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Der Untergang des Einzelnen im Klassenkampf? Zur Möglichkeit der Durchsetzung individueller Interessen im Rätedemokratischen Staatsmodell und der Marxistischen Gesellschaftstheorie

Título: Der Untergang des Einzelnen im Klassenkampf? Zur Möglichkeit der Durchsetzung individueller Interessen im Rätedemokratischen Staatsmodell und der Marxistischen Gesellschaftstheorie

Trabajo Escrito , 2015 , 19 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Maik Hoops (Autor)

Historia universal - Historia moderna
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Diese Hausarbeit ist ein wissenschaftlicher Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem sozialistischen Staatsmodell der Rätedemokratie und dem in diesem Ausdruck zu findenden Menschenbild des Marxismus.

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges stellte sich auch in Deutschland mit dem bevorstehenden Zusammenbruch der Monarchie die Frage nach einer politischen Neuordnung. Hier witterten vor allem die deutschen Sozialisten Chancen auf die Verwirklichung ihrer Ideale. Dabei kam es zu einem innerparteilichen Streit in der SPD, der die Abspaltung der „Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ (USPD) zur Folge hatte. Diese Unabhängigen Sozialdemokraten hielten im Gegensatz zur SPD weiterhin streng am Marxismus fest und pochten auf die Errichtung einer Räterepublik, einem basisdemokratischen Staat, in dem die "Diktatur des Proletariats" herrschen sollte. Diese Hausarbeit befasst sich mit diesem Staatsmodell.

Zunächst wird das marxistische Weltbild als Grundlage der Räterepublik verdeutlicht, daraufhin das konkrete Modell der Räterepublik als Verwirklichung dieser Ideale analysiert. Dabei wird der Fokus auf die Rolle des Individuums gelegt: Intention dieser Hausarbeit ist es, die Frage zu untersuchen, inwieweit das Staatsmodell der klassischen Räterepublik im demokratischen Willensbildungsprozess dem Individualismus des Einzelnen gerecht wird bzw. wie sehr er im Kollektiv an Bedeutung verliert. Ermöglicht dieses System, dessen Demokratie auf betrieblichen Versammlungen aufbaut, den Ausdruck und die Durchsetzung individueller, auch nichtwirtschaftlicher Interessen?

Damit verbunden soll die theoretische Grundlage der Räterepublik, der Marxismus, daraufhin untersucht werden, wie er zum Individualismus steht und wie er die Freiheit des Einzelnen interpretiert. Dazu soll herausgearbeitet werden, inwieweit er seinen Fokus auf die wirtschaftlichen Interessen der Menschheit legt und nichtwirtschaftliches Interesse unbeachtet lässt. Des Weiteren ist die Frage zu klären, wie sehr der Marxismus unter Nichtberücksichtigung anderer Faktoren menschliches Interesse ausschließlich von den jeweiligen Produktionsverhältnissen ableitet. Schließlich soll elaboriert werden, inwieweit der Kollektivismus und die Nichtbeachtung des Individualismus des Marxismus im Rätesystem ihren konkreten Ausdruck finden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Grundzüge des Marxismus

1.1 Marxistische Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie

1.2 Die Entfremdung der Arbeit

1.3 Religion als Opium des Volkes

1.4 Marxistische Philosophie

1.5 Menschenrechtsgedanke im Marxismus

1.6 Ziele des Marxismus

2. Das „reine“ Rätesystems der USPD

2.1 Aufbau und Prinzipien

2.2 Ziel und Zweck der Räterepublik

3. Analyse des Marxismus

4. Analyse der Räterepublik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Staatsmodell der klassischen Räterepublik im demokratischen Willensbildungsprozess dem Individualismus des Einzelnen gerecht wird. Dabei wird analysiert, ob das System den Ausdruck individueller, nichtwirtschaftlicher Interessen ermöglicht oder ob das Individuum in einer auf kollektiven wirtschaftlichen Interessen basierenden Struktur an Bedeutung verliert.

  • Grundlagen und Ziele der marxistischen Gesellschaftstheorie
  • Die Entfremdung des Menschen im kapitalistischen Arbeitsprozess
  • Aufbau und Prinzipien des „reinen“ Rätesystems der USPD
  • Kritische Analyse des Menschenbildes im Marxismus
  • Wechselwirkung zwischen Kollektivismus und individueller Freiheit

Auszug aus dem Buch

1.2 Die Entfremdung der Arbeit

Der Marxismus sieht ein Problem des Elends der Arbeiter in deren Entfremdung von ihrer Arbeit. Diese bestehe darin, dass der Proletarier im kapitalistischen Produktionsprozess jeglichen persönlichen Bezug zu seiner Arbeit bzw. den hergestellten Produkten verloren habe. Er arbeite für andere und zu niedrigem Lohn, ohne adäquaten Anspruch auf die Produkte seiner Arbeit zu haben. Der Nutznießer der proletarischen Arbeit sei somit die Bourgeoisie. Je produktiver das Proletariat arbeite, desto größer werde deren Armut, gemessen am Reichtum der Bourgeoisie. Dies habe zur Folge, dass

„die Arbeit dem Arbeiter äußerlich ist, d.h. nicht zu seinem Wesen gehört, daß er sich in seiner Arbeit [...] verneint, [...] unglücklich fühlt, [...]. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Hause. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen.“

Die Fremdheit der Arbeit drücke sich im Schluss darin aus, dass der Proletarier diese ohne jeglichen Zwang nicht ausführen würde. Im gesamten kapitalistischen Produktionsprozess werde der Proletarier selbst zu einer Ware, zu einem Produktionsmittel, weil er sich mit seiner Arbeit selbst verkaufe. Da er so nicht selbstbestimmt arbeite, lebe er nicht nur in ökonomischem, sondern zugleich in geistigem Elend.

