Lernen im Alter. Aktuelle Befunde der Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die altersgerechte Personalentwicklung


Seminararbeit, 2016

11 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen der Hirnforschung
2.1 Das Gehirn des Menschen
2.2 Neurobiologische Aspekte des Lernens
2.3 Das System des lebenslangen Lernens

3 Aktuelle Befunde der Hirnforschung zum lernen im Alter
3.1 Altersklassifikationen und Alterskategorisierungen
3.2 Der Lernprozess im Alter
3.3 Konstruktivismus und Lernen

4 Altersgerechter Personalentwicklung sowie Personaleinsatz
4.1 Mögliche Maßnahmen einer altersgerechten Personalentwicklung
4.2 Merkmale einer altersgerechte Personalentwicklung
4.3 Altersgerechter Personaleinsatz

5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abbildundungverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau der Neuronen im Gehirn. (vgl. H. Beck 2003)

Abbildung 2: Aufbau des menschlichen Gehirns (vgl. Neurodidaktik 2013)

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

Lange galt der Leitsatz in der Hirnforschung, was Hänschen in seiner Jugend nicht angeeignet hat, dass wird er als Hans im Berufsleben sehr schwer oder gar nicht mehr erlernen. Diese Erkenntnisse sind veraltet und haben mit den heutigen Ansichten des lebenslangen Lernens im Alter keine Bedeutung mehr. Die aktuellen Befunde der Hirnforschung gehen davon aus, dass Lernen niemals aufhört, sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht. Im Fokus steht die individuelle Motivation des Lernens eines Menschen und welche Interessen er in bestimmten Lebensphasen besitzt. Die Grundlage ist somit auch die intrinsische Motivation des Menschen sowie der Lebensweg der noch zu beschreiten gilt.

1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Beurteilung aktueller Befunde der Hirnforschung über das Lernen im Alter. In diesem Zusammenhang werden die Konsequenzen einer altersgerechten Personalentwicklung sowie ein altersgerechter Personaleinsatz aufgeführt.

Zu Beginn werden die theoretischen Grundlagen der Hirnforschung kurz vorgestellt, um ein besseres Verständ- nis für die Zusammenhänge des Lernprozesses zu erlangen. Im Anschluss werden die aktuellen Befunde der Hirnforschung zum Lernen im Alter erklärt, dazu gehört die Definition des Begriffs Altern sowie die neusten Erkenntnisse aus der Intelligenzforschung und die Aspekte des Konstruktivismus zum Thema Lernen im Alter.

Schlussendlich werden die Konsequenzen daraus gezogen und eine Handlungsempfehlung für eine altersgerechte Personalentwicklung sowie ein altersgerechter Personaleinsatz gegeben.

2 Theoretische Grundlagen der Hirnforschung

2.1 Das Gehirn des Menschen

Um das menschliche Gehirn zu verstehen, ist es wichtig sich im Vorfeld Basiswissen anzueignen, um bestimmte Verbindungen sowie Abläufe besser zu erklären. Das Gehirn wiegt in etwa 1,4 Kilogramm und verbraucht mehr als zwanzig Prozent der menschlichen Energiereserven. Grundbestandteile des Gehirns sind Nervenzellen, auch Neuronen genannt sowie deren Faserverbindungen zwischen den Neuronen. Die Stützpfeiler für die Neuronen bilden die Gliazellen , wobei diese auch maßgeblich an der neuronalen Erregungsverarbeitung beteiligt sind. (vgl. H. Beck 2003) Bildlich gesehen ist jedes Neuron wie ein Ast von einem großen immer weiter wachsenden Baum, dabei steht jede Verzweigung für ein Dendriten, einen Fortsatz sowie ein Axon. Schlusslicht bilden die Synapsen die mit allen Bestandteilen des Gehirns in Verbindung stehen und somit der Hauptakteur für die Über- tragung von Nervenimpulsen sind. Die folgende Abbildung veranschaulicht in etwa die Komplexität der Neuro- nen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau der Neuronen im Gehirn. (vgl. H. Beck 2003)

Das Großhirn bildet mit etwa Milliarden Neuronen ein unüberschaubares Netzwerk, das alles Denken, Lernen, Fühlen und Handeln hervorbringt. (vgl. H. Beck 2003) Hinter diesem Hintergrund sehen die Neurobiologen das Gehirn als eines der anpassungsfähigsten Organe des Menschen an und zugleich eines der wohl komplexesten Gebilde des Universums.

