Ziel der Arbeit ist es, zunächst die theoretischen Grundlagen innerhalb der nationalen und internationalen Bilanzrechte und deren Zielsetzung zu erläutern. Es werden Begriffe innerhalb der Bilanzierung und Bewertung von Vorräten unter Berücksichtigung nach HGB, EStG und IFRS erklärt. Anschließend widmet sich dann der Praxisteil der Durchführung am Beispiel einer international agierenden Möbelfabrik, die unfertige (UFE) und fertige Erzeugnisse (FE) zu Herstellungskosten (HK) bewerten muss. Es werden die einzelnen Stationen eines Bewertungsverfahren nach HGB, EStG im Vergleich zu IFRS dargestellt werden. Die Ergebnisse zeigen die Unterschiede in den einzelnen Bilanzrechten.
Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst die bilanzpolitischen und steuerlichen Unterschiede näher gebracht. Innerhalb der Begriffserklärungen im theoretischen Teil werden jeweils auf die Unterschiede nach HGB und IFRS eingegangen. Das dritte Kapitel stellt den Praxisteil dar, in dem zunächst die Möbelfabrik M-AG kurz vorgestellt wird. Anschließend wird ein theoretisches Bewertungsverfahren der UFE/FE Erzeugnisse zu HK vorgenommen. Im letzten Kapitel wird nach einer kurzen Zusammenfassung, die Arbeit mit einer kritischen Würdigung abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Arbeit und Vorgehensweise
2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN
2.1 BilMoG und die Grundlagen von HGB und IFRS im Vergleich
2.1.1 Rechtssystem
2.1.2 Ziele und Prinzipien
2.1.3 Steuerliche Unterschiede
2.2 Bilanzierung des Vorratsvermögens nach HGB und IFRS
2.2.1 Bilanzansatz und Ausweis der Vorräte
2.2.2 Bilanzausweis und Bilanzansatz von UFE/FE
2.3 Bilanzbewertung des Vorratsvermögens nach HGB und IFRS
2.3.1 Zugangsbewertung
2.3.2 Folgebewertung
3 SITUATIONSANALYSE - PRAXISBEISPIEL
3.1 Vorstellung eines Fallbeispiels aus der Bilanzpolitik
3.2 Ausweis und Ansatz nach IFRS
3.3 Bewertung nach IFRS
3.3.1 Zugangsbewertung nach Herstellungskosten
3.3.2 Folgebewertung durch den Niederstwerttest
4 BEWERTUNG
4.1 Zusammenfassung
4.2 Kritik und Grenzen der angewandten Methode
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Unterschiede in der Bilanzierung und Bewertung von Vorräten nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS) unter besonderer Berücksichtigung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).
- Vergleich der nationalen (HGB) und internationalen (IFRS) Bilanzierungssysteme
- Analyse von Bewertungsverfahren für unfertige (UFE) und fertige Erzeugnisse (FE)
- Durchführung einer praktischen Fallstudie an einer internationalen Möbelfabrik
- Untersuchung von Herstellungskosten und Niederstwertprinzip
- Einfluss der gesetzlichen Regelungen auf das Jahresergebnis und die Steuerbemessungsgrundlage
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Zugangsbewertung nach Herstellungskosten
Zum Zeitpunkt des Zugangs sind die Tische der M-AG grundsätzlich zu den HK einzeln zu bewerten. Die Bewertungsvereinfachungsverfahren werden in diesem Fall nicht benötigt, da die produzierten Tische nicht austauschbar sind und mit relativ geringem Aufwand einzeln zu bewerten sind. In der Tabelle 1 sind alle Kostenarten abgebildet, die 2014 bei der Möbelfabrik für die Produktion von Tischen angefallen sind. HK umfassen laut IAS 2.12 Kosten, die den Produktionseinheiten direkt zuzurechnen sind (Einzelkosten), wie beispielsweise Fertigungslöhne. Bei der Bewertung der Materialeinzelkosten werden Rabatte und Skonto direkt abgezogen. Weiterhin sind fixe und variable Produktionsgemeinkosten einzubeziehen. Der Werteverzehr der Maschinen (Abschreibung) sind fixe Produktionsgemeinkosten und relativ konstant. Die allgemeinen Lager- u. Verwaltungskosten dürfen nach IFRS nicht angesetzt werden, außer sie sind produktionsbezogen. Vertriebskosten sind niemals Bestandteil der HK, da sie erst nach dem Produktionsprozess anfallen. Die Einbeziehung der Fremdkapitalkosten regelt IAS 23. Hier sind Zinsen bei qualifizierten Vermögenswerten einzubeziehen. Das sind Vermögenswerte, die für einen längeren Zeitraum erforderlich sind, bis die Produktion abgeschlossen ist. Für die Tische der M-AG ist kein längerer Zeitraum erforderlich, daher ist eine Aktivierung der Fremdkapitalkosten nicht notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Internationalisierung der Rechnungslegung und definiert das Ziel der Arbeit, die theoretischen Unterschiede zwischen HGB und IFRS darzustellen.
2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN: Hier werden die Unterschiede im Rechtssystem, in den Bilanzzielen und in der Bewertung von Vorräten zwischen den beiden Rechnungslegungssystemen detailliert gegenübergestellt.
3 SITUATIONSANALYSE - PRAXISBEISPIEL: Anhand einer Möbelfabrik wird praktisch aufgezeigt, wie Vorräte unter IFRS anzusetzen und zu bewerten sind, insbesondere hinsichtlich Herstellungskosten und Niederstwerttest.
4 BEWERTUNG: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und kritisiert die Auswirkungen der Bilanzrechtsangleichung sowie die Grenzen der angewandten Methoden.
Schlüsselwörter
BilMoG, HGB, IFRS, Vorratsvermögen, Herstellungskosten, Bilanzierung, Bewertung, Niederstwertprinzip, Fertige Erzeugnisse, Unfertige Erzeugnisse, IAS 2, Bilanzpolitik, Kapitalmarkt, Anschaffungskosten, Gewinnermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich der Bilanzierung und Bewertung von Vorräten in Unternehmen nach den deutschen HGB-Vorschriften und den internationalen IFRS-Standards.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Bilanzansatz von Vorräten, die Ermittlung von Herstellungskosten, Bewertungsvereinfachungsverfahren sowie die Anwendung des Niederstwertprinzips.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen HGB und IFRS bei der Vorratsbewertung aufzuzeigen und die Anforderungen an eine Bilanzierung nach internationalen Standards anhand eines Praxisbeispiels zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse der Rechtsgrundlagen mit einer fallstudienbasierten Untersuchung an einer Möbelfabrik (Praxisteil).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, der Bilanzierung des Vorratsvermögens, dem Praxisbeispiel der M-AG sowie der Bewertung nach IFRS-Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind BilMoG, HGB, IFRS, Vorratsvermögen, Herstellungskosten, Niederstwertprinzip und Bilanzpolitik.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung bei HGB und IFRS laut dem Dokument?
Während beim HGB der Gläubigerschutz und der Substanzerhalt im Vordergrund stehen, fokussieren sich die IFRS auf die Informationsbereitstellung für Investoren (True and Fair View).
Was zeigt das Praxisbeispiel der Möbelfabrik M-AG auf?
Das Beispiel verdeutlicht, dass bei fallenden Marktpreisen durch das strenge Niederstwertprinzip nach IFRS eine sofortige Abwertung der Vorräte erforderlich sein kann.
- Arbeit zitieren
- Kathleen Oeser (Autor:in), 2015, Die Bewertung zu Herstellkosten von unfertigen und fertigen Erzeugnissen nach HGB, EStG und IFRS im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317246