Oszillator-Handelsstrategien zur Bewertung von Investmentalternativen

Analyse der Wirkungsfähigkeit ausgewählter Instrumente


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführende Grundlagen
1.1 Zielsetzung
1.2 Einordnung von Oszillatoren in die Technische Analyse
1.3 Begriffsdefinition Oszillator und Interpretation

2 Funktionsweise ausgewählter Oszillator-Instrumente
2.1 Momentum
2.2 Commodity Channel Index (CCI)
2.3 Relative Strength Index (RSI)
2.4 Stochastik-Oszillator (K%D)
2.5 Moving Average Convergence / Divergence (MACD)

3 Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführende Grundlagen

1.1 Zielsetzung

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die theoretische Darstellung von Handelsstrategien, welche auf der Berechnung und Interpretation von Oszillatoren beruhen. Um eine detaillierte Analyse zur Wirkungsfähigkeit von Oszillator-Handelsstrategien zu erarbeiten, ist es essentiell eine vorherige Abgrenzung vorzunehmen, um die Thematik trennscharf in das Feld der Technischen Analyse einordnen zu können. Anschließend wird der Begriff der Oszillatoren definiert. In Abschnitt zwei werden ausgewählte Handelsstrategien auf Grundlage von Oszillator-Instrumenten vorgestellt und diese in Kapitel drei grundlegend kritisch gewürdigt.

1.2 Einordnung von Oszillatoren in die Technische Analyse

Oszillatoren lassen sich grundsätzlich zu dem Themengebiet der Technischen Analyse zuordnen. Technische Analyse und Fundamentalanalyse dienen als Instrumente zur Bewertung von Investmentalternativen und letztlich zur Entscheidungsfindung des Investors. Die Fundamentalanalyse stützt sich auf die Ermittlung eines „fairen“, intrinsischen Wertes des jeweiligen Investmenttitels. Dieser aus den ökonomischen Kennziffern der jeweiligen Unternehmung ermittelte Wert wird mit dem derzeit gehandelten Marktwert, bspw. dem aktuellen Börsenwert, verglichen und daraus eine Kauf- / Verkaufsentscheidung abgeleitet.[1] Einen anderen Blickwinkel zeigt die Technische Analyse. Grundannahme der Technischen Analyse ist die Tatsache, dass Anleger in wiederkehrenden, massenpsychologischen Verhaltensmustern Entscheidungen treffen. Somit zielen die Instrumente der Technischen Analyse auf die Auswertung vergangenheitsbezogener Kursdaten sowie der Ableitung einer zukünftigen Kursbewegung aus der historischen Kursentwicklung ab. Diese Form der Aktienbewertung bewirkt eine Indikation für den richtigen Zeitpunkt des Kaufes oder Verkaufes eines Titels.[2]

Die Technische Analyse lässt sich wiederum in die vier Kategorien Charttechnik, Markttechnik, Zyklentechnik und Sentimenttechnik unterteilen. Charttechnik meint den Vergleich der derzeitigen Kursentwicklung mit vergangenheitsbezogenen Grundmustern zur Definition von Widerständen und Unterstützungen im Chart. Die markttechnische Analyse fokussiert die Richtung und die Kraft einer Kursbewegung. Dazu werden Indikatoren berechnet, die Kauf- und Verkaufssignale ausdrücken bzw. eine Divergenz zum Kursverlauf untersuchen. Oszillatoren werden zur markttechnischen Analyse zugeordnet genauso wie u.a. Trendfolger, wobei letztere die Richtung eines Trends definieren. Analysten, welche die Zyklentechnik verwenden, suchen nach einem Muster aus vergangenen Kursentwicklungen, welches größtenteils in die Zukunft projiziert werden kann. Sentimenttechnik reflektiert die „Stimmung“ der jeweiligen Kursentwicklung und quantifiziert somit das Preisniveau auf einer psychologischen Ebene in „Euphorie“ oder „Angst“.[3]

