Theodor Fontanes Roman "Effi Briest" gilt wohl als eines der am häufigsten ausdiskutierten Romane. Thematisiert wird in diesem Roman der Ehebruch der Protagonistin, Effi Briest, welcher dazu führt, dass Effi aus der Gesellschaft ausgestoßen wird und letztendlich stirbt.
In der vorliegenden Hausarbeit wird nicht sonderlich auf den konkreten Inhalt dieses Werkes, sondern auf die Fragestellung, welche Art der filmischen Adaption nach dem Modell von Helmut Kreuzer auf den Film "Effi Briest" von Huntgeburth, aus dem Jahre 2009, am ehesten zutrifft, eingegangen. Während die weibliche Hauptrolle der Effi Briest mit Julia Jentsch besetzt wird, übernimmt Schauspieler Sebastian Koch die männliche Hauptrolle des Geert von Innstetten.
Kreuzer unterscheidet grundsätzlich zwischen vier verschiedenen Arten einer Adaption, auf welche im Hauptteil genauer eingegangen wird. Anschließend wird dargestellt, welche Art der Adaption am ehesten auf den ausgesuchten Film passt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitendes Wort
2. Bezug auf die konkrete Fragestellung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Adaption des Romans „Effi Briest“ von Theodor Fontane durch die Regisseurin Hermine Huntgeburth im Jahr 2009. Ziel ist es, anhand des theoretischen Modells von Helmut Kreuzer zu bestimmen, welcher Kategorie die filmische Umsetzung zuzuordnen ist und wie durch gezielte Transformationen der Sinn des Werkes für ein modernes Publikum neu akzentuiert wird.
- Analyse filmischer Adaptionsarten nach Helmut Kreuzer
- Vergleich von Romanvorlage und filmischer Umsetzung
- Untersuchung der Regieentscheidungen zur Charakterdarstellung
- Bedeutung der Transformation von literarischen Inhalten in filmische Medien
Auszug aus dem Buch
2. Bezug auf die konkrete Fragestellung
Die erste und für Kreuzer gleichzeitig auch die uneigentlichste dieser vier Arten ist die Adaption als Aneignung von literarischem Rohstoff. Hierbei geht es darum, dass die Literatur bloß als ein Konzept für den Film gilt. Der Regisseur benutzt die Primärliteratur als Vorlage für sein Werk. Er versucht also nicht alles, als ein Ganzes zu übernehmen, sondern verwendet nur ihm persönlich sinnvolle Teile und bearbeitet diese erneut. Die Illustration, auch bebilderte Literatur, ist die zweite Art einer filmischen Adaption. Wenn der Regisseur sich dafür entscheidet, eine Literatur zu illustrieren, dann heißt es, dass er versucht, die Primärliteratur eins zu eins zu reflektieren. Er versucht also alles, so weit es ihm gelingt, in seinem Film vollständig umzusetzen. Sowohl die Handlung als auch die Figurenkonstellation bleibt erhalten. Anders als bei der ersten Art der Adaption übernimmt der Regisseur hier wörtliche Dialoge. Meistens wird dafür ein Off-Erzähler verwendet, der die jeweilige Textpassage aus dem Off heraus aufsagt, während gleichzeitig die Bilder der jeweiligen Szene abgespielt werden.
Als dritte Art der Adaption ist die Transformation bekannt. Will man eine Literatur transformieren, so entsteht ein neues, aber dennoch sehr analoges Werk. Hierbei ist es wichtig zu erkennen, dass nicht nur der Inhalt übernommen wird, sondern viel wichtiger auch der komplette Stil des Werks und am wichtigsten – der Sinn des Werkganzen. Dialoge jedoch müssen nicht wortwörtlich übernommen werden. Vielmehr ist es bei der Transformation so, dass es durchaus sinnvoll ist, den Text zu verändern, um dadurch die Analogie mehr in den Vorschein bringen zu können. Die Transformation lässt sich auch noch in zwei weitere Unterpunkte ausdifferenzieren. Ersteres ist die interpretierende Transformation. Hierbei ist es sehr wichtig, dass der Sinn des Werkganzen im Vordergrund steht. Ganz am Anfang muss man den Sinn erfassen, um dann den Rest gemäß der Literatur umsetzen zu können, ohne diesen zu verfälschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitendes Wort: Einführung in das Thema der Literaturverfilmung am Beispiel von Fontanes „Effi Briest“ und Vorstellung der methodischen Grundlage nach Helmut Kreuzer.
2. Bezug auf die konkrete Fragestellung: Detaillierte theoretische Abgrenzung der Adaptionsformen nach Kreuzer und Anwendung auf den Film von 2009, unter besonderer Berücksichtigung der Charakterdarstellung und szenischer Anpassungen.
3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der filmischen Umsetzung als interpretierende Transformation, die trotz notwendiger Änderungen eine starke Analogie zur literarischen Vorlage wahrt.
Schlüsselwörter
Effi Briest, Literaturverfilmung, Helmut Kreuzer, Hermine Huntgeburth, Filmadaption, Transformation, Literaturadaption, Theodor Fontane, interpretierende Transformation, Filmanalyse, Romanvorlage, Medienwissenschaft, Adaptionstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Adaption von Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ durch die Verfilmung aus dem Jahr 2009 von Regisseurin Hermine Huntgeburth.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung der Adaptionsart, der Vergleich zwischen literarischer Vorlage und Film sowie die Analyse der künstlerischen Freiheit bei der Interpretation der Romanhandlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nach dem Modell von Helmut Kreuzer zu bestimmen, welcher Adaptionsform der Film „Effi Briest“ (2009) zuzuordnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das theoretische Adaptionsmodell von Helmut Kreuzer auf den konkreten Vergleich zwischen dem Roman und dem Spielfilm anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Kategorien der Adaption, schließt bestimmte Formen (wie die Dokumentation) aus und begründet die Zuordnung zur „interpretierenden Transformation“ anhand von Beispielen aus der Inszenierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Literaturverfilmung, interpretierende Transformation, Filmanalyse und die spezifische Auseinandersetzung mit dem Werk von Fontane und Kreuzer definiert.
Wie unterscheidet sich die Filmdarstellung der Hauptfigur Effi Briest vom Roman?
Der Film stellt Effi als eine stärkere, selbstbewusstere Frau dar, die am Ende aktiv ihr Schicksal in die Hand nimmt, anstatt als zerbrechliche Figur zu enden.
Welche Rolle spielt die Darstellung der Sexualität im Film?
Die explizitere Darstellung von Sexualität und körperlichen Empfindungen (z.B. in der Hochzeitsnacht oder mit Crampas) dient dazu, die Gefühlswelt und die innere Zerrissenheit der Protagonistin für den Zuschauer greifbarer zu machen.
- Quote paper
- Ayse Sahbaz (Author), 2014, Um welche Art der filmischen Adaption nach dem Modell von Kreuzer handelt es sich bei dem Film "Effi Briest" (2009)?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322787