Diese Hausarbeit liegt einem literarischen Text zu Grunde. Es handelt sich bei diesem Text um die Erzählung „Vierzehn“ von Brigitte Kronauer aus dem Buch „Die Kleider der Frauen“. Das Thema dieser Arbeit lautet „Wie die Erzählung Vierzehn zu ihrem Titel kommt“. Wie die These bereits vermuten lässt, ist dies nämlich auf den ersten Blick für den Leser nicht auf Anhieb nachvollziehbar. Bevor nun die Gliederung der Hausarbeit vorgestellt wird, soll zunächst kurz der Inhalt der Erzählung beschrieben werden.
In der Erzählung steht die zwanzigjährige Studentin Rita im Mittelpunkt. Sie wohnt den Mai über bei einem älteren Ehepaar, um diesem über den Verlust der eigenen Tochter hinwegzuhelfen. Rita ist zu diesem Zeitpunkt ziemlich durcheinander und leidet darunter, mit zwanzig Jahren noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht zu haben. Sie sitzt oft mit dem Ehepaar in deren Schrebergarten zusammen und häufig bekommen sie auch Besuch von einem vierzehnjährigen Jungen aus der Nachbarschaft. Dieser Junge ist in Rita verliebt und überfällt sie eines Tages mit einem Besuch Zuhause. Er bittet sie zu einem Gespräch unter vier Augen und hat sogar ein Geschenk für Rita dabei, wobei es sich um ein Paar verrückte Schuhe handelt. Bevor Rita aber etwas dazu sagen kann, wird der Vierzehnjährige von dem Fahrer seiner Eltern unsanft abgeholt – und mit ihm die Schuhe.
Im Hauptteil dieser Arbeit werden nacheinander erst Rita und dann der Vierzehnjährige charakterisiert. Anschließend soll eine Analyse der Beziehung der beiden zeigen, wie maßgeblich diese für die Titelwahl der Erzählung ist. Nach der Analyse der Figuren, widme ich mich dem Motiv der Schuhe. Die detaillierte Beschreibung der Schuhe in der Erzählung ist sehr auffällig und soll nun gedeutet werden. Außerdem möchte ich kurz erläutern, warum sich die Autorin der Erzählung dazu entschieden hat, die Erzählung im Mai stattfinden zu lassen. Im Schlussteil dieser Arbeit erfolgt ein abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Erzählung „Vierzehn“
2.1 Charakterisierung von Rita
2.2 Charakterisierung des vierzehnjährigen Jungen
2.3 Vergleich der Figuren: Warum sich ihre Ähnlichkeit im Titel der Erzählung wiederfindet
2.4 Analyse des Motivs des Schuhs
2.5 Der Mai in „Vierzehn“
3. Schlussteil
4. Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Vierzehn“ von Brigitte Kronauer mit dem Ziel, die Motivation hinter der Titelwahl zu ergründen. Dabei wird analysiert, inwiefern die Übereinstimmungen in der sexuellen Unerfahrenheit der beiden Hauptfiguren, Rita und des vierzehnjährigen Jungen, sowie die atmosphärische Bedeutung des Monats Mai für die Titelgebung ausschlaggebend sind.
- Literarische Analyse der Kurzgeschichte „Vierzehn“
- Figurencharakterisierung von Rita und dem vierzehnjährigen Jungen
- Untersuchung des Motivs der Schuhe als Ausdruck der Zuneigung und Fremdwahrnehmung
- Bedeutung des Monats Mai als zeitlicher und atmosphärischer Rahmen
- Vergleich der Entwicklungsstände und sexuellen Unerfahrenheit der Protagonisten
Auszug aus dem Buch
2.4 Analyse des Motivs des Schuhs
Das wichtigste Motiv, welches in der Erzählung „Vierzehn“ vorkommt, ist das Paar Schuhe, das der vierzehnjährige Junge Rita schenkt. Der Leser beschäftigt sich mit der Frage, was der Junge mit diesem ungewöhnlichen Geschenk sagen möchte. Warum wählt er ein verrücktes Paar Schuhe und zeigt Rita seine Zuneigung nicht durch ein „gängigeres“ Geschenk, wie z.B. Blumen? Im Folgenden wird das Motiv des Schuhs analysiert und kann somit die Frage beantworten. Als Erstes ist anzumerken, wie detailliert die Erzählerin das Aussehen der Schuhe beschreibt. Auf Grund dieser kleinschrittigen Beschreibung ist der Leser in der Lage, sich ein imaginäres Bild von dem Schuh zu machen. Auffällig ist, dass der Schuh auf der einen Seite als sehr hochwertig beschrieben wird, welches die Adjektive „hinreißend“, „gold“, „kostbar“ und „luxuriös“ ausmachen. Auf der anderen Seite wird der Schuh aber auch sehr weiblich beschrieben und so sind Wörter wie „weich“ und „Kurve“ auch Eigenschaften eines Frauenkörpers. Das Wortfeld des Luxus‘ deutet darauf hin, für wie wertvoll und bezaubernd der Junge Rita hält. Er sieht sie in einem ganz anderen Licht, als sie sich selbst. Rita sagt nämlich über die Schuhe: „Vermutlich existierten irgendwo sogar Wesen, die darin ein paar Schritte machen konnten“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zur Titelwahl der Erzählung „Vierzehn“ vor und gibt eine Übersicht über den Inhalt der Erzählung sowie den Aufbau der Hausarbeit.
