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Neoliberale Wirtschaftsreformen in der Bundesrepublik Deutschland

Title: Neoliberale Wirtschaftsreformen in der Bundesrepublik Deutschland

Term Paper , 2015 , 18 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Carsten Müller (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung von neoliberalen Wirtschaftsreformen unter der christlich-liberalen Koalition von Helmut Kohl und der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder. Die genaue Forschungsfrage ist, ob es sich um einen linearen Politikwandel vom keynesianischen-nachfrageorientierten zum neoliberalen-angebotsorientieren Wirtschaftsmodell gehandelt hat, oder ob die Reformen als historische Notwendigkeit vor dem Hintergrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit angesehen werden müssen.

In der Literatur wird diese Frage kontrovers diskutiert. Dabei gibt es sowohl Argumente für die Annahme der „Politik der kleinen Schritte“ (Beck/Scherrer 2005) als auch dafür, dass wesentliche Weichenstellungen bereits in den Jahren 1990 bis 1998 in der „informellen Großen Koalition“ im damals sozialdemokratisch dominierten Bundesrat durchgeführt wurden. Für diese Annahme des linearen Politikwechsels würde auch sprechen, dass die rot-grüne Koalition ab 1998 einen Wechsel von traditionell sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik hin zu neoliberalen Elementen durchgeführt hat.

Für die Schlussfolgerungen aus dieser Arbeit werden zwei Annahmen getroffen: Erstens wird erwartet, dass die deutsche Wiedervereinigung zu einer Unterbrechung der Reformbemühungen der christlich-liberalen Koalition geführt hat. Insbesondere wird erwartet, dass sich die Konsolidierung und Angleichung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Deutschen Demokratischen Republik über mehrere Jahre hinweggezogen hat. Zweitens wird erwartet, dass in Deutschland als eine „Konsensdemokratie“ wesentliche Veränderungen nur über die Zusammenarbeit mit der Opposition, unter anderem im Bundesrat, möglich waren.

Der Aufbau dieser Arbeit gestaltet sich wie folgt. Zunächst werden die theoretischen Annahmen, die hinter dem Neoliberalismus stehen, näher beleuchtet. Anschließend wird die Regierungszeit der christlich-liberalen Koalition von 1983-1998 und der rot-grünen Koalition von 1998-2005 analysiert, bevor die Ergebnisse dieser Arbeit in den Schlussfolgerungen abschließend zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie des Neoliberalismus

3. Regierungszeit von Helmut Kohl (1983-1998)

4. Regierungszeit von Gerhard Schröder (1998-2005)

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Einführung neoliberaler Wirtschaftsreformen in der Bundesrepublik Deutschland unter den Regierungen von Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Ziel ist es, zu klären, ob es sich um einen bewussten, linearen Politikwandel vom keynesianisch-nachfrageorientierten zum neoliberal-angebotsorientierten Modell handelte oder ob die Reformen als historische Notwendigkeit aufgrund wirtschaftlicher Krisen zu bewerten sind.

  • Theoretische Grundlagen des Neoliberalismus und dessen Abgrenzung zum Keynesianismus.
  • Analyse der wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter Helmut Kohl zwischen 1983 und 1998.
  • Untersuchung des Wandels unter der rot-grünen Koalition (Schröder) und der Agenda 2010.
  • Die Rolle der deutschen Wiedervereinigung als Transformationsfaktor und Reformhemmnis.
  • Evaluierung der Konsensdemokratie bei der Durchsetzung wirtschaftspolitischer Veränderungen.

