Diese Zusammenfassung enthält einen Überblick über Familientherapie (Definition, Entstehung), systemische Therapie (Entwicklung, systemische Betrachtungsweisen), lösungsfokussierte Therapie (de Shazer, Berg) (Entwicklung, Grundannahmen des Ansatzes, Wirkfaktoren), systemisch-lösungsfokussierte Kunsttherapie (Entwicklung, Ziele, Therapieschritte (Beispiel I & II), familiäre Funktionsstörungen, Handwerkzeug, Richtungen Methoden, Projekte), den systemisch-psychoanalytischen Ansatz (Schmeer) und den systemisch-gestaltungstherapeutischen Ansatz (Madelung).
Inhaltsverzeichnis
1. Systemische Kunsttherapie
2. Begründung
3. Hypothesen
4. Definitionen
5. Literatur
6. Themenblöcke
7. Therapieverläufe
8. Familientherapie (Definition, Entstehung) (50er Jahre)
9. Systemische (Familien-) Therapie (Entwicklung, systemische Betrachtungsweisen)
9.1 Entwicklung
9.2 systemische Therapieansätze und Interventionsformen
9.3 Neuere konstruktivistisch orientierte Ansätze der systemischen Therapie
10. Systemische Betrachtungsweisen
10.1 Eine rein individualisierte Sichtweise auf psychische Störungen wird aufgegeben
10.2 subjektive Wahrheiten
10.3 Konzept der Zirkularität (Kreisförmigkeit)
11. Aktueller Stand
12. Ziele mit dem Mittel der Kunst erreichen
13. Begründung der systemischen Sichtweise: Wirkfaktoren der Psychotherapie
14. Systemisch-lösungsfokussierte Kunsttherapie (Entwicklung, Ziele, Therapieschritte, familiäre Funktionsstörungen, Handwerkzeug, Methode/ Projekte)
14.1 Entwicklung
14.2 Entstehung/Grundannahmen der lösungsfokussierten Therapie (de Shazer/Berg)
14.3 Ziele
14.4 Vorgehensweisen
14.5 Konkrete Therapieverläufe: Systemisch-lösungsfokussierte Kunsttherapie (Schemmel, Selig etc.)
15. Soziales System in der Kunsttherapie
16. Systemische Perspektiven
17. Konkreter Therapieverläufe: einer klinischen Familien-Evaluation (Landgarten)
18. Landgarten: Kunstwerk als Grundriss der familiären Basisstruktur
19. Handwerkzeug
19.1 Handwerkzeug der systemisch-(lösungsfokussierten) Kunsttherapie
19.2 Klient-Material-Beziehung (Vier-Phasenmodell im Gestaltungsprozess)
19.3 Sprache als Handwerkzeug
19.4 Richtungen
20. Systemisch-konstruktivistische Sichtweise in ausgewählten kunsttherapeutischen Ansätzen
20.1 systemisch-gestaltungstherapeutischer Ansatz [Madelung]
20.2 Systemisch-psychoanalytische Kunsttherapie [Schmeer]
20.3 Bildbetrachtung nach der systemisch-psychoanalytischen Kunsttherapie
20.4 Methodik: Der Dialog der Bildelemente
21. Das Körperliche: Lebensfluss und Lebenshindernisse – Blockaden- auf Körperbildern
22. Das Psychische: Sackgassen: therapeutischer Umgang mit Skripts im Bild
23. Das Geistige: Durchbruch durch geistige Blockaden
24. Systemisch orientierte Methoden und Verfahren in der Kunsttherapie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration systemischer Betrachtungsweisen in die Kunsttherapie, um psychische Störungen nicht mehr als rein individualisiertes Problem zu verstehen, sondern als Teil komplexer familiärer und sozialer Interaktionsmuster. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen systemischer Methoden, wie des lösungsfokussierten Ansatzes oder des Dialogs der Bildelemente, aufzuzeigen und zu analysieren, wie künstlerische Ausdrucksmittel zur Diagnose und therapeutischen Veränderung von Familiensystemen beitragen können.
- Theoretische Grundlagen der systemischen Familientherapie und deren Entwicklung.
- Wirkfaktoren psychotherapeutischer Ansätze im Kontext der Systemik.
- Anwendung systemisch-lösungsfokussierter Methoden in der Kunsttherapie.
- Diagnostik und Verhaltensänderung durch künstlerische Gruppen- und Familienaufgaben.
- Systemisch-psychoanalytische und -gestaltungstherapeutische Ansätze im Vergleich.
- Bedeutung von Ressourcenaktivierung und Perspektivwechseln innerhalb des therapeutischen Prozesses.
