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Praxis der interkulturellen Arbeit mit russischsprachigen jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion

Ziele, Herausforderungen und Perspektive in der Integrationsarbeit

Title: Praxis der interkulturellen Arbeit mit russischsprachigen jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion

Master's Thesis , 2015 , 59 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eleonora Shakhnikova (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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In dieser Masterarbeit werden Erkenntnisse über russischsprachige Juden aus Osteuropa, ihre Kultur, Mentalität, ihre Wechselwirkungen mit anderen Mitbürgern im Rahmen der polykulturellen Gesellschaft sowie auch verschiedene psychosoziale, kulturell-religiöse und pädagogische Aspekte der Adaptation, Sozialisation und Integration thematisiert. Diese Arbeit möchte einen Beitrag dazu leisten, die Implementierung der interkulturellen Kompetenzvermittlung in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin darzulegen. Es wird hier aufgrund konkreter Erfahrungen gezeigt, welche Ansätze und Instrumente die Jüdische Gemeinde zur Ausgestaltung konkreter Maßnahmen zur interkulturellen Kompetenzvermittlung verwendet.

Dabei werden folgende Fragen beantwortet und diskutiert: Was unterscheidet jüdisch-russische Zuwanderer von anderen in Deutschland lebenden Migrantengruppen? Wie gestaltet sich die psychosoziale und interkulturelle Adaption und Integration der jüdischen Zuwanderer? In Bezugnahme auf die praktische Realisierung der interkulturellen Kompetenzvermittlung an die erwachsenen Einwanderer in den jüdischen Gemeinden wird in der vorliegenden Arbeit folgenden Fragen nachgegangen: Was sind Grundprinzipien und Indikatoren erfolgreicher interkulturellen Arbeit?

Wie wird die interkulturelle Bildungsarbeit mit erwachsenen russischsprachigen Migranten in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin implementiert? Unter welchen Bedingungen kann die interkulturelle Kompetenzvermittlung erfolgreich verlaufen? Welche Faktoren wirken auf Inklusions- und Partizipationsprozesse der jüdischen Zuwanderer in die deutsche Gesellschaft aus? Was sind Schlüsselprobleme und Perspektiven der interkulturellen Kompetenzvermittlung an die erwachsenen russischsprachigen jüdischen MigrantInnen?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Ziele der Arbeit

