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(Un)Höflichkeit durch Code-Switching? Linguistische Untersuchung von sprachlicher Varietät

Title: (Un)Höflichkeit durch Code-Switching? Linguistische Untersuchung von sprachlicher Varietät

Term Paper , 2014 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Magdalena Zając (Author)

Speech Science / Linguistics
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „(Un)Höflichkeit und Code-Switching.“ Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob sich durch Code-Switching Unhöflichkeit in der Kommunikation entwickelt.

Höflichkeit gilt als ein ziviler Wert und erleichtert den sozialen Umgang. Die Frage ist, wie man heutzutage diese Höflichkeit äußern kann, wenn die Welt im Chaos versinkt, die Gesellschaften immer egoistischer und aggressiver werden und wenn es alles uns ablenkt? Höflichkeit kann sich durch kleine Geste zeigen, wie zum Beispiel: ein Lächeln, einen Händedruck, eine freundliche Einstellung, eine Ermutigung, eine vornehme Antwort.

Höflichkeit umfasst aber auch die Ehrlichkeit der Absicht. Sie ist spontan, fein und macht immer einen positiven Eindruck auf Anderen. Höflichkeit gilt als ein Teil eines Wertsystems, das mit der Würde des Menschen einen Zusammenhang bildet. Die Wissenschaftler definieren Höflichkeit als „Selbst(wert)gefühl, als amour propre (ILTING 1982) oder als Ehre (Ehregefühl) (THIELLICKE 1986)“. In der Sozialpsychologie spricht man von „sozialer Persönlichkeit, von Territorium, Image, Selbstbild“.

Höflichkeit äußert sich in unterschiedlichen Formen. Eine ist die alltägliche Sprache – ein wunderbares Geschenk der Natur, das den Mensch von anderen Schöpfungen unterscheidet. Höflichkeit ist eine sehr nützliche Fähigkeit. Dank einer netten Art und höflicher Sprechweise kann man die Chance vergrößern, dass der Gesprächspartner aufmerksam zuhört und man ihn den eigenen Standpunkt besser verdeutlichen kann. Besonders in heutigen Zeiten lässt sich ein übliches Phänomen oft beobachten – das Code- Switching. Hierbei handelt es sich um einen Vorgang, bei dem von einer Sprache/Varietät in eine andere gewechselt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Entwicklung der Höflichkeit

3. Differenzierung von Höflichkeit (Höflichkeit1, Höflichkeit2)

4. Die positives und negatives Gesicht-. Face Theorie von Brown/ Levinson

5.Definitionen von Code-Switching

5.1. Funktionen und Motivationen von Code-Switching

5.2.Code-Switching und angrenzende Termini

5.3.Entlehnung im Verhältnis zum Code-Switching "Borrowing"

6. Code- Switching entwickelt Unhöflichkeit bei Kommunikation

6.1. Beispiel 1- ein Interview mit dem Diplomaten Gidean M.

6.2. Beispiel 2- ein Interview mit Thomas Müller und einer kolumbianischen Reporterin

6.3. Beispiel 3- Code- Switchig beim Chat- Gespräch

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Code-Switchings im Hinblick auf die Entwicklung von Unhöflichkeit in der Kommunikation. Dabei wird analysiert, ob und unter welchen Umständen der Sprachwechsel innerhalb von Gesprächen das positive Gesicht (Face) des Gegenübers verletzt oder als höflich wahrgenommen wird.

  • Historische Entwicklung des Begriffs Höflichkeit
  • Theoretische Grundlagen der Höflichkeitsforschung (Brown/Levinson, Eelen)
  • Definitionen und soziale Funktionen von Code-Switching
  • Abgrenzung von Code-Switching zu Entlehnung und Transfer
  • Analyse von Fallbeispielen (Diplomaten-Interview, Fußballer-Interview, Chat-Kommunikation)

Auszug aus dem Buch

4. Die positives und negatives Gesicht- Face Theorien von Brown/ Levinson

Die Höflichkeitstheorien von Brown/Levinson (1978) : Politeness. Some universals in language usage gelten als die Grundlage der Höflichkeitsforschung. Brown/Levinson gehen in ihrer Theorie davon aus, dass jeder von uns ein ‚positive face‘ und ein ‚negative face‘ besitzt. Im Fokus ihrer Theorie steht eine Annahme, dass die Höflichkeit darauf basiert, das Image (face) seines Gesprächspartner zu schützen und das eigene zu wahren. Brown/Levinson betonen, dass jede Äußerung mit der potentiellen Gefahr verbunden ist, eines der beiden oder beide faces des Adressaten zu verletzen. Somit stellt jede Äußerung einen Face-Threatening Acts (FTA) oder einen gesichtsbedrohenden Akt dar. Die Autoren bezeichnen das Gesichts als „ eine bipolare Struktur und unterscheiden zwischen positiven und negativen Gesicht und demzufolge zwischen positiver und negativer Höflichkeit.“

Unter dem Begriff des positiven Gesichts (positive face) verstehen sie den Wunsch nach Anerkennung, das bedeutet der Wunsch des Menschen, anerkannt und geschätzt zu werden:

„ the basic claim to territories, personal preserves, righty to non-distraction-i.e. to freedom to action and freedom from imposition” (Brown/Levinson 1987:61)

Das negative Gesicht (negative face) bedeutet der Wunsch nach unbehinderter Handlungsfreiheit. Es handelt sich um den Wunsch, in seinen Handlungen nicht behindert zu werden:

„ the positive self- image or personality (crucially including the desire that this self- image be appreciated and approved of) claimed by interactants” (Brown/Levinson 1987:61)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Höflichkeit als soziale Norm und die Relevanz des Phänomens Code-Switching in der heutigen Kommunikation.

