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Gewalt in der Familie. Erklärungsansätze, Folgen und sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen

Title: Gewalt in der Familie. Erklärungsansätze, Folgen und sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen

Seminar Paper , 2016 , 34 Pages

Autor:in: Manuel Lemke (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, die Thematik Gewalt in Familien näher zu beleuchten und Fragen nach der Mehrdimensionalität der Spannbreite an Gewaltanwendungen in dem Mikrosystem Familie darzulegen und zu erläutern. Die Ausführungen umfassen hierbei sowohl das Thema Kindesmisshandlung als auch Gewalt gegenüber dem Partner oder der Partnerin.

Es geht im Folgenden darum, zunächst einen geschichtlichen Umriss und geschichtliche Entwicklungen in Bezug auf Gewalt in Familien zu ermöglichen. Anschließend sollen die beiden Begrifflichkeiten, um die es sich vordergründig handelt – Familie sowie Gewalt –beschrieben werden. Ebenso die Formen der Gewaltaktivität in Familien, welche ihren Ausdruck in vier verschiedenen Bereichen finden.

Darauffolgend sollen verschiedene Erklärungsansätze dazu dienen, das zuvor Beschriebene verständlich zu machen und nach Ursachen von Misshandlungen, Sexueller Gewalt und Vernachlässigung zu forschen. Anschließend sollen differente Interventions- uns Präventionsmaßnahmen aufzeigen, in wie weit man gegen Gewalt in Familien vorgehen kann und wie durch verschiedene Netzwerke und sozialpädagogische Möglichkeiten zu einer Verbesserung dieser Thematik beigetragen wird. Abschließend sollen die physischen wie auch psychosozialen und psychische Folgen von Misshandlungen erläutert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Gewalt innerhalb der Familie – ein geschichtlicher Hintergrund

3. Begriffsdefinitionen: Gewalt und Familien

3.1 Soziologischer Begriff der Gewalt

3.2 Gewaltbegriff im Kontext Ehe/Partnerschaft

3.3 Der Begriff der Familie

4. Innerfamiliäre Gewaltausübungen

4.1 Formen der Kindesmisshandlungen

4.1.1 körperliche Misshandlungen

4.1.2 Seelische und psychische Misshandlungen

4.1.3 Vernachlässigung

4.1.4 Sexuelle Gewalt

4.2 Gewalt in der Partnerschaft

4.2.1 Täter- und Opferrolle

4.2.2 Physische, psychische und sexuelle Gewalt

4.3 Was löst Gewalt in Familien aus?

4.3.1 Ursachen

4.3.2 Auslöser

5. Soziologische Erklärungsansätze von Kindesmisshandlung

5.1 Erklärungsansatz nach Gil: strukturelle Gewalt als Auslöser der Kindesmisshandlungen

5.2 Lebensbelastungen und Stressoren in Familien

5.3 Erklärungsansatz nach Heitmeyer – Gewalt als Folge von Desintegration

6. Prävention und Intervention

6.1 Prävention

6.1.1 Täterbezogener Ansatz

6.1.2 Öffentlichkeitsarbeit

6.1.3 Frühe Hilfen

6.1.4 Jugendhilfe im präventiven Kontext

6.1.5 Erziehungsberatungsstellen

6.2 Intervention

6.2.1 Die Exekutive

6.2.2 Der Platzverweis

6.2.3 Jugendhilfe im interventiven Kontext

7. Folgen der Kindesmisshandlung

7.1 Körperliche Folgen

7.2 Psychosoziale und psychische Folgen

8. Schlusswort und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Problematik der Gewalt in Familien unter Berücksichtigung historischer, soziologischer und rechtlicher Aspekte, mit dem primären Ziel, Studierende der Sozialen Arbeit für Anzeichen häuslicher Gewalt zu sensibilisieren und präventive sowie interventive Handlungsspielräume aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des Gewaltverständnisses in Familien
  • Definitionen und Formen von Gewalt (Kindesmisshandlung und Partnerschaftsgewalt)
  • Soziologische Erklärungsansätze für innerfamiliäre Gewalt
  • Präventionsstrategien und Interventionsmöglichkeiten in der Jugendhilfe
  • Folgen von Misshandlungen für Kinder und Jugendliche

Auszug aus dem Buch

1. Einführung

Gewalt in Familien war bis Ende der 70er Jahre in Deutschland ein Tabuthema. Erst durch die Frauenbewegung in den 80er Jahren wurde dies zu einem gesellschaftlichen Problem. Davon profitierten nicht nur die Frauen, welche Gewalt in ihrer Familie erlebt haben, sondern auch Kinder. Diese können oft nicht für ihre Rechte einstehen, da sie die Gesetze und die Möglichkeit sich darüber zu informieren nicht nutzen können oder nicht darüber Bescheid wissen. Gewalt in Familien lässt sich somit in zwei Hauptgruppen einteilen. Gewalt gegen den Partner und Gewalt gegen Kinder. (Gewalt der Kinder den Eltern gegenüber oder Gewalt von Geschwisterkindern wird in dieser Seminararbeit nicht behandelt) In diesem Vorwort wird zuerst die Gewalt gegen Kinder und anschließend Gewalt innerhalb einer Ehe oder Partnerschaft thematisiert