1.2 Methodik und Vorgehensweise

1.3 Struktur der Master Thesis

2 Theoretische Aspekte und Relevanz

2.1 Die Bedeutung der interkulturellen Kompetenzvermittlung

2.2 Methodisch-technische Komponente interkultureller Kompetenzvermittlung

2.2.1 Methoden der interkulturellen Bildungsarbeit

2.2.2 Techniken der interkulturellen Kompetenzvermittlung

2.3 Indikatoren der erfolgreichen interkulturellen Migrantenschulung

3 Skizze des Verlaufs der jüdischen Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion

3.1 Die Historiografie der jüdischen Immigration aus der ehemaligen UdSSR

3.2 Grundlagen für die Aufnahme im Rahmen einer humanitären Aktion

3.3 Migrationsauslösende Anlässe und Leitmotive der jüdischen Zuwanderer

4 Probleme der soziokulturellen Adaption von jüdisch-russischen Zuwanderern in Deutschland

4.1 Psychosoziale Aspekte

4.1.1 Prozesse und Wirkungsfaktoren der Adaption

4.1.2 Belastungen und Probleme bei der Adaption von jüdischen-russischen Zuwanderern

4.1.3 Facetten der jüdisch-russischen Identität und Mentalität

4.2 Kulturell-religiöse Aspekte

4.2.1 Jüdische Zuwandererfamilien aus den Ländern der ehemaligen UdSSR

4.2.2 Faktor Sprache

4.2.3 Bildung und Karriere

4.2.4 Diaspora-Kultur der russischsprachigen jüdischen Zuwanderer

4.2.5 Die Rolle der Religion und Tradition

4.2.6 Zum Dilemma: Tradition vs. Akkulturation und Assimilation

4.3 Pädagogische Aspekte

5 Interkulturelle Arbeit in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

5.1 Grundprinzipien der Integrationsarbeit in den jüdischen Gemeinden

5.2 IntegrationsberaterInnen als Vermittler interkultureller Kompetenz

5.3 Beispiele wirksamer interkulturellen Fördermaßnahmen

5.3.1 Interkulturelle Schulung für ehrenamtliche Multiplikatoren

5.3.2 Das Projekt „Art-Pavilion“

5.4 Beobachtungen und Fazit

6 Schlüsselprobleme der interkulturellen Kompetenzvermittlung an erwachsene Migranten

6.1 Zentrale Barrieren der Inklusion und Partizipation von jüdischen Zuwanderern

6.2 Antisemitismus als Bremsfaktor der interkulturellen Prozesse

7 Perspektiven zur interkulturellen Kompetenzvermittlung in der Jüdischen Gemeinde

8 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die psychosozialen und interkulturellen Herausforderungen bei der Integration russischsprachiger jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Implementierung interkultureller Kompetenzvermittlung in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin anhand konkreter Praxisbeispiele zu analysieren und Wege für eine erfolgreiche Partizipation und Integration aufzuzeigen.

  • Interkulturelle Kompetenzvermittlung und pädagogische Methoden
  • Historischer Kontext der jüdischen Zuwanderung aus der UdSSR
  • Herausforderungen der soziokulturellen Adaption und Identitätsbildung
  • Praxis der Integrationsarbeit und wirksame Fördermaßnahmen
  • Schlüsselprobleme, Antisemitismus und Zukunftsperspektiven

Auszug aus dem Buch

3.3 Migrationsauslösende Anlässe und Leitmotive der jüdischen Zuwanderer

Freiheitsdrang ist ein ewiges Motiv der jüdischen Migration. Freiheit ist ein existenzielles Bedürfnis, der die Juden durch die Jahrhunderte folgten: „Sklaven waren wir einst dem Pharao in Ägypten, und der HERR führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand“. 430 Jahre des schweren Lebens in der ägyptischen Sklaverei mit allen Einschränkungen, Verboten, Verfolgung und Entwürdigung waren eine „Impfspritze“ für viele weitere Generationen.

Die instabile politische Lage im Herkunftsland erweckte die natürliche Existenzangst. Bürgerkriege und Militäraktionen wie z.B. in dem Nordkaukasus, Umweltkatastrophen wie z.B. Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, fehlende soziale Absicherung, unsichere Perspektive, schlechte Versorgungsmöglichkeit für ältere Familienmitglieder sowie auch andere persönliche Ursachen bewegten viele Juden zur Auswanderung. Die jüdische Minderheit fühlte sich in der Ex-Sowjetunion ungeschützt. Als ein geografisch gut platzierter moderner europäischer demokratischer Staat mit einem guten System der sozialen Sicherheit, reichen kulturellen Traditionen und starker Wirtschaft gewann Deutschland bei vielen jüdischen Zuwanderern an Attraktivität. Mit der Migration nach Deutschland haben viele Juden ihre Hoffnung auf persönliche und berufliche Selbstrealisierung und eine bessere Zukunft für ihre Kinder verbunden. Ein Beispiel der Argumentation, mit der sich jüdische Migranten ihre Auswanderung in die Bundesrepublik Deutschland rechtfertigten, findet sich in der Zeit online:

„Deutschland - das heißt Europa. Viele Juden in der Ex-Sowjetunion fühlen sich als Europäer. Für sie sind die USA und Israel auch darum eher zweite Wahl. Es gibt eine lange Tradition des Kulturaustauschs zwischen Deutschland und Russland. Und natürlich spielt die geografische Nähe eine Rolle – auch der Gräber wegen, die man besuchen möchte.“ (Lau, 5.12.2000).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung skizziert den Forschungsgegenstand, die Relevanz der jüdischen Migration aus der ehemaligen UdSSR und legt die methodischen Grundlagen der Arbeit dar.

2 Theoretische Aspekte und Relevanz: Hier werden zentrale Begriffe der interkulturellen Pädagogik, Methoden der Kompetenzvermittlung und Indikatoren zur Erfolgsmessung von Migrantenschulungen diskutiert.

