Die vorliegende Hausarbeit soll die Frage, wie das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München sozialräumlicher Segregation entgegenwirkt, beantworten. Dabei wird es zunächst sinnvoll sein, zu klären, was sozialräumliche Segregation ist und wie sie entsteht, um sodann auf das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München mit seinen unterschiedlichen Teilprogrammen, die sich an differente Zielgruppen richten, einzugehen.
Abschließend soll die Frage beleuchtet werden, welchen konkreten Beiträge das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München zur Vermeidung von sozialräumlicher Segregation leistet. Angrenzend daran möchte ich die Schnittstellen der Profession Soziale Arbeit beleuchten und gebe eine persönliche Einschätzung für den wohnungsbaupolitischen Handlungsbedarf in der Zukunft ab.
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitung
2.0. Was ist sozialräumliche Segregation und wie entsteht sie?
3.0. Das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München im Fokus
4.0. Der sozialräumlichen Segregation in München entgegenwirken, mithilfe des KomPro - wie geht das konkret?
5.0. Wo sind für die Soziale Arbeit Schnittstellen im Zusammenhang mit der Vermeidung von Segregation?
6.0. Schlussbemerkungen
7.0. Quellenangaben
7.1. Bücher:
7.2. Internetquellen
7.2.1.RIS: RatsInformationsSystem (RIS) der Landeshauptstadt München
7.2.2. sonstige Internetquellen:
8.0 Anlage I: Narratives Interview
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, wie das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München (KomPro) sozialräumlicher Segregation entgegenwirkt. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welchen Beitrag städtische Wohnungsbaupolitik und die Soziale Arbeit gemeinsam leisten können, um inklusive Stadtquartiere zu schaffen und Wohnungslosigkeit präventiv zu bekämpfen.
- Analyse der Entstehungsursachen von sozialräumlicher Segregation in urbanen Räumen.
- Detaillierte Vorstellung der Teilprogramme des Münchner KomPro (A, B, C, BR, SBW).
- Untersuchung der Rolle der sozialorientierten Hausverwaltung für die Quartiersentwicklung.
- Darstellung der Schnittstellen zwischen Stadtplanung, Wohnungsamt und Sozialer Arbeit.
- Einbindung von Expertenwissen durch ein narratives Interview zur Praxis der Wohnraumvergabe.
Auszug aus dem Buch
2.0. Was ist sozialräumliche Segregation und wie entsteht sie?
Der Sozialraum ist in Anlehnung an die Sozialarbeitstheorie von Thiersch, der Lebensweltorientierung, jener Raum in dem der Alltag stattfindet, und zwar mitsamt seiner in ihm vorhandenen Ressourcen und Unzulänglichkeiten und seiner vielen Inkonsistenzen (vgl. Thiersch, 2009: 29-30). Gemeint ist also folglich die Umgebung, in der ein Mensch lebt und in der er mehr oder weniger teilhaben und sie mitgestalten kann, in Abhängigkeit vom Zugang zu bestimmten Ressourcen. Ob diese nun materieller, persönlicher, regionaler oder sozialer Natur sind, ist hierfür nicht von Bedeutung. Ein solcher Sozialraum kann eine Stadt sein, in der ein Mensch lebt. Die etymologische Bedeutung des Begriffes der Segregation, vom lateinischen segregare abgeleitet, ist die Trennung oder Absonderung im vorliegenden Kontext bestimmter Bevölkerungsgruppen, und zwar von anderen Bevölkerungsgruppen mit einem besseren Zugang zu Ressourcen innerhalb des Sozialraumes, in dem sie leben.
So schreiben Aladin El-Mafaalani und Klaus Peter Strohmeier: „Unter Segregation wird die räumliche Ungleichverteilung von Bevölkerungsgruppen mit bestimmten Merkmalen über Teileinheiten der Stadt verstanden“ (El-Mafaani/Strohmeier, 2015: 18). Aus der Beschaffenheit der Bevölkerung leiten sich drei Formen der Segregation, einem Begriff aus der Sozialökologie, der sich sowohl auf den Prozess der Entmischung wie auch auf das Ergebnis segregierter Teile der Stadt bezieht, ab. El-Maafalani und Strohmeier differenzieren soziale Segregation, womit die räumliche Trennung von Arm und Reich angesprochen wird, die demographische Segregation, womit die räumliche Trennung zwischen Jung und Alt gemeint ist und die ethnische Segregation – die räumliche Trennung von Migranten und der angestammten, in diesem Fall deutschen Stadtbevölkerung (vgl. ebd.). Nachdem nun der Terminus der sozialräumlichen Segregation geklärt ist widme ich mich im Folgenden den Entstehungsursachen dieses Phänomens.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Bedeutung des kommunalen Wohnungsbauprogramms Münchens für die Vermeidung von Segregation sowie die methodische Einbindung eines Experteninterviews.