Auszug aus dem Buch

2. Die Theorie des Neoliberalismus

Bei der Theorie des Neoliberalismus handelt es sich um ein internationales Phänomen, dessen intellektuelle Zentren ab den 1920er Jahren Wien, London, Chicago und Freiburg waren. Das erklärte gemeinsame Ziel bezog sich auf eine Wiederbelebung des Liberalismus-Begriffs aus dem 17.Jahrhundert mit seiner freiheitlichen Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Hintergrund zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die marxistische Kritik an der freien Marktwirtschaft und der Aufstieg von sozialistischen und totalitären Regimen. In späteren Jahren wurde er als Gegenmodell zur sowjetischen Planwirtschaft und dem keynesianischen Wohlfahrtsstaat entwickelt. Zentrale Ziele der Theorie beinhalteten eine freie Marktwirtschaft und einen freien Wettbewerb. Damit blieb der Freiheitsbegriff lediglich auf die Wirtschaft und nicht etwa auf persönliche Freiheiten bezogen. Der Staat sollte sich aus dem wirtschaftlichen Geschehen möglichst heraushalten und sich auf seine Grundfunktionen beschränken. Im Gegensatz dazu geht der Keynesianismus des britischen Ökonomen J.M.Keynes davon aus, dass die Selbstregulierung des Marktes nicht für Vollbeschäftigung sorgt. Stattdessen sollte der Staat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und insbesondere den Ausgleich der zyklischen Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage stabilisieren. Durch das antizyklische Verhalten des Staates, beispielsweise die kreditfinanzierte Ausgabenerhöhung bei schwacher Konjunktur oder die Ausgabensenkung bei starker Nachfrage, übernimmt er eine wirtschaftspolitisch wichtige Rolle ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Politikwandels von keynesianischen zu neoliberalen Modellen und stellt die Arbeitshypothesen zur Rolle der Wiedervereinigung und der Konsensdemokratie vor.

2. Die Theorie des Neoliberalismus: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen und intellektuellen Wurzeln des Neoliberalismus sowie dessen Abgrenzung gegenüber dem keynesianischen Wohlfahrtsmodell.

3. Regierungszeit von Helmut Kohl (1983-1998): Der Autor analysiert die wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter Kohl, unterteilt in Phasen der moderaten Liberalisierung und der tiefgreifenden Transformation nach der Wiedervereinigung.

4. Regierungszeit von Gerhard Schröder (1998-2005): Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der SPD zur "Neuen Mitte" und die Umsetzung der Hartz-Reformen als Teil der Agenda 2010.

5. Schlussfolgerungen: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die zentrale Frage nach dem linearen Politikwandel unter Einbeziehung der historischen Kontextfaktoren diskutiert.

Schlüsselwörter

Neoliberalismus, Soziale Marktwirtschaft, Keynesianismus, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Agenda 2010, Hartz-Reformen, Wiedervereinigung, Angebotsorientierte Politik, Konsensdemokratie, Wirtschaftsreformen, Wohlfahrtsstaat, Wettbewerberstaat, Arbeitsmarktpolitik, Privatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einführung neoliberaler Wirtschaftsreformen in Deutschland unter den Regierungen Kohl und Schröder und prüft, ob diese einem geplanten Paradigmenwechsel entsprachen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie des Neoliberalismus, die wirtschaftliche Transformation nach der Wiedervereinigung sowie die Hartz-Reformen unter der rot-grünen Koalition.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob der Wandel von keynesianischen zu neoliberalen Wirtschaftsmodellen einer langfristigen Strategie folgte oder als Reaktion auf wirtschaftliche Notwendigkeiten entstand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf Fachliteratur, um Regierungshandeln und ökonomische Rahmenbedingungen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der Ära Kohl inklusive der deutschen Einheit sowie die Darstellung der Ära Schröder und der Agenda 2010.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neoliberalismus, Agenda 2010, Soziale Marktwirtschaft, Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaftsreformen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Wiedervereinigung?

Die Wiedervereinigung wird als kritische Zäsur betrachtet, die einerseits Reformen erzwang, den politischen Prozess aber durch hohen Zeitdruck und Komplexität unterbrach.

Was war der "Dritte Weg" in der Schröder-Ära?

Der "Dritte Weg" war ein Versuch der Sozialdemokratie, einen Kompromiss zwischen dem traditionellen Sozialstaat und einem marktliberalen Gesellschaftsmodell zu finden, was zu einer Abkehr vom Keynesianismus führte.

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Details

Title
Neoliberale Wirtschaftsreformen in der Bundesrepublik Deutschland
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Course
Nach dem Boom. Die Strukturbrüche der 70er Jahre und die Anfänge der Gegenwart.
Grade
3,0
Author
Carsten Müller (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V322383
ISBN (eBook)
9783668216099
ISBN (Book)
9783668216105
Language
German
Tags
neoliberale wirtschaftsreformen bundesrepublik deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Müller (Author), 2015, Neoliberale Wirtschaftsreformen in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322383
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