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Wie funktioniert die gesellschaftliche Realität? Einführung in die Sozialontologie John Searles

Titel: Wie funktioniert die gesellschaftliche Realität? Einführung in die Sozialontologie John Searles

Seminararbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Gino Krüger (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in einer institutionellen Welt. Geld, sozialer Status und Pflichten bestimmen unser tägliches Leben in einer derartig umfassenden Art und Weise, dass wir uns ihrer Omnipräsenz kaum oder gar nicht mehr bewusst sind. Was auch nicht verwunderlich ist, denn schließlich erblicken wir das Licht dieser Welt und beginnen von der Pike auf zu lernen, wie man sich in der gesellschaftlichen Wirklichkeit zurechtfindet. Dieses Phänomen erscheint umso beachtlicher, bedenkt man, dass wir nicht einmal genau verstehen wie diese Wirklichkeit tatsächlich funktioniert. Unser Unwissen wird vor allem dann deutlich, wenn man einen Blick auf einige Institutionen wirft, die wir alltäglich und selbstverständlich nutzen.

Es ist ein äußerst befremdlicher Gedanke, dass Institutionen unser Leben signifikant bestimmen, wir uns aber nicht wirklich im Klaren darüber sind wie dies von statten geht. Diesem Unverständnis entgegnet John Searle in seinem Werk „Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit“, indem er eine umfassende Theorie für die Beschaffenheit der gesellschaftlichen Realität, ihrer Funktionsweise und ihrer Relation zur Wirklichkeit im Allgemeinen konzipiert. Demgemäß ist es das Ziel dieser Ausarbeitung, die fundamentalen Gedankengänge von Searle zu rekonstruieren, um somit eine konsistente Erklärung für folgende Fragen zu liefern: 1.) Wie die gesellschaftliche Wirklichkeit beschaffen? 2.) In welcher Korrelation steht sie zu unserer Allgemeinen Ontologie? und 3.) Wie generiert sie Mächte, welche unser Leben gänzlich durchdringen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Fundament – Grundlagen der Searle'schen Sozialontologie

2.1 Searle's Methodologie

2.2 Ontologische & epistemologische Prämissen

3 Das konstruktive Bewusstsein

4 Die Beschaffenheit der gesellschaftlichen Realität

4.1 Die Erzeugung der gesellschaftlichen Realität

4.2 Die Konstitutive Funktion der Sprache

5 Institutionelle Macht

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Rekonstruktion der von John Searle entwickelten Theorie der sozialen Ontologie, um zu erklären, wie gesellschaftliche Wirklichkeit beschaffen ist, in welchem Verhältnis sie zur allgemeinen Ontologie steht und wie sie Machtstrukturen generiert, die den Alltag durchdringen.

  • Die methodischen Grundlagen der Searle'schen Sozialontologie
  • Die Rolle des Bewusstseins und der Intentionalität bei der Konstruktion sozialer Tatsachen
  • Der Mechanismus der Funktionszuweisung und Statusfestlegung
  • Die konstitutive Funktion der Sprache für institutionelle Wirklichkeiten
  • Die Entstehung und Kategorisierung von institutioneller Macht

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Erzeugung der gesellschaftlichen Realität

Institutionelle Tatsachen sind eine Meisterleistung der mentalen Kapazitäten des menschlichen Bewusstseins. Sie illustrieren eindrucksvoll wozu unser Geist im Stande ist, nämlich der Erzeugung funktionaler Systemstrukturen, einer hoch entwickelten Form des Werkzeuggebrauches. Die Komplexität dieser Funktionssysteme lässt sogar anmuten, dass eine zweite Realität, eine gesellschaftliche Realität, neben der ontologisch objektiven Wirklichkeit existiert. Jedoch wird sich zeigen, dass diese gesellschaftliche Wirklichkeit lediglich Ausfluss unserer mentalen Kapazitäten und somit integraler Bestandteil der Wirklichkeit im Allgemeinen ist.

Prinzipiell bringen institutionelle Tatsachen, genau wie gesellschaftliche Tatsachen, kooperative Verhaltensweisen zum Ausdruck, die auf das Phänomen der kollektiven Intentionalität zurückzuführen sind. Die Manifestationen dieses Phänomens werden von uns, teils explizit zum Zweck des Erkenntnisgewinns aber auch implizit, gemäß internalisierter Wertesysteme, mittels eines funktionalen Vokabulars beschrieben. So sagen wir beispielsweise, dass die Funktion der Rudeljagd in der Maximierung der Jagderfolgschancen, durch kooperatives Verhalten, besteht. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass Funktion und Funktionalität einer Praktik immer nur in Relation zum jeweiligen System-Telos bestehen – in diesem Beispiel ist die Funktion, welche wir der Rudeljagd zuweisen, das Fungieren als Mittel zum Zweck des Überlebens. Neben der Beschreibung dieser s.g. Nicht-Verwendungsfunktionen ist es, besonders für unsere Gattung, typisch, dass wir den Entitäten der uns umgebenden Welt Funktionen auferlegen, um diese als Mittel für unsere Zwecke instrumentalisieren zu können. Searle spricht in diesem Kontext von Verwendungsfunktionen, wobei diese Kategorie wiederum in zwei Subkategorien zerfällt: 1.) Verwendungsfunktionen, die ihre Funktion mittels ihrer bloßen physischen Beschaffenheit verrichten. So kann ein Schafspelz, aufgrund seiner bloßen materiellen Eigenschaften, etwa die Funktion einer Decke verrichten; und 2.) Verwendungsfunktionen, die ihre Funktion nur mittels derartiger Eigenschaften erfüllen, die ihnen kollektiv auferlegt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die allgegenwärtige Bedeutung institutioneller Wirklichkeit ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Konstruktion und Funktionsweise sozialer Realität bei John Searle.