2.2 Neurobiologische Aspekte des Lernens

Aus der Sicht der Neurobiologie bedeutet lernen der Aufbau von Neuronenpopulationen im Großhirn. Dabei werden feste Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen gebildet, welches schlussendlich zu einem großen Netzwerk an Informationen führt. Zudem geht die Neurowissenschaft davon aus, dass das Gehirn stetig nach Anregungen und Abwechslungen sucht, um sich zu erweitern. Beim Gewinnen weiterer Informationen nimmt das Gehirn 10 Millionen Eindrücke wahr die in der Umwelt des Menschen herum passieren, dennoch werden etwa 20 Informationen bewusst wahrgenommen und werden ein Teil des komplexen Netzwerkes an Datensammlungen. Während es beim Kleinkind viele, aber dennoch schwache neuronale Verknüpfungen gibt, sind es beim Erwachsenen weniger, aber dafür sehr feste Verbindungen. (vgl. Neurodidaktik 2013)

2.3 Das System des lebenslangen Lernens

Die einzigartigste Fähigkeit des Gehirns ist es, sich den Erfordernissen seines Gebrauchs anzupassen, in der Neurobiologie heißt diese besondere Eigenschaft Neuroplastizität. Je älter ein Mensch wird desto langsamer wird diese Plastizität, dennoch lassen sie sich stetig verändern sowie entwickeln. Aufgrund dieser Erkenntnis ist es jedem Menschen möglich lebenslang zu lernen. Die Unterstützung bekommt der Mensch durch den Cortex, welches zu jeder Lebensphase anpassungsfähig ist sowie eine sich stetig selbst optimierende Struktur ist. (vgl. H. Beck 2003) Das bedeutet jeder Mensch besitzt sensible Zeitfenster im Laufe seines Lebens, indem nach funktio- nellen Kriterien entschieden wird, welche Gehirnverbindungen übrig bleiben und welche für immer geschlossen werden. (vgl. W. Singer 2003, S. 110) In der Neurobiologie wird dieser Vorgang als neuronales Fenster beschreiben, das sich explosionsartig öffnet und die Entwicklung des menschlichen Gehirns durch nutzungsbedingte Strukturierungsprozesse geleitet. Wird dieses neuronale Fenster bei der Lernphase für bestimmte Funktionen nicht ausgiebig genutzt, lässt sich diese sehr schwer aneignen. (vgl. W. Singer 2003, S. 60) Ein weiteres wichtiges Instrument unseres menschlichen Gehirns, ist das Limbische System, welches jedes neuronale Signal filtert und nach Kriterien sortiert, unter anderem nach bekannt vs. unbekannt, wichtig vs. unwichtig und angenehm vs. unangenehm. Dabei wird der menschliche Wissensspeicher abgerufen und mit bereits vorhandenen Kognitionen verglichen um die Situation besser zu reflektieren oder das neu Erlernte an einem für ihn bestimmten Ort im Gehirn abzuspeichern. Die Abbildung 2 veranschaulicht das menschliche Gehirn.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Aufbau des menschlichen Gehirns (vgl. Neurodidaktik 2013)

Von besonderer Bedeutung fürs Lernen im Gehirn sind:

- Acetylcholin: zentral für die Aufmerksamkeitssteuerung
- Noradrenalin: Informationsverarbeitung, Angst und Emotionen
- Dopamin: Belohnungssystem
- Gamma-Amino-Buttersäure: dämpft und beruhigt Erregungen
- Serotonin: Wohlbefinden Glutamat: Sinneswahrnehmung (vgl. Neurodidaktik 2013)

