In dieser Seminararbeit soll der Prozess der Subjektivierung von Arbeit und die daraus resultierende Konsequenz des Arbeitskraftunternehmers erläutert werden. Nachdem beide Konzepte kurz thematisiert werden, wird verglichen, ob auf diese Veränderung in der Arbeitswelt auch im Bildungssystem Rücksicht genommen und eingegangen wird. Der Fokus, der in dieser Arbeit gelegt wird, bezieht sich auf die tatsächliche Realisierung des Konzeptes und somit auf die Frage, in wie fern die Konzepte des Arbeitskraftunternehmers und der Bildungssubjektivierung konkret verwirklicht werden. Werden Lernende heute tatsächlich schon früh mit Technisierung vertraut gemacht und gibt es konkrete Beispiele im Bildungssystem, die auf eine Förderung von Selbststeuerung hinweisen?
Es ist wohl nichts Neues, dass sich die Wirtschaft und Arbeitswelt großen strukturellen Veränderungen unterwerfen musste. Die Transformation von der Industrie – zur Dienstleistungsgesellschaft, Unternehmensflexibilisierung und Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und allgemeine Globalisierungsprozesse haben dazu geführt, dass sich auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer umgestaltet haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema
2. Subjektivierung von Arbeit
3. Der Arbeitskraftunternehmer
4. Subjektivierung von Bildung
5. Vergleich Konzept und Realität
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Prozess der Subjektivierung von Arbeit und dessen Auswirkungen auf das Konzept des „Arbeitskraftunternehmers“. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit das Bildungssystem auf diese veränderten Anforderungen der Arbeitswelt reagiert und ob die theoretischen Konzepte einer Realitätsprüfung standhalten.
- Prozess der Subjektivierung von Arbeit und Erwerbsbiographien
- Entwicklung und Merkmale des Typs „Arbeitskraftunternehmer“
- Wechselwirkungen zwischen Bildungssystem und Arbeitsanforderungen
- Empirische Einordnung des Konzepts in die heutige Arbeitsrealität
- Thematik von Selbststeuerung, Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeit
Auszug aus dem Buch
2. Subjektivierung von Arbeit:
Seit den 1980er Jahren hat sich die Arbeitswelt stark gewandelt. Aufgrund von technologischen Innovationen. Nachdem sich Prozesse der Internationalisierung, Ökonomisierung und Globalisierung der Wirtschaft vollzogen haben, musste Arbeit neu organisiert werden. Dabei scheint Subjektivierung von Arbeit ein mittlerweile gängiger Begriff zu sein und in der heutigen Arbeitswelt vollkommen zuzutreffen. In dieser Arbeit wird hinterfragt, ob die Arbeitswelt tatsächlich so deutlich von diesem Konzept geprägt ist. Vor allem im Bereich der Erwerbsarbeit hat sich der Ausdruck etabliert. Es handelt sich um eine Wechselseitigkeit zwischen Arbeitnehmer, also dem Subjekt und Arbeit. Dabei sind mit Subjektivierung zwei Dinge gemeint, die Rede ist von einer „doppelten Subjektivierung”: Das Individuum ist durch die auszuführende Tätigkeit gefordert oder gezwungen immer mehr Subjektivität in den Arbeitsprozess mit einfließen zu lassen, beziehungsweise das Subjekt steckt mehr Individuelles in die Arbeit hinein, was die Tätigkeit "subjektiver" werden lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema: Die Arbeit beleuchtet die strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft sowie das Konzept der Subjektivierung von Arbeit und stellt die Forschungsfrage nach deren konkreter Umsetzung in der Bildungsrealität.
2. Subjektivierung von Arbeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der „doppelten Subjektivierung“ und zeigt auf, wie durch technologische Innovationen und Globalisierung die Anforderungen an Arbeitnehmer gestiegen sind, was zu einer intensiveren Verschränkung von Subjekt und Arbeit führt.
3. Der Arbeitskraftunternehmer: Hier wird der theoretische Wandel vom „verberuflichten Arbeitnehmer“ zum „Arbeitskraftunternehmer“ diskutiert, der durch Eigenverantwortung und eine Selbststeuerung seiner Leistungsfähigkeit geprägt ist.
4. Subjektivierung von Bildung: Das Kapitel untersucht, ob und wie Bildungseinrichtungen auf die Anforderungen des Arbeitskraftunternehmers vorbereiten und welche Rolle Konzepte wie „Employability“ spielen.
5. Vergleich Konzept und Realität: Dieser Abschnitt konfrontiert die theoretische These des Arbeitskraftunternehmers mit empirischen Studien und beleuchtet die Grenzen der Anwendbarkeit des Modells.
6. Schlussfolgerung: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Arbeitskraftunternehmer ein relevantes, aber kritikwürdiges Konzept bleibt, das eine stärkere Berücksichtigung individueller Handlungsziele und Lebensbereiche erfordert.
Schlüsselwörter
Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Arbeitswelt, Erwerbsarbeit, Selbststeuerung, Flexibilisierung, Entgrenzung, Bildungssystem, Employability, Kompetenz, Leistungsmaximierung, Eigenverantwortung, Arbeitsbiographien, Transformation, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Arbeitswelt und dem soziologischen Konzept des „Arbeitskraftunternehmers“, der seine Arbeit wie ein eigenes Unternehmen organisiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Subjektivierung von Arbeit, die Entgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben, die Anforderungen an Eigenverantwortung sowie die Rolle des Bildungssystems in diesem Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob das Konzept des Arbeitskraftunternehmers in der Realität anzutreffen ist und inwiefern Bildungseinrichtungen Individuen auf diese neue Form der Arbeitsausübung vorbereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie einen Abgleich mit empirischen Studien, um die Validität des Modells des Arbeitskraftunternehmers zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Subjektivierung und des Arbeitskraftunternehmers, die Analyse der Bildungssubjektivierung und einen empirischen Vergleich zwischen Konzept und betrieblicher Realität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Selbststeuerung, Flexibilisierung und Employability stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie wird das Konzept der „doppelten Subjektivierung“ definiert?
Es beschreibt die Wechselseitigkeit, bei der das Individuum gezwungen ist, mehr Subjektivität in den Arbeitsprozess einzubringen, während gleichzeitig die Arbeit selbst „subjektiver“ durch die Anforderungen an das Individuum wird.
Welche Rolle spielen Bildungseinrichtungen laut der Arbeit?
Die Autoren stellen fest, dass eine explizite Vorbereitung auf die Eigenschaften eines Arbeitskraftunternehmers bisher nur teilweise in der Bildungsagenda verankert ist, wobei Ansätze wie das Problem-Based-Learning positive Tendenzen zeigen.
- Arbeit zitieren
- Ellen Egyptien (Autor:in), Jacqueline Binder (Autor:in), 2014, Folgen der Subjektivierung von Bildung und Arbeit für den Arbeitskraftunternehmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320051