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Der europäische Emissionszertifikatehandel. Funktionsweise und aktuelle Probleme

Title: Der europäische Emissionszertifikatehandel. Funktionsweise und aktuelle Probleme

Seminar Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Victor Alipour (Author)

Economy - Transport Economics
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Die vorliegende Seminararbeit erarbeitet eine Antwort auf diese Frage, ob das von der EU errichtete System zum Handel mit Emissionsrechten (ETS) ein effektives Instrument im Kampf gegen den Klimawadel ist. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf aktuellen Problemen in der Wirkungsweise und in den Rahmenbedingungen des Systems.

Die Analyse gliedert sich in acht Abschnitte. Nach einer Hinführung zum Thema wird das ETS in Kapitel 2 vorgestellt. Dabei steht vor allem die ökonomische Intuition bei der Errichtung eines Systems zum Handel mit Emissionsrechten im Vordergrund. Anschließend wird in Kapitel 3 die Preisentwicklung der Zertifikate untersucht, um im nächsten Abschnitt auf Probleme zu sprechen zu kommen, die bei der freien Zuteilung der Verschmutzungsrechte entstehen können. In Abschnitt 5 wird die Gefahr des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Drittstaaten behandelt. Hier werden besonders die Mechanismen innerhalb des Systems hervorgehoben, die die potentielle Verlagerung einiger Industrieteile in außereuropäische Länder nach sich zieht.

In Kapitel 6 wird in einem Einperiodenmodell die Interaktion am globalen Kohlenstoffmarkt dargestellt und geprüft, ob das ETS als Instrument zur Klimawandelbekämpfung legitimiert werden kann. Im vorletzten Abschnitt wird ein Mehrperiodenmodell betrachtet und insbesondere die Angebotsentscheidung der Ressourcenanbieter mit in die Analyse einbezogen. Hier wird zuerst festgestellt, dass das bestehende System nicht ausreicht, um den Klimawandel zu bekämpfen und im Folgenden theoretische Lösungsansätze vorgestellt. Schließlich werden im Schlussteil ein Fazit aus der Analyse gezogen und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Excerpt


Struktur der Seminararbeit

1 Einleitung

2 Aufbau und Funktionsweise des ETS

2.1 Rahmenbedingungen

2.2 Ökonomische Intuition

3 Volatilität und Preisverfall am Zertifikatemarkt

3.1 Preisentwicklung von 2005 bis heute

3.2 Ursachen und Probleme des Preisverfalls

4 Problem der freien Zuteilung

4.1 „Windfall Profits“

4.2 Rent Seeking und Lobbying

5 Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und „Carbon Leakage“

6 Der globale Kohlenstoffmarkt im Einperiodenmodell

7 Das Grüne Paradoxon

7.1 Das Kalkül der Ressourcenbesitzer

7.2 Der globale Kohlenstoffmarkt im Mehrperiodenmodell

7.3 Schlussfolgerung

8 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit des europäischen Emissionszertifikatehandels (ETS) unter Berücksichtigung aktueller Probleme und stellt die Frage, ob das System als Instrument zur effektiven Klimapolitik legitimiert werden kann.

  • Funktionsweise und ökonomische Grundlagen des europäischen Emissionshandels
  • Ursachen für Preisvolatilität und den Preisverfall von CO2-Zertifikaten
  • Problematiken der freien Zuteilung wie „Windfall Profits“ und Rent Seeking
  • Effekte von Wettbewerbsverlusten und „Carbon Leakage“
  • Die theoretische Perspektive des „Grünen Paradoxons“ in einem globalen Kontext

Auszug aus dem Buch

7.1 Das Kalkül der Ressourcenbesitzer

Im nächsten Schritt gilt es das ETS in einen zeitlichen Kontext zu setzen. Dazu ist es essentiell, die Struktur des Kohlenstoffangebotes mit in die Analyse einzubeziehen. Denn fossiler Kohlenstoff ist kein klassisches Produktionsgut, das beliebig reproduziert werden kann, sondern eine begrenzte Ressource, die sich über Jahrmillionen in subterranen Lagerstätten angereichert und konserviert hat. Eigentümer dieser Lagerstätten müssen daher entscheiden, wie sie ihre Ressource über die Zeit fördern, und so den Angebotsstrom an fossilen Energieträgern festlegen (vgl. Sinn 2012, S.419). Dieser ergibt sich aus einem intertemporalen Entscheidungskalkül: Entweder wird eine Einheit Kohlenstoff heute extrahiert oder verbleibt im Boden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu fördern.