2.0. Was ist sozialräumliche Segregation und wie entsteht sie?: Das Kapitel definiert den Begriff des Sozialraums sowie verschiedene Formen der Segregation und analysiert die Entstehungsbedingungen unter Marktbedingungen und individuellen Standortentscheidungen.
3.0. Das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München im Fokus: Hier werden die verschiedenen Teilprogramme (KomPro A, B, C, BR, SBW) vorgestellt, die darauf abzielen, bedürftigen Menschen Wohnraum zu ermöglichen und soziale Inklusion zu fördern.
4.0. Der sozialräumlichen Segregation in München entgegenwirken, mithilfe des KomPro - wie geht das konkret?: Dieses Kapitel beleuchtet die konkreten Umsetzungsstrategien wie die kleinteilige Bauweise, die gemischte Belegung und die Bedeutung sozialorientierter Hausverwaltungen zur Stärkung der Hausgemeinschaft.
5.0. Wo sind für die Soziale Arbeit Schnittstellen im Zusammenhang mit der Vermeidung von Segregation?: Das Kapitel beschreibt die Zusammenarbeit zwischen der Sozialplanung, dem Amt für Wohnen und Migration und der Profession Soziale Arbeit zur frühzeitigen Identifikation von Bedarfen.
6.0. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird die Münchner Wohnungsbaupolitik reflektiert und kritisch hinterfragt, wobei neben dem Erfolg auch notwendige zukünftige politische Anstrengungen betont werden.
7.0. Quellenangaben: Diese Sektion listet die verwendeten Bücher und Internetquellen der Arbeit auf.
8.0 Anlage I: Narratives Interview: Dieser Anhang enthält das anonymisierte Interview mit Frau K. vom Amt für Wohnen und Migration, das als zentrale empirische Grundlage diente.
Schlüsselwörter
Sozialräumliche Segregation, Kommunales Wohnungsbauprogramm, KomPro, München, Wohnungslosigkeit, Soziale Arbeit, Wohnungsmarkt, Sozialmietwohnungen, Prävention, Quartiersentwicklung, Inklusion, Wohnungsbauoffensive, Belegrechte, Clearinghaus, Sozialplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien der Stadt München, um durch ihr kommunales Wohnungsbauprogramm der zunehmenden räumlichen Trennung von Bevölkerungsgruppen (sozialräumliche Segregation) entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Mittelpunkt stehen die Ursachen von Segregation, die Funktionsweise der verschiedenen Münchner Wohnungsbauförderprogramme und die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Inklusion von einkommensschwachen oder wohnungslosen Haushalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Wohnungsbaupolitik und sozialpädagogische Begleitung ein "Münchner Mix" erhalten werden kann, um Ghettoisierung zu vermeiden und die Lebensqualität für alle Bewohner zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf ein narratives Experteninterview mit einer Mitarbeiterin des Amtes für Wohnen und Migration, um praxisnahe Einblicke in die Verwaltung und Umsetzung der Förderprogramme zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung der Segregation, die detaillierte Vorstellung der Teilprogramme (KomPro A-C, SBW) sowie die Analyse der Schnittstellen zur Sozialen Arbeit und die Wirkungsmechanismen von Nachbarschaftstreffs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind soziale Segregation, kommunales Wohnungsbauprogramm (KomPro), Wohnungslosigkeit, Prävention, Inklusion und Quartiersmanagement.
Was ist die Funktion des "KomPro B" Teilprogramms?
KomPro B richtet sich gezielt an ehemals wohnungslose Haushalte und bietet durch kleinteilige Wohnhäuser und eine sozialorientierte Hausverwaltung die Möglichkeit, dauerhaft in einem abgesicherten Mietverhältnis zu leben.
Welchen Stellenwert nimmt die "FAST" (Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit) ein?
Die FAST ist ein zentrales Präventionsprojekt, das durch Hausbesuche und Unterstützung bei Mietverhältnissen verhindert, dass Menschen ihre Wohnung verlieren, wodurch die Belastung des angespannten Wohnungsmarktes reduziert wird.
- Arbeit zitieren
- Stephan Walk (Autor:in), 2016, Das kommunale Wohnungsbauprogramm der Stadt München und sein Beitrag zur Vermeidung sozialräumlicher Segregation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318604