Auszug aus dem Buch
Systemische Betrachtungsweisen: Eine rein individualisierte Sichtweise auf psychische Störungen wird aufgegeben
- Symptome werden im Kontext der familiären, sozialen, ökonomischen, gesellschaftlichen Lebensbedingungen gesehen. Und ihre zeitliche Dimension berücksichtigt
- Sichtweise auf Person/Organismus: beinhaltet zum einen Kernfamilie, erweiterte Familie, Freunde, Staat/ Gemeinde, Bundesland, Staat etc. und zum anderen Organsystem, Organ, Molekül etc. (deshalb psychosomatisch) = Blick muss erweitert werden: auf System Familie etc.
subjektive Wahrheiten
- jedes Mitglied des Systems kann unterschiedliche Sichtweise haben: es gibt nicht die objektive Wahrheit
Konzept der Zirkularität (Kreisförmigkeit)
- Eine lineare Sichtweise wird aufgegeben und durch eine zirkuläre Betrachtungsweise ersetzt. Gibt keinen klaren Anfang/ kein klares Ende eines Problems.
- Keine linearen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, sondern Ursache und Wirkung beeinflussen sich gegenseitig. Von vielen Faktoren zusätzlich beeinflusst. Zeitdimension ist elementar wichtig
- Grundfrage an Prozess verändert sich von Warum? zum Wie? Um Gesamtprozess und wiederkehrende Muster beschreiben zu können.
- Geht nicht um die Entdeckung der Ursache, sondern um Destabilisierung eines leidschaffenden Systems, um Impulse für Neuorganisation zu geben
Zusammenfassung der Kapitel
Systemische (Familien-) Therapie (Entwicklung, systemische Betrachtungsweisen): Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entstehung der systemischen Therapie aus der Familientherapie und differenziert zwischen verschiedenen Ansätzen wie der strukturellen und strategischen Familientherapie.
Systemische Betrachtungsweisen: Hier werden die theoretischen Kernkonzepte erläutert, insbesondere der Abschied von linearen Ursache-Wirkungs-Modellen zugunsten zirkulärer Betrachtungen und der Anerkennung subjektiver Wahrheiten innerhalb eines Systems.
Systemisch-lösungsfokussierte Kunsttherapie (Entwicklung, Ziele, Therapieschritte, familiäre Funktionsstörungen, Handwerkzeug, Methode/ Projekte): Dieses Kapitel beschreibt, wie lösungsfokussiertes Denken nach de Shazer und Berg in die Kunsttherapie integriert wird, wobei der Fokus konsequent auf Ressourcenaktivierung und Zielperspektiven liegt.
Systemisch-psychoanalytische Kunsttherapie [Schmeer]: Der Autor stellt ein erweitertes Therapiemodell vor, das psychoanalytische Dynamiken mit systemischen Fragetechniken verbindet, um Blockaden durch den sogenannten "Dialog der Bildelemente" zu lösen.
Das Körperliche: Lebensfluss und Lebenshindernisse – Blockaden- auf Körperbildern: Hier wird der Körper als lebendige Biografie interpretiert, wobei im Bild sichtbare Blockaden als Symbole für Stagnation oder verdrängte traumatische Erfahrungen dienen.
Schlüsselwörter
Systemische Kunsttherapie, Familientherapie, Lösungsfokussierte Therapie, Konstruktivismus, Ressourcenaktivierung, Zirkularität, Diagnostik, Familiensystem, Körperbild, Skriptanalyse, Psychodynamik, Gruppenprozesse, Kunsttherapie, Methodenintegration, Verhaltensänderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und der praktischen Anwendung systemischer Prinzipien innerhalb der Kunsttherapie, insbesondere im Hinblick auf familiäre und soziale Dynamiken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Familientherapie, die lösungsfokussierte Kunsttherapie, systemische Diagnostik mittels Kunst sowie die Integration psychoanalytischer und konstruktivistischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kunst als Mittel zur Diagnose und therapeutischen Intervention in komplexen Systemen dienen kann, indem der Fokus von der Ursachenforschung auf die Ressourcen- und Zielorientierung verlagert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen systemischen Ansätzen und analysiert kunsttherapeutische Verfahren wie den Dialog der Bildelemente, Genogrammarbeit und lösungsorientierte Interventionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Entwicklung der systemischen Sichtweise, die spezifischen Kunsttherapie-Methoden (lösungsfokussiert, psychoanalytisch, körperorientiert) und die Analyse von Therapieverläufen anhand von Fallbeispielen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Systemik, Konstruktivismus, Ressourcenaktivierung, Zirkularität, Skriptanalyse und der Dialog der Bildelemente.
Was bedeutet der "Dialog der Bildelemente"?
Es ist eine methodische Vorgehensweise, bei der die einzelnen Elemente eines Bildes – statt der Patient selbst – befragt werden, um so komplexe, im Unterbewussten gebundene Energien zu lösen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Wie unterscheidet sich die lösungsfokussierte Kunsttherapie von klassischen Ansätzen?
Im Gegensatz zu Ansätzen, die tiefenpsychologisch nach Ursachen forschen, legt die lösungsfokussierte Kunsttherapie den Fokus auf vorhandene Stärken, die Zielentwicklung und das Unterbrechen problematischer Kreisläufe durch immediate Erfahrung.
- Arbeit zitieren
- Mareike Korp (Autor:in), 2010, Systemische Kunsttherapie. Ansätze und Vertreter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318392