Claus von Stauffenberg. Die Biographie, das Attentat und eine Analyse einer Rundfunkansprache von Hitler nach dem Attentat


Facharbeit (Schule), 2016
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Claus Graf Schenk von Stauffenberg.
2.1 Biographie.

3. Das Attentat
3.1 Vor dem Attentat
3.2 Die Planung.
3.3 Durchführung.
3.4 Nach dem Attentat

4. Rundfunkansprache von Hitler
4.1 Analyse der Ansprache.
4.2 Zusammenfassung/Fazit
4.3 Beurteilung/Bewertung.

Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

In meiner Facharbeit beschäftige ich mich mit Claus von Stauffenberg. Er wird häufig als das Symbol und die Person für den Widerstand gegen Hitler bezeichnet.

Es gab etliche Attentatsversuche und Anschläge auf Hitler und seine Mitarbeiter, jedoch gelang es keinem Hitler zu töten. Meist waren es unerwartete Verspätungen, Veränderungen oder Absagen, die ihm sein Leben retteten. Eines der bekanntesten fehlgeschlagenen Attentate ist der Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 und der darauffolgende Staatsstreich. Da ich mich des Öfteren gefragt habe, wie er so viele Attentate überleben konnte, habe ich mich entschieden ein Attentat auf Hitler als Thema für meine Facharbeit zu nehmen. Der Anschlag von Stauffenberg ragte zwischen all den anderen Attentatsversuchen heraus. Dies lag an seinem Plan, Hitler nicht nur zu töten sondern auch gleich seine Regierung durch einen Putsch zum Umsturz zu bringen. Denn nur Hitlers Tod alleine hätte nicht viel geändert. Seine treuesten Mitarbeiter wie z.B. Himmler und Goebbels hätten das NS-Regime weiterführen können. In meiner Facharbeit stelle ich als erstes, nach einer gründlichen Recherche mehrerer Büchern und Biographien Stauffenbergs Leben vor und zeige dabei auch wie er zum Widerstand kam. Anschließend beschreibe ich das Attentat selbst in der Planung, Durchführung und erläutere die Folgen dessen.

Meine Facharbeit beende ich mit einer Analyse und Beurteilung der Ansprache von Hitler, die er nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 über Rundfunk hielt.

2. Claus Graf Schenk von Stauffenberg

2.1 Biographie

Claus Philipp Maria Graf Schenk von Stauffenberg wurde am 15. November 1907 in Jettingen, im bayrischen Schwaben, geboren. Er war der dritte Sohn von Alfred Schenk Graf von Stauffenberg (1860 - 1936) und dessen Ehefrau Caroline (1875-1956). Claus von Stauffenberg wuchs mit seinen zwei Jahre älteren Zwillingsbrüdern (Alexander und Berthold) in Stuttgart auf und wurde katholisch erzogen. Er hatte noch einen weiteren Zwillingsbruder namens Konrad Maria, der jedoch am Tag nach der Geburt verstarb.1 Claus besuchte ab 1913 eine Privatschule für Elementarunterricht und wechselte anschließend im Herbst 1916 auf das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Die Zwillingsbrüder waren ebenfalls auf dieser Schule. Mit 16 Jahren im Jahr 1923 entdeckten Claus und sein zwei Jahre älterer Bruder Berthold von Stauffenberg den Kreis um den Dichter Stefan George und wurden anschließend in den Freundeskreis von diesem aufgenommen.2

