Wenn im öffentlichen Diskurs von der Frau im Koran die Rede ist, dann kommen uns Begriffe wie Ehrenmord, Unterdrückung, Zwangsheirat, Kopftuch, Beschneidung der Mädchen als Erstes in den Kopf. Aber stimmt es dass die Frau im Koran als ein rechtloses Geschöpf gesehen wurde oder wird in dem Koran die Frau doch als eine dem Mann ebenbürtige Person gesehen?
Und wie sieht es eigentlich mit der Stellung der Frau in den Schriften des Neuen Testaments aus. Wird die Frau dort als ein mit dem Mann gleichwertiges Geschöpf betrachtet oder hat die Frau, was viele heutige Christen leider nicht mehr wissen, viel weniger Rechte als im Koran?
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
2. Die kurze Charakteristika von dem Neuen Testament und Koran
3. Gleichheit und Unterschiede in den Schriften des Neuen Testamentes und des Korans
4. Die Sicht auf die Ehe in Koran und in dem Neuen Testamentes
5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in einzelnen Fragen
6. 6.Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend die Stellung der Frau im Koran und im Neuen Testament, um der Frage nachzugehen, ob die dem Islam oft zugeschriebene Rechtfertigung zur Frauenunterdrückung im Gegensatz zum Neuen Testament tatsächlich haltbar ist. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der theologischen und sozio-historischen Auslegung herausgearbeitet, ohne die jeweilige Schrift abzuwerten.
- Stellung der Frau vor Gott in beiden heiligen Schriften
- Die Sicht auf Ehe und Ehescheidung
- Sozio-historische Kontexte der Entstehungszeit
- Verhältnis von Sexualität und Gesetz
- Der Umgang mit Polygamie und Ehelosigkeit
Auszug aus dem Buch
3. Gleichheit und Unterschiede in den Schriften des Neuen Testamentes und des Korans
In den beiden Schriften sowohl im Koran wie auch in dem Neuen Testament wird die gleiche Stellung des Mannes und der Frau betont, die beide von Gott erschaffen worden sind und ihm auch verantwortlich sind. In Koran wird die Gleichheit zwischen dem Mann und der Frau vor Gott damit begründet, dass beide von Gott geschaffen worden sind (Sure 7,189,Sure 16,72). In dem Neuen Testament wird die gleiche Stellung des Mannes und der Frau mit Bezug auf Jesus Christus begründet, der durch seinen Tod und seinen zweites Kommen die Unterschiede nicht nur in zwischen Arm und Reich sondern auch zwischen dem Mann und der Frau aufgehoben werden (Gal 3.26-29).
Nach dem deuterropaulinischen Brief an die Epheser in Eph 5.31-32 werden Frau und Mann als ein Fleisch bezeichnet und die Ehe mit zwischen dem Mann und der Frau als eine Metapher für die Beziehung zwischen Jesus Christus und der Kirche .
Die Taufe und damit die Erlösung durch den Glauben an Jesus von Nazareth steht Männern wie auch den Frauen zu (Gal 3.28), denn in Jesus Christus wird die Schöpferordnung wo nach Aussage in Gen 3.16 abgeschafft, wobei die Gleichheit zwischen Mann und der Frau nicht im ferner eschatologischer Zukunft sondern im Bereich der christlichen Gemeinde beginnt in dem sich die Prophezeiung des Propheten Joel in dem Buch Joel 3.1-5 erfühlt hatte.
Wobei vor allem in dem Pastoralbriefen wie in dem Kol 3.18 f und dem Eph 5,21-23 von der Frau gefordert wird sich dem Mann unterzuordnen , diese Tatsache wird von heutigen Forschern damit begründet, dass sich die christlichen Gemeinde an dem Vorbild des römischen Hausgemeinschaft orientiert haben, wo ein Pater Familias also ein Hausherr die Hausgemeinschaft leitete und das Haus nach draußen repräsentierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Diese Einleitung umreißt die Absicht, die Frauenstellung im Koran und im Neuen Testament vergleichend zu untersuchen und Vorurteile über die Unterdrückung von Frauen in den Schriften zu hinterfragen.
2. Die kurze Charakteristika von dem Neuen Testament und Koran: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Offenbarungsverständnisse und die Rolle von Propheten und Figuren wie Jesus Christus oder Mohammed in den jeweiligen Schriften.
3. Gleichheit und Unterschiede in den Schriften des Neuen Testamentes und des Korans: Hier wird die Gleichheit vor Gott thematisiert und analysiert, wie sozio-historische Rahmenbedingungen die Unterordnung der Frau in beiden Religionen beeinflusst haben.
4. Die Sicht auf die Ehe in Koran und in dem Neuen Testamentes: Dieses Kapitel beleuchtet das patriarchalische Eheverständnis sowie die jeweiligen Rechte und Pflichten von Mann und Frau innerhalb der Ehe.
5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in einzelnen Fragen: Hier werden divergierende Ansätze zur Sexualität, Ehelosigkeit und Polygamie zwischen der juristisch orientierten islamischen Gemeinschaft und der christlichen Tradition untersucht.
6. 6.Schlussfolgerung: Das Fazit stellt fest, dass beide Schriften historisch zu betrachten sind und trotz patriarchaler Strukturen die prinzipielle Gleichheit vor Gott und das Ziel der Erlösung für beide Geschlechter betonen.
Schlüsselwörter
Frauenbild, Koran, Neues Testament, Ehe, Gleichberechtigung, Patriarchat, Religion, Offenbarung, Islam, Christentum, Polygamie, Ehelosigkeit, Schöpfung, Unterordnung, Moral
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht vergleichend die Rolle und die Rechte der Frau im Koran und im Neuen Testament, um gängige Vorurteile über die Unterdrückung der Frau im Islam zu reflektieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Gleichheit vor Gott, die Ehe, das Familienrecht, die Sexualität sowie der Einfluss sozio-historischer Bedingungen auf die Interpretation der Schriften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Unterdrückung der Frau tatsächlich durch den Koran gerechtfertigt werden kann, während das Neue Testament vermeintlich eine völlig andere Sichtweise bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine komparative Analyse, bei der die Texte des Korans und des Neuen Testaments in Bezug auf spezifische Aspekte der Geschlechterrollen gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Charakteristika beider Schriften, die Stellung der Frau, das Eheverständnis, der Umgang mit Sexualität und die historische Einordnung der jeweiligen Texte analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Frauenbild, Koran, Neues Testament, Ehe, Gleichberechtigung, Patriarchat und religiöse Gesetzgebung.
Warum wird im Koran und im Neuen Testament eine patriarchale Sicht auf die Ehe eingenommen?
Der Autor führt dies auf die sozio-historischen Kontexte der jeweiligen Entstehungszeiten zurück, in denen sich die Autoren an die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse anpassten.
Welchen Stellenwert hat die Polygamie in dieser Untersuchung?
Die Polygamie wird im Kontext der Versorgung von Witwen und Waisen nach frühen Kämpfen im Islam und der im Vergleich dazu eher seltenen Erwähnung im Neuen Testament diskutiert.
Wie unterscheidet sich die Bewertung der Ehelosigkeit in beiden Schriften?
Während das frühe Christentum die Ehelosigkeit teilweise als Vorbild für ein gottgefälliges Leben sah, lehnt der Islam die Ehelosigkeit ab und betrachtet die Ehe als legitime Form des Zusammenlebens.
- Quote paper
- Alex Ovsienko (Author), 2014, Die Stellung der Frau im Koran. Vergleich mit dem Neuen Testament, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318426