Menschen während des ganzen Lebens und reicht von der vorgeburtlichen Entwicklung bis ins hohe Alter. Ich beschäftige mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Lebensabschnitt des Alters und den darin stattfindenden kognitiven Veränderungen, speziell denen der Intelligenz. Ich betrachte das „späte mittlere Alter“ (50 bis 65 Jahre) sowie den Bereich des „Alters“ (65 – 80 Jahre).

Das generalisierte Altersbild, welches die allgemeine Einstellung der Gesellschaft gegenüber älteren Menschen wiedergibt, wird in der Forschung als vorwiegend negativ gekennzeichnet. Es herrschen negative Beschreibungen bzgl. eines ‚psycho-physischen Abbaus und Verlustes‘ bei älteren Menschen vor. Der Ältere erscheint häufiger als krank, behindert, müde, sexuell desinteressiert, in seinen Denkabläufen gehemmt, vergesslich, unorientiert, rigide, isoliert und unproduktiv. (Müller, 1988). Außen vorgelassen wie genau diese Stereotype über das Alter entstehen, prüfen wir, wie negativ die Entwicklung wirklich getönt ist oder ob mehr kognitives Potential in älteren Menschen steckt als gemein hin angenommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Drei Grundannahmen hinsichtlich der Entwicklung eines Menschen

1.1 Erste Annahme: Die Vorteile der evolutionären Selektion werden im Lebensverlauf geringer

1.2 Zweite Annahme: Mit dem Lebensalter steigt der Bedarf an Kultur

1.3 Dritte Annahme: Im Lebensverlauf und vor allem im Alter nimmt die Effektivität (Wirkungskraft) der Kultur ab.

2. Zwei-Komponentenmodell der Kognition

2.1 Mechanik

2.2 Pragmatik

2.3 Entwicklung der kognitiven Intelligenz über die Lebensspanne

2.4 Verzahnung zwischen Mechanik und Pragmatik

3. Veränderung bestimmter Grundparameter des kognitiven Systems

3.1 Geschwindigkeit

3.2 Das Arbeitsgedächtnis

3.3 Revidieren des Gedächtnisses

4. Die Rolle der Sensorik

5. Weisheit

5.1. Definition und Berliner Weisheitsparadigma

5.2. Ergebnisse der Studie

5.3 Warum also keine Zunahme der Weisheit im höheren Alter?

5.4 Warum werden 25-Jährige nur selten als weise wahrgenommen?

5.4.1 Emotionsregulation

5.4.2 Prioritäten

5.4.3 Weisheitsbegriff

5.4.4 Weisheit und Alter

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kognitive Veränderungen im späten mittleren Alter sowie im Alter (65–80 Jahre), mit einem besonderen Fokus auf der Intelligenzentwicklung. Ziel ist es, das häufig negativ gezeichnete Altersbild wissenschaftlich zu hinterfragen und zu prüfen, ob ältere Menschen über ungenutzte kognitive Potentiale verfügen.

  • Analyse der Grundannahmen zur menschlichen Entwicklung nach Baltes und Staudinger
  • Unterscheidung zwischen kognitiver Mechanik (fluid) und Pragmatik (kristallisiert)
  • Untersuchung von Parametern wie Geschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis und Gedächtnisrevision
  • Darstellung des Berliner Weisheitsparadigmas und dessen empirische Ergebnisse
  • Diskussion über gesellschaftliche Potenziale und die Rolle der Generativität im Alter

Auszug aus dem Buch

2. Zwei-Komponentenmodell der Kognition

Baltes und Staudinger unterscheiden zwei Formen der Intelligenz: Die Mechanik (fluide Intelligenz) und Pragmatik (kristallisierte Intelligenz), (Baltes, Lindenberger, & Staudinger, 1995), (vgl. auch Raymon Cattell und John Horn, 1965).

2.1 Mechanik

Die Mechanik der Intelligenz ist primär genetisch angelegt und bezeichnet das neurophysiologische Grundsystem des Gehirns. Ihre Leistungsfähigkeit äußert sich beispielsweise in der Geschwindigkeit und Präzision, mit der grundlegende Prozesse der Informationsverarbeitung ablaufen, und in basalen Wahrnehmungsfunktionen ebenso wie elementaren Prozessen des Unterscheidens, Vergleichens und Klassifizierens (Baltes, Lindenberger, & Staudinger, 1995). Mit der Mechanik der Intelligenz werden also Leistungen wie Abstraktionsvermögen, schlussfolgerndes Denken und Umstellungsfähigkeit bezeichnet, Leistungsbereiche, die den Menschen erst die Lage versetzen, neue Kulturtechniken und -kenntnisse zu erwerben und / oder bereits vorhandene Wissens- und Fähigkeitsstrukturen aufzuarbeiten und ggf. umzustrukturieren (Greuß, 1988).