Nachdem Claus von Stauffenberg im April 1926 sein Abitur vorzeitig bestanden hatte trat er drei Wochen später in das Reiterregiment 17 in Bamberg als Fahnenjunker ein. Daraufhin besuchte er die Kavallerieschule in Hannover, schloss die Offiziersprüfung als Jahrgangsbester der Kavallerie ab und bekam einen Ehrensäbel. Nach einem Minenwerferlehrgang in Döberitz wurde er im März 1931 Kommandeur des Minenwerferzugs. Bei den Reichspräsidentenwahl 1932 sprach sich Claus von Stauffenberg für Hitler aus, durfte jedoch als Offizier nicht wählen. Hitlers Konkurrent Paul von Hindenburg „sei reaktionär und viel zu alt“3. Hindenburg wurde jedoch mit 53,1 Prozent erneut Reichspräsident. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begrüßte Stauffenberg ausdrücklich, da er von den Erneuerungsideen der NS-Regierung beeindruckt war und erhoffte sich einen nationalen Wiederaufbau. Hitler versprach das Selbstwertgefühl zu stärken und die Volksgemeinschaft auf ein Ideal zu erheben. Jedoch erkannte man nicht, dass die Juden von diesen Versprechungen ausgeschlossen waren. Unter der NS-Regierung wurde Claus am 1. Mai 1933 zum Oberleutnant befördert.

Claus von Stauffenberg ließ seine familiären Wünsche auch nicht außer Acht und heiratete am 26. September 1933 Nina von Lerchenfeld, mit der er seit drei Jahren heimlich verlobt war. Claus bekam mit ihr fünf Kinder: Berthold, Heimeran, Franz-Ludwig, Valerie und Konstanze.

Seine Karriere setzte Claus von Stauffenberg 1934 als Bereiter-Offizier an der Kavallerieschule Hannover fort. Dort absolvierte er eine Wehrkreisprüfung und erwarb das Diplom als Militärdolmetscher in Englisch und erhielt dafür einen zweiwöchigen Aufenthalt an der Militärakademie in Großbritannien. Sein Ziel war es, eine Ausbildung als Generalstabsoffizier an der Kriegsakademie in Berlin zu erreichen. Dazu musste man jedoch in die Begabtenauslese kommen. Da Claus von Stauffenberg schon Beachtliches erreicht hatte wurde er nach seinem Englandaufenthalt in die Begabtenauslese aufgenommen und war somit für die Ausbildung zum Generalstabsoffizier qualifiziert.

Nach seiner erfolgreichen Ausbildung wurde er am 1. Januar 1937 zum Rittmeister befördert. Am 1. August 1938 wurde er als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) zur 1. Leichten Division in Wuppertal abkommandiert und erreichte eines seiner festgelegten Ziele.4 Ein Jahr später am 1. September 1939 brach der zweite Weltkrieg aus, den Claus von Stauffenberg trotz der Furchtbarkeit eines Krieges als eine Erlösung ansah.5 Im selben Jahr wurde Claus von Stauffenberg gebeten an einem Umsturzversuch teilzunehmen, er lehnte jedoch, obwohl er von den Ausschreitungen der Reichspogromnacht entsetzt war, ab. Er stand in einem Zwiespalt zwischen seinem Treueeid und dem Widerstand gegen die Politik Hitlers. Seine nächste wichtige Beförderung zum Major im Generalstab fand am 1. Januar 1941 statt. Darauf folgte im Januar 1943 die Beförderung zum Oberstleutnant i. G.

1943 wurde Stauffenberg als Erster Generalstabsoffizier der 10. Panzerdivision nach Tunesien versetzt um den Rückzug von Generalfeldmarschall Erwin Rommel zu decken. Bei einem Tieffliegerangriff durch alliierte Jagdbomber wurde Stauffenberg jedoch schwer verletzt und verlor sein linkes Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand. Mittlerweile war auch er davon überzeugt, dass Hitler beseitigt werden müsse, da seine Politik sehr viele Verluste verursachte. Nach seiner Genesung wurde ihm das Goldene Verwundetenabzeichen verliehen und anschließend wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Nach seinem Erholungsurlaub in Lautlingen schloss er sich dem Kreisauer Kreis, einer Widerstandsgruppe, an und erarbeitete mit General Olbricht, Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Generalmajor von Treskow einen Staatsstreich unter dem Decknamen „Walküre“ aus.6

