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Vergangenheitsbewältigung argentinischer Diktatur in zeitgenössischen Romanen

"La casa de los conejos", "No sé si casarme o comprarme un perro", "El secreto y las voces"

Title: Vergangenheitsbewältigung argentinischer Diktatur in zeitgenössischen Romanen

Examination Thesis , 2016 , 67 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Olga Jakunin (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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´La dictadura militar´, so heißt es im Bericht der Comisión Nacional sobre la Desaparición de Personas (1988:7) ´produjo la más grande tragedia de nuestro país, y la más salvaje´. Über 12.000 dokumentierte Fälle von ´Verschwundenen´, 30.000 ehemalige politische Gefangene und 500.000 Exilanten: Keine andere Diktatur im südlichen Lateinamerika hat mehr Menschenleben gefordert.
Obwohl die mit einem Staatsstreich errichtete Militärdiktatur Argentiniens nun schon mehr als zweieinhalb Jahrzehnte zurückliegt, gehören die Konsequenzen und die Erinnerung an dessen repressive Politik keineswegs der Vergangenheit an. Diese Dekade des Militärregimes hinterließ in den Körpern, Geistern und der Sprache der argentinischen Bevölkerung dauerhafte Abdrücke, die durch gemeinsame Aktionen der Menschenrechtsgremien, Gedächtnisarbeit und Zeugenaussagen der Opfer immer wieder reaktualisiert und thematisiert werden. Ziel ist es, das Erlebte zu verstehen, Verantwortung zu definieren und die Reflexion über die historischen, ideologischen und sozialen Bedingungen zu vertiefen, die diese Diktatur mit all ihren Folgen ermöglicht und gestützt haben. Vor allem das Gedenken an die „zu trauriger Berühmtheit gelangten Opfer, die so genannten Verschwundenen (desaparecidos), ist im öffentlichen Leben Argentiniens nach wie vor präsent – wenn auch in ständig sich verändernder Weise.“ Um einen angemessenen Umgang mit dem wohl dunkelsten Kapitel argentinischer Geschichte zu finden, hat „die Erfahrung von Diktatur und Menschenrechtsverbrechen „eine große Palette unterschiedlicher Bewältigungsstrategien hervorgebracht.“, zu denen auch die Verarbeitung in zeitgenössischer Literatur gehört, die seit jeher eine aktive Beteiligung an dieser schweren Aufgabe zeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung.

1. Politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung in Argentinien

1.1. Begriffsbestimmung: Vergangenheitsbewältigung

1.2. Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur

1.3. Die gesellschaftliche und kulturelle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur

2. Literarische Verarbeitung der argentinischen Diktatur in zeitgenössischen Romanen

2.1. Laura Alcoba „La casa de los conejos”

2.2. Paula Pérez Alonso „Nos sé si casarme o comprarme un perro”

2.3. Carlos Gamerro “El secreto y las voces”

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter zeitgenössischer argentinischer Romane, wie Autoren die Vergangenheit der Militärdiktatur auf literarischer Ebene thematisieren und welche Rolle das literarische Erzählen im Prozess der Vergangenheitsbewältigung einnimmt.

  • Verhältnis von politischer und kultureller Vergangenheitsbewältigung in Argentinien
  • Analyse der literarischen Aufarbeitung von Staatsterrorismus
  • Einsatz unterschiedlicher Erzählverfahren zur Rekonstruktion traumatischer Erfahrungen
  • Rolle der kindlichen Perspektive und der autofiktionalen Erzählweise
  • Bedeutung von Schweigen, Erinnern und kollektivem Gedächtnis

Auszug aus dem Buch

Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur

Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur ist die erste Dimension, die den Hauptschwerpunkt der Vergangenheitsbewältigung bildet, also das „was unter den Begriffen Amnestie, Strafverfolgung und „Wiedergutmachung“ bekannt und im Wesentlichen auf die Handlungsebene des politischen Systems beschränkt ist.“

Diese gestaltet sich in Argentinien von Anbeginn an alles andere als leicht, denn in einem Vergleich der Militärdiktaturen Argentiniens, Uruguays und Chiles, von der Anzahl der Menschenrechtsverletzungen und der Opfer ausgehend, die argentinische Diktaturperiode als die kürzeste, aber auch die blutigste charakterisiert.

Unter Missachtung aller rechtlichen Normen und Standards wurden Verschleppungen, Folter, Hinrichtungen (oft in fingierten militärischen Auseinandersetzungen) und das ‘Verschwindenlassen’ von Personen in einem bisher unvorstellbarem Umfang und mit einer ungekannten Systematik betrieben.

