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Methanhydrate als Lösung des Knappheitsproblems fossiler Ressourcen ?

Title: Methanhydrate als Lösung des Knappheitsproblems fossiler Ressourcen ?

Seminar Paper , 2002 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dr. Markus Groth (Author)

Economy - Environment economics
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1. Einleitung

Innerhalb vieler Millionen Jahre sind die fossilen Energievorräte der Erde entstanden. Doch nach nur wenigen Hundert Jahren der menschlichen Ausbeutung ist die Erschöpfung der konventionellen fossilen und mineralischen Energieträger absehbar.(1)
Zwar nehmen die bekannten Vorräte an fossilen Energierohstoffen noch jährlich zu, da das Volumen der Neuentdeckungen größer ist als das des Abbaus, doch ein Knappheitsproblem fossiler Ressourcen lässt sich nicht mehr von der Hand weisen.(2) Gegenläufig zu dieser Begrenztheit der Energieressourcen wächst die Weltbevölkerung kontinuierlich. Vorsichtige Schätzung gehen von fast 9 Milliarden Menschen für Mitte dieses Jahrhunderts aus. Damit einher geht nicht nur ein ständig wachsender Bedarf an Nahrungsmitteln, sondern auch ein stark ansteigender Energieverbrauch, gerade in den heutigen Entwicklungsländern.
Schon in den letzten 50 Jahren hat sich der Primärenergieverbrauch versechsfacht und gedeckt wird dieser weltweite Bedarf an Energieträgern zu fast neunzig Prozent von Kohlenwasserstoffen, zu denen Kohle, Öl und Gas gehören. Prognosen zufolge werden in Anbetracht des steigenden weltweiten Verbrauchs Lagerstätten von Gas und Kohle in einhundert bis zweihundert Jahren, die von Öl bereits in fünfzig Jahren erschöpft sein. Wie zuverlässig solche auch als „Szenarien“ bezeichneten Prognosen sein werden bleibt abzuwarten, doch die Suche und Forschung nach neuen, zukunftsfähigen und umweltverträglichen Energiequellen der nahen und fernen Zukunft wird immer bedeutender und dringender. Nach jahrelanger Suche scheinen Wissenschaftler nun eine Lösung gefunden zu haben. Gashydrate versprechen nach Auffassung vieler Forscher, die „neue“ Energiequelle für das 21. Jahrhundert zu werden.(3)
[...]
_____
1 Vgl.: Arte-TV-Archimedes (1999).
2 Vgl.: Der Fischer Weltalmanach (2001), S.1189 - 1190.
3 Vgl.: Max-Plank-Institut für Plasmaphysik (2001).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Abgrenzungen

2.1. Methan

2.2. Methanhydrat

3. Nachweis von Methanhydraten

3.1. Bottom Simulating Reflektor (BSR)

3.2. Geologische Probennahme

4. Regionale Vorkommen und Ressourcenabschätzungen von Methanhydraten

5. Derzeit mögliche Techniken zur Förderung von Methanhydraten

6. Ökonomische Perspektiven der Nutzung von Methanhydraten als Energieträger

6.1. Energiepotential von Methanhydraten

6.2. Derzeitige Nutzung von Methanhydraten

6.3. Zukünftige Nutzungsmöglichkeiten von Methanhydraten

7. Ökologische Perspektiven der Nutzung von Methanhydraten als Energieträger

7.1. Methanumsetzung im globalen Kohlenstoffkreislauf

7.2. Zeitliche Veränderungen der globalen Klimabilanz: Klimawirksamkeit

7.3. Mögliche Auswirkungen des Abbaus von Methanhydraten auf die Sedimentstabilität der Kontinentalhänge

8. Fazit

9. Literatur

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Methanhydraten als künftige fossile Energiequelle angesichts des globalen Knappheitsproblems fossiler Ressourcen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der technischen Förderbarkeit, der wirtschaftlichen Rentabilität sowie der ökologischen Risiken, die mit der Destabilisierung dieser Speicher verbunden sind.

  • Aktueller Forschungsstand zur Vorkommenslokalisierung und zum Nachweis von Methanhydraten.
  • Methoden und technologische Herausforderungen der Förderung aus Permafrostböden und marinen Sedimenten.
  • Bewertung des Energiepotenzials im Kontext der globalen Energieversorgung.
  • Klimatische Auswirkungen der Methanfreisetzung und Rückkopplungsprozesse.
  • Risiken der Sedimentinstabilität durch den Abbau von Methanhydraten.

Auszug aus dem Buch

3.1. Bottom Simulating Reflektor (BSR)

Der Bottom Simulating Reflektor (BSR) ist ein seismischer Reflektor mit negativem Reflektionskoeffizienten. Er wird zum offshore Nachweis von Methanhydraten genutzt. Der BSR entsteht an der Grenzfläche von hydrathaltigen Sedimenten zu solchen mit freiem Methangas. Bei dieser Methode werden Schallwellen von Forschungsschiffen aus in Richtung Meeresboden geschickt. Die teilweise mehrere hundert Meter dicken Methanhydratschichten im Sedimentsbereich reflektieren diese Schallwellen anschließend in charakteristischer Weise.