Durch seine Beförderung am 1. Juli 1944zum Oberst im Generalstab und zum Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres, hatte er nun auch direkten Zugang zu Hitler. Am 17. Juli 1944 erfuhr Stauffenberg, dass er am 20. Juli zu einer Besprechung in der Wolfschanze erscheinen müsse. An diesem Tag wollte er das geplante Attentat ausführen. Nach dem Scheitern des Attentates, sowie des Staatsstreiches am 20. Juli 1944 in Berlin wurde Stauffenberg verhaftet. Am selben Tag ordnete General Fromm eine sofortige Hinrichtung wegen Hochverrats an. Claus Schenk Graf von Stauffenberg solle kurz vor dieser „Es lebe das heilige Deutschland“ gerufen haben. Er wurde vorerst mit Uniform und Ehrenzeichen bestattet, doch Himmler ließ ihn wieder ausgraben, verbrennen und seine Asche über die Felder streuen.

3. Das Attentat

3.1 Vor dem Attentat

Hitlers Politik wurde von vielen zivilen Kreisen kritisiert. Es bildeten sich zum Teil auch Widerstandgruppen, die bereit waren alles zu tun um Hitler zu beseitigen. Hitler war jedoch nur schwer verwundbar. Er überlebte 42 dokumentierte Attentate, die er am Ende als Beweis dafür sah, von Gott bestimmt zu sein und betrachtete diese letztlich als Vorsehung. Ein Attentat auf Hitler zu planen war recht schwer. Öffentliche Veranstaltungen wurden teilweise kurzfristig abgesagt oder verschoben. An die Zeitpläne hielt er sich ebenso wenig. Dies machte die feste Planung eines Attentats fast unmöglich.

Einen festen Termin gab es für Hitler jedoch immer, den 8. November. Dies war der Jahrestag des gescheiterten Putsches, an dem er jedes Jahr eine Rede im Münchener Bürgerbräukeller hielt. Georg Elsner (1903-1945) wusste, dass er 1939 wieder eine Rede halten würde und entschied sich eine Zeitbombe „in jene bestimmte Säule hinter dem Rednerpodium zu packen“7. Die Säule habe er ausgewählt, da er ebenfalls geplant hatte, andere in der Führung zu töten, indem er das Gebäude einstürzen lies. Doch dieser Plan scheiterte, da Hitler seine Ansprache kürzer als vermutet hielt. Die Bombe explodierte dreizehn Minuten nachdem Hitler das Gebäude verlassen hatte.

Nach diesem gescheiterten Attentat wurden die Sicherheitsvorkehrungen für Hitler um ein vielfaches erhöht. Für die zivile Bevölkerung war ein Attentat auf Hitler fast unmöglich geworden. Nur die Wehrmacht hatte die Möglichkeit, Hitler so nah zu kommen um ihn auch töten zu können.

Für den 16. Dezember 1943 plante Hauptmann Axel von dem Bussche, Hitler bei einer Winteruniformenvorführung zu töten. Er ließ sich als „Modell“ einteilen und plante mit zwei entsicherten Handgranaten in den Taschen Hitler zu umklammern bis die Handgranaten explodieren würden. Doch am Abend vorher brannte der Güterwagon mit den Uniformen ab und die Vorführung wurde abgesagt.

Es gab keinen Verschwörer, der direkten Zugang zu Hitler hatte bis Claus von Stauffenberg zum Chef des Stabes des Ersatzheeres befördert wurde. Stauffenberg entschied sich bzw. sah sich gezwungen, das Attentat selbst durch zu führen. Nach langer Planung scheiterte sein Plan zweimal. Den ersten Attentatsversuch am 11. Juli 1944 brach er ab, weil Heinrich Himmler nicht an der Besprechung teilnehmen sollte. Am 15. Juli 1944 musste Stauffenberg nochmals abbrechen, da Hitler, während Stauffenberg von einem Telefonat zurückkehrte, den Raum verließ. Seine letzte Chance war nun der 20. Juli 1944.

3.2 Die Planung

Der Umsturzplan bestand aus zwei Teilen. Einmal das Attentat auf Hitler selbst und danach der darauffolgende Staatsstreich. Das Attentat auf Hitler sollte durch zwei Bomben (C1) mit je einem Kilo Sprengstoff (C1) aus britischer Herstellung erfolgen. Die Bomben konnte Stauffenberg problemlos in die Hochsicherheitszone „Wolfschanze“ hinein transportieren, da nur Personenkontrollen durchgeführt wurden.