3 Skizze des Verlaufs der jüdischen Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Motive und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Einwanderung nach Deutschland ab 1989.

4 Probleme der soziokulturellen Adaption von jüdisch-russischen Zuwanderern in Deutschland: Es werden die psychosozialen Hürden sowie kulturelle, religiöse und bildungsbezogene Aspekte der Adaptation und Identitätsfindung analysiert.

5 Interkulturelle Arbeit in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin: Die Autorin reflektiert ihre praktische Arbeit und stellt konkrete Fördermaßnahmen sowie Projekte zur interkulturellen Kompetenzentwicklung vor.

6 Schlüsselprobleme der interkulturellen Kompetenzvermittlung an erwachsene Migranten: Dieses Kapitel identifiziert zentrale Barrieren der Inklusion und thematisiert den Antisemitismus als wesentlichen Bremsfaktor für Integrationsprozesse.

7 Perspektiven zur interkulturellen Kompetenzvermittlung in der Jüdischen Gemeinde: Hier werden Ansätze für zukünftige interkulturelle Bildungsarbeit und die Notwendigkeit paritätischer Zusammenarbeit skizziert.

8 Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die Bedeutung einer gezielten Förderung interkultureller Kontakte für eine gelingende Integration.

Schlüsselwörter

Jüdische Zuwanderung, ehemalige Sowjetunion, interkulturelle Kompetenz, Integration, Adaption, jüdische Identität, Antisemitismus, Jüdische Gemeinde, Sozialpädagogik, Migrationsbiographie, Partizipation, Inklusion, interkulturelle Bildung, Diaspora-Kultur, Bildungskarrieren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der Situation und den Herausforderungen jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt der interkulturellen Integration und Kompetenzvermittlung in Jüdischen Gemeinden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Einwanderungssituation, die psychosoziale Adaption, die Rolle von Identität und Tradition sowie die praktische Umsetzung interkultureller Bildungs- und Förderprojekte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Wirksamkeit interkultureller Maßnahmen in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zu darzulegen und aufzuzeigen, wie diese zur sozialen Integration und Identitätsstärkung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem empirischen Ansatz, der einen Praxisbericht, qualitative Interviews sowie eine teilnehmende Beobachtung und anschließende Inhaltsanalyse kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte der interkulturellen Arbeit, skizziert den Zuwanderungsverlauf, untersucht Adaptionsprobleme sowie Barrieren wie Antisemitismus und präsentiert konkrete Modellprojekte zur Förderung interkultureller Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Migration aus der ehemaligen Sowjetunion, interkulturelle Kompetenz, jüdische Identität, soziale Adaption und interkulturelle Bildungsarbeit.

Wie unterscheidet sich die Situation jüdischer Migranten von anderen Gruppen?

Die Arbeit beleuchtet spezifische Aspekte wie den historisch belasteten Hintergrund, den Prozess der Identitätssuche zwischen Säkularität und Tradition sowie die besondere Rolle der Jüdischen Gemeinde als soziale Institution für diese spezifische Zuwanderergruppe.

Welchen Stellenwert nimmt der Antisemitismus ein?

Der Antisemitismus wird als gravierender Bremsfaktor identifiziert, der die Integrationsbereitschaft und das Sicherheitsgefühl der Zuwanderer beeinträchtigt und somit die Notwendigkeit einer aktiven interkulturellen Arbeit unterstreicht.

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Details

Title
Praxis der interkulturellen Arbeit mit russischsprachigen jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion
Subtitle
Ziele, Herausforderungen und Perspektive in der Integrationsarbeit
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Eleonora Shakhnikova (Author)
Publication Year
2015
Pages
59
Catalog Number
V320178
ISBN (eBook)
9783668207783
ISBN (Book)
9783668207790
Language
German
Tags
interkulturellen arbeit jüdischen gemeinde berlin ziele herausforderungen perspektive integrationsarbeit migranten sowjetunion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eleonora Shakhnikova (Author), 2015, Praxis der interkulturellen Arbeit mit russischsprachigen jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320178
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