Der Reflektor tritt in Tiefen bis zu einigen hundert Metern unterhalb des Meeresbodens auf, wo nach dort herrschenden Druck-Temperatur-Bedingungen die Untergrenze der Methanhydratstabilität liegt. Somit sind oberhalb des BSR prinzipiell Methanhydrate zu erwarten. Unterhalb des BSR und somit auch unterhalb der festen Hydraschicht existiert aufgrund der höheren Temperaturen in der Regel eine Blase aus freiem Gas. BSR-Horizonte wurden mehrfach im Rahmen des Ocean Drilling Programm an den Kontinentalhängen vor Peru, Chile, Costa Rica und am Blake-Rücken vor North-Carolina durchbohrt. Bei diesen Bohrungen wurde die Hypothese bestätigt, dass freies Gas unterhalb des BSR der steuernde Parameter zur Ausbildung der Stärke des BSR ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der fossilen Ressourcenknappheit und stellt Gashydrate als potenzielle Energiequelle für das 21. Jahrhundert vor.

2. Begriffliche Abgrenzungen: Definiert die chemischen und physikalischen Grundlagen von Methan und Methanhydrat.

3. Nachweis von Methanhydraten: Erläutert die geologische Probennahme sowie die seismische Auswertung mittels Bottom Simulating Reflektor (BSR).

4. Regionale Vorkommen und Ressourcenabschätzungen von Methanhydraten: Analysiert die globalen Vorkommen und unterscheidet zwischen nachgewiesenen Ressourcen und dem Gesamtpotenzial.

5. Derzeit mögliche Techniken zur Förderung von Methanhydraten: Stellt aktuelle Verfahren wie Druckentlastung, Injektion von Lösungsmitteln und Wärmezufuhr vor.

6. Ökonomische Perspektiven der Nutzung von Methanhydraten als Energieträger: Beleuchtet das Energiepotenzial, die aktuelle Testförderung und künftige wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten.

7. Ökologische Perspektiven der Nutzung von Methanhydraten als Energieträger: Untersucht die Rolle von Methan im Kohlenstoffkreislauf, die Klimawirksamkeit und die Stabilität der Kontinentalhänge.

8. Fazit: Fasst zusammen, dass trotz des großen Potenzials ein erheblicher Forschungsbedarf besteht und vor einer unbedachten Nutzung gewarnt wird.

9. Literatur: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Methanhydrat, Gashydrate, fossile Energieträger, Bottom Simulating Reflektor, Treibhauseffekt, Klimawandel, Sedimentstabilität, Ressourcenknappheit, Methan, Kohlenstoffkreislauf, Energiepolitik, Fördertechnik, Permafrost, marine Sedimente, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Eignung von Methanhydraten als alternative fossile Energiequelle zur Deckung des weltweit steigenden Energiebedarfs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Identifizierung von Vorkommen, die technischen Möglichkeiten der Förderung, die wirtschaftliche Rentabilität sowie die ökologischen Risiken der Nutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob Methanhydrate tatsächlich eine tragfähige Lösung für das Knappheitsproblem fossiler Ressourcen darstellen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturstudie, die den aktuellen Forschungsstand aus verschiedenen Fachbereichen wie Geologie, Ökonomie und Klimaforschung zusammenführt und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, Nachweismethoden (BSR), Ressourcenabschätzungen, eine Analyse der Fördertechniken sowie eine detaillierte Betrachtung ökonomischer und ökologischer Perspektiven.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Methanhydrat, Energieressource, Klimawirksamkeit, Sedimentstabilität und Forschungsbedarf.

Warum ist die Förderung von Methanhydraten aus ozeanischen Sedimenten so schwierig?

Die Förderung ist aufgrund der sensiblen Druck-Temperatur-Bedingungen, der geographischen Unzugänglichkeit und der Risiken für die Hangstabilität der Kontinentalhänge technisch hochkomplex.

Warum wird vor einer übereilten Nutzung von Methanhydraten gewarnt?

Die Warnung begründet sich in der hohen Klimarelevanz von Methan als Treibhausgas und der Gefahr unvorhersehbarer ökologischer Schäden durch Destabilisierung der natürlichen Speicher.

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Details

Title
Methanhydrate als Lösung des Knappheitsproblems fossiler Ressourcen ?
College
University of Hannover  (Institut für Volkswirtschaftslehre; Lehrstuhl für Ordnungs- und Prozesspolitik)
Course
Seminar: Ökologische Ökonomik
Grade
1,3
Author
Dr. Markus Groth (Author)
Publication Year
2002
Pages
32
Catalog Number
V3309
ISBN (eBook)
9783638120180
Language
German
Tags
Methanhydrate Lösung Knappheitsproblems Ressourcen Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Markus Groth (Author), 2002, Methanhydrate als Lösung des Knappheitsproblems fossiler Ressourcen ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3309
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