3 Aktuelle Befunde der Hirnforschung zum lernen im Alter

3.1 Altersklassifikationen und Alterskategorisierungen

Um sich einen genauen Überblick über das Lernen im Alter zu verschaffen, sollte zunächst der Begriff Altern definiert werden. Aus Sicht der Sozialwissenschaft, wird Altern als dynamisches Konzept ohne klare Zeitpunkte, ohne feste Einschnitte und Zäsuren definiert, dabei gibt es nur Übergänge. Der Prozess und das Eintreten des Alterns wird vor allem durch biologische Dispositionen, andere Individuen, verschiedene Gruppen sowie in der sozialen Kommunikation und Interaktion jeweils anders Interpretiert. (vgl. B. Schmidt 2006, S.4) Demzufolge gibt es keine aussagekräftige Definition vom Altern, jedoch versucht die Entwicklungspsychologie eine Altersklassifikation zu bestimmen, um einen besseres Verständnis für Lernprozesse im Alter zu erlangen. Dabei wird das Erwachsenenalter in fünf Lebensphasen eingeteilt:

(1) Frühes Erwachsenenalter von ca. 17 bis zu 25 Jahren,
(2) Jüngeres Erwachsenenalter von ca. 25 bis zu 40 Jahren,
(3) Mittleres Erwachsenenalter von ca. 40 bis zu 55 Jahren,
(4) Späteres / Höheres Erwachsenenalter/beginnendes „Junges Alter“ von ca. 55 bis zu 75 Jahren,
(5) Alter / beginnendes „Altes Alter“ von ca. 75 Jahren aufwärts. (vgl. B. Schmidt 2006, S.5)

Dennoch fischt die Hirnforschung in trüben Gewässern, da die elementare Frage bis dato noch nicht beantwortet werden konnte, ob der beobachtbare physische Alterungsprozess eine relevante Größe im Lernprozess von älteren Erwachsenen darstellt.

3.2 Der Lernprozess im Alter

Der Intelligenzforscher Klaus W. Schaie brachte seiner Zeit bahnbrechende Erkenntnisse zum Lernprozess und des intellektuellen Altersabbau des Menschen hervor, dabei wurden zwei neue entscheidende Parameter hinzugezogen. Zum einen die fluide Intelligenz, die sich mit den biologischen Faktoren und dessen Einfluss aus die intellektuelle Entwicklung ohne Einwirkung von Erziehung und Erfahrung bezieht und zum anderen die kristallisierte Intelligenz die sich mit erlernten Fähigkeiten und deren vernetzten und logischen Beziehungen auseinander gesetzt hat. (vgl. B. Schmidt 2006, S. 6) Heraus kamen psychische sowie soziale Einflussfaktoren die sich auf den kognitiven Lernprozess älterer Menschen bezieht:

- Intelligentes Verhalten
- Emotionale Stärke
- Bewältigung von krisenhaften Lebensereignissen
- Nutzung von sozialen Ressourcen und Netzwerke
- Fähigkeit zur Stressbewältigung
- Sexuelle Aktivität
- Berufliche Zufriedenheit (vgl. B. Schmidt 2006, S.6)

[...]

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Details

Titel
Lernen im Alter. Aktuelle Befunde der Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die altersgerechte Personalentwicklung
Veranstaltung
Wahlpflichtfach: Hirnforschung für angewandtes Management
Note
1,2
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V320411
ISBN (eBook)
9783668197909
ISBN (Buch)
9783668197916
Dateigröße
722 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hirnforschung, Personaleinsatz, Management, Lernen im Alter, Lernen, Personaleinsatz im Alter
Arbeit zitieren
Lale Graß (Autor), 2016, Lernen im Alter. Aktuelle Befunde der Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die altersgerechte Personalentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320411

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