2. Entwicklung der Höflichkeit: Darstellung der historischen Wandlungen des Höflichkeitsbegriffs von der Antike über das Mittelalter und Barock bis in die moderne Zeit.

3. Differenzierung von Höflichkeit (Höflichkeit1, Höflichkeit2): Unterscheidung zwischen alltagsweltlicher Sprachpraxis (Höflichkeit1) und der wissenschaftlichen Theoriebildung (Höflichkeit2).

4. Die positives und negatives Gesicht-. Face Theorie von Brown/ Levinson: Erläuterung der Grundlagen der Höflichkeitsforschung mit Fokus auf das positive und negative Gesicht sowie gesichtsbedrohende Akte (FTA).

5.Definitionen von Code-Switching: Definition des Code-Switchings als Sprachwechsel innerhalb einer Äußerung und Abgrenzung zu anderen Phänomenen.

5.1. Funktionen und Motivationen von Code-Switching: Erläuterung soziolinguistischer und psycholinguistischer Motivationen sowie Unterscheidung zwischen situationellem und konversationellem Code-Switching.

5.2.Code-Switching und angrenzende Termini: Klärung der Abgrenzung zwischen Code-Switching, Sprachmischen und sprachlichem Transfer.

5.3.Entlehnung im Verhältnis zum Code-Switching "Borrowing": Diskussion der Kriterien für Entlehnung (Borrowing) im Vergleich zum Code-Switching nach Poplack und Haugen.

6. Code- Switching entwickelt Unhöflichkeit bei Kommunikation: Theoretische Herleitung der Verbindung zwischen Code-Switching und potenzieller Unhöflichkeit durch Verletzung der Face-Wünsche.

6.1. Beispiel 1- ein Interview mit dem Diplomaten Gidean M.: Analyse eines Interviews, in dem ständiges Code-Switching als höflich wahrgenommen wird.

6.2. Beispiel 2- ein Interview mit Thomas Müller und einer kolumbianischen Reporterin: Fallbeispiel einer unhöflichen Kommunikation durch das Aufdrängen eines Dialekts.

6.3. Beispiel 3- Code- Switchig beim Chat- Gespräch: Untersuchung der schriftlichen Kommunikation im Chat, in der Code-Switching als normal akzeptiert wird.

7. Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse, welche die These der generellen Unhöflichkeit von Code-Switching widerlegt.

Schlüsselwörter

Höflichkeit, Code-Switching, Face-Theorie, Brown Levinson, positive Face, negative Face, Sprachwechsel, Kommunikation, Soziolinguistik, Dialekt, Mehrsprachigkeit, Unhöflichkeit, Konversation, Sprachmischen, Interaktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen der linguistischen Höflichkeitsforschung und dem Phänomen des Code-Switchings.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition und Funktion von Höflichkeit, die Konzepte von Face nach Brown/Levinson sowie die verschiedenen Formen und Motivationen des Wechsels zwischen Sprachen oder Varietäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen Code-Switching im Gespräch als unhöflich wahrgenommen wird oder zur Verletzung des positiven Gesichts führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen und wendet diesen auf drei verschiedene, qualitativ analysierte Fallbeispiele aus Interviews und Chat-Protokollen an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Höflichkeit und Code-Switching sowie die detaillierte Analyse der drei Praxisbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Höflichkeit, Code-Switching, Face-Theorie, Kommunikation, Interaktion und Mehrsprachigkeit.

Wie bewertet die Autorin das Interview mit Thomas Müller?

Das Verhalten von Thomas Müller wird als unhöflich bewertet, da er bewusst seinen Dialekt aufdrängt, obwohl die Gesprächspartnerin signalisiert hat, diesen nicht zu verstehen, was eine Verletzung ihres positiven Gesichts darstellt.

Unterscheiden sich die Ergebnisse in mündlicher und schriftlicher Kommunikation?

Ja, in den untersuchten Fällen wird Code-Switching in der Chat-Kommunikation eher als natürliche Praxis akzeptiert, während es im direkten Gespräch vom Kontext der Sprachkenntnisse der Beteiligten abhängt, ob es als höflich oder unhöflich empfunden wird.

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Details

Title
(Un)Höflichkeit durch Code-Switching? Linguistische Untersuchung von sprachlicher Varietät
College
University of Regensburg
Grade
2,3
Author
Magdalena Zając (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V319914
ISBN (eBook)
9783668192102
ISBN (Book)
9783668192119
Language
German
Tags
höflichkeit code-switching linguistische untersuchung varietät
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magdalena Zając (Author), 2014, (Un)Höflichkeit durch Code-Switching? Linguistische Untersuchung von sprachlicher Varietät, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319914
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