2. Analyse der Erzählung „Vierzehn“: In diesem Kapitel werden die Charaktere Rita und der Junge detailliert betrachtet, um eine Grundlage für den anschließenden Vergleich und die Analyse der zentralen Motive zu schaffen.
2.1 Charakterisierung von Rita: Rita wird als zwanzigjährige Studentin porträtiert, die unter ihrer sexuellen Unerfahrenheit leidet und den Monat Mai als Zeit des ersehnten, aber bisher ausbleibenden Liebesglücks erlebt.
2.2 Charakterisierung des vierzehnjährigen Jungen: Der namenlose vierzehnjährige Junge wird als pubertierender, in Rita verliebter Teenager beschrieben, dessen Aufmerksamkeit für Rita zwar geschmeichelt, aber auch distanziert wahrgenommen wird.
2.3 Vergleich der Figuren: Warum sich ihre Ähnlichkeit im Titel der Erzählung wiederfindet: Dieses Kapitel vergleicht beide Figuren und stellt fest, dass Ritas emotionale Entwicklung dem Alter des Jungen entspricht, was die Plausibilität des Titels begründet.
2.4 Analyse des Motivs des Schuhs: Hier wird untersucht, wie die vom Jungen geschenkten Schuhe als Metapher für seine Idealisierung Ritas dienen und warum dieses Geschenk einen hohen Stellenwert einnimmt.
2.5 Der Mai in „Vierzehn“: Dieses Kapitel erläutert die Funktion des Monats Mai als symbolischen Rahmen für Frühlingsgefühle und Liebesverlangen in der Erzählung.
3. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Titelwahl auf die geteilte Unerfahrenheit der Figuren verweist.
4. Quellenangaben: Dieses Kapitel listet die für die Analyse verwendete Primär- und Internetliteratur auf.
Schlüsselwörter
Brigitte Kronauer, Vierzehn, Textanalyse, Rita, Pubertät, Sexualität, Liebeskummer, Motivik, Schuhe, Mai, Frühlingsgefühle, literarische Analyse, Identität, Jungfräulichkeit, Charakterisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer literarischen Analyse der Erzählung „Vierzehn“ von Brigitte Kronauer und untersucht, warum die Geschichte diesen spezifischen Titel trägt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Charakterisierung der Figuren, die Auseinandersetzung mit sexueller Unerfahrenheit sowie die Bedeutung von Symbolen und zeitlichen Rahmenbedingungen in der Erzählung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Titel „Vierzehn“ nicht nur das Alter des jugendlichen Protagonisten benennt, sondern den emotionalen Entwicklungsstand der zwanzigjährigen Hauptfigur Rita widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der literarischen Textanalyse, um durch Charakterbeschreibungen, Motivdeutung und inhaltliche Vergleiche die Titelwahl zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Charaktere, einen Vergleich zwischen Rita und dem Jungen, eine Deutung des Schuh-Motivs sowie die Erläuterung der symbolischen Rolle des Monats Mai.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Brigitte Kronauer, Pubertät, Sexualität, Liebeskummer, Identität und Motivik.
Wie nimmt Rita die Beziehung zu dem vierzehnjährigen Jungen wahr?
Rita fühlt sich durch die Aufmerksamkeit des Jungen zwar geschmeichelt, betrachtet ihn jedoch primär als Kind und kann sich nicht mit seinem romantischen Werben identifizieren.
Welche Bedeutung haben die Schuhe im Kontext des Geschenks?
Die Schuhe symbolisieren die Idealisierung Ritas durch den Jungen; er stellt sie sinnbildlich auf einen goldenen Sockel, während Rita selbst keine persönliche Verbindung zu dem Geschenk herstellen kann.
Warum spielt die Erzählung gerade im Mai?
Der Mai dient als atmosphärischer Verstärker für das Liebesverlangen der Protagonisten und als Kontrast zu Ritas Einsamkeit, da er gesellschaftlich als „Monat der Verliebten“ besetzt ist.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich des Titels?
Das Ergebnis zeigt, dass der Titel „Vierzehn“ auf Ritas emotionale und sexuelle Reife verweist, die trotz ihres Alters von zwanzig Jahren noch auf dem Stand einer Vierzehnjährigen verharrt.
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- Kathrin Unglaub (Author), 2013, Analyse der Erzählung „Vierzehn“ von Brigitte Kronauer aus dem Buch „Die Kleider der Frauen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319747