2.2 Pragmatik

Der Begriff der Pragmatik (bzw. kristallisierte Intelligenz) bedeutet folglich die in einer Gesellschaft im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung hervorgebrachten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, d. h. die im Laufe der Zeit geronnenen, eben „kristallisierten“ Kulturtechniken und –inhalte (Greuß, 1988). Die kognitive Pragmatik repräsentiert also den inhaltlich fundierten, kulturell bestimmten Aspekt der Intelligenz. In ihr zeigt sich, was Kulturen an tradiertem Wissen bereithalten und was ein Mensch davon im Laufe seiner Individualentwicklung erworben und verfeinert hat. Beispiele sind sozial vermittelte Strategien und Fähigkeiten wie Sprache, Lesen und Schreiben, berufliche Fertigkeiten, aber auch Strategien der Lebensbewältigung sowie das Wissen über sich selbst und andere (Baltes, Lindenberger, & Staudinger, 1995).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in das Thema Entwicklungspsychologie des Alters und die Auseinandersetzung mit negativen Altersstereotypen.

1. Drei Grundannahmen hinsichtlich der Entwicklung eines Menschen: Darstellung biologischer Abbauprozesse im Kontrast zur steigenden Notwendigkeit kultureller Unterstützung im Lebensverlauf.

2. Zwei-Komponentenmodell der Kognition: Differenzierung zwischen der genetisch angelegten Mechanik und dem kulturell erworbenen Pragmatik-Wissen des menschlichen Geistes.

3. Veränderung bestimmter Grundparameter des kognitiven Systems: Analyse spezifischer Einbußen bei Geschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis und der Fähigkeit zur Gedächtnisrevision im Alter.

4. Die Rolle der Sensorik: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen sensorischer Leistungsfähigkeit und kognitiver Kapazität im Alter.

5. Weisheit: Erläuterung des Berliner Weisheitsparadigmas sowie der Frage, warum Weisheit nicht automatisch mit dem Alter korreliert.

6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine stärkere Nutzung der kognitiven Potenziale älterer Menschen in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Entwicklungspsychologie, Kognition, Intelligenz, Mechanik, Pragmatik, Arbeitsgedächtnis, Weisheit, Berliner Weisheitsparadigma, Sensorik, Altersbild, Generativität, Lebensspanne, Kultur, biologischer Abbau, kognitive Potenziale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den kognitiven Veränderungen im späten Erwachsenenalter und prüft, inwieweit das gesellschaftliche Bild des Alterns, das primär durch Defizite geprägt ist, mit psychologischen Erkenntnissen übereinstimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Zwei-Komponentenmodell der Kognition, die Dynamik von Wissenserwerb und biologischem Abbau sowie die empirische Untersuchung von Weisheit im Lebensverlauf.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass neben den altersbedingten Abbauprozessen in der kognitiven Mechanik auch Stabilitäten und Potenziale im Bereich der pragmatischen Intelligenz existieren, die oft unterschätzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und Theorien, insbesondere das Berliner Weisheitsparadigma und die Konzepte der Entwicklungspsychologie nach Baltes, Staudinger und anderen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Komponenten der Intelligenz, spezifische Grundparameter wie Arbeitsgedächtnis und Geschwindigkeit, der Einfluss der Sensorik sowie die Definition und Messbarkeit von Weisheit detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kognition, Pragmatik, Mechanik, Lebensspanne, Altersbild, Weisheit und Generativität sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt der Arbeit definieren.

Warum nehmen Menschen ab 25 Jahren laut der Studie nur selten den Status des „Weisen“ für sich in Anspruch?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Weisheit als „Expertentum in der fundamentalen Pragmatik des Lebens“ eine lebenslange Übung erfordert und bestimmte Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung erst im späteren Erwachsenenalter voll zur Geltung kommen.

Inwiefern beeinflusst die Sensorik die kognitive Leistung bei älteren Menschen?

Die Studie zeigt eine hohe Korrelation zwischen sensorischer Leistung und Intelligenz im Alter, wobei die notwendige bewusste Steuerung motorischer und sensorischer Prozesse die kognitiven Ressourcen zusätzlich belastet.

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Details

Titel
Die Entwicklungspsychologie des Alters und Intelligenzentwicklung
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1.3
Autor
Nancy Staffeldt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V316111
ISBN (eBook)
9783668149816
ISBN (Buch)
9783668149823
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklungspsychologie alters intelligenzentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nancy Staffeldt (Autor:in), 2011, Die Entwicklungspsychologie des Alters und Intelligenzentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316111
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Leseprobe aus  13  Seiten
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