1.3 Begriffsdefinition Oszillator und Interpretation

Der Begriff „Oszillator“ stammt aus der Physik und wird als Synonym für Schwingung verwendet.[4] Der Oszillator stellt eine Alternative zu dem in 1.2 kurz erwähnten Trendfolgeansatz dar. Es existieren Oszillatoren, die in trendlosen Märkten besser funktionieren als in Märkten mit Trendbewegungen und natürlich auch entgegengesetzt. Als Instrument der Markttechnik fungieren Oszillatoren als Maß für eine positive wie auch negative Übertreibung der aktuellen Kursbewegung eines Titels in Verbindung mit dem Kurschart. In diesen kurzfristigen Extremsituationen wird ein Titel als „überkauft“ oder „überverkauft“ deklariert. Mit der generierten Information ist ein Verkauf oder ein Kauf des Titels rational begründbar. Besonders gegen Ende einer Marktbewegung wirkt ein Oszillator aussagestark. Weiterhin dienen Oszillatoren zur Beschreibung der Geschwindigkeit bzw. der Stärke einer Bewegung, was auch als Momentum bezeichnet wird. Auch werden Oszillatoren eingesetzt, um mittels Divergenzen zwischen Oszillator- und Kursbild das Ende eines Trends erkennbar zu machen.[5]

Ein Oszillator sollte vorzugsweise als sekundärer Indikator zur Meinungsbildung herangezogen werden und der Trendanalyse untergeordnet werden. Zusammen mit der Betrachtung des Charts erfolgt die Interpretation des Oszillators am sinnvollsten. Dabei werden Oszillatoren an der Abszisse in den Chart integriert.[6] Die meisten Oszillator-Indikatoren sind ähnlich aufgebaut, sodass ausgewählte, allgemeingültige Interpretationsregeln Anwendung finden können. Das Oszillator-Band bewegt sich grundsätzlich in einer Range. Die Extremwerte des Oszillators korrelieren bestmöglich mit denen des Kurscharts. Bei einigen Oszillatoren orientiert sich die Range der Oszillator-Bewegung um einen Mittelwert, der Nulllinie. Sobald die Oszillator-Bewegung die Grenze der Range erreicht, also entweder den oberen oder den unteren Rand, ist die Kursbewegung des Titels zu rasant bzw. quantitativ zu weit gegangen, was eine Gegenreaktion erwarten lässt. Des Weiteren sollte ein Trader kaufen, wenn sich der Oszillator am Rande des unteren Extremum befindet und verkaufen, sobald sich der Oszillator der oberen Begrenzung nähert. Eine Überschreitung der Mittellinie führt oftmals zu einem Kaufs- respektive Verkaufssignal.[7] Zumeist helfen Oszillatoren kurzfristige Trendkomponenten zu identifizieren, weshalb üblicherweise Beobachtungszeiträume zwischen 10 und 50 Tagen angesetzt werden.[8]

Für die Anwendung von Oszillatoren existieren hauptsächlich drei Szenarien. Das erste Szenario wird ausgelöst, sobald der Oszillator die Extremzone erreicht hat. Befindet sich der Indikator am oberen Rand bzw. am unteren Rand wird der Titel als „überkauft“ bzw. „überverkauft“ bezeichnet. Entwickelt sich der Oszillator anschließend aus dem Extrembereich heraus, wird ein Handelssignal generiert, welches reziprok zum vorangegangenen Kurstrend gerichtet ist. Anschließend ist zumeist eine Kurskorrektur erkennbar.[9] Das zweite Szenario entsteht, sobald eine Abweichung (Divergenz) zwischen der Entwicklung des Oszillators und des Kurs-Charts entsteht. Dieses Phänomen deutet zumeist auf ein Ende des Trends hin, insbesondere wenn die Divergenz in der Nähe der Extremzonen auftritt. Die dritte Anwendungsmöglichkeit besteht im Kreuzen der Mittelpunkts- bzw. Nulllinie. Wird diese Linie durchstoßen, so ist diese Bewegung, entsprechend der Kreuzungs-Richtung, bis zur Extremzone weiter anzunehmen. Es wird ein Trading-Signal in Trendrichtung generiert.[10]

