Berufliche Belastung in der Altenpflege. Möglichkeiten der Aufdeckung und Prävention


Hausarbeit, 2015
9 Seiten, Note: 1,8
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teil A: Excerpt

Teil B: Textliche Darstellung

Einleitung

1 Ursachen für frühzeitiges Ausscheiden aus dem Altenpflegeberuf

2 Das betriebliche Gesundheitsmanagement
2.1 Verhaltens- und Verhältnisprävention

3 Interaktive Arbeit
3.1 Die empirischen Untersuchung in der interaktiven Arbeit

4 Die Kontrastive Aufgabenanalyse
4.1 Die Handlungsregulationstheorie nach Volper

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Excerpt

Hausen, Rieder, Herms und Schröder kommen in Ihrer Untersuchung zur Arbeitsplatzanalyse zu dem Ergebnis, dass die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements gesundheitserhaltende und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen schaffen kann und somit physischen und psychischen Belastungen der Pflegekräfte in Altenpflegeheimen entgegen zu wirken. Die Analyse zur aktuellen Arbeitssituation liegt dem klassischen Regelkreis zugrunde, wodurch Maßnahmen zur Gestaltung von „gesunden“ Arbeitsbedingungen in der interaktiven Arbeit in Seniorenzentren erfolgen können. Diese setzen zunächst die Analyse der aktuellen Arbeitssituation voraus und zielen sowohl auf Verhältnis- als auch auf Verhaltensprävention ab. Nach Auffassung der Autoren sind arbeitspsychologische Verfahren, wie die „kontrastive Aufgabenanalyse“ (KABA) zur Arbeitsanalyse bestens geeignet. Grundlage dafür bietet die Handlungsregulationstheorie nach Volpert, welche die psychische Regulation von Arbeitstätigkeiten beschreibt. Instrument zur Analyse der Bedingungen interaktiver Arbeit in Seniorenzentren ist das modifizierte Verfahren KABAinterakt, welches in mehrere Module unterteilt ist. Laut der Autoren bietet es Vorteile dahingehend, dass Arbeitsbedingungen detailliert untersucht und beschrieben werden können und Altenpflegekräfte mit ihrem Erfahrungswissen als Experten im Rahmen von Beobachtungsinterviews in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden können. Zudem soll KABAinterakt die interaktive Arbeit professionalisieren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass „gesündere“ Arbeitsplätze sich auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt und die Qualität der Versorgung beeinflusst wird, welche wiederum Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehms hat. Somit empfehlen die Autoren die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements mit genauen analytischen Verfahren.

Anita Hausen, Kerstin Rieder, Isabel Herms, Marco Schröder (2012): Berufliche Belastungen aufdecken. In: Pflegezeitschrift 2012, Jg 65, Heft 5: 294-297

Einleitung

Bedingt durch den demografischen Wandel und einer stetig wachsender Anzahl an älteren und multimorbiden Menschen mit Demenz, steigt die Nachfrage an Leistungen in der Pflege und der psychosozialen Betreuung immer weiter an (vgl. Hausen et al. 2012: 294). Hohe berufliche Anforderungen an die Altenpflegekräfte sind die Folge dieser Zunahme und führen zu ausgeprägten, arbeitsbedingten psychischen und physischen Belastungen (vgl. Hausen et al. 2012: 294). Objektive Faktoren, wie Zeitdruck und Unterbrechung der Arbeitsabläufe durch Kollegen oder Bewohner, führen zu subjektiv erlebten Beanspruchungen, welche sich unterschiedlich stark auf die physische und psychische Gesundheit der Altenpflegekräfte und die Qualität der interaktiven Arbeit auswirken (vgl. Hausen et al. 2012: 294).

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege analytisch erfasst und optimiert werden können, um physische und psychische Belastungen der Mitarbeiter aufzudecken und diesen entgegen zu wirken. Dazu soll die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagement (Kapitel 2) näher beleuchtet werden. Die interaktive Arbeit (Kapitel 3) ist unerlässlich für die Durchführung pflegerischer Tätigkeiten und wird im Weiteren erläutert. Als arbeitspsychologisches Verfahren wird die kontrastive Aufgabenanalyse (Kapitel 4) vorgestellt.

1 Ursachen für frühzeitiges Ausscheiden aus dem Altenpflegeberuf

Bedingt durch hohe Anforderungen an die berufliche Qualifikation und an das persönliche und soziale Engagement der Altenpflegekräfte, kommt es immer häufiger zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Altenpflegeberuf (vgl. Schmidt et al. 2013: 4). Nach Schmidt ist die verminderte Erwerbsfähigkeit durch Krankheiten des Skeletts, der Muskulatur oder des Bindegewebes, sowie Erkrankung des Kreislaufsystems oder psychische Störungen Ursache hierfür. Der Verband der Rentenversicherungsträger geht aktuell von 1.650.00 Personen mit Erwerbsminderungs- oder Berufsunfähigkeitsrente aus (vgl. Schmidt et al. 2013: 4).

