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Courage fürs Volk. Wie Brecht die Gesellschaft mit "Mutter Courage" zum Frieden bewegen wollte

Title: Courage fürs Volk. Wie Brecht die Gesellschaft mit "Mutter Courage" zum Frieden bewegen wollte

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 16 Pages

Autor:in: Philipp Amadeus Skudelny (Author)

German Studies - Modern German Literature
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"Mutter Courage und ihre Kinder" ist eines der berühmtesten Stücke Bertold Brechts. Es thematisiert die Schrecken des Krieges mit der kalten Realität des Kapitalismus in diesem. Die Marketenderin, die mitten im dreißig Jährigen Krieg ihr Glück sucht und ihre Kinder verliert, wurde nicht zufällig während Brechts Exil in den Wirren des zweiten Weltkrieges geschrieben und uraufgeführt. Da sich durch die gesamte menschliche Geschichte Kriege ziehen, sind dieses Thema und das Stück zeitlos. Die Herbeiführung und herzliche Begrüßung des Krieges, mit Hinblick auf Profit gerichteten Absichten ist ein stetiger dunkler Begleiter der Nachrichten geworden. Damals schrieb Brecht aus dem Exil heraus eine Botschaft an die Gesellschaft, welche heute noch nachhallt.

Uraufgeführt wurde das Stück 1941 in Zürich. Das damals sehr einfache Bühnenbild wurde bei allen späteren Aufführungen der "Mutter Courage" und Brechts Modell weitergeführt, obwohl Brecht der Uraufführung nicht beiwohnen konnte. Der Wagen der Mutter Courage stand immer im Mittelpunkt, dieser Wagen wurde fortschreitend über das Stück hinweg immer ramponierter. Der Hintergrund war sehr spartanisch gehalten, es gab Leinwände mit flackernden Hintergründen oder einfache Holzbauten. Zurzeit der Uraufführung kursierten zwei Arten das Stück zu interpretieren: Die Verurteilung der Mutter Courage, in dem Sinne, wie Brecht es verstanden hat oder die sorgende Mutter, die unschuldig leidet. Im Laufe dieser Arbeit soll auch geklärt werden, welches Bild hierbei treffender erscheint.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte: Zuerst soll die Dialektik Brechts vorgestellt werden. Darauf folgt eine kurze Biographie seiner Lebensumstände vor und während der Schaffung der "Mutter Courage". Nach dem somit eine theoretische Grundlage geschaffen werden konnte soll das Stück genauer betrachtet werden bzw. die Figur der Protagonistin. Anhand dieses vielschichten Charakters, der Facetten von der skrupellosen Händlerin, einer sorgenden Mutter und der Inkarnation der Einheit von Krieg und Geschäft aufweist, soll versucht werden, eine Intention Brechts herauszuarbeiten. Diese wichtigen gesellschaftlichen Aufträge, die das Stück transportiert, wird mit einem Rückblick auf die Biographie geschehen, um Gründe und Motivation für das Stück erklären zu können. Damit Anhand dessen die Forschungsfrage „Welchen Auftrag gab Brecht an die Gesellschaft mit 'Mutter Courage und ihre Kinder'“ beantwortet werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der passive Friedenstifter

2. Das Epische Theater

2.1. Aspekte des epischen Theaters

2.1.1. Das Publikum

2.1.2. Der Held

2.1.3. Die Intention

3. Wie die Umstände das Stück prägten

3.1. Schreiben im Exil

4. Inhalt des Stückes

5. Die Figur der Mutter Courage

5.1. Die Geschäftsfrau

5.2. Die Mutter

5.3. Die Dialektik der Courage

5.4. Courage als Medium der Intention

6. Zeitlos couragiert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Stück "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bertolt Brecht, um aufzuzeigen, wie Brecht das epische Theater nutzte, um gesellschaftliche Missstände zu kritisieren und die Zuschauer zur Reflexion über Krieg und Kapitalismus zu bewegen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welchen Auftrag gab Brecht an die Gesellschaft mit Mutter Courage und ihre Kinder?“

  • Die theoretischen Grundlagen und Merkmale des epischen Theaters nach Brecht.
  • Die Analyse der historischen Entstehungsumstände des Werkes im Exil.
  • Die differenzierte Betrachtung der ambivalenten Figur der Mutter Courage als Geschäftsfrau und Mutter.
  • Die Untersuchung der Verflechtung von kapitalistischen Profitinteressen und kriegerischer Gewalt.
  • Die Übertragung der Brechtschen Thematik auf aktuelle politische Zeitgeschehnisse.

Auszug aus dem Buch

5.1. Die Geschäftsfrau

Richten wir nun den Blick auf die Figur, die durch das ganze Stück im Mittelpunkt steht und auch dessen Namensgeberin ist: Mutter Courage. Mutter Courage ist keine Heldin im positiven Sinne, sondern eine vielschichtige Persönlichkeit. Sie wird durchaus auch als die leidende Mutter, welche ihre Kinder verliert wahrgenommen, doch rückt dies eher in den Hintergrund. Das würde zu großes Mitleid bei den Zuschauern erregen und gegen das Konzept des epischen Theaters verstoßen. Vielmehr soll der Zuschauer aus der Distanz heraus ihre Entscheidungen beurteilen und ihre Fehler bemerken, welche sie immer wieder im Stück macht; meist aus dem Wunsch heraus noch mehr Profit durch den Krieg zu machen. Diese wiederholten Fehler sollen wiederum den Zuschauer zum Lernen aus ihren Fehlern anregen.