„Ein Klaps auf den Hintern oder mal ein paar hinter die Ohren, das hat doch wohl noch keinem geschadet!“ 1 Eine Bagatellisierung dieser oder anderer Art erscheint des Öfteren, wenn die Thematik der Kindesmisshandlung angesprochen wird. Dabei fallen mehr als 200000 Kinder pro Jahr Erwachsenen zum Opfer, welche ihre Machtrolle ausnutzen und Gewalt an Schwächeren verüben. Um gleich zu Beginn noch konkreter in dieser Thematik zu werden: In der Bundesrepublik Deutschland sterben laut Polizeistatistik wöchentlich drei Kinder an den Verletzungen ihrer zugetragenen Misshandlungen. Ebenso geschehen wöchentlich 70 derartige Gewaltanwendungen gegen Kinder, dass diese ärztlich behandelt werden müssen. 2 Dabei scheint das Dunkelfeld ziemlich überragend zu sein. Verletzungen, Misshandlungen, Demütigungen, Beschimpfungen, langanhaltender Liebesentzug oder Beschädigungen der Psyche des Kindes sind schließlich nicht mit dem Fotoapparat festzuhalten – so erscheint ein Misshandlungsfall als eher zufällig entdeckt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Tabuisierung von häuslicher Gewalt und die Notwendigkeit, Kinder als besonders schutzbedürftige Gruppe in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.

2. Gewalt innerhalb der Familie – ein geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Gewaltverständnisses nach, das Kinder über Jahrhunderte hinweg als rechtloses „Eigentum“ betrachtete, bis hin zum modernen Züchtigungsverbot.

3. Begriffsdefinitionen: Gewalt und Familien: Es werden soziologische Grundbegriffe definiert und die Komplexität der Begriffsbestimmung von Gewalt im familiären und gesellschaftlichen Kontext erläutert.

4. Innerfamiliäre Gewaltausübungen: Dieser Teil differenziert zwischen verschiedenen Formen der Gewaltanwendung gegenüber Kindern und Partnern sowie deren spezifischen Ursachen und Auslösern.

5. Soziologische Erklärungsansätze von Kindesmisshandlung: Hier werden theoretische Modelle, insbesondere von Gil und Heitmeyer, zur Erklärung von Gewalt als strukturelles gesellschaftliches Problem diskutiert.

6. Prävention und Intervention: Das Kapitel bietet einen Überblick über präventive Maßnahmen der Jugendhilfe sowie staatliche Interventionsmöglichkeiten bei akuter Gewaltgefährdung.

7. Folgen der Kindesmisshandlung: Es werden die schwerwiegenden körperlichen, psychosozialen und psychischen Auswirkungen von Misshandlungen auf die kindliche Entwicklung analysiert.

8. Schlusswort und Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit zusammen und betont das unausgesprochene Ziel, Gewalt in Familien nachhaltig zu minimieren.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Soziale Arbeit, Prävention, Intervention, Jugendhilfe, strukturelle Gewalt, Familiendynamik, Züchtigung, Kinderschutz, Gewaltspirale, Dunkelziffer, Empowerment, Sozialisation, Psychische Folgen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Problematik der Gewalt in Familien, ihre verschiedenen Erscheinungsformen und die soziologischen Hintergründe, die dieses Phänomen in unserer Gesellschaft aufrechterhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung elterlicher Gewalt, die Differenzierung von Gewaltformen, die soziologische Erklärungsmodelle (z.B. strukturelle Gewalt) sowie die verschiedenen Ansätze von Prävention und Intervention durch soziale Dienste.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Studierende der Sozialen Arbeit für die subtilen und offensichtlichen Anzeichen von Gewalt in Familien zu sensibilisieren und die institutionellen Möglichkeiten zum Schutz der Betroffenen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis soziologischer und psychologischer Fachliteratur sowie die Analyse von Gesetzen und sozialpädagogischen Handlungsansätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Formen von Gewalt, deren soziologische Ursachen – wie gesellschaftliche Desintegration und strukturelle Machtverhältnisse – sowie die praktischen Maßnahmen zur Prävention und Intervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindesmisshandlung, soziale Nahbeziehungen, Jugendhilfe, Gewaltspirale und strukturelle Gewalt charakterisiert.

Warum ist der Platzverweis als Interventionsmaßnahme so bedeutend?

Der Platzverweis ermöglicht einen ereignisnahen Schutz der Opfer, ohne dass diese sofort ihre vertraute Umgebung (wie das Frauenhaus) aufsuchen müssen, was insbesondere für Mütter mit Kindern eine soziale Entlastung bedeutet.

Was versteht man unter dem Begriff „strukturelle Gewalt“ nach Gil?

Nach Gil ist strukturelle Gewalt in modernen kapitalistischen Gesellschaften verankert und drückt sich durch soziale Ungleichheiten, Deprivation und ungleiche Machtverteilung aus, die wiederum das Frustrationspotenzial innerhalb von Familien erhöhen.

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Details

Title
Gewalt in der Familie. Erklärungsansätze, Folgen und sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen
Author
Manuel Lemke (Author)
Publication Year
2016
Pages
34
Catalog Number
V316389
ISBN (eBook)
9783668156326
ISBN (Book)
9783668156333
Language
German
Tags
Gewalt in Familien Kindesmisshanlung Gewalt gegen den Partner Gewalt in der Ehe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Lemke (Author), 2016, Gewalt in der Familie. Erklärungsansätze, Folgen und sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316389
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