2 Das betriebliche Gesundheitsmanagement

Für die Arbeit in der Altenpflege wird die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements immer bedeutender (vgl. Hausen et al. 2012: 294). Um die Persönlichkeit der Pflegekraft zu fördern und deren Gesundheit zu erhalten, ist das Gesundheitsmanagement auf die Schaffung von Arbeitsbedingungen ausgerichtet, die die Arbeitszufriedenheit, sowie eine Verbesserung der Gesundheitssituation zum Ziel haben (vgl. Schmidt et al. 2013: 3). Um Fehlzeiten vorzubeugen, diese zu vermeiden oder zu verringern, ist die Erhöhung der Gesundheitsquote und der Leistungsbereitschaft als wirtschaftliches Ziel zu betrachten (vgl. Schmidt et al. 2013: 3). Angewandt wird das betriebliche Gesundheitsmanagement „[...] schon bei noch Gesunden mit primären und bereits chronisch erkrankten Mitarbeitern mit sekundären Präventionsmaßnahmen“ (Schmidt et al. 2013: 4). Laut des Bundesministeriums für Gesundheit, ist die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zentrales Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). So sind der Gesundheits- und Arbeitsschutz, das betriebliche Eingliederungsmanagement, sowie die Personal- und Organisationspolitik wesentliche Bereiche (BMG 2011; zit. n. Schmidt et al. 2013: 4).

2.1 Verhältnis- und Verhaltensprävention

Durch das betriebliche Gesundheitsmanagement können gesundheitserhaltende und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen geschaffen werden, welche auf die Verhältnis- und Verhaltensprävention abzielen (vgl. Hausen et al 2012: 294). Nach Schmidt können diese differenziert werden. Während die Verhaltensprävention unmittelbar das Individuum betrifft und auf das Gesundheitsverhalten, wie Gewohnheiten, Einstellungen, Handlungsweisen und deren Beeinflussung, wie Rauchen oder Essgewohnheiten von einzelnen Personen abzielt, ist das zentrale Ziel der Verhältnisprävention, negative Einflüsse auf die Gesundheit durch Umwelt- und Lebensbedingungen auszuschließen (vgl. Schmidt et al. 2013: 5).

Für Schmidt sind die Kombination der Prävention von Krankheiten des einzelnen Menschen und die Prävention seiner Umgebung am effektivsten. „Durch die Modifikation von Verhältnissen wird versucht, Verhalten zu ändern und umgekehrt“ (Lengerke; Manz 2007; zit. n.Schmidt et al. 2013: 5). Faller hingegen gibt an, dass eine klare Trennung zwischen dem menschlichen Verhalten und den äußeren Strukturen nach heutiger Theorienbildung nicht möglich ist. Ebenso kann ein kollektives Verhalten Prozesse und Strukturen verändern (Faller 2010; zit. n. Schmidt et al. 2013 :5).

3 Interaktive Arbeit

Die interaktive Arbeit wird als Prozess sozialer Abstimmung zwischen den Dienstleistungsgebern und Dienstleistungsnehmern, sowie zwischen Mitarbeitenden beschrieben (vgl. Hausen et al. 2012: 294). Sie ist eine anspruchsvolle Aufgabe und ist unverzichtbar für die Durchführung der sachlichen Pflegearbeit (vgl. Dunkel et al. 2012: 17). Interaktive Arbeit macht den Kern personenbezogener Dienstleistungsarbeit aus und ist ein wichtiger Teil der Dienstleistung selbst (vgl. Dunkel et al. 2012: 20). Im klassischen Regelkreis (siehe Abbildung) liegt die Analyse der aktuellen Arbeitssituation zugrunde, worauf Maßnahmen zur Gestaltung von „gesunden“ Arbeitsbedingungen in der interaktiven Arbeit in Seniorenzentren erfolgen können (vgl. Hausen et al. 2012: 294).

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäische Sozialfonds (ESF), entstand das Forschungs- und Gestaltungsprojekt „PIA - Professionalisierung interaktiver Arbeit“, welches die Entwicklung spezifischer Forschungsmethoden und die Ausarbeitung theoretischer Konzepte in der interaktiven Arbeit im Besonderen erfassen kann (vgl. Dunkel et al. 2012: 17). Dunkel erwähnt im Weiteren, dass eine empirische Untersuchung der interaktiven Arbeit in drei verschiedenen Praxisfeldern, in der Altenpflege, in der Hotelerie und der Infrastrukturdienstleistung der Deutschen Bahn, erfolgte. Als Beispiel für die Altenpflege führt er die morgendliche Grundpflege im Altenheim auf.

[...]

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Details

Titel
Berufliche Belastung in der Altenpflege. Möglichkeiten der Aufdeckung und Prävention
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,8
Jahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V322334
ISBN (eBook)
9783668214934
ISBN (Buch)
9783668214941
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
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Anonym, 2015, Berufliche Belastung in der Altenpflege. Möglichkeiten der Aufdeckung und Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322334

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