Die Bourgeoisie erlebe dabei eine ähnliche Entfremdung, da sie nicht an den Produktionsprozessen teilnehme. Da sie aber Nutznießer fremder proletarischer Arbeit sei, fühle sie sich in diesem Zustand wohl und wisse ihn für sich zu nutzen und zu etablieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundzüge des Marxismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Marxismus, darunter die Wirtschaftslehre, das Konzept der Entfremdung sowie das materialistische Menschenbild.

2. Das „reine“ Rätesystems der USPD: Hier wird der Aufbau, die Organisation und das Ziel der Räterepublik als basisdemokratisches Modell der USPD beschrieben.

3. Analyse des Marxismus: Das Kapitel untersucht kritisch die marxistische Annahme, dass menschliche Interessen primär durch ökonomische Faktoren und Produktionsverhältnisse bestimmt werden.

4. Analyse der Räterepublik: Diese Analyse setzt sich damit auseinander, inwiefern die Räterepublik durch ihre Struktur den Individualismus einschränkt oder fördert.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das marxistische Modell den Einzelnen stark auf seine kollektive Rolle reduziert und kaum Raum für individuelle, nichtökonomische Interessen bietet.

Schlüsselwörter

Marxismus, Räterepublik, USPD, Individualismus, Kollektivismus, Entfremdung, Produktionsverhältnisse, Demokratie, Proletariat, Bourgeoisie, Klasseninteresse, Arbeit, Mitbestimmung, Novemberrevolution, Materialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Staatsmodell der Räterepublik und die marxistische Theorie das Individuum behandeln und ob sie den Individualismus zugunsten eines kollektiven wirtschaftlichen Interesses vernachlässigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der marxistischen Gesellschaftstheorie, der Entfremdung der Arbeit, dem Aufbau des USPD-Rätesystems sowie dem Konflikt zwischen kollektiver und individueller Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob ein Räterepublik-System den demokratischen Anforderungen gerecht wird, wenn es den Einzelnen primär über seine soziale und wirtschaftliche Stellung innerhalb des Kollektivs definiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der marxistischen Grundlagenwerke und vergleicht diese mit den organisatorischen Ansätzen der klassischen Räterepublik während der Novemberrevolution 1918/19.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der marxistischen Lehre, die Beschreibung des Räterepublik-Modells der USPD sowie die darauffolgende Analyse der Vereinbarkeit dieser Ansätze mit dem Konzept des Individualismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Marxismus, Räterepublik, Individualismus, Kollektivismus, Entfremdung, Klasseninteresse und Partizipation.

Warum wird das Besitzbürgertum laut der Arbeit vom Wahlrecht ausgeschlossen?

Der Ausschluss erfolgt, da das Bürgertum nach marxistischer Lesart nicht direkt am Produktionsprozess teilnimmt und somit seine Interessen als nicht mit dem kollektiven Willen der Arbeiterschaft vereinbar angesehen werden.

Welche Rolle spielt die „Ämterrotation“ in der Räterepublik?

Die Ämterrotation soll verhindern, dass sich eine dauerhafte Führungselite bildet, und sicherstellen, dass möglichst viele Menschen an Verwaltung und Politik partizipieren können.

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Detalles

Título
Der Untergang des Einzelnen im Klassenkampf? Zur Möglichkeit der Durchsetzung individueller Interessen im Rätedemokratischen Staatsmodell und der Marxistischen Gesellschaftstheorie
Universidad
University of Osnabrück
Curso
Proseminar: Die Weimarer Republik. Demokratie in Deutschland 1918-33
Calificación
1,5
Autor
Maik Hoops (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
19
No. de catálogo
V316422
ISBN (Ebook)
9783668154360
ISBN (Libro)
9783668154377
Idioma
Alemán
Etiqueta
Weimarer Republik USPD Räterepublik 1918 1919 Marxismus Rätesozialismus Rätekommunismus Individualismus SPD Rätesystem Rätedemokratie Räte Arbeiterräte Soldatenräte Betriebsversammlungen Novemberrevolution Ernst Däumig Rätebewegung Kapital Kapitalismus Opium des Volkes Diktatur des Proletariats Basisdemokratie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maik Hoops (Autor), 2015, Der Untergang des Einzelnen im Klassenkampf? Zur Möglichkeit der Durchsetzung individueller Interessen im Rätedemokratischen Staatsmodell und der Marxistischen Gesellschaftstheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316422
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