Der sog. schmutzige Krieg (guerra sucia), getarnt unter dem Deckmantel der Bekämpfung bewaffneter Linksoppositioneller, war in Wahrheit ein mörderischer Plan, um eine politisch engagierte Generation auszulöschen. Insgesamt wurden schätzungsweise 30.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert, 7.000 Personen verblieben länger als einen Monat in Haft, rund eine halbe Million Argentinier rettete sich durch die Flucht ins Exil. Ziel der Repressionsmaßnahmen, die sich nicht mehr nur auf die linken Oppositionellen beschränkten, sondern auf die gesamte Bevölkerung ausweiteten, war die Einschüchterung weiter Gesellschaftskreise und die Verbreitung einer Kultur der Angst, denn nahezu alle Argentinier konnten Opfer staatlicher Gewalt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Aufarbeitung der argentinischen Militärdiktatur und definiert das Ziel, die literarische Auseinandersetzung mit dieser Epoche in den gewählten Werken zu untersuchen.

1. Politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung in Argentinien: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung und beleuchtet die zwei Dimensionen der Aufarbeitung: die juristische Verfolgung sowie die gesellschaftliche Erinnerungskultur.

2. Literarische Verarbeitung der argentinischen Diktatur in zeitgenössischen Romanen: Der Hauptteil widmet sich der Analyse von drei spezifischen Romanen, wobei die Erzählperspektiven und die literarische Inszenierung des Traumas im Fokus stehen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, welchen Stellenwert die Literatur bei der Rekonstruktion und Bewältigung der traumatischen Diktaturerfahrung einnimmt.

Schlüsselwörter

Vergangenheitsbewältigung, Argentinien, Militärdiktatur, Staatsterrorismus, Erinnerungskultur, Desaparecidos, Literatur, kollektives Gedächtnis, Autofiktion, Aufarbeitung, Zeitzeugenschaft, Traumata, Erzählperspektive, Identität, Zeugenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Auseinandersetzung mit der argentinischen Militärdiktatur der 1970er und 1980er Jahre in zeitgenössischen Romanen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung, die Funktion des kollektiven Gedächtnisses und die literarische Rekonstruktion von Staatsterrorismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Autoren durch unterschiedliche Erzählstrategien das Trauma der Diktatur auf literarischer Ebene verarbeiten und reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biographische Aspekte der Autoren mit einer detaillierten inhaltlichen Interpretation der Romane verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei Romane (Laura Alcoba, Paula Pérez Alonso, Carlos Gamerro) hinsichtlich ihrer Erzählstruktur und der Darstellung individueller sowie kollektiver Erinnerungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Argentinien, Diktatur, Desaparecidos, kollektives Gedächtnis und literarische Aufarbeitung.

Wie unterscheidet sich die literarische Aufarbeitung von den juristischen Ansätzen?

Während juristische Ansätze auf rechtliche Bestrafung fokussieren, ermöglicht die Literatur eine emotionale und individuelle Annäherung, die Lücken des Wissens füllen und das Trauma lebendig halten kann.

Welche Bedeutung hat das „Verschwindenlassen“ (Desaparecidos) in den Romanen?

Das Motiv der Desaparecidos ist in allen drei Romanen zentral, da es das traumaerzeugende Element ist, das die Erzähler zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und Vergangenheit zwingt.

Warum wird im Roman von Carlos Gamerro ein fiktives Dorf als Schauplatz gewählt?

Das Dorf dient als Mikrokosmos, um die gesellschaftliche Komplizenschaft und das Schweigen einer ganzen Nation während der Diktatur auf engem Raum zu veranschaulichen.

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Details

Title
Vergangenheitsbewältigung argentinischer Diktatur in zeitgenössischen Romanen
Subtitle
"La casa de los conejos", "No sé si casarme o comprarme un perro", "El secreto y las voces"
College
University of Paderborn  (Romanistik)
Grade
1,7
Author
Olga Jakunin (Author)
Publication Year
2016
Pages
67
Catalog Number
V320504
ISBN (eBook)
9783668197503
ISBN (Book)
9783668197510
Language
German
Tags
vergangenheitsbewältigung diktatur romanen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olga Jakunin (Author), 2016, Vergangenheitsbewältigung argentinischer Diktatur in zeitgenössischen Romanen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320504
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