„Wir hatten wirklich Anweisung, nur Personenkontrollen vorzunehmen, keine Gepäckkontrollen, keine Kontrollen von Aktentaschen, auch nicht auf Waffen. Da hätte jemand ein Maschinengewehr auf dem Rücken tragen können, ich hätte ihn trotzdem durchgelassen“8 sagte später der Wachposten Kurt Salterberg.

Damit Claus von Stauffenberg genug Zeit hatte den Besprechungsraum zu verlassen, wurden chemische Zeitzünder verwendet. Der Plan war recht einfach. Stauffenberg sollte vor der Besprechung die Zünder mittels einer gesonderten Zange aktivieren, beide Sprengsätze in seine Aktentasche packen und zur Besprechung gehen. Anschließend musste er die Tasche sehr nah an Hitler platzieren.

Olbricht, der ebenfalls eine wichtige Rolle für den Umsturz spielte, sollte aus Berlin die Wolfschanze kontaktieren, um Stauffenberg an das Telefon zu bitten. Stauffenberg sollte somit unter einem Vorwand den Bunker verlassen können und mit dem Wagen, den Werner von Heaften schon vorher organisiert hatte, sich in Richtung Flugplatz bewegen. Nach der Explosion sollten alle Nachrichtenverbindungen durch General Erich Fellgiebel abgeschnitten werden, sodass aus der Wolfschanze keine Nachrichten mehr gesendet werden können. Währenddessen sollte der Generaloberst Fromm im Bendlerblock in Berlin den Walküre-Plan auslösen und somit den Staatsstreich einleiten. Der Staatsstreich „Walküre“ musste jedoch viel früher geplant werden. Der Walküre-Plan war ursprünglich dafür vorgesehen um innere Unruhen durch das Ersatzheer niederzuschlagen, falls Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene in Deutschland einen Aufstand starten sollten. Henning von Tresckow und Claus Schenk Graf von Stauffenberg sahen Lücken und Schwachstellen in diesem Plan und nutzten die Gelegenheit den Plan unauffällig umzuschreiben. Sie fügten teilweise neue Befehle ein, so dass durch den Walküre-Plan die SS, SD, die Gestapo und die NSDAP im Rahmen des Planes durch das Ersatzheer ausgeschaltet werden konnten. Somit konnten sie ihre eigene Regierung in einem „unauffälligen“ Putsch durchsetzen. Stauffenberg hatte als einziger unter den Verschwörern Zugang zu Hitler. Er präsentierte persönlich die überarbeitete Version der Walküre-Pläne an Hitler und ließ sie ihn dann auch unterschreiben.

Nach einem erfolgreichen Putsch, sollte anschließend im Radio die Übernahme der Regierung an die Bevölkerung verkündet werden.

Demnach hatte Stauffenberg eine Doppelposition. Er musste sowohl die Bombe in der Wolfschanze (Ostpreußen) zünden als auch schnellstmöglich wieder nach Berlin zurückkehren um dort den Staatsstreichversuch zu leiten.

Somit war alles für einen reibungslosen und schnellen Umsturz vorbereitet.

3.3 Durchführung

Der 20.Juli 1944, heute sollte die große Wende in der deutschen Geschichte kommen und das NS-Regime endgültig beseitigt werden.

Am frühen Morgen um 6 Uhr verließ Claus von Stauffenberg sein Haus an der Tristianstraße 8 in Wannsee. Stauffenberg und der Fahrer Karl Schweizer fuhren anschließend zum Flugplatz Rangsdorf. Dort warteten bereits die Mitverschwörer Stauffenbergs Adjutant Oberleutnant Werner von Haeften und Generalmajor Hellmuth Stieff. Um 7 Uhr kamen sie am Flugplatz Rangsdorf im Süden Berlins an, starteten jedoch aufgrund des Morgennebels erst um 8 Uhr. Die Sprengstoffpakete mit je einem Kilo Gewicht trug Werner von Heaften in seiner Aktentasche mit sich.