Die naive Hoffnung im laufenden Krieg unbeschadet Geschäfte machen zu können, zahlt sie mit einem hohen Preis. So ist sie, abseits von ihrer Verkörperung des leidenden, aber dennoch profitierenden Kleinbürgertums, doch auch Sinnbild für den Kapitalismus. Sie stellt sich mit ihrem Auftrittslied in der ersten Szene direkt als Geschäftsfrau vor:

Mutter Courage: Geschäftsleut. Singt.

Ihr Hauptleut, laßt die Trommeln ruhen

Und laßt euer Fußvolk halten an: Mutter Courage kommt mit Schuhen

In denen es besser laufen kann.17

Sie nimmt eine sehr zynische Haltung gegenüber dem Krieg ein. Die Soldaten sollen mit guten Schuhen in den Tod marschieren. Den Soldaten gegenüber erscheint sie immer als kalte Geschäftsfrau. So will sie ohne Geld keinen Schnaps rausgeben. Sie handelt oft skrupellos, was besonders in der fünften Szene deutlich wird: In einem zerschossenen Dorf werden Leinen benötigt um Verbände zu machen, aber sie will sie nicht herausgeben:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der passive Friedenstifter: Einführung in die marxistische Revolutionstheorie und die Zielsetzung Brechts, durch das Theater gesellschaftliche Missstände zu thematisieren.

2. Das Epische Theater: Erläuterung des epischen Theaters als Gegenentwurf zur Illusion, inklusive der Verfremdungseffekte und der aktiven Rolle des Publikums.

3. Wie die Umstände das Stück prägten: Analyse des Exils und der historischen Bezüge, die die Entstehung des Werkes beeinflussten.

4. Inhalt des Stückes: Eine knappe Zusammenfassung der Handlung über die zwölf Szenen hinweg.

5. Die Figur der Mutter Courage: Tiefgehende Charakteranalyse der Protagonistin in ihrer Doppelrolle als Geschäftsfrau und Mutter sowie ihrer Funktion im kapitalistischen System.

6. Zeitlos couragiert: Bewertung der zeitlosen Relevanz des Stückes und Übertragung der Brechtschen Warnungen auf heutige politische Konflikte.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Mutter Courage, Episches Theater, Kapitalismus, Krieg, Exilliteratur, Verfremdungseffekt, Dialektik, Geschäft, Gesellschaftskritik, Anna Fierling, Rüstungskomplex, Gewaltspirale, soziale Verantwortung, Kapitalismuskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Bertolt Brechts Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" unter Berücksichtigung der Theorie des epischen Theaters, um zu verstehen, welche gesellschaftspolitische Botschaft Brecht vermitteln wollte.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welchen konkreten Auftrag Brecht der Gesellschaft mit diesem Stück erteilen wollte, insbesondere in Bezug auf die Verantwortung des Einzelnen im Krieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Dialektik zwischen mütterlicher Fürsorge und profitorientiertem Handel, die Untauglichkeit des Krieges als Lebensgrundlage und der Kampf gegen das kapitalistische System.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes in Verbindung mit biografischen Kontexten und theoretischen Ansätzen des epischen Theaters.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des Theaters, die Analyse des Exil-Kontexts, eine detaillierte Charakterstudie der Mutter Courage sowie die inhaltliche Interpretation ihrer Rolle als Symbol für den Kapitalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie episches Theater, Kapitalismuskritik, Verfremdungseffekt, Krieg, gesellschaftliche Verantwortung und Dialektik.

Warum ist Mutter Courage als Geschäftsfrau zu verstehen?

Die Figur wird als skrupellose Händlerin dargestellt, für die der Krieg die ökonomische Basis bildet. Sie handelt oft zynisch und stellt den Profit über das Wohl oder gar das Leben ihrer eigenen Kinder.

Wie lässt sich der Bezug zum modernen Terrorismus herstellen?

Der Autor argumentiert, dass die im Stück dargestellte Verzahnung von Geld und Krieg, wie sie beim Profitstreben im Kapitalismus sichtbar wird, Parallelen zur heutigen Rüstungsindustrie und Finanzierung von Konflikten wie dem durch den Islamischen Staat aufweist.

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Details

Title
Courage fürs Volk. Wie Brecht die Gesellschaft mit "Mutter Courage" zum Frieden bewegen wollte
College
University of Regensburg  (Insitut für Germanistik)
Course
Schriftliche Modulprüfung
Author
Philipp Amadeus Skudelny (Author)
Publication Year
2016
Pages
16
Catalog Number
V334356
ISBN (eBook)
9783668241022
ISBN (Book)
9783668241039
Language
German
Tags
Mutter Courage Krieg Frieden Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Amadeus Skudelny (Author), 2016, Courage fürs Volk. Wie Brecht die Gesellschaft mit "Mutter Courage" zum Frieden bewegen wollte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334356
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