I Einleitung
Der Terror in Frankreich wird oftmals von den Gräueltaten der Kriegsschauplätze wie zum Beispiel Russland, aber vor allem durch die Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung überdeckt. Da der Frankreichfeldzug recht schnell vorüber war, ist bei vielen nur die Landung der Alliierten an der Atlantikküste am 6. Juni 1944 und die folgenden Kämpfe, wie sie oft in Filmen thematisiert werden, im Gedächtnis. Über den Terror, der aber während der Besatzungszeit in Frankreich herrschte, wird heute kaum noch gesprochen. In der Ausstellung "Hitlers Verbrechen" wurde er aber unter anderem zum Thema gemacht, die Bandbreite der Unterdrückung wurde dargestellt. In dieser Hausarbeit soll daher zunächst das Zeitgeschehen sowie die Ursachen des Terrors behandelt werden, um einen Überblick über die Zustände in Frankreich zu erhalten, bevor auf die Bilder eingegangen wird. Hierzu erläutere ich kurz die Teilung des französischen Staatsgebietes, das Aufkommen der Resistance, den Versuch diese zu stoppen und die Folgen und Methoden der Geiselnahme. Zur Darstellung der Situation in Frankreich habe ich weiterhin einen Text ausgewählt, der die Situation einer Geiselerschießung in Tulle bei Limoges beschreibt. An diesem Augenzeugenbericht ist klar erkennbar, wie wahllos und grausam die deutsche Besatzungsmacht mit der Bevölkerung umgegangen ist, wobei Tulle sowie Oradour eine Ausnahme an bestialischer Grausamkeit darstellen. Die Bilder der Ausstellung, die sich mit dem Thema befassen, zeigen aber deutlich, in welchem Ausmaße der Terror vollzogen worden ist und sie lassen auch erahnen, wie sehr die Bevölkerung vor allem unter den Geiselerschießungen gelitten haben muss. Die Bilder, die ich beschrieben und analysiert habe, habe ich unter den Gesichtspunkten der unterschiedlichen Darstellung eines Sachverhaltes ausgewählt. Einige der Bilder der Ausstellung sind in ihrer Aufmachung sehr ähnlich, daher habe ich versucht, in Aussehen und Inhalt unterschiedliche Bilder zu wählen. Formale Angaben über die einzelnen Fotos waren jedoch nicht möglich, da als einzige Quelle die Ausstellung selbst zur Verfügung stand. [...]
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Terror in Frankreich
Die Besatzung Frankreichs:
Widerstand
Anschläge
Geiselnahme
Folgen der Geiselerschießungen
Weitere Umsetzungen des Terrors
Opfer des Terrors
Augenzeugenbericht
III Bildanalyse
1. Bild
2. Bild
3. Bild
4. Bild
IV Literaturangabe
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die deutsche Besatzungsherrschaft in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs unter besonderer Berücksichtigung des Terrors gegen die Zivilbevölkerung. Das Ziel ist es, durch die historische Einordnung der Geiselerschießungen und die Analyse ausgewählter Ausstellungsbilder ein tieferes Verständnis für die Grausamkeit und die Systematik der Unterdrückung zu vermitteln.
- Struktur der deutschen Besatzungsverwaltung und das Wirken der Resistance.
- Die Praxis der Geiselnahme und deren psychologische sowie physische Auswirkungen.
- Dokumentation von NS-Verbrechen anhand von Zeitzeugenaussagen wie dem Drama von Tulle.
- Bildanalytische Untersuchung von Propagandafotos oder Dokumentaraufnahmen des Terrors.
Auszug aus dem Buch
Das Drama von Tulle
Am Donnerstag, den 8. Juni schwenkte die SS-Division "Das Reich" unter dem Befehl von General Lammerding auf ihrem Weg zur Normandie-Front nach Tulle ab, um der belagerten Garnison zu helfen.
Beim Anbruch der Dunkelheit hörte man enorme, anhaltenden Motorenlärm von der Straße nach Brive her. Zweifellos kam irgendwelche deutsche Einheiten an. Diese rückten bald auf den Platz von Souilhac vor und begannen um sich zu schießen, um die Einwohner einzuschüchtern. Während der Nacht herrschte Ruhe. Die Truppen bezogen Stellung und umzingelten die ganze Stadt.
Am Morgen des nächsten Tages, dem 9. Juni, trommelten bis an die Zähne bewaffnete SS-Männer in Dreiergruppen mit Gewehrkolben an die Haustüren, um alle gesunden Männer unter dem Vorwand der Ausweiskontrolle festzunehmen. Die Razzia begann. Fast alle Häuser wurden durchsucht. Aus allen Richtungen der Stadt wurden von Soldaten flankierte Menschenschlangen auf den Souilhac-Platz gebracht, der von zahlreichen Panzerwagen umzingelt war, bereit, bei Fluchtversuchen einzugreifen. Ungefähr 600 Männer wurden so auf dem Platz zusammengetrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der deutschen Besatzung in Frankreich ein und erläutert die methodische Herangehensweise, die historische Kontextualisierung sowie die Analyse von Bildquellen.
II Terror in Frankreich: Dieses Kapitel behandelt die administrative Teilung Frankreichs, das Erstarken des Widerstands (Resistance) sowie die grausame Praxis der Geiselnahme und Sippenhaft.
III Bildanalyse: Hier werden vier exemplarische Bilder analysiert, die als Dokumente des Schreckens den Terror, die Massenmorde und das Handeln der Täter visuell festhalten.
IV Literaturangabe: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur zur Aufarbeitung der deutschen Besatzungszeit in Frankreich.
Schlüsselwörter
Zweiter Weltkrieg, Frankreich, Deutsche Besatzung, Terror, Resistance, Geiselnahme, SS-Division Das Reich, Tulle, Oradour, Bildanalyse, Sippenhaft, Kollaboration, Sühnepersonen, NS-Verbrechen, Dokumentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des deutschen Besatzungsterrors in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die militärische Besatzungsstruktur, der Widerstand der Resistance sowie die repressiven Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Terrorcharakter der Besatzung durch eine Kombination aus historischem Kontext und bildanalytischer Forschung greifbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historischer Quellenarbeit (Augenzeugenberichte) und einer strukturierten, bildanalytischen Untersuchung von historischen Aufnahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Ursachen und Methoden des Terrors sowie die Analyse spezifischer Fotografien, die Hinrichtungen und die Täterperspektive thematisieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentral sind Begriffe wie Besatzung, Terror, Geiselnahme, Resistance und Bilddokumentation.
Was geschah im "Drama von Tulle"?
In Tulle kam es zu einer massiven Razzia und einer darauf folgenden willkürlichen Hinrichtung von Geiseln durch die SS-Division "Das Reich" am 9. Juni 1944.
Welche Rolle spielt die Sippenhaft in der Arbeit?
Die Sippenhaft wird als eine der extremsten Formen des Terrors beschrieben, die den Druck auf die Bevölkerung durch die Androhung der Vernichtung ganzer Familienclans massiv erhöhte.
- Arbeit zitieren
- Cathrin Dehmer (Autor:in), 2004, Terror in Frankreich - Analyse einiger Bilder der Ausstellung "Hitlers Verbrechen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31652