Um 10.15 Uhr landete die Maschine auf dem Flugplatz Rastenburg in Ostpreußen. Mit einem Wagen der Kommandantur fuhren sie anschließend zur sechs Kilometer entfernten Wolfsschanze. Die Wolfsschanze hatte drei sogenannte Sperrkreise.

Um 11.00 Uhr erreichte Stauffenberg Sperrkreis I, in dem auch die Besprechung um 13.00 Uhr stattfinden sollte. Nach einer reinen Personenkontrolle durchquerte er die Grenze zum Inneren des Sperrkreises I und meldete sich bei Feldmarschall Keitel um mögliche Fragen während der Lagebesprechung noch einmal durchzugehen.

Kurze Zeit später erreichte Keitel ein Anruf. Die Lagebesprechung sei aufgrund des zu erwartenden Besuches von Benito Mussolinis um eine halbe Stunde vorverlegt worden. Stauffenberg blieben somit nur wenige Minuten Zeit um die Bomben scharf zu machen. Unter dem Vorwand sein Hemd wechseln zu wollen bat Stauffenberg um einen Raum. Zusammen mit Haeften, der die Bomben dabei hatte, betraten sie schnell das Zimmer um die Bombe scharf zu machen. Haeften packte die Sprengsätze, Zeitzünder und die spezielle Flachzange aus. Um die Bombe zu aktivieren, musste Stauffenberg zuerst die Sprengsätze mit einem Zünder versehen und anschließend die Säureampulle mit der Flachzange zerbrechen, sodass die Säure anfängt den Draht zu zersetzten, der den Schlagbolzen für die Zündung hält.

Kurz nachdem er die erste Bombe scharf gestellt hatte, öffnete plötzlich Oberfeldwebel Vogel die Tür und stieß gegen Stauffenbergs Rücken. Oberfeldwebel Vogel teilte anschließend mit, dass General Fellgiebel um Rückruf bete, während im Hintergrund Oberstleutnant John von Freyend nach Stauffenberg rief. Der Anruf vom Mitverschwörer Fellgiebel war eigentlich geplant, damit Stauffenberg später einen Vorwand gehabt hätte, die Besprechung verlassen zu können. Der Zeitpunkt jedoch war sehr ungünstig, so dass sich Stauffenberg entschied nur die eine aktivierte Bombe in seine Aktentasche zu legen. Die andere Bombe und die Zünder nahm Haeften überstürzt an sich und verließ den Raum. Stauffenberg machte sich kurz darauf auf den Weg zum Besprechungsraum.Um 12.32 Uhr betrat Stauffenberg den Besprechungsraum. Um den großen Eichentisch waren schon 25 Personen schon versammelt. Stauffenberg nahm den Platz neben Hitler ein und platzierte seine Aktentasche so nah wie möglich an Hitler. Unter dem Vorwand telefonieren zu müssen, verließ Stauffenberg zusammen mit Oberstleutnant John den Raum.

Stauffenberg legte den Hörer zur Seite, verließ den Raum und stieg zusammen mit Haeften und Fellgiebel in den Wagen. In diesem Moment explodierte die Bombe. Dabei starben 4 Personen, die restlichen Teilnehmer wurden mittelschwer verletzt. Hitler war unversehrt. Das erste Tor konnten sie noch problemlos durchqueren. Als sie jedoch am zweiten Tor ankamen wurde bereits der Alarm ausgelöst. Feldwebel Kolbe verweigerte die Durchfahrt. Stauffenberg forderte eine Telefonverbindung zu dem Kommandanten des Führerhauptquartiers. Dort erlaubte anschließend Rittmeister Möllendorf, der vorübergehend den Kommandanten vertrat und den Grund der Explosion nicht kannte, die weitere Durchfahrt für Stauffenberg. Daraufhin machten sie sich so schnell wie möglich auf dem Weg zum Flugplatz. Dort stiegen sie um 13.15 Uhr in das Flugzeug ein und trafen nach ca. 2 Stunden Flug in Berlin Rangsdorf ein.