In jedem Fall wird das UN seine Vorratsmenge vollständig verkaufen wollen, da ihm sonst Gewinne entgehen würden. (Zur Vereinfachung wird angenommen, dass keine Förderkosten bestehen. Der Diskontierungssatz sei der Marktzins und exogen gegeben). Ein gewinnmaximierender Anbieter, der seine Förderstrategie plant, wird dabei die heutigen Preise mit den Preisen vergleichen, die er in der Zukunft erzielen kann. Dazu diskontiert er die erwarteten Preise mit dem Marktzinssatz auf die Gegenwart ab. Geht er von barwertmäßig höheren Preisen in der Zukunft aus, wird er heute weniger extrahieren. Durch die Verknappung würde der heutige Preis jedoch wiederum steigen und die zukünftigen (im Barwert) sinken.

Andersherum würde ein Anbieter die Förderung dann in die Gegenwart verlagern, wenn der heutige Preis besonders hoch ist. Indem er das tut, wird in Zukunft weniger von der Ressource verfügbar sein und so an Wert zunehmen. Der Gleichgewichtspfad ergibt sich dann, wenn das UN gerade indifferent zwischen heutiger und zukünftiger Förderung ist, also der Gegenwartswert einer Einheit Ressource zu jedem Zeitpunkt identisch ist (vgl. Ströbele 2012, S.30f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik des Klimawandels und die Bedeutung des europäischen Emissionshandels als Instrument zur Emissionsreduktion.

2 Aufbau und Funktionsweise des ETS: Erläuterung des Cap-and-Trade-Systems und der ökonomischen Mechanismen hinter dem Zertifikatehandel.

3 Volatilität und Preisverfall am Zertifikatemarkt: Analyse der historischen Preisentwicklung der Zertifikate und Untersuchung der Ursachen für den Preisverfall.

4 Problem der freien Zuteilung: Diskussion von Wettbewerbsverzerrungen durch Windfall Profits sowie politischer Einflussnahme durch Lobbyarbeit.

5 Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und „Carbon Leakage“: Untersuchung der Abwanderung energieintensiver Industrien aus der EU als Reaktion auf Emissionsauflagen.

6 Der globale Kohlenstoffmarkt im Einperiodenmodell: Modelltheoretische Prüfung, ob eine einseitige CO2-Reduktion der EU tatsächlich globale Auswirkungen zeigt.

7 Das Grüne Paradoxon: Einbeziehung der langfristigen Angebotsentscheidungen der Ressourcenbesitzer, die bei einer Klimapolitik der EU den Abbau beschleunigen könnten.

8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Effektivität des ETS und Ausblick auf notwendige politische Reformen.

Schlüsselwörter

Emissionszertifikatehandel, ETS, Klimawandel, Treibhausgase, CO2, Zertifikate, Windfall Profits, Carbon Leakage, Grünes Paradoxon, Ressourcenbesitzer, Rent Seeking, Klimapolitik, Reduktionsziel, Weltmarktpreis, Allokationsmechanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionsweise des europäischen Emissionshandels (ETS) und kritisiert dessen Wirksamkeit anhand von ökonomischen Modellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit thematisiert Preisbildungen, Allokationsmechanismen, Wettbewerbsnachteile und die ökonomischen Kalküle fossiler Ressourcenanbieter.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob das ETS als Instrument zur nachhaltigen Bekämpfung des Klimawandels legitimiert werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden wohlfahrtsökonomische Ansätze und Modellbetrachtungen (Ein- und Mehrperiodenmodelle) zur Analyse von Preis- und Mengenentscheidungen genutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Architektur des ETS, den Ursachen für Marktvolatilität, Problemen der Zuteilung sowie den Auswirkungen von Klimapolitik auf das Angebot fossiler Brennstoffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Emissionshandel, Carbon Leakage, das Grüne Paradoxon und die Ineffizienz der aktuellen politischen Steuerung.

Warum könnte eine CO2-Reduktion in Europa laut Arbeit wirkungslos bleiben?

Aufgrund des Modells zur globalen Nachfrage führt die Einsparung in Europa zu einem Preisverfall auf dem Weltmarkt, was den Verbrauch in anderen Ländern stimuliert.

Was ist das "Grüne Paradoxon" in diesem Kontext?

Es beschreibt das Phänomen, dass Ressourcenbesitzer ihre Öl- oder Kohlevorräte bei zu erwartender zukünftiger Klimapolitik schneller abbauen, um Gewinne vor einer sinkenden Nachfrage zu sichern.

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Details

Title
Der europäische Emissionszertifikatehandel. Funktionsweise und aktuelle Probleme
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Victor Alipour (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V322894
ISBN (eBook)
9783668310551
ISBN (Book)
9783668310568
Language
German
Tags
Zertifikatehandel Umweltökonomie Das Grüne Paradoxon Emissionen CO2 Emissionsrechte Europa Umweltpolitik Klimapolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Victor Alipour (Author), 2015, Der europäische Emissionszertifikatehandel. Funktionsweise und aktuelle Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322894
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