2 Das Fundament – Grundlagen der Searle'schen Sozialontologie: Das Kapitel erläutert Searles methodischen Ansatz sowie die ontologischen und epistemologischen Grundannahmen, insbesondere den externen Realismus und die Korrespondenztheorie der Wahrheit.

2.1 Searle's Methodologie: Hier wird der analytische Prozess beschrieben, den Searle verwendet, um soziale Phänomene durch Zerlegung und Hypothesenbildung auf ihre Struktur hin zu untersuchen.

2.2 Ontologische & epistemologische Prämissen: Es wird dargelegt, wie die Welt als ontologisch objektiv verstanden wird, während soziale Eigenschaften oft beobachterrelativ und ontologisch subjektiv sind.

3 Das konstruktive Bewusstsein: Dieses Kapitel behandelt die Rolle von Intentionalität und kollektivem Bewusstsein („Wir-Bewusstsein“) als Basis für kooperative Handlungen und die Zuweisung von Funktionen.

4 Die Beschaffenheit der gesellschaftlichen Realität: Hier werden institutionelle Tatsachen als Regelkonstrukte definiert, die auf kollektiver Intentionalität basieren und durch konstitutive sowie regulative Regeln strukturiert sind.

4.1 Die Erzeugung der gesellschaftlichen Realität: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die menschliche Fähigkeit, Objekten Statusfunktionen zuzuweisen, wodurch eine komplexe soziale Wirklichkeit auf Basis mentaler Kapazitäten entsteht.

4.2 Die Konstitutive Funktion der Sprache: Es wird analysiert, warum Sprache eine notwendige Grundlage für alle anderen Institutionen bildet und wie sie durch Symbolisierung von Status die Existenzbedingungen institutioneller Tatsachen mitbestimmt.

5 Institutionelle Macht: Das abschließende Kapitel untersucht, wie durch die Zuweisung von Status Machtverhältnisse entstehen und kategorisiert diese in symbolische, deontische, Ehren und mittelbare Verfahrensschritte.

Schlüsselwörter

John Searle, Sozialontologie, gesellschaftliche Wirklichkeit, Institutionen, Statusfunktion, kollektive Intentionalität, externe Realität, Sprachphilosophie, Performative Äußerungen, institutionelle Macht, deontische Macht, instrumentelle Vernunft, soziale Konstruktion, analytische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die von John Searle entwickelte Theorie der sozialen Ontologie, um zu ergründen, wie gesellschaftliche Realität durch menschliches Handeln konstruiert wird.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Bewusstseins, das Konzept der kollektiven Intentionalität, die Zuweisung von Statusfunktionen sowie die fundamentale Rolle der Sprache für soziale Institutionen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt danach, wie die gesellschaftliche Wirklichkeit beschaffen ist, wie sie mit der allgemeinen Ontologie korreliert und wie soziale Macht, die unser Leben durchdringt, generiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine rekonstruktive Analyse der Werke John Searles vorgenommen, die durch eine methodische Zerlegung sozialer Phänomene und deren Einordnung in philosophische Kategorien geprägt ist.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der methodischen Grundlagen, die Bedeutung des Bewusstseins, die Struktur institutioneller Tatsachen und die daraus resultierenden Machtverhältnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Statusfunktion, kollektive Intentionalität, institutionelle Tatsachen und die konstitutive Funktion der Sprache.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen rohen und institutionellen Tatsachen eine so wichtige Rolle?

Sie ist zentral, um zu verstehen, dass institutionelle Tatsachen – anders als physische „rohe“ Gegebenheiten – ihre Existenz ausschließlich der kollektiven Akzeptanz und Anerkennung durch soziale Akteure verdanken.

Welchen Einfluss hat die Sprache auf die Entstehung von Macht?

Sprache fungiert als Medium der Statuszuweisung, durch die Personen oder Strukturen Handlungsvollmachten oder Pflichten (deontische Macht) zugeschrieben werden, was wiederum soziale Hierarchien und Machtverhältnisse konstituiert.

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Details

Titel
Wie funktioniert die gesellschaftliche Realität? Einführung in die Sozialontologie John Searles
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
John Searle -- die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit
Note
1,0
Autor
Gino Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V322180
ISBN (eBook)
9783668213654
ISBN (Buch)
9783668213661
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Sprachphilosophie Konstruktivismus Searle Analytische Philosophie Institutionen Intentionalität Kollektive Intentionalität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gino Krüger (Autor:in), 2013, Wie funktioniert die gesellschaftliche Realität? Einführung in die Sozialontologie John Searles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322180
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Leseprobe aus  18  Seiten
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