Über die 'Historia Augusta'


Seminararbeit, 2003

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Allgemeine Informationen zur Historia Augusta

3. Unklarheit über die Entstehungszeit und den Autor
a. Die Position Dessaus
b. Die Position Mommsens
c. Vielschichtige Meinungen

4. Öffentliche Bewertung der Historia Augusta

5. Quellenfrage

6. Die Historia Augusta als Quelle für die Vita des Commodus
a. Die Beschreibung des Sturzes Cleanders
b. Der Tod des Commodus

7. Colloquium zur Vorbereitung eines Kommentars der Scriptores Historiae Augustae und communis opinio

8. Zusammenfassende Schlussbemerkung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Historia Augusta ist wohl eines der umstrittensten Werke über die römischen Kaiser. Selten war es so schwer ein Werk zeitlich und schriftstellerisch in ein Gesamtschema einzuordnen, mit dem die meisten Gelehrten übereinstimmen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts schienen die im Werk gegebenen Angaben zu Autoren und Entstehungszeit weitestgehend richtig zu sein und es gab für die meisten keinen Grund diese Anzuzweifeln. Natürlich beschäftigten sich Gelehrte wie Casaubonus (1559 – 1626) oder Salmasius (um 1620) schon vor dieser Zeit mit den Scriptores Historiae Augustae, wie sie früher genannt wurden. Jedoch wurde erst ein Aufsatz von Dessau aus dem Jahr 1889 für die moderne Historia Augusta – Forschung wegweisend.

Er zweifelte die Angaben in diesem Werk an und entfachte dadurch eine große Diskussion. Es ist unmöglich im Folgenden alle verschiedenen Aspekte und Meinungen über dieses Werk aufzuführen, deshalb ist meine Arbeit als Gesamtüberblick zu sehen und nicht als präzise Darstellung jeder einzelnen These.

Als Quellen habe ich die Historia Augusta verwendet. Während der Beschäftigung mit der Historia Augusta – Problematik zog ich auch die beiden anderen Geschichtswerke über diese Zeit, nämlich das von Cassius Dio und das von Herodian heran. Als Basisliteratur diente mir neben anderen Standartwerken vor allem die Kommentare über die Historia Augusta von Hartwin Brandt und Adolf Lippold.

Zunächst werde ich mich den allgemeinen Informationen zur Historia Augusta widmen, um von diesen ausgehend die Problematik der Einordnung dieses Werkes darzulegen. Die öffentliche Bewertung des Werkes und die Ansichten über die zugrundeliegenden Quellen beschreibe ich danach. Schließlich möchte ich noch kurz die Bedeutung der Historia Augusta für die heutige Sicht der Commodusvita an zwei Beispielen hervorheben und über ein 1962 gegründetes Colloquium zur Historia Augusta Forschung berichten.

2. Allgemeine Informationen zur Historia Augusta

Die Historia Augusta ist das umfangreichste, uns überlieferte Geschichtswerk über die Ereignisse des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr. Historia Augusta ist der heutzutage geläufige Name für die Scriptores historiae Augustae, wie sie Anfang des 17. Jahrhunderts von Casaubonus genannt wurden. Der Originaltitel dieses Werkes ist nicht bekannt. Casaubonus nannte sie „scriptores historiae Augustae“, da es angeblich von 6 verschiedenen Autoren, mit Namen Aelius Spartianus, Iulius Capitolinus, Vulcacius Gallicanus, Aelius Lampridius, Trebellius Pollio und Flavius Vopiscus verfasst worden ist.

Besonders ist hervorzuheben, dass diese 6 Schriftsteller in keiner anderen Niederschrift dieser Zeit auch nur mit einem Satz erwähnt sind. Sie erscheinen in der Historia Augusta als die Autoren einer Sammlung von Biographien römischer Kaiser, Thronanwärter und Usurpatoren, die von der Zeit des Hadrian, 117-138 n. Chr. bis zur Zeit des Carinus, 283-284 n. Chr. reicht. Die Lebensbeschreibungen der Herrscher zwischen 244 n.Chr. und 253 n.Chr. fehlen.

Da an verschiedenen Stellen der Historia Augusta anklingt, dass die vorliegenden Biografien als Nachfolge der von Sueton begonnenen Zusammenfassung von Viten früherer Herrscher zu sehen sind, wird auch vermutet, dass die Sammlung mit der Lebensbeschreibung des Nerva, der von 96-98 Herrscher war, begonnen haben könnte. Somit würde sie unmittelbar an die Biografien des Suetons anschließen und der unbekannte Originaltitel wäre wohl auch zusammen mit dieser Lebensbeschreibung verschwunden.

Durch die in vielen Texten auftretenden Widmungen an Kaiser Diocletianus und Kaiser Konstantin wurde auf eine Entstehung im diocletianisch-konstantinischen Zeitalter während der Jahre 293 und 330 geschlossen[1].

3. Unklarheit über die Entstehungszeit und den Autor

So weit scheint die Historia Augusta ein ganz normales, gut erhaltenes Geschichtswerk des 2. und 3. Jahrhunderts nach Christus zu sein und ihre Entstehung leicht zu rekonstruieren. Doch weit gefehlt. Ein Historiker mit Namen Otto Theodor Schulz brachte um das Jahr 1900 die gesamte Bandbreite der Problematik auf den Punkt:

[...]


[1] Vgl. Johne, Der Neue Pauly, Sp.637f; vgl. Brandt, Metzler Lexikon Antiker Autoren, S.330f; vgl. Lippold, Reallexikon für Antike und Christentum, Sp.688f; vgl. Hanslik, Der kleine Pauly, Sp.1191ff

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Über die 'Historia Augusta'
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V32794
ISBN (eBook)
9783638334198
ISBN (Buch)
9783638842822
Dateigröße
625 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Historia, Augusta
Arbeit zitieren
Hans-Peter Schneider (Autor), 2003, Über die 'Historia Augusta', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32794

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