2 Funktionsweise ausgewählter Oszillator-Instrumente

2.1 Momentum

Der Momentum-Oszillator stellt den bekanntesten und zugleich einfachsten Oszillator da. Er variiert in diversen Spezifikationen und eröffnet viele technischen Anwendungen.[11] Der Grundgedanke, das Momentum als Anzeige von Schwungkraft eines Trends, ist stets identisch. Es wird die Geschwindigkeit von historischen Kursbewegungen in Vergleich zum aktuellen Kursniveau selbst gemessen. Das Momentum wird aus der Differenz des aktuellen Schlusskurses mit einem Schlusskurs aus der Vergangenheit gebildet. Alternativ ist eine Berechnung mittels Division des aktuellen Schlusskurses durch einen historischen Kurswert und eine anschließende Multiplikation mit dem Faktor 100 möglich. Als übliche Konvention werden die Zeitspannen 5, 10, 12, 20, 30 Tage oder Wochen verwendet, wobei meistens das 10-Tage-Momentum Anwendung findet. Ein kürzeres Intervall erhöht die Sensibilität des Ausschlages des Indikators, wohingegen eine größere Betrachtungsperiode die Volatilität des Oszillators glättet. Wird der Titel aktuell teurer gehandelt als in der Historie, so nimmt das Momentum einen positiven Wert oberhalb der Mittelpunktslinie an. Der Kurs ist angestiegen.[12] Bei einem Aufwärtstrend signalisiert ein steigendes Momentum eine positive, zunehmende Dynamik des Basistitels, also eine Weiterführung des Trends. Ein mögliches Ende einer Aufwärtsbewegung wird durch einen fallenden Momentum-Wert projiziert, der Trend verliert an Momentum. Reziprok verhält sich die Interpretation bei einem Abwärtstrend. Wenn somit die jüngeren Kursgewinne geringer sind als die vorangegangenen, wird das Momentum im positiven Bereich fallen. Ebenso steigt das Momentum im negativen Wertebereich an, wenn die jüngsten Kursrückgänge geringer sind als die vorangegangenen. Obwohl der Basistitel einen neuen Höchst- bzw. Tiefststand erreicht, kann das Momentum drehen. Das Momentum ist der aktuellen Kursbewegung damit voraus. Treten Divergenzen zwischen der Kursentwicklung und der Entwicklung des Momentum-Indikators auf, so ist mit einer baldigen Kurskorrektur oder / und einem Trendwechsel zu rechnen.[13]

Ein Handelssignal wird generiert, sobald die Mittelpunktslinie über- oder unterschritten wird. Schneidet das Momentum diese von unten nach oben, so wird ein Kaufsignal erzeugt. Analog wird ein Verkaufssignal gezeigt, sobald die Mittelpunktslinie von oben nach unten geschnitten wird. Die Interpretation des Oszillators sollte jedoch stets im Einklang mit dem Chart geschehen, sodass sich bspw. bei einem Kaufsignal der Markt in einem Aufwärtstrend befindet.[14] Es ist möglich den Chart der Momentum-Werte mittels historischer Widerstands- und Unterstützungslinien zu segmentieren. Weiterhin kann eine Normalisierung zur besseren Interpretation der Überkauft- und Überverkauft-Extreme herbeigeführt werden, indem der maximale Momentum-Wert eines Betrachtungszeitraumes als Basis behandelt wird und alle aktuellen Momentum-Ausprägungen durch diese Basis geteilt werden.[15]

[...]


[1] Vgl. Linder / Tietz (2008), S. 116 f.

[2] Vgl. Scherbaum (2013), S. 109 ff.

[3] Vgl. Müller / Nietzer (1997), S. 20 ff.

[4] Vgl. ebenda, S. 25

[5] Vgl. Murphy (2000), S. 227

[6] Vgl. Murphy (1992), S. 365

[7] Vgl. Murphy (2000), S. 228 f.

[8] Vgl. Loistl (1996), S. 126

[9] Vgl. Eller / Heinrich / Perrot et al (2010), S. 204

[10] Vgl. Müller / Nietzer (1997), S. 26 f.

[11] Vgl. ebenda, S. 167

[12] Vgl. Murphy (2000), S. 229

[13] Vgl. Pring (1993), S. 91 ff.

[14] Vgl. Murphy (2000), S. 230 ff.

[15] Vgl. Arnold (1993), S. 74 ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Oszillator-Handelsstrategien zur Bewertung von Investmentalternativen
Untertitel
Analyse der Wirkungsfähigkeit ausgewählter Instrumente
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V316374
ISBN (eBook)
9783668150799
ISBN (Buch)
9783668150805
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
oszillator-handelsstrategien, bewertung, investmentalternativen, analyse, wirkungsfähigkeit, instrumente
Arbeit zitieren
Markus Kranepuhl (Autor), 2014, Oszillator-Handelsstrategien zur Bewertung von Investmentalternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316374

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