Olbricht hatte immer noch Operation Walküre nicht ausgelöst, weil er noch keine eindeutigen Hinweise auf Hitlers Tod bekommen hatte. Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim versetzte jedoch ohne die Erlaubnis von Olbricht das Ersatzheer in Alarmbereitschaft. Erst als Haeften nach der Landung mit General Olbricht telefonierte und ihm ausdrücklich übermittelte, dass Hitler tot sei, löste Olbricht Operation Walküre im Namen von Generaloberst Fromm aus, der bereits telefonisch über das Scheitern des Attentates informiert war und sich dem Auslösen von Walküre widersetzte. Wenig später erschien Stauffenberg im Bendlerblock und ging persönlich zu Fromm und versuchte Ihn davon zu überzeugen, dass Hitler tot sei. Fromm jedoch riet Stauffenberg aufgrund des gescheiterten Attentats sich selbst zu erschießen oder er müsse ihn verhaften lassen. Olbricht drehte jedoch den Spieß um und veranlasste die Verhaftung von Fromm. Stauffenberg machte sich anschließend an die Arbeit und telefonierte mit den vielen verschiedenen Wehrkreisen. Goebbels Verhaftung war ebenfalls Bestandteil des Walküre-Plans. Major Remer betrat persönlich Goebbels Büro und informierte ihn über die Verhaftung. Goebbels stellte daraufhin eine persönliche Telefonverbindung mit Hitler her. Hitler fragte anschließend den Major: „Erkennen Sie meine Stimme?“9.Major Remer erkannte seine Stimme sofort, wurde während des Telefonates befördert und mit der Niederlegung des Putsches beauftragt. Um ca. 21.00 Uhr wurde der Bendlerblock von Remers Wachbataillons besetzt und Fromm wieder befreit. Um 00.10 informierte er alle Wehrkreise, dass der Putschversuch niedergeschlagen worden sei. Daraufhin wurden die VerschwörerGeneral Olbricht, Oberstleutnant von Haeften, Oberst Mertz von Quirnheim und Oberst Schenk Graf von Stauffenberg auf Befehl von Fromm exekutiert. Stauffenberg soll kurz vor seiner Erschießung „Es lebe das heilige Deutschland!“ gerufen haben.10

Um 00.01 sprach Hitler persönlich über alle Sender des Großdeutschen Rundfunks an das Volk.

[...]


1 Gerd Ueberschär, Stauffenberg – Der 20. Juli 1944, Frankfurt am Main, 2004, S.88

2 Harald Steffahn, Stauffenberg, Hamburg, 1994, S. 18-24

3 Guido Knopp, Stauffenberg- Die wahre Geschichte, 2008, S. 55

4 Guido Knopp, Stauffenberg – Die wahre Geschichte, 2008, S.86

5 Guido Knopp, Stauffenberg – Die wahre Geschichte, 2008, S.94

6 Christian Graf von Krockow, Eine Frage der Ehre, Berlin, 2002 S. 95-105

7 Berliner Verhörprotokoll 3.Tag , http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/geverhoer3.htm, aufgerufen am 10.02.16

8 Guido Knopp, Stauffenberg – Die wahre Geschichte, 2008, S.188

9 Christian Graf von Krockow, Eine Frage der Ehre,2002, S.139

10 Harald Steffahn, Stauffenberg, 1994, S. 129

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Claus von Stauffenberg. Die Biographie, das Attentat und eine Analyse einer Rundfunkansprache von Hitler nach dem Attentat
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V321212
ISBN (eBook)
9783668205673
ISBN (Buch)
9783668205680
Dateigröße
891 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hitler, Claus, von, Stauffenberg, Attentat, Geschichte, Facharbeit
Arbeit zitieren
Bahadir Oral (Autor), 2016, Claus von Stauffenberg. Die Biographie, das Attentat und eine Analyse einer Rundfunkansprache von Hitler nach dem Attentat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321212

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